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Benchtop-Praxis Rat von Experten

Benchtop-Praxis Benchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Die wichtigsten Anwendungen für Tischkreissägen, Kapp / Gehrungssägen und Paneelsägen sind: 

  • Kappschnitte 
  • Zugschnitte 
  • Schwenkschnitte 
  • Kappschnitte mit Anschlag 
  • Kappschnitte Kanthölzer / Bretter 
  • Kappschnitte Paneele 
  • Kappschnitte Rohre und Profile 
  • Zuschnitt Bodenleisten / Deckenleisten 
  • Nuten von Brettern 
  • Abblatten von Brettern 
  • Längsschnitte 

 

Kappschnitte 

Als Kappschnitt bezeichnet man das Ablängen von Leisten, Kanthölzern, Bohlen, Brettern und Profilen. Der Kappschnitt kann gerade, winklig, geneigt oder als Kombination gleichzeitig winklig und geneigt ausgeführt werden. Der Kappschnitt kann mit der Kapp- und Gehrungssäge oder mit der Zugsäge (Paneelsäge) erfolgen. 

 

Einfacher Kappschnitt, senkrecht und im Winkel von 90°. 

Beim einfachen Kappschnitt geht es darum, ein Werkstück zu kürzen, auf ein genaues Maß zu bringen oder eine saubere und winkelgenaue Stirnkante zu bekommen. Geeignete Sägetypen: 

  • Kapp/Gehrungssäge 
  • Zugsäge (Paneelsäge) 
  • Tischkreissäge 

 

Kappschnitte mit der Kappsäge oder Paneelsäge 

Das Sägeblatt steht im rechten Winkel zum Werkstück und zum Drehtisch. Durch eine Schwenkbewegung (Kappsäge) oder eine Zug- bzw. Schubbewegung (Zugsäge) wird das Werkstück getrennt. 

 

Kappen mit Anschlag 

Sollen mehrere Werkstücke auf gleiche Länge gesägt werden, ist es sinnvoll, einen Queranschlag zu verwenden. Im einfachsten Fall kann dies ein Stück Holz sein, das im entsprechenden Abstand zur Schnittlinie auf dem Sägetisch oder am Längsanschlag befestigt wird. Das Werkstück wird bis zum Queranschlag geschoben und dann getrennt. Entsprechend der Anzahl der benötigten Werkstücke wird dieser Vorgang dann wiederholt. 

 

Kappschnitte mit der Tischkreissäge 

Zum winkelgenauen Kappen mit der Tischkreissäge benützt man den Winkelanschlag. Er wird auf 90° eingestellt. Das Werkstück wird an den Winkelanschlag angelegt und mittels des Winkelanschlages zum Sägeblatt geführt.

 

Schnitte in breiten Brettern und Paneelen Benchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Die sägbare Breite der Kappsäge ist durch den Sägeblattdurchmesser begrenzt. Die geeigneten Sägetypen sind deshalb: 

  • Zugsäge (Paneelsäge) 
  • Tischkreissäge 
  • Unterflur-Zugsäge 

 

Querschnitte in langen Werkstücken 

Beim Zuschnitt von sehr langen Werkstücken ist es schwierig bis unmöglich, die Werkstücke exakt waagerecht zur Grundplatte der Säge auszurichten. Das Ergebnis sind dann oft unpräzise Schnitte. Anstelle von provisorischen Unterlagen verwendet man in diesen Fällen zweckmäßigerweise einen speziellen Sägetisch, auf welchem die Kapp-/Gehrungssäge, die Zugsäge oder die Kombinationssäge fixiert wird. Dieser Sägetisch ermöglicht die genaue Ausrichtung und Lage des Werkstückes. Mittels verschiebbarer Anschläge ist dadurch auch ein genaues Ablängen möglich. 

 

Längsschnitte 

Für Längsschnitte sind die Kappsäge und die Paneelsäge nicht geeignet. Man verwendet deshalb die 

  • Tischkreissäge

Der Parallelanschlag wird auf das gewünschte Maß eingestellt und das Werkstück am Anschlag entlang gegen das Sägeblatt geschoben. Bei Abständen unter 120 mm zwischen Sägeblatt und Anschlag nicht mit der Hand schieben, sondern unbedingt Schiebstock benützen. 

 

Gehrungsschnitte Benchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Gehrungsschnitte sind Kappschnitte mit anderen Winkeleinstellungen als 90°. Sie kommen häufig bei Eckverbindungen und Einpassungen vor und sind grundsätzlich Kappschnitte. Abweichend von der 90°–Einstellung des Sägeblattes zur Werkstückachse werden sie durch entsprechende Winkelstellung des Sägeblattes durchgeführt. Geeignete Sägetypen: 

  • Kapp/Gehrungssäge 
  • Zugsäge (Paneelsäge) 
  • Tischkreissäge 

 

Gehrungsschnitte mit Kappsägen und Zugsägen 

Die Säge wird mittels des Drehtisches in die gewünschte Winkelposition gedreht und in dieser Stellung fixiert. Anschließend wird das Werkstück wie beim einfachen Kappschnitt durch eine Schwenkbewegung (Kappsäge) oder eine Zug- bzw. Schubbewegung (Zugsäge) getrennt. 

 

Gehrungsschnitte mit Tischkreissägen 

Für Gehrungsschnitte mit der Tischkreissäge bestehen zwei Möglichkeiten: 

  • Gehrungsschnitt 
  • Winkelschnitt 

 

Gehrungsschnitt 

Beim Gehrungsschnitt steht das Sägeblatt in einem Winkel zwischen 90°und 45° zur Sägetischoberfläche. Die Vorschubrichtung des Werkstückes ist 90° zum Sägeblatt. Das Werkstück wird dabei mittels Winkelanschlag oder Freihand gegen das Sägeblatt geschoben. 

 

Winkelschnitt 

Beim Winkelschnitt werden Werkstücke in einem Winkel bis über 45° hinaus geschnitten. Das Werkstück wird dabei mit dem entsprechend eingestellten Winkelanschlag gegen das Sägeblatt geschoben. 

 

Gehrungsschnitte für Einpassarbeiten 

Beim Innenausbau, aber auch bei Altbausanierungen, wird man feststellen dass der „rechte“ Winkel am Bau nicht immer exakt 90° beträgt. Um Werkstücke in diesen Situationen anpassen zu können sind oft Gehrungsschnitte über 45° hinaus notwendig. Für diese Arbeitsaufgaben kann der Drehtisch über die üblichen 45° hinaus je nach Sägentyp bis auf 52° verstellt werden. 

 

Neigungsschnitt Benchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Beim Neigungsschnitt steht das Sägeblatt in einem anderen Winkel als 90° zum Sägetisch geneigt. Neigungsschnitte kommen beispielsweise beim Schäften von Werkstücken vor, können aber auch an Stelle von waagerechten Gehrungsschnitten angewendet werden. Geeignete Sägetypen: 

  • Kapp/Gehrungssäge 
  • Zugsäge (Paneelsäge) 
  • Tischkreissäge / Unterflursäge 

Beim Neigungsschnitt wird der Sägekopf und damit das Sägeblatt zur Werkstückachse geneigt und in der gewünschten Winkelstellung fixiert.

 

Neigungsschnitt mit der Tischkreissäge 

Bei der Tischkreissäge wird das Sägeblatt ist dem gewünschten Winkel entsprechend geneigt. 

 

Kombinierter Gehrungs / Neigungsschnitt (Shifterschnitt) 

Kombinierte Gehrungs- und Neigungsschnitte werden bei komplexen Stoßübergängen an Eckverbindungen angewendet. Typische Beispiele sind dabei schräge Fußboden- und Deckenleisten. Geeignete Sägetypen: 

  • Kapp/Gehrungssäge 
  • Zugsäge (Paneelsäge)
  • Tischkreissäge 

 

Das Sägeblatt wird sowohl in der Senkrechten als auch in der Waagrechten geneigt. Das Resultat ist dann ein mit Neigung versehener Gehrungsschnitt. 

 

Zuschnitt von Decken- und BodenleistenBenchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Fußboden- und Deckenleisten werden meist auf Gehrung zugeschnitten. Üblicherweise haben die Ecken einen Winkel von 90° , der Gehrungsschnitt erfolgt deshalb unter einem Winkel von 45°. Typisch ist die Hochkantanordnung der Leisten. Die Gehrung kann prinzipiell zwar mittels Gehrungsschnitt erzeugt werden, wegen der vertikalen Stellung der Leisten ergibt sich allerdings eine beschränkte Schnitthöhe. Besser ist die Erzeugung der Gehrung mittels Neigungsschnitt. Die Leiste liegt dann waagrecht auf dem Sägetisch, kann einfacher festgespannt werden, die Schnittbreite ist größer und die Schnittqualität ist etwas besser. 

 

Nuten von Werkstücken 

Nuten stellt eine wichtige Holzbearbeitungsart dar. Speziell in der Holzverbindungstechnik ist diese Anwendung wichtig, sei es zum Schäften von Brettern oder bei Eckverbindungen. Geeigneter Sägetyp: 

  • Zugsäge (Paneelsäge) 
     

Zum Nuten wird die Einschwenktiefe durch eine Anschlageinstellung auf das gewünschte Maß eingestellt. Beim Durchschieben des Sägeblattes durch das Werkstück entsteht eine Nut gleichmäßiger Tiefe. Durch wiederholtes Längsverschieben des Werkstückes und anschließendes Nuten können breitere oder mehrfache Nuten erzeugt werden. 

 

Überblatten 

Das Herstellen von sehr breiten Nuten oder Falzen ist sehr zeitaufwändig, wenn man nach jedem Durchgang das Werkstück um eine Sägeblattbreite verschiebt. Schneller geht es mit der Technik des Überblattens. Geeigneter Sägetyp: 

  • Zugsäge (Paneelsäge) 

 

Die Vorgehensweise erfolgt am besten in den dargestellten Schritten. 

 

Einkerben von Kanthölzern 

T-Verbindungen werden oftmals durch eine V-förmige Einkerbung des Längsbalkens und Anspitzung des Querbalkens realisiert. Geeigneter Sägetyp: 

  • Zugsäge (Paneelsäge) 

 

Die Einkerbung wird durch zwei gegeneinander gerichtete Neigungsschnitte hergestellt, wobei die Tiefe der Einkerbung an der Schnitttiefeneinstellung fixiert wird. Die Anspitzung des Querbalkens wird durch zwei gegeneinander gerichtete Gehrungsschnitte hergestellt. 

 

Plattenzuschnitt und Längsschnitte in Brettern und Leisten 

Für den Zuschnitt von Platten und für Längsschnitte in Brettern und Bohlen eignet sich die 

  • Tischkreissäge 

 

Die Schnitte können sowohl Freihand als auch mit Hilfe des Parallelanschlags durchgeführt werden. Wenn immer möglich sollte jedoch der Parallelanschlag verwendet werden, weil nur mit seiner Hilfe ein maßgenauer Zuschnitt möglich ist. Für grobe Zuschnitte oder das Trennen großer Platten kann freihändig gesägt werden, indem der Längsanschlag entfernt wird. Eine Hilfsperson ist beim Zuschnitt großer Platten zweckmäßig. 

 

Sägen von Winkel- und Hohlprofilen Benchtop-Praxis 1-2-do Wissen

Winkel, Massiv- und Hohlprofile aus Kunststoff oder Metall können mit den entsprechenden Sägeblättern abgelängt werden. Geeignete Sägetypen: 

  • Kapp/Gehrungssäge 
  • Zugsäge (Paneelsäge) 

 

Das Sägen von Profilen erfordert besondere Aufmerksamkeit. Winkelprofile müssen stets mit der größtmöglichen Fläche an den Anschlag gepresst oder in umgekehrter Lage (Dachkantlage) gesägt werden. Andernfalls kann das Profil verkantet und weggeschleudert werden. 

  • Beim Trennen von Winkelprofilen kommt es auf ein sicheres Spannen bzw. auf eine sichere Auflageposition an, um Unfälle und eine Beschädigung von Werkstück und Sägeblatt zu vermeiden. 
  • Rundstäbe und Rohre sollten niemals nur mit der Hand gehalten werden. Beim Eingriff der Sägezähne entsteht ein Drehmoment auf das Rundmaterial, das mit der Hand nicht mehr kontrolliert werden kann. Grundsätzlich sollte mit einem Hilfsprisma gespannt werden. Nur dann kann man sicher Sägen. 

 

Siehe auch


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