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Zamo

23.05.2016, 23:41
Hallo Community,
ich habe vor kurzen den Zamo in dem Gewinnspiel "Werkzeuggeräusche erkennen" gewonnen. Voller Vorfreude ist er heute eingetroffen. Jedoch steht auf der Packung +-3mm Messabweichung. Ich muss keine großen Strecken messen, sondern würde ihn z.B. benutzen, um das Innenmaß eines Schrankes für einen neunen Einlegeboden zu bestimmen. Jedoch sind da 3mm Toleranz zuviel. Es ist ja ein Unterschied ob ich 80,3cm oder 79,7cm messe, wenn das tatsächliche Maß 80cm ist. Bisher habe ich so etwas mit zwei Zollstöcken gemessen und ich würde sagen, so kann ich auf 0.5mm genau messen. Hat jemand Erfahrung mit dem Gerät? Ist die Abweichung wirklich so groß? Wenn man einen Boden verlegt oder seine Wohnung vermessen will, ist er genau genug.
Natürlich kann man mehrmals messen und so über eine Mitteilung den Messwert immer mehr an den exakten konvergieren lassen, aber dies ist ja nicht Sinn der Sache.
Falls die Abweichung wirklich so groß sein sollte, dann muss ich mir wohl überlegen, ob ich einen Eintrag in der Gruppe "Fair tauschen" mache.
 
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18 Antworten
Es fehlt an Infos! Ich nehme an, dass sich die Messungenauigkeit auf die maximale Entfernung bezieht. Also auf 20 m eine Abweichung von +- 3 mm. Es ist unklar was mit "typisch" gemeint ist. Vielleicht weiß ein Bosch-Profi genaueres! Es steht auch in der Gebrauchsanweisung, dass es bei sehr schlechten Bedingungen auf 20 m eine Messungenauigkeit von max. 8 mm und bei guten Bedingungen 1 mm haben kann.
Das ist also im schlimmsten Fall ein relativer Messfehler von 0,04%. Beim gesamten Fehler (Messfehler + Anzeigefehler) kommt noch +- 1 mm dazu.

Bei so einer "großen" Abweichung, wäre es genauso fair, wenn ich Dir Deinen Zamo abnehme, sodass Du wieder Platz in deiner Werkstatt hast!

 

Da ich seit längerem mit dem Gedanken mir ein Zamo zu zulegen schwanger bin freut es mich das dieses Thema hier erscheint.

Bislang habe ich mich ebenfalls an der Toleranzangabe ±3 mm gestört denn das ist ein Toleranzfeld von ganze 6 mm (was mir zu viel erscheint). Was mich ebenfalls sehr stört ist, dass man das Gerät offenbar nicht auf eine Anzeige von Millimeter umstellen kann. Diese Tatsache macht für mich deutlich dass das Gerät eher für das Grobe gedacht ist wie z.B. auf Baustellen und nicht für Leute die z.B. mit Metall arbeiten wo es auf dem Millimeter wirklich ankommt.

In der Anleitung (danke Der1ASchaffer für den Link) fand ich gleich drei unterschiedliche Angaben welche sich auf Toleranzen beziehen: ±3 mm, ±8 mm und ±3,5 mm. Ich erlaube mir hier etwas laut zu denken und sage, dass diese Angaben zu viel des Guten sind für Ottonormalheimwerker. Diese Angaben sind dazu prädestiniert dem Heimwerker zu verwirren. Hier würde ich gern anregen das Bosch hier tätig werden sollte. Die Einfachheit eines Produkts hört nicht bei der eigentliche Bedienung auf sondern sie betrifft auch die Betriebsanleitung und gerade dort sollte es keine Angaben geben die Verwirrung hervorrufen können.

Aufgrund der hier zur Tage geförderten Informationen muss ich - leider - sagen, dass ich dieses Gerät von meiner Wunschliste entfernt habe denn, ich benötige etwas auf das ich mich verlassen kann.

Auf der anderen Seite steht aber, das man sein Gerät kennen muss und wenn man ausreichende Erfahrungen z.B. mittels Vergleichsmessungen gemacht hat kann man schon herausfinden wie man damit recht genau messen kann aber, dass wäre meines Erachtens nicht wirklich Sinn der Sache.

Ich bin gespannt von anderen zu hören die das Gerät bereits länger einsetzen. Womöglich ergeben sich dadurch andere Gesichtspunkte die am Ende doch für das Gerät sprechen.

 

Geändert von George1959 (24.05.2016 um 07:49 Uhr) , Grund: Tippfehler
Ich habe gerade das Thema mal an die Experten weitergegeben... habt bitte noch ein wenig Geduld

 

Funny08  
Interessantes Thema - also wenn man sich mal überlegt, dass die meisten hier vermutlich mit Zollstöcken messen, welche sie als Werbegeschenk bekommen haben, dann müsste man hier erst mal die Frage stellen, - welche Genauigkeit haben denn Zollstöcke?
Die meisten genutzten Zollstöcke sind die mit der Klasse 3 - damit kommt man auf folgende Messungenauigkeiten: = +-1mm auf 1m ; +-1,4mm auf 2m oder +- 4.6 mm auf 10 Meter
Klasse 2 Zollstöcke sind schon etwas seltener und teurer - aber auch hier sind die Ungenauigkeiten zB +-0,7 mm auf 2m, +-0,9 mm auf 3m, +-2,3 mm auf 10m

Für Klasse 1 konnte ich nichtmals Anbieter finden - auch hier wären es auf 10 Meter noch Ungenauigkeiten von +-1,1mm

Bei den Zollstöcken ist Genauigkeit also auch nicht gegeben.

Nimmt man nun einen Laserentfernungsmesser, dann ist das Messergebnis hier nicht nur von der Geräteklasse abhängig sondern auch vom Umgebungslicht, der Umgebungstemperatur, der Reflexion des Zielpunktes usw....
in der BA des Zamo schreibt Bosch deswegen auch:

Hinweis zur Messgenauigkeit: Bei ungünstigen Bedingungen wie
z.B. sehr starker Innenraumbeleuchtung, schlecht reflektierender
Oberfläche oder stark von 25 °C abweichender Raumtemperatur kann
die maximale Abweichung ±8 mm auf 20,000 m betragen. Bei günstigen
Bedingungen ist mit einem Einfluss von ±0,05 mm/m zu rechnen.

 

@George1959: Ich glaube, das lässt sich folgendermaßen erklären:

Es gibt hier 2 Arten von Fehlern bei einem Gerät: der Messfehler und der Ablesefehler (beim Lineal oder Zeiger auf einer Skala) bzw. Rundungsfehler bei der Anzeige (Digitfehler).
Die ±3 mm ist die "typische Messgenauigkeit", dazu bekommen wir wahrscheinlich noch die Definition von den Experten.
Die ±8 mm, sind klar definiert es ist der maximale Fehler auf 20 m bei ungünstigen Verhältnissen. D.h. ist deine Fläche dunkel und du hast hohe oder tiefe Temperaturen, dann wirst Du in der Realität bei 20 m, einen Wert in einem maximalen Bereich zwischen 19,992 m und 20,008 m messen.

Die ±3,5 mm sind wahrscheinlich die typischen ±3 mm Messgenauigkeit und die 0,5 mm extra ist wahrscheinlich der Digitfehler, also der Rundungsfehler des Messwertes bei der Anzeige.
Wahrscheinlich sind die ±3 mm die Standardabweichung der Messgenauigkeit auf einer Messlänge von 3 bis 10 m.

 

kjs
Funny's Angaben waren für mich interessant weil ich diese Spezifikation nicht kannte, zu lange im falschen Land.
Bei mir werden in der Werkstatt 2 Maßbänder verwendet die bei 30' (~10m) auf +/-0,1" (2,54mm) garantiert sind (haben Zoll und metrische Einteilung). Der Fehler ist aber insofern nicht wirklich relevant weil ich mit dem gleichen Maßband die Größe messe und dann mit genau dem gleichen Fehler auch übertrage. Somit bleibt nur der Fehler den ich beim Ablesen und Anzeichnen mache. Für mich interessant ist daß beide Maßbänder bei 10m genau gleich lang sind weshalb ich sogar wechseln könnte. Für Holzarbeiten ist mir das genau genug.

 

Funny08  
Sofern man mit dem gleichen Messwerkzeug arbeitet, sollte man eigentlich auch die wenigstens Probleme bekommen, aber schon beim Messen mit zwei verschiedenen Zollstöcken kann der Ärger losgehen.
Am besten ist es - vor Beginn von Arbeiten, bei denen es wirklich mal auf einen Millimeter ankommt, seine Messhilfen zu prüfen. zB Zollstöcke auf einen Tisch mit Anschlag nebeneinander gelegt und vergleichen.
Ebenso kann man ja den Laserentfernungsmesser dann auch prüfen. Man markiert sich eine Distanz mit dem Zollstock und prüft mit dem Laser gegen - hier sollte man zur Sicherheit dann bei gleichem Ausgangspunkt 4-5 mal Messen um kleinere Ungenauigkeiten zu erkennen.

 

Das Argument von Funny08 finde ich berechtigt und so hatte ich das noch nicht betrachtet. Hier könnte also der Gewinner der Zamo sein, was mich freut

Die Tatsache das wir das hier überhaupt derart diskutieren müssen macht aber deutlich dass die Anleitung doch nicht für Hausfrauen geschrieben wurde Hier wäre es denkbar, dass die Anleitung von jemand geschrieben wurde der das Gerät zu sehr von der rein Technische Seite kennt und oder, die Kenntnisse der Zielgruppe etwas überschätzt.

Was möchte der durchschnittliche Anwender? Kaufen, Auspacken, Verwenden. Mehr nicht und wenn das so gelingt hat der Hersteller gute Arbeit geleistet.

 

Zitat von George1959
Was möchte der durchschnittliche Anwender? Kaufen, Auspacken, Verwenden. Mehr nicht und wenn das so gelingt hat der Hersteller gute Arbeit geleistet.
Für den durchschnittlichen Anwender reicht wohl eine Genauigkeit von 3,5 mm auf 3 bis 10 m.
Ich glaube nicht, dass der durchschnittliche Anwender überhaupt die Betriebsanleitung liest!

Bei der Fülle an Infos und Erfahrung heutzutage, wird mit dem Lesen eher gespart und instinktiv gehandelt. Deshalb gibt es auch die meisten Problem, wenn eine Software bzw. Betriebssystem nicht instinktiv gestaltet ist.
Ärgerlich für denjenigen, der nicht die passende Erfahrung hat und sich verletzt oder das Gerät kaputt macht!

 

kjs
Auf die Idee meinen nicht-Bosch Laser für Zuschnitte zu verwenden bin ich noch nie gekommen weil ich dem Ding aufgrund der Physik nicht trauen würde. Das Ding ist da um mal schnell festzustellen wie viele m² Teppich oder Fliesen ich kaufen muß oder mal etwas grob auszumessen.
Nur zum Spaß habe ich gerade mal die Breite von fiktiven Einlagebrettern bestimmt und dies dann auf die KZS "übertragen". Da entstehen bei meiner Kiste Fehler im 1-2mm Bereich weil die Reflektionen am Sägeblatt oder Anschlag eben ganz anders sind als auf der Eiche und dem Melamin das ich als Startpunkt genommen habe. Wenn ich allerdings 5* unter den gleichen Bedingungen messe kommt immer das Gleiche raus. In Kurzform: ich bleibe bei den Maßbändern.....

 

Demnach kann - sollte - man sagen, es handelt sich um ein zusätzliches Messmittel welche neben dem übrigen die man so hat existieren kann. Getreu dem Motto "immer das richtige Werkzeug für die jeweilige Aufgabe." Ich würde ja auch kein Zollstock verwenden wenn ich 10,45 mm messen möchte

 

kjs
Stimmt George, unter 300mm können wir besser und genauer und unter 15mm geht es bei mir hochgenau........
Aber wie gesagt, mein Laser ist nicht der Zamo, der kann da gleich/besser/schlechter sein. Für mich tut er was ich von ihm erwarte.

 

Woody  
Klar hast du recht Funny, aber ich habe mir genau deshalb angewöhnt, Maße und Bemaßung immer mit dem gleichen Zollstock zu machen. Da ist die Meßtoleranz dann gleich Null.

Wenn man allerdings zBsp Kasteninnenmaß mit dem Lasermesser ermittelt und dann mit einem Zollstock auf das Werkstück überträgt, dann kann es sehr wohl passieren, dass das dann nicht mehr stimmt.

 

Ich halte den PLR 15 oder Zamo eher als ein Werkzeug um Wände, Fensterhöhen und Breiten zu messen. Dafür habe ich ihn auch immer erfolgreich benutzt, als ich ihn mir ausleihen konnte. Sehr praktisch, wenn man Gardinen und Gardinenstangen kaufen möchte. Auch um zu überprüfen, ob das Bohrloch für ein Bild, genau in der Mitte von der Wand ist.
Um Bretter zu schneiden,wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, weil es mit dem Meterstab schneller und einfacher geht.

 

Hallo Zusammen,

diese Abweichung gilt auf den ganzen Messbereich. Also max. 3mm

Euer Bosch Experten Team

 

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