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Feuchte Fenster Rat von Experten

Feuchte Fenster im Winter

Feuchte Fenster 1-2-do Wissen

Feuchte Fenster im Winter sind ein häufig auftretendes Problem. Fenster zählen zu den kältesten Zonen in den Räumen, und daher schlägt sich dort die Raumfeuchtigkeit bevorzugt nieder. Moderne, gut isolierte Fenster reduzieren das Problem, können aber dazu führen, dass sich die Raumfeuchtigkeit stattdessen an kalten Außenwänden absetzt. Angemessenes Heizen und Lüften sind wichtige Maßnahmen zur Feuchtigkeitsreduzierung, aber die Freude am regelmäßigen "Stoßlüften" sinkt natürlich mit den Temperaturen. Was also kann man tun?

 

Alte Häuser, neue Häuser

Ein altes Haus „atmet“ ganz anders,  als ein Neubau. Das liegt schon an den zunehmend besseren Materialien. Wurde früher überwiegend mit Naturstein und relativ einfachen Baustoffen gearbeitet, sind im Laufe der Jahre immer hochwertigere Baustoffe zum Einsatz gekommen.

Bei alten Holzfenstern, beispielsweise, kann die Innenwärme ständig ein bisschen entweichen. Das wirkt sich ungünstig auf die Heizkosten aus, und außerdem kann es störend „ziehen“, hat aber zumeist einen positiven Einfluß auf das allgemeine Raumklima.

Moderne Gebäude sind dichter, aber hier muss man aktiv dafür sorgen, dass die Wohn- und Raumfeuchtigkeit regelmäßig entweichen kann. Wenn zuviel Luftfeuchtigkeit vorhanden ist, sollen die Fenster beschlagen. Das Fensterglas sollte immer kälter sein, als alles andere im Haus. Denn Kälte zieht die Feuchtigkeit an und Glas schimmelt bekanntlich nicht. Also lieber Tropfen am Fenster, als nasse Wände und Schimmel.


Neue Fenster in alten Gebäuden sind immer ein Risiko

Nach dem Einbau neuer Fenster in alten Häusern lässt sich sicherlich einiges schon dadurch verbessern, dass man sein Lüftungsverhalten dem veränderten Raumklima anpasst.

Vermieter sind mittlerweile angehalten, die Mieter ausdrücklich, und schriftlch nachweislich, darüber zu informieren, dass nach dem Einbau neuer Fenster mehr gelüftet werden muss.
Experten empfehlen zwar 5 bis 8 mal täglich Stoßlüftung, aber aus rechtlicher Sicht gilt es für berufstätige Mieter i.d.R. als zumutbar und ausreichend, zweimal täglich - morgens und abends - kräftig durchzulüften.
Wenn das nicht ausreicht, um den Mangel zu beheben, dann ist der Vermieter in der Pflicht, und der kann zwar seinerseits wiederum Ansprüche an Planer/Architekten und ausführende Firmen weiterleiten, aber Kosten und Ärger sind oft unübersehbar.

Legt man die aktuellen Gesetze und Urteile zugrunde, muss ein Umbau also optimalerweise so geplant werden, dass zweimal tägliches Lüften ausreicht, um eine Wohnung schimmelfrei zu halten. Und das ist bei alten Häusern eigentlich kaum zu gewähren, es sei denn durch eine umfassende Sanierung bzw. durch den Einbau automatischer Lüftungsmechanismen.



Vorsicht: Umbauten und Baumaßnahmen verschieben den Taupunkt

Gerade der Einbau neuer Fenster in alte Gebäude ist also mit hohen Risiken verbunden.
Denn selbst bei sorgfältiger und fachgerechter Ausführung verlegt der Einbau neuer Fenster den Taupunkt des Hauses bevorzugt auf die klassischen "Schwachstellen" alter Häuser, wie zum Beispiel Schornsteine, Rolladenkästen oder exponierte, womöglich sowieso schon undichte oder sogar schadhafte Aussenwände, die jetzt kühler sein können, als die neuen Fensterflächen. Und schon setzt sich Feuchtigkeit an diesen Stellen ab und führt zu Schimmelbildung.

Doch egal, ob in Mietwohnungen oder Eigentum: Bevor man hier selbst Maßnahmen ergreift, um die neuen Schwachstellen zu beheben, sollte unbedingt ein Fachmann helfen oder zumindest umfassend beraten.

Denn nicht nur der Einbau neuer Fenster verschiebt den Taupunkt, sondern auch jede andere bauliche Veränderung, wie schon das Streichen einer Wand mit ungeeigneter Farbe oder der relativ beliebte Einsatz von Dämmlagen, etwa hinter der Heizung unter dem Fenster, oder an anderen kühlen oder zugigen Stellen. Das ist alles Flickwerk an alter Bausubstanz, mit oft unvorhersehbaren Folgen: Sobald es an einer vorher kühlen Stelle zu dicht und dadurch wärmer wird, sammelt sich die Feuchtigkeit anderswo.



Maßnahmen - das kann man tun

Fenster sind, wie gesagt,  noch vergleichsweise dankbare "Kondensstellen", weil sie sich gut abtrocknen lassen. Zur Not eben jeden Morgen. Das macht ein bißchen Mühe, aber - vorausgesetzt, die Feuchtigkeit setzt sich nur dort ab - zumindest keine größeren Probleme.

Wer mag, stellt dort ein Töpfchen mit Salz oder einen kleinen Luftentfeuchter auf. Dadurch erledigt sich zwar das Problem nicht, aber das “tägliche Fensterputzen” kann dadurch reduziert werden.

Durchlüften ist gerade frühmorgens und abends vor dem Schlafengehen besonders wichtig. Nicht nur, weil wir im Schlaf besonders viel Feuchtigkeit abgeben, sondern weil die Heizungen nachts in der Regel herunterreguliert, und die Räume ohnehin kälter sind, was das Absetzen von Kondensat generell begünstigt.

Beim Thema Feuchtigkeit spielt übrigens auch die Größe der Wohnung eine Rolle, und die Raumhöhe. Je großzügiger die Räume, und je weniger Möbel an den Wänden stehen, umso besser kann sich Wohnfeuchtigkeit verteilen, und umso seltener führen bauliche Veränderungen zu Feuchtigkeitsschäden. Auch das ist übrigens ein Grund, weshalb viele Vermieter selbst große Wohnungen lieber an Paare oder kleine Familien, als an Wohngemeinschaften oder Großfamilien vermieten: Je weniger Menschen sich in einer Wohnung aufhalten, duschen, waschen, kochen, desto weniger Wohnfeuchtigkeit ist im Umlauf. Das Risiko von Feuchtigkeitsschäden sinkt mit der Anzahl der Bewohner.

Steht aber einer großen Familie nun mal nur wenig Raum zur Verfügung, heißt es daher, noch mehr als als sonst darauf zu achten, zusätzliche Feuchtigkeitsquellen zu minimieren. Das bedeutet, dass dann eben nicht nur morgens und abends, sondern auch nach dem Duschen oder Kochen nochmals ordentlich durchzulüften ist, und dass man lieber in einen Wäschetrockner investieren, als einen Wäscheständer aufstellen, und auf zusätzliche Feuchtigkeitsquellen wie Aquarien und Topfpflanzen möglichst verzichten sollte.

Hilfreich ist ein Hygrometer zum Messen der Luftfeuchtigkeit, das es günstig in jedem Bau- oder Elektronikmarkt gibt, oder ein Thermo-Detektor. Thermo-Detektoren, wie der PTD 1, messen verschiedene Umgebungsfaktoren. Der PTD 1 verfügt sogar über ein Schimmel-Warnsystem, das gefährdete Stellen anzeigt.

Also: Zugunsten des Mietfriedens, der Gesundheit und der Bausubstanz:

  • Immer schön ausreichend lüften - zur Not 5 - 8 mal pro Tag
  • Wohnung oder Haus im Winter auch bei Abwesenheit zumindest minimal beheizen
  • In kalten Nächten die Heizung mindestens auf Minimalstellung, damit die Räume nicht komplett auskühlen
  • Zusätzliche "Befeuchter", wie offene Aquarien, Wäscheständer oder Topfpflanzen gering halten
  • Kochen nur mit Deckel
  • Keine Blumentöpfe über Heizungen oder auf der Fußbodenheizung
  • Platz für Luftbewegung lassen (Möbel nicht direkt an Außenwände stellen)
  • Die Luftfeuchtigkeit regelmäßig mit einem Hygrometer oder Thermo-Detektor überprüfen
  • Und jeden Mangel - auch und gerade im Interesse des Vermieters - melden, damit er vom Fachmann in Augenschein genommen und zügig behoben werden kann, bevor die Feuchtigkeit Schäden anrichtet.

(Susanne)

 

Weiterlesen

-> Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL)

-> Schimmel/Schimmelpilz

-> Forumsthread „Feuchte Fenster“

-> Thermodetektor PTD 1

 

 

 


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