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Zinndeckel reparieren

02.01.2016, 14:38
Hallo Freunde...
meinem Schwiegervater ist sein Zinndeckel vom Bierkrug abgebrochen.
Wie würdet Ihr den reparieren ? Ich überlege Heißluft zu löten, wie bei SMD Technik.
Wenn das nicht klappt, mit einem Lötkolben versuchen.
Oder doch kleben mit Epoxy?.... was meint Ihr...
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11 Antworten
spontan würde ich zum lötkolben greifen. die kleinteile an meinen zinnfiguren hab ich auch angelötet. bißchen vorsichtig zu werke gehen nicht zu lange aufheizen, denn daran denken zinn kündigt seinen agregatzustand von fest zu flüssig nicht durch farbänderung an

 

Ich hätte dir jetzt auch vorgeschlagen, es mit dem Lötkolben zu versuchen. Aber vorher die Stellen blank schleifen, damit die Oxydation weg ist. sonst hält das nicht

 

Ekaat  
Zeig' doch mal ein Bild von der Bruchstelle. Spontan sage ich, daß Kleben nur das allerletzte Mittel der Wahl bei mir wäre. Heißluft ist zu großflächig. Ich würde es mit einem Lötkolben versuchen (nicht unter 80W!). Ich habe für solche Zwecke einen gasbetriebenen Lötkolben. Der schafft auch Dachrinnen - auch wenn Wind weht...

 

Geändert von Ekaat (02.01.2016 um 15:04 Uhr)
Ekaat  
Zitat von fuffy1963
Ich hätte dir jetzt auch vorgeschlagen, es mit dem Lötkolben zu versuchen. Aber vorher die Stellen blank schleifen, damit die Oxydation weg ist. sonst hält das nicht
fuffy, das Abschleifen ist bei Zinn nicht nötig, da Zinn ja selbst schmilzt. Mit Lötzinn (Lötblei besser gesagt) das Ganze zusammenpappen hilft wohl wenig.
Vor Bleivergiftung hätte ich keine Angst bei den Mengen, die hier Verwendung finden.

 

Danke für Eure Tipps...
Bild geht nicht, der Krug steht 70km von mir weg. Bekomme den erst nächste Woche,
bis dahin wollte ich mich erst mal schlau machen. Es ist sein Lieblingskrug, daher soll der nur kurz bei uns sein.... ;-)
Gebrochen ist er direkt an der Verbindung Deckel zum Steg der zum Scharnier geht.

 

kjs
An der Stelle würde kleben kaum halten.... Deckel abschrauben (Scharnier), einspannen damit alles richtig sitzt und das ganze Teil mit der Heißluftpistole anwärmen (so auf 100-125°). Dann löten mit bleifreiem Zinn (z.B. Sn96,5Ag3Cu0,5, nicht das ohne Silber!) und etwas Flußmittel (Säurefrei!!). Gut abkühlen lassen ehe Du es aus der Halterung nimmst.
Nimm einen kleinen Lötkolben mit viel Leistung dazu. Mit den großen Dingern produzierst Du nur eine Sauerei. Ich verwende für solche Reparaturen meinen Metcal (Oki) der für SMD gemacht ist. Der pumpt gewaltig Leistung wenn es gebraucht wird.
In den Ecken würde ich etwas Material aufbauen damit Verstärkung da ist.

 

Geändert von kjs (02.01.2016 um 15:19 Uhr)
Ekaat  
Ich würde mir Zinn besorgen (Zinnsoldaten etc.) und das auflöten. Dann beide Seiten flüssig machen, zusammendrücken und Überstehendes abfeilen. Diese Bruchstelle ist sehr sensibel und birgt die Gefahr des erneuten Bruchs.

 

Geändert von Ekaat (02.01.2016 um 15:10 Uhr)
Ekaat - so ein Frevel ! Wie ich dich verstanden hab willst du zinnsoldaten einschmelzen ?
Es wird noch ein anderes Poblem auftauchen. Wenn das Material vom Deckel zerbricht dann ist das Zinn wohl sehr spröde und somit kein reines Zinn. Reines Zinn kann man leicht biegen und es bricht nicht so schnell. Wenn der Bierkrug wertvoll ist, und wenn es nur ein ideeller Wert ist, dann könnte es sich lohnen einen goldschmied zu fragen, die kennen sich darin aus.

 

Ekaat  
reddy, Du hast Recht. Bloß, weil wir hier in einem Heimwerkerforum sind, habe ich nicht an Profis gedacht. Und Zinnsoldaten gibt es auch zerbrochen, kaputt etc. Natürlich keine unbezahlbaren Sammlerstücke!!!
Ein schneller, kräftiger Schlag, und auch das reinste Zinn bricht wie Marmor, Stein und Eisen

 

recht nahe am Deckel ist der Bruch... dann solltest Du auf jeden Fall mit ALU-Folie
( aus Mamas Küche ) den ganzen Bereich sorgfältig abdecken ( 2 Lagig z.B.) und den kleinen Bügel sowie auch den Deckel mit der Folie fixieren... wenn Dir das beim Löten
wegrutscht, fängst da nochmal an ! ( kannst ja vorher noch Küchenpapier drunter packen,
um keine Blessuren am Krug zu bringen ! )
Fluxmittel oder Lötfett brauchst auch, den Kolben immer in den zugeführten Lötdraht halten, dieses dürfte gut 2-3mm Durchm. haben.... lieber an der Reparaturstelle den Zinn anhäufen, das bringt man hinterher wieder weg... mit Feilen, oder eine Dremmel mit div. Fräsern oder Schleifstiften... beim Anhäufen darauf achten, das neben dem zugeführten Lot auch die Teile vom Deckel usw. anschmelzen... sonst pappt das nur und bricht leicht !
viel Erfolg.....
Nachtrag... die Lötstelle ruhig dicker Aufbauen... wenn's sauber nachgearbeitet wird...
schaut es noch ordentlich aus und so hält es wenigstens....

 

Geändert von Hazett (02.01.2016 um 17:03 Uhr)
Ui ui ui.. na das scheint doch sensibler zu werden als ich dachte.
Zum Glück habe ich durch Modellbau etwas Erfahrung mit heiklen und sensiblen Dingen.
Nur Zinndeckel habe ich halt noch NIE bearbeitet. Und ich will da kein Loch rein brennen...
Eure Tipps waren sehr hilfreich ! Nun bin ich echt gespannt ob mir die Umsetzung gut gelingt!

 

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