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Baumpflege - Pflanzenschutz Rat von Experten

Baumpflege: Pflanzenschutz für Bäume

Baumpflege - Pflanzenschutz 1-2-do Wissen

Wie alle Lebewesen gedeihen auch Bäume in einem Umfeld anderer Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Je besser ein Baum an dieses Umfeld gewöhnt ist, je genauer Nahrungsangebot und Klima zu ihm passen, desto wohler fühlt er sich und desto besser kommt er auch mit Lebewesen zurecht, die ihn als Nahrungsquelle, als Konkurrenten um den Standort oder als Wirt für die eigene Entwicklung ansehen.

Hin und wieder ist diese Beziehung zur Umwelt gestört, und der Baum wird von Schädlingen oder Krankheiten attackiert. Abhängig davon, was die Ursachen dafür sind, kann man einem Baum bei der Bewältigung solcher Störungen helfen. Das lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen zum Pflanzenschutz erreichen.

Pflanzenschutz bedeutet aber nicht automatisch den Einsatz von Chemikalien – ganz im Gegenteil. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme zum Schutz eines Baumes besteht in der Auswahl der geeigneten Art für den beabsichtigten Standort. Das bietet zwei Vorteile: Zum einen steht dem Baum dann genau das Umfeld zur Verfügung, das ihn optimal ernährt und versorgt, zum anderen „kennt“ die Baumart potenzielle Schädlinge und Krankheitserreger und hat im Idealfall schon selbst Verteidigungs-Strategien dagegen entwickelt. In der Folge kommt es gar nicht erst zu Attacken, oder sie werden leichter abgewehrt.

Bei verbreiteten Pflanzenkrankheiten ist es zudem sinnvoll, solche Sorten zu pflanzen, die gegen die Erreger resistent sind – entweder durch die natürliche Auslese oder durch von Menschen gesteuerte Züchtung. Beispiele für resistente Pflanzen sind Apfelsorten, die gegen Pilzkrankheiten wie Schorf resistent sind, Kirschen, die den Monilia-Pilzen widerstehen, aber auch Weinstöcke, auf denen sich Rebläuse nicht entwickeln können.

Vorbeugen kann man auch mit dem richtigen Schnitt eines Baums. Durch eine luftige, offene Krone fährt der Wind leichter. Er trocknet das Astwerk ab, verbessert das Kleinklima in der Baumkrone und verringert damit die Entwicklungsmöglichkeiten für Pilzsporen. Manche Krankheitserreger oder Sporen werden auch vom Wind davongeweht. Außerdem ist es sinnvoll, Bäume nicht zu dicht nebeneinander zu pflanzen, vor allem dann, wenn es sich um die gleiche Sorte handelt.

So wie Bäume ihre Gegenspieler im Tier- und Pflanzenreich haben, gibt es auch für viele Schädlinge spezifische Feinde. Das kann man sich beim Pflanzenschutz zunutze machen, indem man diese Feinde anlockt oder gleich gezielt zu den bedrohten Bäumen bringt.

 

Einfache Maßnahmen: Nistkästen und Insektenhotels

Dafür stehen ganz einfache Maßnahmen zur Verfügung. Beispielsweise fördert das Anbringen von Nistkästen die Ansiedlung verschiedener Vogelarten, die sich dann über schädliche Insekten hermachen. Nützlichen Insekten – etwa Raubinsekten, die von Schädlingen leben – kann man ebenfalls optimale Lebensbedingungen anbieten. Hier eignen sich beispielsweise Insekten-Hotels: Bohrt in ein Reststück unbehandeltes Holz mehrere Zentimeter tief dicht an dicht verschieden weite Löcher und hängt es im Baum auf – schon schafft Ihr zahlreiche Bruthöhlen, die gerne angenommen werden.

In manchen Fällen hilft auch der gezielte Einsatz von Nützlingen, die bestimmte Schädlinge bekämpfen. Damit dieser Einsatz erfolgreich verläuft, solltet Ihr genau wissen, mit welchem Feind Ihr es zu tun habt. Zu den Gegenmaßnahmen lasst Ihr Euch von einem Fachmann beraten – hier sind beispielsweise Baumschulen meist sehr kompetent.

Wenn das alles nichts hilft, kann man zum chemischen Pflanzenschutz als letztem Mittel greifen. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten: Es sollten nur Mittel eingesetzt werden, die ganz spezifisch gegen den jeweiligen Schädling oder die jeweilige Krankheit helfen. Das Mittel muss zudem genau nach Herstellervorschrift eingesetzt werden. Und schließlich muss es für den Einsatz in Privatgärten zugelassen sein. Chemischer Pflanzenschutz ist allerdings ein recht komplexes Thema. Damit Ihr mit Spritz- oder Gießmitteln nicht mehr Schaden anrichtet als Nutzen, solltet Ihr Euch auch vor deren Einsatz eingehend fachlich beraten lassen – die „chemische Keule“ ohne ausreichendes Hintergrundwissen einzusetzen, hilft Ihrem Baum oft nicht im geringsten.

 

Immergrüne und sommergrüne Bäume

Der Unterschied zwischen immergrünen und sommergrünen Bäumen ist eigentlich jedem Gartenfreund bewusst: Sommergrüne Bäume werfen im Herbst ihr Laub ab und treiben erst im Frühjahr wieder aus. Immergrüne Bäume – oft sind es Nadelbäume – behalten dagegen auch im Winter ihr grünes Kleid.

Dieser Unterschied beruht auf zwei verschiedenen Überlebensstrategien während der kalten Jahreszeit. Sommergrüne Bäume reduzieren nach dem Sommer ihre Lebenstätigkeit mehr und mehr. Die Blätter werden abgeworfen, um die Waserverdunstung und den Saftfluss stark zu verringern, das Wachstum von Stamm und Ästen wird deutlich schwächer. Damit widersteht solch ein Baum den niedrigen Temperaturen im Winter und leidet nicht unter dem verringerten Wasser- und Nahrungsangebot.

Immergrüne Bäume betreiben die Photosynthese mit Organen, deren Oberfläche bei weitem kleiner ist als die von laubabwerfenden Bäumen und die eine dickere, widerstandsfähigere Haut besitzen: Das können Nadeln sein, aber auch harte, kaum durchlässige Blätter wie beim Ilex, beim Buchsbaum oder bei der Araukarie. Auch durch diesen speziellen Aufbau reduzieren die Bäume die Verdunstung und schützen sich vor ungünstigen Wettereinflüssen.

Allerdings sind nicht alle Nadelbäume immergrün. Einige von ihnen wie die Lärche, die Goldlärche (Scheinlärche) oder der Urweltmammutbaum (Metasequoia) werfen im Herbst ihre Nadeln ab und sind im Winter kahl.

Bei der Gartenanlage sollte man sommergrüne und immergrüne Bäume gleichermaßen berücksichtigen. Die immergrünen Bäume wirken auch im Winter lebendig, sie bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und stellen für einige Arten mit ihren Zapfen und Kernen ein wertvolles Nahrungsangebot dar. Sommergrüne Bäume bieten dagegen den Vorteil, in der ohnehin dunkleren Jahreszeit Licht durchzulassen, während sie im Sommer Haus und Garten beschatten können.

Eine bewährte Pflanzstrategie besteht deshalb darin, immergrüne Bäume schwerpunktmäßig in den Gartenbereichen nördlich des Hauses anzusiedeln. Dort können sie im Winter die raren Sonnenstrahlen nicht blockieren. Im übrigen Garten sollte man immergrüne Bäume eher vereinzelt setzen, dann schaut man während der Wintermonate immer noch auf grüne Farbtupfer, ohne dem Garten übermäßig viel Licht zu nehmen.


 

Weiterlesen: Baumpflege Teil 1: Bäume bewässern

Weiterlesen: Baumpflege Teil 2: Bäume düngen


 


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