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Dachpappe und Dachschindeln

Dachpappe zur Dacheindeckung

Dachpappe ist für dauerhafte und dichte Dächer gut geeignet. Insbesondere Gartenhäuser oder Flachdächer können so gut gegen eindringende Nässe abgesichert werden.

 

Dachpappe oder Schweißbahn?

Dachpappe ist in der Regel besandet und besitzt auf der Unterseite eine nur geringe Bitumenschicht. Daher ist diese weniger zum Verschweißen geeignet. Hierfür sind Schweißbahnen die bessere Wahl. Die Schweißbahn ist nur minimal teurer aber ist dicker und glasfaserverstärkt, die Oberfläche ist allerdings weich und eignet sich kaum für ein späteres Begehen. Legt man eine solche als erste Schicht, kann diese mit einer darüber auszurollendem Dachpappenbahn verschweißt werden. Die Klebewirkung ist dadurch viel besser. Heraustretendes Bitumen wird an den Sichtstellen sogleich mit Sand bestreut, so dass sich später ein einheitliches Erscheinungsbild ergibt. In der Folge wird hier lediglich der Begriff Dachpappe verwendet. Ob und als welche Schicht Dachpappe oder Schweißbahn verwendet wird, ist dem Bauherrn überlassen. Es empfiehlt sich aber Schweißbahn als untere Schicht und Dachpappe als letzte Schicht. Es gibt für Dachpappe auch Kaltkleber. Das zähflüssige Bitumen wird auf das Dach gestrichen und nach Trocknung über Nacht wird die Dachpappe aufgerollt. Die Kanten der Dachpape werden sodann dick überstrichen. Das Verschweißen mit Hitze ist allerdings deutlich effektiver und langfristig dauerhafter. 

 

Schrägdächer oder Pultdächer

Um schräge Dächer mit Dachpappe abzudichten, sind in jedem Fall mindestens zwei Schichten notwendig. 

Erste Schicht: Die Dachpappe wird an der Traufkante mit etwas Überstand quer zum Dach ausgerichtet und ringsum mit Dachpappnägeln befestigt. Die nächste Bahn wird mit einer Überlappung von mindestens 10 bis 15 cm darüber gelegt. Hilfreich ist, das Dach vorher zu vermessen und die Bahnen so einzuteilen, dass der letze Streifen bei Giebeldächern ein paar Zentimeter vor dem Giebel endet. jede Bahn sollte in etwa den gleichen Überstand haben. Üblicherweise wird Dachpappe mit einer Rollenbreite von einem Meter verkauft. Ein Abschneiden in der Breite macht meist wenig Sinn, da mit dem schmalen Reststreifen kaum sinnvoll weiter gearbeitet werden kann. Am Giebel wird eine Bahn mittig aufgelegt und ebenfalls auf beiden Seiten vernagelt.

Zweite Schicht. Die zweite Schicht wird nun vom Giebel aus senkrecht zur Traufkante hinunter ausgemessen, geschnitten und nun nicht vernagelt, sondern verschweißt. Hierzu wird die Dachpappe auf der Rolle mit einer speziellen Gasflamme auf 200 bis 250 Grad erhitzt und am Rand festgedrückt (feste dicke Lederhandschuhe sind Pflicht!). Weiterhin wird die Dachpappe auf der Rolle erhitzt und sobald das Bitumen flüssig wird vorsichtig abgerollt und am besten mit den Füßen vollflächig (!) festgedrückt. An den Rändern muss dabei Bitumen herausgedrückt werden, welches die nötige Abdichtung am Rand verursacht. Die Bahn muss vollständig mit der darunterliegenden Schicht verbunden werden. Die Bahn wird nun bis zum First und möglichst darüber hinaus bis zur anderen Traufkante verlegt werden. Ist die Bahn zu kurz, kann diese auf Stoß oder besser mit Überlappung der von oben kommenden Bahn verlegt werden. Weitere Bahnen verlegt man immer mit Überlappung zur vorigen Bahn, auch wenn eine Verlegung auf Stoß hübscher erscheinen würde.

Dritte Schicht: Bitumenschindeln

Wer nun aus optischen Gründen Schindeln aufbringen möchte, beginnt wiederum an der Traufkante mit ausreichend Überstand und bringt diese wiederum mit Erhitzung auf die vorige Dachpappe an. Die zweite Reihe wird im Versatz verlegt. Es empfiehlt sich jetzt, genau auszurechnen, wie weit der Überstand sein muss, damit man letztlich optisch eine ordentliche Eindeckung mit gleichen Abständenbekommt. Die Schindeln werden immer so verschweißt, dass an der oberen Kante Bitumen austritt. Am First von beiden Seiten bündig angekommen, können nun Schindelabschnitte über den First verlegt und verschweißt werden. 

Auf selbstklebende Schindeln sollte verzichtet werden. Der Kleber wird auf Dauer die Witterungseinflüsse wie Wind, Schnee, Sonnenhitze und Frost sowie Regen nicht dauerhaft halten können. 

Eine Eindeckung lediglich mit Schindeln ohne darunterliegende Dachpappe ist auch nicht zu empfehlen. Durch den Winddruck oder durch Kriechwasser (Kapillarkräfte) wird Wasser unter das Dach gelangen und Fäulnis verursachen. Das Dach wird nicht nur undicht, sondern leidet stark an der Tragfähigkeit und wird besonders bei Schneelast einbrechen. Besonderes Problem sind dabei die seitlichen Dachkanten, der sogenannte Ortgang. 5 Quadratmeter Dachpappe kosten rund 10 Euro. Wer hier spart, zahlt später weit mehr für die Reparatur des verrotteten Dachs.

Besondere Vorsicht ist bei Dachschindeln und flacheren Dächern geboten. Da die Schindeln nicht vollflächig verklebt werden (Bitumenaustritt an den Sichtstellen wäre nicht schön), können diese durch Wind leicht nach oben gebogen werden und abbrechen. Deshalb sollten Bitumenschindeln möglichst nur bei  steilen Dächetn angebracht werden.

Flachdächer

Das Aufbringen von Dachpappe erfolgt grundsätzlich eben so wie an Schrägdächern. Ist der Untergrund aus Holz, wird die erste Schicht aufgenagelt. Natürlich könnte diese auch durch erhitzen direkt auf das Holz geklebt werden, allerdings könnte Bitumen zwischen Fugen gelangen und von unten unschön aussehen. Bei Betondächern wie Garagen muss zunächst der Beton mit Haftgrund und anschließend mit Bitumen gestrichen werden. Die erste Schicht der Schweißbahn wird dann aufgeschweißt. Hier muss ebenfalls immer mit Überstand gearbeitet werden. Allerdings sollte der Überstand in Gefällerichtung gehen, so dass möglichst eine Pfützenbildung bei Regen vermieden wird. An allen Seiten sollte Bitumen austreten. Die nächste Bahn wird in Querrichtung entsprechend aufgebracht. Fugen dürfen niemals über anderen liegen. Nach der Verlegung kann auch noch vollflächig mit Bitumen gestrichen und besandet werden. 

Bei der Abdichtung von Flachdächern sollte immer fachmännischer Rat eingeholt werden oder am besten eine Fachfirma beauftragt werden um spätere Feuchtigkeitsschäden von tragenden Bauwerken auszuschließen. 

 


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