Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Feilen und Raspeln

AllgemeinesFeilen

Feilen und Raspeln (auch Schruppfeilen genannt) dienen zum Glätten, Kürzen, oder Schärfen von diversen Materialien, wie z.B. Metall, Holz oder Kunststoff. Dabei ist eine Feile grundsätzlich anders aufgebaut als eine Raspel. Für beide Arten werden Rohlinge aus Werkzeugstahl verwendet, die anschließend eine rauhe Oberfläche bestehend aus so genannten "Zähnen" erhalten. Während bei einer Feile die Zähne reihenweise eingehauen oder eingefräst werden, werden bei einer Raspel die Zähne einzeln eingehauen.

Feilen und Raspeln (auch Schruppfeilen genannt) dienen ... 1-2-do Wissen
Raspeln haben eine grobere Struktur als Feilen. Sie werden hauptsächlich für Holzarbeiten eingesetzt, um rasch viel Material abzutragen. Für optimale Arbeitsergebnisse sollte das Werkstück nach Bearbeitung mit einer Feile bzw. Raspel nochmals mit Schleifpapier geschliffen werden. Dabei verwendet man (vor allem bei Holz) oft folgende Reihenfolge: Für den groben Abrieb wird eine Raspel verwendet, anschließend werden tiefe Riefen mit einer Feile geglättet. Die Endbearbeitung erfolgt am Ende mit Schleifpapier.  

Nadelfeilen (Präzisionsfeilen) sind Feilen kleinerer Bauart. Sie werden vor allem bei Uhrmachern und Feinmechanikern eingesetzt. Es gibt auch spezielle Diamantnadelfeilen. Der Name Nadelfeile leitet sich von ihrer nadelartigen Form ab, jedoch muss diese nicht unbedingt spitz zulaufend sein. Die Form kann je nach Anwendungszweck variieren.

 

Querschnitte

Feilen und Raspeln gibt es in verschiedensten Formen. Die gängigsten sind: Flachfeile, Vierkantfeile, Zapfenfeile, Rundfeile, Halbrundfeile, Vogelzungenfeile, Dreiecksfeile, Dachfeile, Messerfeile, Schwertfeile.

Querschnitte
 

Winkel

Winkel
(Quelle: Wikipedia)
 

Spanwinkel  

Der Spanwinkel beeinflusst die Vorschub- und Schnittkräfte, sowie die Qualität des Schnittes. Man unterscheidet negativen und positiven Spanwinkel: Bei einem positiven Spanwinkel ist das Werkstück an der Unterseite schöner. Außerdem ist der Arbeitsvortschritt schneller, da dieser einen guten Abtrag bewirkt. Bei einem negativen Spanwinkel ist das Werkstück an der Oberseite schöner. Es ist jedoch auch mehr Kraft erforderlich.

Gehauene Zähne sind keilförmig und haben einen Spanwinkel zwischen 5° und 15°. Der Abtrag basiert auf Schabwirkung. Gefräste Zähne haben einen positiven Spanwinkel von ca. 5°. Bei Verwendung von gefrästen Zähnen erhält man eine schneidende Wirkung.

Spanwinkel
 

Freiwinkel, Keilwinkel, Schnittwinkel

Der Freiwinkel beeinflusst die Reibung (und somit die Wärmeentwicklung) zwischen Werkstück und Werkzeug. Er ist definiert durch den Winkel zwischen Werkstück und den Zähnen der Feile bzw. Raspel. Der Freiwinkel darf nicht zu groß gewählt werden, um die Reibung gering zu halten. Die Summe aus Freiwinkel und Keilwinkel (Winkel der durch die Größe eines Zahnes gegeben ist) ist der Schnittwinkel. Schnittwinkel und Freiwinkel ergeben zusammen 90°.
 

Hiebzahl und -nummer

Hiebzahl und Hiebnummer einer Feile sind ein Maß für die Feinheit. Die Hiebzahl entspricht bei Raspeln der Anzahl der Zähne pro cm² und bei Feilen der Anzahl der Hiebe pro Zentimeter Feilenlänge. Die Hiebnummer ist ein Maß für die Anzahl der Hiebe auf der gesamten Feile. Hiebzahl und -nummer sind nach DIN 8349 genormt. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten Hiebnummern:
 

Einteilung der Hiebnummern
Hiebnummer Bezeichnung
0 Grobfeile
1 Bastard- / Schruppfeile
2 Halbschlichtfeile
3 Schlichtfeile
4 Doppelschlichtfeile
5 Feinschlichtfeile

 

Für Präzisionsfeilen gibt es zusätzlich noch feinere Unterteilungen bis zu Hiebnummer 10 (entspricht bei 20 cm Feilenlänge 10.000 Hiebe).

Je höher die Hiebnummer, desto mehr, aber feinere "Schuppen" hat eine Feile. Bei gleichbleibender Länge ist die Feinheit daher direkt proportional zur Hiebnummer. Bei zunehmender Länge und gleichbleibender Hiebnummer wird die Feile bzw. die Raspel jedoch grober. Das kommt daher, weil die Hiebnummer für die gesamte Fläche ausgedrückt wird. Hiebzahlen sind daher unabhängig von der Länge (Fläche), während Hiebnummern längenabhängig (flächenabhängig) sind.

Grundsätzlich gilt: Je härter das Werkstück ist, desto feiner muss der Hieb gewählt werden.

 

Hiebarten

Hiebarten
 

Einhieb 

Der Einhieb wird vor allem zur Bearbeitung von weichen Materialien, wie Aluminium oder Blei verwendet.

 

Kreuzhieb/Doppelhieb

Bei dieser Hiebart wird zweimal ein Einhieb eingestanzt. Der erste Hieb wird Unterhieb, der zweite Oberhieb genannt. Die beiden Hiebe werden so angeordnet, dass sie sich kreuzen. Der Oberhieb ist meistens feiner als der Unterhieb, wodurch Riefen im Werkstück vermieden werden sollten. Der Kreuzhieb wird vor allem zur Bearbeitung von härteren Materialen, wie Stahl oder Messing verwendet.

 

Raspelhieb

Der Hieb bei Raspeln wird allgemein Raspelhieb genannt. Dabei werden die Zähne einzeln eingehauen. Charakteristisch für diese Hiebart ist, dass die Zähne (in diesem Fall auch Zacken genannt) relativ weit auseinander liegen.
 

Pflege und Sicherheit

Grundsätzlich sollten Feilen und Raspeln immer nur für ein bestimmtes Material verwendet werden. Sind sie verschmutzt, so können sie mit heißem Wasser, Petroleum oder Nitroverdünnung gereinigt werden. Es gibt auch spezielle Bürsten zur Reinigung. Feilen mit lockeren Griffen sollten aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. 

 

Siehe auch


Projekte

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com