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Zinn in Holz gießen?

16.07.2013, 14:35
Hallo Ihr alle -

ich will meinem besten Freund einen Humidor bauen - grundsätzlich also eine Kiste, Material in Form von Dielen (Credrele) ist auch da, alles bis dahin kein Problem. Jetzt hab ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn in den Kopf gesetzt, dass ich das ganze mit einer kleinen Einlegearbeit dekorieren will - das soll gut aussehen. Mangels Übung schrecke ich vor Furnierarbeiten etwas zurück.

Eine Alternative habe ich im Netz gefunden - hier wird in eine gefräste Negativform im Holz einfach mit flüssigem Zinn ausgegossen. Sieht einfach aus, aber bevor ich mich ans Rumprobieren mache: Hat von Euch das schonmal jemand probiert? Wie sind die Erfahrungen? Sollte man das Holz z.B. vereisen (mit Kältespray), um Brandspuren vom Gießen zu verhindern?

Mich reizt die Idee, das mit Metall zu machen - Gießharz oder ähnliches will ich eigentlich nicht verwenden.

Danke Euch für Eure Tipps - lizzard77
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18 Antworten
Beim Glasblasen werden auch Holz"formen" benutzt, diese werden komplett gewässert um einerseits das Holz zu schützen, und andereseits das Glas vorm Reissen zu schützen indem einen Dampschicht entsteht zwischen Holz und Glas.

 

Danke für dieses Beispiel, Pfanni. Bei Kälte oder Wasser hatte ich Bedenken wegen des Quell-/Schrumpfverhaltens von Holz. Ich stelle mir vor, Wasser lässt die gefräste Form quellen, und der Guss passt nachher nicht mehr - oder ist das nicht so extrem?

 

Ich musste mich erstmal umsehen, was es so an Zigarrenkästen gibt und bin auf diese Seite einer Galerie in Cuba gestossen. Da sind die Metallarbeiten aufgeklebt. Beim Schnitzen, Fräsen in Holz und ausgiessen mit Zinn denke ich es fällt irgendwann wieder raus.

 

OK, das ist nochmal eine andere Liga :-) ich dachte mehr an einen Buchstaben oder ein Ornament, das man mit Hinterschnitt einfräst, um ein Herausfallen zu verhindern

 

sonouno  
auch mit Hinterschnitt wird das Zinn etwas locker...
ausserdem ist darauf zu achten das Zinn färbt...
also beim schleifen acht geben das man den Abrieb nicht auf dem Holz verteilt.

nach dem verzinnen wird das alles dann lackiert ?
würde ich Clou Cloucryl seidenmatt farblos 2 K empfehlen.
sehr nass arbeiten damit der Lack auch gut das Zinn einbettet und somit
eine art Verklebung erzeugt.

grüssle, sonouno

 

Guck mal hier:

Klick

 

Da war doch erst ein projekt dazu;.....
Habs gefunden:
Klick mal hier

 

Danke, Ihr seid ja super - danke für die Tipps und Links. Nachdem ich das jetzt mal gesichtet habe, werde ich jetzt mal ein Probestück wagen, das fuchst mich jetzt :-). Grundsätzlich scheint's ja zu gehen, mal schauen, wie das Schwundverhalten und das Abfärben in der Praxis aussehen. Ich werde berichten...

 

@sonouno: lackiert wird auf jeden Fall, da der Rest vom Kasten furniert wird. Die Cedrele ist zu weich, mit Furnier und Lack wird's stoßfester. Der Lack werd ich mir mal anschauen, mit 2K-Lack hab ich noch nie gearbeitet.

 

So - der Test ist gemacht. Vielleicht ist das ja noch interessant für den Einen oder die Andere, daher will ich einen kurzen Erfahrungsbericht anfügen.

Kurz und gut: es klappt! Ich habe in ein Abfallstück Nussbaum eine ca. 3mm tiefe Nut gemacht, dann die Kanten hinterschnitten. Dann habe ich Stangenzinn mit dem Lötkolben bei ca. 400 Grad eingebracht - keinerlei Hitzespuren! Danach mit der Ziehklinge abziehen, hobeln, sieht gut aus. Das verwendete Lot ist eigentlich für Tiffany-/Glasverbindungen gedacht, scheint hier sehr gut zu funktionieren.

Zwei Fotos: hier ist das Zinn in der Nut, hier ist es fertiggestellt.

 

Habe mich auch schon darin versucht mit aber mäßigem Erfolg. Zum gießen habe ich Reinzinn 99,9% verwendet, dass läuft auch nicht mehr an. Die Nut wurde ebenfalls hinter fräst so das mir das nicht raus fällt. Darauf achten, dass genügend Zinn geschmolzen wird und in einem Rutsch gegossen werden kann.

Was mir nicht gelungen ist, dass sich das Zinn bis in die Spitzen verteilt hat, obwohl ich auch einen Lötkolben zum besseren verteilen verwendet habe. Da heißt es probieren und probierenJ. Die Ränder unbedingt glatt schleifen. Das habe ich auch nicht gemacht, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Nun die Frage, was muss ich machen, dass sich das Zinn bis in die letze Ecke verteilt?
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ID:	25531  

 

Ich vermute, daß Dir die Oberflächenspannnung einen Strich durch die Rechnung macht.
Lötzinn zieht sich auch zu Kügelchen zusammen, wenn es aufgeschmolzen wird.
Ich würde das Holz keinesfalls befeuchten - das Zinn könnte durch den entstehenden Dampf herausspritzen und beim Erstarren könnten Bläschen bestehen bleiben.

 

Kannst doch etwas nachgießen ...

 

@ Rainerle
... verbindet sich das denn überhaupt noch richtig? Denn ich muss es danach ja noch mit der Ziehklinge abrichten. Meine Befürchtung ist das es sichwieder löst.

@ Ingo
... nass machen, auf keine Fall. Da hätte ich auch Angst, dass mir das Zinn rumspritzt. Ich hatte das Holz vor dem gießen sogar mit dem Föhn angewärmt.

 

Hallo,
ich versuche zur Zeit Buchstaben mit Zinn auszugießen, hab da so ein paar
Probleme.ERstmal, das aufwendige Hinterschneiden hab ich mir gespart.
Kupfernägel in das ausgefräste Holz und entsprechend kürzen, das hält.
Ich hab das mit einem Schmelztiegel versucht und hab immer das Problem das ich
viel zu viel Zinn auf dem Holz habe. Um das teure Zinn nicht zu verschwenden ziehe
ich das zwar mit der Lötpumpe wieder ab, das ist aber nicht das gelbe vom Ei.
Da ich meistens Sperrholz verwende funktioniert das mit der Ziehklinge auch nicht so recht.
Um Holzverbrennung zu vermeiden habe ich schon die Buchstaben mit Aluklebeband
abgeklebt, auch nicht so das richtige.
Irgendwas muß ich falsch machen, was ?

 

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