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Baumkontrollen

Immer wieder verursachen herabstürzende Äste Sachschäden zum Teil in nicht unerheblichem Umfang. Es kommt sogar hin und wieder vor, dass Personen von herabfallenden Ästen getroffen und dabei zum Teil schwer verletzt werden. Es gab in der Vergangenheit auch schon Fälle, bei denen Menschen von schwereren Ästen tödlich getroffen worden sind.

Ursache für das Abbrechen von Ästen ist neben der Schädigung durch starken Wind oft auch die Ansammlung von Wasser, z. B. in Astgabeln. Diese Wassereinwirkung führt dazu, dass das Holz an dieser Stelle morsch wird. Häufig sind diese Schädigungen äußerlich, bei oberflächlicher Betrachtung nicht erkennbar. Dem Baum ist auf den ersten Blick nichts anzumerken. Die schadhafte Stelle und das damit verbundene Gefahrenpotential sind unter Umständen nur von oben, aus der Vogelperspektive von einem/einer geschulten Baumkontrolleur/in zu erkennen.

In der höchstrichterlichen Rechtsprechung gibt es Urteile, die sich mit dieser Thematik befasst haben. Bei Gerichtsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung in Zusammenhang mit herabgestürzten Ästen, begründete die Staatsanwaltschaft ihr Vorgehen mit der fehlenden fachmännischen Baumbegutachtung im Vorfeld des Schadens. Für Plätze, auf denen sich häufig Menschen aufhalten, reicht eine Begutachtung von Bäumen durch Laien nicht aus. Bäume, die eine potenzielle Gefahr für einen öffentlich zugänglichen Bereich darstellen, sind zu kontrollieren, um Gefährdungen von Sachen und Personen möglichst auszuschließen. Hier muss eine regelmäßige Kontrolle (ein- bis zweimal im Jahr) durch geschulte Fachleute erfolgen. Diese kann, muss aber nicht, im Rahmen eines regelmäßigen Baumschnitts erfolgen.

Über die Ergebnisse der Baumprüfungen sind Aufzeichnungen zu machen und ggf. erforderliche weitere Maßnahmen zu ergreifen (Begutachtung durch weitere Fachpersonen; fachgerechte Baumpflege bis hin zur fachgerechten Fällung eines Baumes). Zur Dokumentation der Prüfungen und der durchgeführten Maßnahmen kann ein Baumkataster angelegt werden.

Die regelmäßigen Baumkontrollen sollten daher nur geeigneten Personen mit entsprechenden Fachkenntnissen übertragen werden. Sofern diese verantwortungsvolle Aufgabe nicht an eine externe, fachkundige Person übertragen wird, sondern von einem/einer eigenen Mitarbeiter/in durchgeführt werden soll, ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine geeignete Person mit entsprechender Umsicht und dem notwendigen Verantwortungsbewusstsein auszuwählen. Möglicherweise gibt es eine geeignete Person, die z. B. entgeltlich als ausgebildete/r Gärtner/in, Förster/in oder Baumpfleger/in beschäftigt ist und die diese Aufgabe für einen ganzen Bezirk übernehmen könnte. Der/Die beauftragte Mitarbeiter/in muss hinreichend eingearbeitet werden und sollte die Möglichkeit zur Aus- bzw. Fortbildung haben (Teilnahme an einem Fachkundeseminar).

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