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Bohrer

Bohrer

Auswahl des Bohrers

Nehmen wir einmal an, Sie möchten in eine mit Gipskartonplatten verkleidete Hohlblockziegelwand ein Dübelloch bohren. Welcher Bohrer kommt dafür in Frage? Oder Sie treffen beim Bohren in Beton auf Monierstahl — was tun?

Werkstoffe haben unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb gibt es auch für jeden Werkstoff den geeigneten Bohrer. Die am meisten verwendeten Bohrer sind Spiralbohrer, die technisch korrekt als Wendelbohrer bezeichnet werden. Sie werden teilweise unter ihrer Werkstoffbezeichnung 

  • Werkzeugstahl 
  • HSS 
  • Hartmetall 

angeboten. Daneben sind der Schliff und die Form der Schneiden für die Bohrqualität und den Bohrfortschritt entscheidend.

Winkel und Wendel

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Spitzenwinkel 

Der Spitzenwinkel eines Bohrer entscheidet über die Wärmeabfuhr und die Führung der Bohrerschneiden im Werkstück. Ein kleiner Spitzenwinkel ergibt eine längere Bohrerschneide, wodurch die Wärme besser abgeführt wird. Ein großer Spitzenwinkel ergibt eine schnellere und bessere Führung des Bohrers im Bohrloch. 

Wendelform

Die Wendelform (Drallnutenwinkel) entscheidet über die Spanabfuhr und muss werkstoffspezifisch gewählt werden. Für die standardisierten Wendelformen sind Kurzbezeichnungen eingeführt: 

  • Typ N: Normalbohrer für die Stahlbearbeitung. 
  • Typ W: Kurzdrallbohrer für langspanende Werkstoffe wie Alu und Kupfer. 
  • Typ H: Langdrallbohrer für kurzspanende Werkstoffe wie Messing. 

Typ ATN: für tiefe Bohrungen.

 

Bohrer Arten

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Spiralbohrer

Für Heimwerker kommen in erster Linie Spiralbohrer —je nach Einsatz jedoch mit unterschiedlicher Steigung — in Betracht.

Holzspiralbohrer

Kennzeichnend ist eine dünne Spitze in der Schneidenmitte, die zur Zentrierung dient. Holzbohrer bestehen meist aus einer Chrom-Vanadium-Legierung (90MnCrV8/WSt 1.2842 oder 115CrV3/WSt 1.2210).

Metallspiralbohrer  / HSS-Bohrer

Man unterteilt Metallspiralbohrer – je nach Werkstoff – in drei Kategorien.
Sie bestehen aus Schnllarbeitsstahl (HSS = von HighSpeedSteel).

HSS

(Hochlegierte Schnellarbeitsstähle) werden hauptsächlich im Metallbereich eingesetzt. Sie enthalten mehr Legierungsbestandteile und zeichnen sich durch höhere Belastbarkeit und Standzeiten sowie höhere Hitzebeständigkeit aus.

 

Für die gängigsten Metallsorten, also ungehärteten „Normalstahl“, Gusseisen, Zink, Messing oder Kupfer, setzt man HSS-Bohrer mit der Normalspirale, Typ „N“, ein (HSS Hochleistungsschnellschnittstahl). (Bild 1)
Will man spröde oder sehr harte Metalle bohren, empfiehlt sich der Typ „H“ mit langgedrallter Spirale (Bild 2), während man weiche Werkstoffe mit dem Typ „W“ mit kurzgedrallter Spirale bohrt. (Bild 3)
Generell kann man mit HSS-Bohrern auch Holz und z.T auch Kunststoff bohren. Die besseren Ergebnisse erhält man jedoch mit den speziellen Holzbohrern.
Ein weiterer Unterschied:

Der Steigungswinkel der Spirale, der Schliff der Spitze und das Material des Bohrers sind die drei wichtigsten Bewertungskriterien. Wenn besonders zähe und harte Werkstoffe gebohrt werden sollen, setzt man auch Bohrer aus kobaldegiertem HSS-Stahl mit Kreuzschliff ein. (Bild 5)


Hochleistungsbohrer aus titanbeschichtetem HSS-Stahl zeichnen sich durch extrem lange Standzeiten aus. Auch sie haben eine Bohrerspitze mit Kreuzschliff und benötigen besonders geringe Vorschubkräfte. Sie sind deshalb ideal für den Einsatz in Akku-Geräten geeignet. (Bild 6)

HSS-G

Normale HSS-Bohrer sind mit den üblichen Spitzen, die im Winkel von 118 Grad geschliffen sind, versehen. HSS-G-Bohrer hingegen verfügen über eine Spitze mit Kreuzschliff, die das genaue Anbohren ohne Abrutschen erleichtern. (Bild 4)

Bei der Abkürzung HSS-G steht das "G" für geschliffene Bohrer. Geschliffene Bohrer sind nach der Formgebung gehärtet und anschließend sowohl an der Schneide, als auch an der Spirale geschliffen, und für präzise Arbeiten bei hohen Standzeiten geeignet. Man erkennt sie daran, dass die vordere Kante der Spirale nicht grau, sondern metallisch blank ist.

HSS-R

Bei HSS-R steht das "R" für rollgewalzte Bohrer. Rollgewalzte Bohrer sind zum Bohren für normale Beanspruchung. In Handbohrmaschinen - auch im Ständer, sind diese völlig ausreichend.

Cobaltlegierte Bohrer 

Der Legierungsanteil Cobalt macht diese Bohrer besonders hart und hitzebeständig. Sie sind deshalb besonders für die Bearbeitung von hochfestem Baustahl und Edelstahl geeignet. Nachteilig ist die bei dünnen Bohrern höhere Bruchempfindlichkeit. 

Hartmetallbohrer 

Bei diesen Bohrern ist meist nur die Schneide aus Hartmetall. Ideal zur Steinbearbeitung und zum Bohren von faserverstärkten Kunststoffen (GFK).
In der Platinen Fertigung kommen besonders dünne Bohrer (kleiner 1mm) zum Einsatz. Diese sind komplett aus Hartmetall.

Blechschälbohrer

Bei Heimwerkern seltener im Einsatz sind so genannte Blechschälbohrer aus HSS-Stahl, mit denen man stufenlos im Durchmesser Löcher in dünnwandigen Blechen aufreiben kann. (Bild 7)

Stufenbohrer

Der Stufenbohrer mit zumeist zehn festen Durchmessern dient zum Aufbohren, wobei der nächst größere Durchmesser den vorherigen entgratet. Beide Ausführungen können auch sehr gut in Akku-Geräten eingesetzt werden. (Bild 8)

Spezialbohrer

Eine Variante sind Bohrer mit verstellbarem Durchmesser von ca. 13—40 mm. Bohrungen mit 90- Grad-Absenkung können in einem Arbeitsgang mit Spezialbohrern mit verstellbarem Senker hergestellt werden. Wird der Versenker umgekehrt auf dem Bohrer angebracht, dient er als Tiefenanschlag (Bild 9). Stein, Beton uä. werden nicht spanabhebend gebohrt, sondern drehend herausgemeißelt. Deshalb kommt es bei diesen Bohrern weniger auf die Schärfe als mehr auf die Härte der Bohrerspitzen an. Die so genannten „Meißelschneiden“ bestehen aus 2 Hartmetallplättchen, die hart eingelötet oder lasergeschweißt sind. (Bild 10)

Steinbohrer

Steinbohrer sind die preisgünstigsten Widiabohrer. Die Zusammensetzung des Widia-Stahls ist auf die relativ geringe Einzelschlagstärke der Schlagbohrmaschine ausgelegt. Sie sollten deshalb nicht in Bohrhämmern verwendet werden. (Bild 11)

Beton- und Hammerbohrer

Für diese leistungsfähigen Maschinen gibt es auch spezielle Beton- oder Hammerbohrer, mit denen auch harter Naturstein wie Basalt oder Granit gebohrt werden kann. Bei Bohrhämmern mit dem SDS-plus-Bohrersystem wird zusätzlich ein Adapter mit schlagbohrfestem Bohrfutter benötigt. (Bild 12)

 Zum Bohren harter Werkstoffe aus Gestein, Mauerwerk und Beton. Die Schneide ist mit einem Hartmetallblättchen bestückt und in der Regel meißelförmig. Das Material des Bohrerkörpers besteht aus sog. Vergütungsstahl, der sich durch eine hohe Zugfestigkeit und hohe Streckgrenze (Das ist die Grenze, bis zu der sich Material ohne bleibende Formänderung verformen lässt, also i. w. S. die Elastizität. Würde man mit einem HSS-Bohrer schlagen, würde dieser schnell brechen.)

SDS-plus-Bohrer

Die ideale Lösung für härtestes Gestein und Beton ist die Kombination von Bohrhammer mit SDS-plus-Bohrern. Dieses System zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass der Bohrer blitzschnell gewechselt werden kann. (Bild 13)

Hartmetall-Mehrzweckbohrer „Multi Construction“

Beim Bohren von Hohlblockziegeln sollte der Schlag abgeschaltet werden, da sonst die Kammerstege brechen können und Dübel keinen Halt mehr finden.
Um hier dennoch gute Bohrzeiten zu erzielen, wurden die Hartmetall-Mehrzweckbohrer „Multi Construction“ mit Durchmesser von 3—14 mm entwickelt. Optimale Ergebnisse beim drehenden oder schlagendem Bohren für Materialien wie Ziegel, Fliesen, Metall, Holz, Eternit, Mauerwerk etc. (Bild 14)

 

Drehzahl

Um das Überhitzen b.z.w. das Ausglühen eines Bohrers zu vermeiden sollte immer mir der richtigen Geschwindigkeit und keinen zu hohen Druck gebohrt werden. Bei Bohrarbeiten in Metall und Stahl immer mit Öl beim Bohren kühlen.
Hier eine Übersicht zu Material und Bohrergeschwindigkeiten:
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