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Bohren in Metall

Bohren in Metall

Metalle werden mit den bekannten Spiralbohrern gebohrt. Grundsätzlich sollte man nur HSS-Bohrer verwenden. Sie behalten ihre Schärfe für längere Zeit und ergeben einen schnelleren Bohrfortschritt als WSBohrer. HSS-Spiralbohrer sind in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Je höher die Qualität von Werkstoff und Schliff der Schneiden, umso höher ist die Bohrqualität und umso schneller ist der Bohrfortschritt. Höhere Qualität ist aber auch mit höheren Kosten verbunden. HSS-Spiralbohrer gibt es auch mit einer goldfarbenen Titannitrid- Beschichtung. Diese Beschichtung ist sehr hart und verringert die Reibung des Bohrers im Bohrloch.  Sie sind die „teuersten“, aber auch die leistungsfähigsten Bohrer. Weil sie länger halten und der Bohrfortschritt schneller ist, sind sie auf lange Sicht die preiswertesten Bohrer. 

 

Bohrungen mit großem Durchmesser 

Bohrungen bis etwa 6 mm Durchmesser bohrt man meist mit einem Bohrer des passenden Durchmessers. Bei größeren Durchmessern werden die notwendigen Andruckkräfte aber sehr hoch. Es lohnt sich dann, zunächst mit einem dünneren Bohrer vorzubohren. Beim anschließenden „aufbohren“ mit dem endgültigen Bohrerdurchmesser ist weniger Andruckkraft notwendig und auch die Bohrlochqualität ist besser. 

TIPP 

Beim Vorbohren sollte der dünne Bohrer etwa den Durchmesser der Querschneide des dicken Bohrers haben.Bohren in Metall 1-2-do Wissen

Bohren von dünnen Blechen 

Beim Bohren von dünnen Blechen <1 mm neigt der Bohrer beim Durchgang einzuhaken. Das Bohrloch ist dann nicht rund und das Werkstück kann sich verziehen. Eine Methode zur Vermeidung dieses Nachteils ist, das dünne Blech zwischen zwei Beilagen aus Sperrholz zu packen und dieses „Sandwich“ gemeinsam zu bohren. 

Große Durchmesser in dünnen Blechen 

Für große Bohrlöcher in dünnen Blechen sollte man folgende Bohrer verwenden: 

  •  Blechschälbohrer 
  •  Stufenbohrer 

 

Mit diesen Bohrern besteht keine Gefahr, dass das Bohrloch ausreißt. Das Bohrloch wird exakt rund und kann genau auf den gewünschten Durchmesser gebracht werden. Allerdings eignen sich diese Bohrer nur bis zu Blechstärken von ca. 5 mm Dicke. Grundsätzlich muss eine sehr langsame Drehzahl gewählt werden. Für Bohrungen in Vollmaterial eignen sie sich nicht. 

Blechschälbohrer

Blechschälbohrer sind konisch, die Bohrlochwandung verläuft deshalb auch konisch. Allerdings lassen sich damit auch Bohrungen mit jedem gewünschten Durchmesser herstellen. Es muss mit geringer Drehzahl gebohrt werden. 

TIPP 

Wenn man nach Erreichen des gewünschten Durchmessers den Blechschälbohrer nochmals kurz von der gegenüber liegenden Seite des Bleches ansetzt, kann man die Schräge der Bohrlochwandung etwas ausgleichen. 

Stufenbohrer 

Der Stufenbohrer hat abgestufte Flanken, meist in Schritten von 2 mm. Bis zur Stufenhöhe ist dadurch das Bohrloch zylindrisch. Der Stufenübergang ist angeschrägt und kann deshalb zum Entgraten der Bohrung Bohren in Metall 1-2-do Wissenverwendet werden. 

TIPP 

Wenn man nach Erreichen des gewünschten Durchmessers den Stufenbohrer nochmals kurz von der gegenüber liegenden Seite des Bleches ansetzt, kann man das Bohrloch auch von dieser Seite entgraten. 

Alu „Special“ 

Aluminiumlegierungen sind im Vergleich zu Stahl relativ weich und können mit hoher Drehzahl gebohrt werden. Der ideale Bohrer hat flache Spannuten (Typ W). Man sollte allerdings niemals die goldfarbenen Bohrer mit Titannitridbeschichtung verwenden. Im Gegensatz zu anderen Metallen lagert sich das Aluminium in die Beschichtung ein und erhöht die Reibung so stark, dass der Bohrer anschließend unbrauchbar wird.  

Späne „Special“  

Metalle sind beim Bohren meist langspanend. Die Späne steigen in den Spannuten des Bohrers hoch und werden dann von der Fliehkraft im Kreis herumgewirbelt. Durch kurzes nachlassen des Andrucks kann man den Spanfluss unterbrechen. Sollten sich jedoch schon Spane um den Bohrer gewickelt haben, muss man der Versuchung widerstehen, die Spane vom drehenden Bohrer abzustreifen. Die Späne sind messerscharf und stark genug, um schwere Fingerverletzungen zu verursachen. Maschine abstellen und dann erst die Spane entfernen! 

Messing „Special“   

Messing ist ein sehr kurz spanendes Metall. Der optimale Bohrer hat steile Spannuten (Bohrertyp H). Beim Bohren spritzen die Spane geradezu. Es kann mit hoher Drehzahl gebohrt werden. Beim Bohren von Messing unbedingt Schutzbrille tragen  

Edelstahl „Special“ 

Edelstähle sind zäh, hart und haben etwa die doppelte Festigkeit von normalem Baustahl. Man muss deshalb gegenüber normalem Stahl mit der halben Drehzahl bohren. Wenn man den Bohrer mit hoher Drehzahl ansetzt, besteht bei dünnen Bohrern die Gefahr, dass die Schneide ausglüht. Der bestgeeignete Bohrertyp ist cobaltlegiert (HSS-Co).  

TIPP 

Beim Bohren von Edelstahl Bohrer andrücken und dann erst die Drehzahl von Null an langsam steigern. Dabei ständig und stark andrücken. Bei zu geringem Andruck „rutschen“ die Bohrerschneiden über die Oberfläche und schneiden nicht.

Bohren in Metall 1-2-do Wissen

Senken

Beim Bohren von Metall ist es üblich, den Bohrlochrand zu entgraten. Hierzu verwendet man nicht einen dickeren Bohrer, weil dies zu grob und ungenau würde. Zum Entgraten verwendet man so genannte Senker. Sie werden neben dem Entgraten auch zum Ansenken der Bohrungen verwendet werden, wie dies bei der Verwendung von Senkschrauben nötig ist. Es gibt 

  • Kegelsenker
  • Querlochsenker 

 

Alle Senker müssen mit sehr geringer Drehzahl betrieben werden. 

Kegelsenker

Kegelsenker haben 3 oder mehr Schneiden an der Stirnkante. Wenn Freihand gesenkt wird, neigen sie zum „rattern“. Kegelsenker neigen weniger zum „rattern“, wenn im Bohrständer gesenkt wird. 

Querlochsenker 

Querlochsenker haben durch ihre runde Form eine sehr gute Führung und neigen deshalb nicht zum „rattern“. Bauartbedingt sind sie zwar etwas teurer, ergeben aber eine sehr hohe Oberflächenqualität. 

 

Schmierung und Kühlung

Beim Bohren von Metall entsteht an den Bohrerschneiden Hitze. Durch Kühlen mit Schneidöl oder Fett bleiben die Schneiden länger scharf. Ebenso gleiten die Späne bei Schmierung leichter aus den Spannuten und verringern die Reibung. Eine „saubere“ Art der Schmierung kann man dadurch erreichen, indem man den Bohrer mit einer Wachs- oder Stearinkerze einreibt. Eine Ausnahme ist das kurz spanende Messing. Hier sollte trocken gebohrt werden.

 

Siehe auch

 


Projekte

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