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Algen im Teich-Notdienst der Natur

Immer wieder im Frühjahr haben die Teichbesitzer das gleiche Problem. ALGEN !!! Die Vorbereitungen in den sogenannten "Fachgeschäften" laufen bereits seit Wochen auf Hochtouren um die Regale mit Algenpräparaten zu füllen damit den verzweifelten Teichbesitzern das Geld aus der Tasche gezogen werden kann. Da nutzt es auch nichts, wenn man Wasser kontrollieren lässt. Jeder Teich ist anders. Der eine liegt im Schatten, der hat weniger Algen als einer der in der prallen Sonne liegt. Der Verkäufer muss also Fragen stellen. Ebenso verhält es sich mit dem Laub. Tannennadeln haben eine Verrottungszeit von mehreren Jahren, Laub von Obstbäumen verrottet wesentlich kürzer.  Hat man viele Eichenbäume in der Nähe, wird dieses Laub dazu führen, dass sich der PH-Wert im Teich senkt. Die Gerbsäure wird im Bereich der Aquaristik als biologisches Mittel zum PH senken eingesetzt. Es reicht also nicht, einfach ein Mittel aus dem Regal zu nehmen.
Finger weg von Algenpräparaten- Die braucht man nicht.
Wer jetzt im Frühjahr an Gewässern spazieren geht, wird überall grünes Wasser sehen. Das ist ganz normal.
Über den Winter verrotten Blätter etc. die im Teich gelandet sind im Wasser. Wenn dann die erste Sonne das Wasser erwärmt, werden diese Nährstoffe explosionsartig freigesetzt. Dies ist jedoch die Zeit, wie jeder an seinem eigenen Teich überprüfen kann, indem nicht nur die Fische sondern auch die Pflanzen erst anfangen in die Gänge zu kommen. Sie sind noch klein und mickerig und beginnen erst langsam mit ihrem Wachstum. Das bedeutet, sie benötigen noch wenige Nähstoffe. Der Überschuss bleibt im Wasser und die Wasserqualität verschlechtert sich zusehens. Ohne eine Gegenreaktion würde das Wasser immer schlechter. Die Fische gewöhnen sich stufenweise an die Verschlechterung bis irgendwann nichts mehr geht. Die Fische bekommen Krankheiten und im schlimmsten Falle werden sie sterben. Die Nährstoffe sorgen für eine Erhöhung des Nitratwertes. (Eigentlich nicht schlimm, dieser Wert zeigt nur den Verschmutzungsgrad des Wassers an.) Aber Nitrat hat die unangenehme Eigenschaft, wenn es nicht abgebaut wird, in giftiges Nitrit umzuschlagen und das kann die Tiere töten.
Hierauf stellt sich der Handel ein. Es gibt alles: von teuren UV-Lampen bis hin zu Chemie die man ins Wasser kippen kann. Der Teich ist ein Biotop und die Natur hat ein wesentlich effizienteres Mittel als der Handel. Nämlich die Algen!!!!
Algensporen gibt es überall und immer in jedem Wasser.
Kaufe ich eine UV-Lampe, (ab ca. 30,-- € zu erstehen nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt) muss ich diese exakt auf meinen Teich abstimmen. Läuft das Wasser zu schnell hindurch, nutzt sie nichts, denn die Funktion der Lampe kann nicht arbeiten. Ist der Durchfluss zu langsam schadet sie mehr als sie nützt, wenn überhaupt von Nutzen gesprochen werden kann. Niemand ist in der Lage Bakterien und Nährstoffe mit Etiketten zu versehen auf denen steht gut oder böse. Das UV-Licht tötet alles ab. Und ich benötige jedes Jahr eine neue Lampe.
Ebenso verfahren die ganzen Produkte die man ins Wasser kippen kann. In der Regel töten sie vorhandene Algen ab, aber sie beheben nicht die Ursache des Problems. Kurzfristig wird eine Besserung festgestellt, aber da die Nährstoffe immer noch im Wasser sind, beginnt das Algenproblem von neuem. Auch der übliche Teichfilter ist nur in der Lage, Dreck aufzufangen den ich dann durch das Reinigen der Filtermedien entsorge. Hier ist ein Filtergraben mit Pflanzen immer die bessere Wahl. Denn auch diese Pflanzen benötigen Nährstoffe und dort können sich Wasserflöhe bilden, eine Leibspeise der Fische, sich geschützt vermehren und Algen fressen. Algen die das Wasser grün machen sind einzellig und können von den Fischen nicht gefressen werden. Die Wasserflöhe ernähren sich aber ausschließlich hiervon sofern sie nicht selbst von den Fischen aufgefressen werden.
Algen sind der Rettungsmechanismus der Natur.
Die Natur reagiert auf natürliche Weise auf die Nährstoffe im Wasser und die Algen, die auch Pflanzen sind, beginnen sich zu bilden. Pflanzen brauchen Nährstoffe und geben zeitgleich Sauerstoff ab. Das heißt die Algen fressen die Nährstoffe im Wasser auf und versorgen das Gewässer/Teich mit zusätzlichem Sauerstoff. Senkt sich der Nährstoffgehalt im Wasser, auch mit der Unterstützung der eigentlichen Teichpflanzen, haben die Algen keine Lebensgrundlage mehr und sterben ab. Deshalb gibt es bei der Chemie auch immer nur kurzfristige Besserungen. Da sie die Wasserqualität nicht ändern, arbeitet die Natur mit ihren Rettungsmaßnahmen weiter und produziert natürlich wieder neue Algen. Bis diese dann durch geänderte Wasserqualität und nicht durch die Chemie wieder verschwinden.
Diesen Vorgang kann man auf einfachste Weise ziemlich kostengünstig unterstützen.
Keine Kieselsteine auf die Folie ins Wasser geben. Überall dort, wo Unebenheiten unter Wasser vorhanden sind, bleibt in den Ritzen und Zwischenräumen Reste des Fischkotes und der Pflanzen liegen und der Sog der Pumpe bekommt diese Reste nicht mehr raus.  Auch die Pumpe im Teich MUSS an die tiefste Stelle und der Sog sollte von nichts unterbrochen werden. Wer in seinem Teich Pflanzen einsetzt, sollte auch hier so wenig wie möglich Kies etc. verwenden. Die Pflanzen in die Körbe und große Steine auf die Wurzeln legen. Das reicht. Im Frühjahr das Wasser gut um etwa die Hälfte entsorgen. Auch die Pflanzkörbe sollten raus und abgespült werden. Der stinkige Modder den man abspült ist das Nahrungsdepot der Pflanzen. Sie müssen also danach wieder Nährstoffe aus dem Wasser ziehen. Ich lasse meinen Teich (Gartenteich der umziehen kann) immer so weit ab, dass nur noch an der tiefsten Stelle das alte Wasser bis zum Rand steht. Dann gehe ich mit einem Straßenbesen in den Teich und kehre alles, was an Laub auf der Folie liegt in diesen Bereich der noch mit Wasser gefüllt ist. Größere Laubmengen werden natürlich von Hand entsorgt. Vorsicht, die Folie ist dann ziemlich schmierig, da die Schwebealgen auf der Folie kleben. Dann lasse ich mit einem normalen Gartenschlauch wieder über mehrere Tage verteilt (mit dem dünnen Schlauch brauche ich 2,5 Tage bis der Teich wieder komplett gefüllt wäre) Wasser in den Teichbereich ein. Nach etwa einem Drittel Neuwasser, wird der Vorgang für 2 bis 3 Tage unterbrochen dann kommt wieder Frischwasser dazu. Selbst wenn ich das Wasser aus der Leitung nehmen muss, wird das weniger kosten als die Chemie aus dem Laden.
Und ich habe nur die Arbeit bis zu 4 mal am Tag die Pumpe zu säubern, da das Laub den Korb verstopft. Mit diesem großzügigen Wasserwechsel, entsorge ich jedoch schon einmal viele überschüssige Nährstoffe so dass ich hier selbst eingreife. Mit dem langsamen Wasserwechsel, störe ich auch nicht das Immunsystem der Tiere und ich setze sie nicht unter Stress weil sie nicht gefangen werden. Natürlich wird auch mit dieser Vorgehensweise das Wasser noch etwas grün, aber ich kaufe mit dem Geld was die Präparate kosten würden lieber Grillwürste und Bier und schaue einfach ein paar Wochen nicht ins Wasser. Denn ich weiß, die Natur arbeitet für mich und liefert mir wunderbares klares Wasser.
Im übrigen ist noch zu sagen, dass ein "großer Wasserwechsel" auch meistens schon ausreicht, wenn ich merke, dass das Verhalten meiner Tiere sich ändert. Also immer Vorher Wasserwechsel, bevor Medikamente rein müssen.


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