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Bohren von Holz und Holzwerkstoffen

Bohren von Holz und Holzwerkstoffen

Bohren von Holz und Holzwerkstoffen 1-2-do WissenZum Bohren von Holz sollten spezielle Holzbohrer verwendet werden. Die für Metall üblichen Spiralbohrer eignen sich nur für sehr feste, phenolharzverleimte Schichthölzer und tropische Harthölzer mit einer Rohdichte = > 1. 

Bohren von Massivholz 

Bei Massivholz wechseln sich harte und weiche Fasern ab. Wenn ein normaler Spiralbohrer auf eine harte Faser trifft, gleitet er ab und „verläuft“. Die Abweichung kann dabei je nach Bohrerdurchmesser zwischen wenigen Zehntelmillimetern und einigen Millimetern liegen. Ebenso entsteht am äußeren Rand statt einer sauberen Schnittkante ein Ausriss, weil die Fasern weggedrückt werden. Spiralbohrer für Holz haben dagegen eine scharfe Zentrierspitze. Sie gleiten nicht an den harten Fasern ab. An den äußeren Schneidenenden haben sie scharfe Schneidkanten, die den Bohrlochrand sauber begrenzen. 

Bohren von tiefen und großen Löchern 

Zum Bohren von tiefen und großen Löchern, beispielsweise in Bohlen und Balken, eignen sich Holzspiralbohrer nicht, denn die Andruckkräfte werden zu hoch und die Bohrer neigen zum Verstopfen. Man verwendet deshalb die so genannten Schlangenbohrer. Die Zentrierspitze hat ein kurzes Schraubengewinde, der Bohrer zieht sich selbst in das Holz hinein. Die Spannuten sind deutlich größer, die Bohrer neigen deshalb nicht zum Verstopfen. Für Nadelhölzer verwende man Schlangenbohrer der Form Irwin. Laubhölzer und harte Edelhölzer bohrt man besser mit der Form Lewis. 

Sacklöcher mit großem Durchmesser 

Bei großen Bohrdurchmessern besteht bis zur mittleren Bohrtiefe kein Problem mit dem Spantransport, wenn man so genannte Flachfräsbohrer verwendet. Der Bohrfortschritt ist äußerst schnell, die Bohrlochqualität hoch. Für Durchgangslöcher ist der Flachfräsbohrer weniger geeignet, weil beim Durchgang der Werkstoff an der Austrittskante ausreißt. Flachfräsbohrer mit einer Gewindespitze erleichtern den Vorschub. 

Bohrungen für Beschläge

Topfscharniere und weitere Möbelbeschläge werden meist bündig zur Werkstückoberfläche eingebaut. Hierzu müssen Sacklöcher großen Durchmessers gebohrt werden. Zum Herstellen solcher Löcher eignen sich besonders Forstnerbohrer, Scharnierlochbohrer und Kunstbohrer. 

Bohren mit dem Scharnierlochbohrer Bohren von Holz und Holzwerkstoffen 1-2-do Wissen

Scharnierlochbohrer haben Hartmetallschneiden und eine sehr kurze Zentrierspitze. Die Durchmesser der Scharnierlochbohrer sind genau auf die im Handel erhältlichen Topfscharniere abgestimmt. Wegen der Hartmetallschneiden ist der Bohrer für kunststoffbeschichtete Holzwerkstoffe geeignet. Wegen der sehr kurzen Zentrierspitze können auch Werkstücke gebohrt werden, deren Dicke nur knapp über der gewünschter Bohrlochtiefe liegt. Scharnierlochbohrer haben einen relativ stumpfen Spanwinkel und keine Randbegrenzungsschneiden. Zum Bearbeiten von Naturholz sind sie deshalb nicht geeignet. 

TIPP 

Wegen der sehr kurzen Zentrierspitze nur im Bohrständer bohren. Beim Freihandbohren besteht die Gefahr des Verkantens. Der Bohrer verläuft dann über die Werkstückoberfläche und beschädigt diese! 

Bohren mit dem Forstnerbohrer 

Der Forstnerbohrer besteht aus Werkzeugstahl und hat im Gegensatz zum Scharnierlochbohrer sehr scharfe Schneiden. Er erzeugt sehr glatte Bohrungen. Durch seine im Vergleich längere Zentrierspitze kann sehr gut „Freihand“ gebohrt werden. Er ist in allen gängigen Abmessungen erhältlich. Bei harten Hölzern muss die Drehzahl stark verringert werden, damit die Bohrerflanken nicht überhitzen. 

TIPP 

Forstnerbohrer niemals für kunststoffbeschichtete Platten verwenden. Der harte Kunststoff stumpft die empfindlichen Werkzeugstahlschneiden sofort ab! 

Gekrümmte Bohrungen

Bohren von Holz und Holzwerkstoffen 1-2-do WissenJa, es geht: Man kann gekrümmte Bohrungen herstellen. Der passende Bohrer dazu heißt „Kunstbohrer“ und gleicht dem Scharnierlochbohrer. Weil der Bohrerkopf sehr flach ist kann man den Bohrer während des Bohrens im Bohrloch schwenken und dadurch in begrenztem Rahmen auch gekrümmte Bohrungen herstellen. 

Senken von Bohrungen

 Im Möbelbau werden häufig Senkschrauben verwendet. Damit die Schrauben bündig zur Werkstoffoberfläche abschließen, muss das Bohrloch angesenkt werden. Zu diesem Zweck gibt es Aufstecksenker. Sie werden auf dem Bohrerschaft des Holzspiralbohrers befestigt und in entsprechendem Abstand zur Bohrerspitze mit einer Stellschraube fixiert. Hierdurch kann man die Bohrung und die Senkung in einem Arbeitsgang herstellen. 

TIPP 

Durch Umdrehen des Aufstecksenkers kann man ihn auch als Tiefenanschlag für Holzspiralbohrer und andere Spiralbohrer verwenden. 

Sehr große Durchgangsbohrungen in dünnen Platten 

Löcher in dünne Bretter und Platten kann man nicht mit herkömmlichen Bohrern bohren. Die Bohrlochränder würden ausreißen. Für diese Fälle verwendet man besser 

  • Lochsägen 
  • Sägekränze 

 

Lochsägen

Lochsägen haben ein topfförmiges Gehäuse, an dessen stirnseitigem Umfang Sägezähne angeordnet sind. Die Lochsäge wird durch einen mittig angebrachten Bohrer in der gewünschten Position an das Werkstück angesetzt und zentriert. Weil nur ein ringförmiger Spalt durch das Werkstück „gesägt“ wird, ist der Kraftaufwand gering und der Arbeitsfortschritt sehr hoch. Bei dickeren Werkstücken verstopft die Zahnung wegen der schlechten Spanabfuhr. Deshalb öfters aus dem Spalt ein- und ausfahren. 

Sägekränze 

Während Lochsägen nur jeweils einen einzigen Durchmesser haben, bestehen Sägekränze aus einem Grundkörper und mehreren abgestuften Einsätzen. Man kann deshalb Sägekränze universell verwenden. Weil sie weniger belastbar als Lochsägen sind, eigen sie sich nur für dünne Platten.

 

Siehe auch

 
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