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Bettverbindungen

In diesem Wissensartikel werden einige gängige und fast vergessene Bettverbinder vorgestellt

Berliner Betthaken

Der Berliner Betthaken war zumindest früher der häufigste Bettbeschlag. Es gibt ihn in zahlreichen Varianten. Zur Befestigung werden in Pfosten und Bettzarge entsprechende Vertiefungen gestemmt oder gefräst. Betthaken mit Rundungen eignen sich besonders, wenn die Vertiefung gefräst werden soll.

Berliner Betthaken

Die Betthakenteile werden in die Vertiefungen eingelegt und verschraubt. Wenn die Bettzargen aus Vollholz sind, kann es problematisch sein, die Schrauben in das Hirnholz zu schrauben. Das ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Die Stabilität in diesem Bereich kann wesentlich erhöht werden, wenn von innen ein Holzdübel eingeklebt wird. Der Dübel ist so unsichtbar und die Schraube findet besseren Halt.

Die schwedische Methode

Die heute wohl gebräuchlichste Art der Bettverbinder besteht aus einer Kombination von Holzdübeln und Quermutterbolzen mit langen Schrauben, die häufig auch nach einem schwedischen Möbelhaus benannt werden.

Bei dieser Variante ist zumindest außen am Bettpfosten der Schraubenkopf sichtbar (meist mit Inbus). Diese Schrauben gibt es in verschiedenen Farben.
Es ist auch möglich, die Schrauben mit Plastikabdeckungen in verschiedenen Farben abzudecken, die einfach in das Loch gesteckt werden.

Schwedenmethode


Wenn die Dicke der Bettpfosten es zulässt, kann man die sichtbaren Schrauben auch einige Millimeter versenkt anbringen und in das Loch mit einem Klebepunkt einen dem Durchmesser entsprechenden Holzdübel oder Buchenholzrundstabstück kleben und anschließend plan schleifen.
Dies sollte man aber nur bei Verwendung von Harthölzern machen.

So ist sie nicht mehr sichtbar, kann aber z.Bsp. im Falle eines Umzuges relativ leicht wieder demontiert werden.

Diese Variante neigt - insbesondere bei Weichhölzern dazu, sich zu lösen, sodaß die Verbindungen nach einiger Zeit nachgezogen werden müssen.

 

falsche Zapfen

Eine weniger gebräuchliche, aber dennoch handwerklich interessante Methode ist es, falsche Zapfen aus Hartholz in die Bettzargen einzukleben. Sie werden so gearbeitet und eingeklebt, dass sie in einem Winkel von etwa 45° nach unten zeigen.

Bettverbindungen 1-2-do Wissen

Die Abbildung zeigt zwei mögliche Varianten dieses Zapfens. Die rechte Variante ist die stabilere, die linke Variante hat den Vorteil, dass ein gerades Loch in die Bettzarge gestemmt werden kann - dies erlaubt auch die maschinelle Bearbeitung mit einem Langlochbohrer oder einer Fräse.

Es gibt auch Stemmmaschinen, deren Bohrkopf man um 90° drehen kann - dann geht´s auch mit der Stemmmaschine.


Sinnvollerweise werden die Zapfen an den Ecken so abgerundet, dass der Radius dem des verwendeten Fräsers entspricht.

Bettverbindungen 1-2-do Wissen

Die Abbildung zeigt nur einen Zapfen, gebräuchlich ist aber die Anbringung von zwei Zapfen.

In die Bettpfosten werden nun entsprechend der Form der Zapfen Löcher gestemmt, was recht aufwändig ist, weil sie schräg eingestemmt werden müssen. Das erfordert ein wenig Übung.

Nach Abschluss dieser Arbeiten wird das Bett provisorisch zusammengesetzt und ein Loch so durch den Bettpfosten gebohrt, dass es auch durch den Zapfen geht. Beim endgültigen Zusammenbau wird hier als Sicherung ein Holzdübel eingeschlagen.

 

Selbstbau Betthaken

Bei der nächsten Variante wird im Prinzip der Berliner Betthaken nachgebaut.

 

Das geht grundsätzlich in zwei Varianten. Wenn die Bettzargen ausreichend stabil sind, können die Haken (siehe Abbildung) direkt in die Zarge gesägt werden. Das geht z.Bsp. bei Multiplexplatten, ist aber im Einzelfall zu prüfen.

Bettverbindungen 1-2-do Wissen

Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die Hakenleiste aus 12mm Sperrholz zu fertigen und in die Bettzargen einzuarbeiten wie es die Abbildung zeigt.

In die Bettpfosten werden nun Löcher gestemmt (oder maschinell eingelassen). Als Widerhaken werden anschließend quer durch die Löcher Holzdübel eingesetzt. Statt der Holzdübel kann man auch Messingstangen verwenden, das ergibt einen besonderen optischen Reiz (, wenn dies gewünscht ist). Die Abbildung zeigt das Prinzip.
Diese Variante habe ich von einem alten Schreiner, der fest davon überzeugt ist, dass der Holzhaken stabiler ist als der Berliner Betthaken oder andere Metallbeschläge.

 

Gratleiste

Bei der letzten Variante wird an die Zargenenden eine durchgehende Schwalbe gefräst. Das geht im Prinzip an allen Vollholzzargen. Der schwalbenförmige Grat kann nur dann direkt in die Pfosten
gefräst werden, wenn diese mit der Oberkante der Bettzargen abschließen. Technisch geht es natürlich auch bei höheren Pfosten, das sieht aber dann nicht sehr schön aus.

Bettverbindungen 1-2-do Wissen

Sind die Pfosten also höher, wird der Grat in eine Vollholzleiste gefräst, die dann an die Pfosten geschraubt / verklebt wird. Der Grat darf nicht durchgehend sein, damit die Bettzargen unten ein Widerlager haben. Diese Verbindung benötigt keine zusätzliche Sicherung.

 

Alternativ zum Schwalbenschwanz habe ich in einem Freilichtmuseum (ich glaube in Kommern/Eifel) ein Bettgesehen, wo die Zargen einfach in eine Nut eingesetzt wurden - diese Verbindung erfordert aber zwei Dübel zur Sicherung und erscheint mir nicht als sehr stabil, deshalb verzichte ich auf ein Bild.

 

sonstige Bettbeschläge

Neben dem Berliner Betthaken, dem Urvater der Bettbeschläge gibt es im Beschlaghandel weitere Beschläge für Bettenbauer mit jeweils spezifischen Vor- und Nachteilen. Eine Aufzählung hier wäre in jedem Fall unvollständig.

Wer also mehr Varianten braucht, sollte bei Beschlaghändlern nachsehen, dies es im Internet ja mittlerweile reichlich gibt.

 


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