Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Worauf achten beim Hauskauf?

27.08.2011, 17:40
Hallo zusammen,


nach gut zwei Jahren Suche haben wir vor ein paar Tagen unsere Traumhaus gefunden. Es ist aus den 60er Jahren, wurde 2005 umfangreich modernisiert und macht einen soliden Eindruck. Nächste Woche gehe ich mit einem Handwerker aus der Familie nochmals durch um sicher zu sein, nichts gravierendes übersehen zu haben.


Hier ein paar Eckdaten:
  • massiv gebaut
  • voll unterkellert
  • Fenster, Heizung, Sicherungskasten, Dach- und Außenisolierung 2005 ausgetauscht


Habt ihr Erfahrungen mit Häusern aus den 60er? Wo gibt's da die typischen Probleme auf die ich vielleicht noch achten sollte?




Viele Grüße,
Sven
 
Baumängel, Empfehlungen, Erfahrungen, Haus, Probleme Baumängel, Empfehlungen, Erfahrungen, Haus, Probleme
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
65 Antworten
Ein sehr komplexes Thema.

Grundbuchauszug vorher schriftlich zu Deiner Verwendung erstellen lassen.
Diesen auf Wegerechte und Lasten (z.B.Altschulden) prüfen.

Grundstück -> Eigentum oder Erbpacht (wenn ja Kosten & Laufzeit, verfahren bei Ende 99Jahre)

Hauspläne incl. Entwässerungsplänen zu Deiner Verwendung aushändigen lassen.
(Notfalls kann diese der Besitzer/in bei Bauamt erstellen lassen. ca.100.-€ )

Energie Beratungs Bericht (optional), da ja erst 2005 überarbeitet.
Dort könnte man die Umrüstungsmaßnahmen nachvollziehen.

Energieausweis, Energiepass, Verbrauchsausweis bei Veräußerung vorgeschrieben !

Verrohrung & senkrechte Entwässerungsleitungen erneuert?

Strom/Sat/Kabelfernsehen/DSL/Telefon/Neue Medien überarbeitet/möglich ?

Dachdeckung hält ca. 40->100Jahre. Bei mir war die nach 44Jahren durch !

Altlasten Freiheit vom Verkäufer schriftlich bestätigen lassen und im Vertrag

aufnehmen lassen. z.B. Asbest, Giftige Anstriche (Xyladecor) ect.


Sehr Komplex halt.

 

Hallo,

Ich hab mal so einige Fragen aus eigenen Erfahrungen oder bei Familie/ Freunden, die mir so eingefallen sind aufgeschrieben.

Bei Häusern sollte man vorallen in den Ecken der Außenwänden, Keller... schauen.

Gerade bei älteren Häusern sollte man nach der neu gemachten Isolierung schauen, werden diese werden oft falsch isoliert, bekommen neue Fenster --> auf einmal ist der Luftwechsel extrem eingeschränkt und es kommt zu Schimmel.

Wurde auch von unter her abgedichtet? Gibt es aufsteigende Nässe?

Wurden die Sanierungsmaßnahmen von Fachfirmen oder privat gemacht?

Sind die Silikonfugen in den Fenstern verschimmelt?
Stehen in den Ecken Schränke, Regale und behindern die Sicht? --> Wegräumen lassen und selbst nachschauen!
Sind die Rauhfasertapeten auf halber Höhe neu?
Sind Ecken/ Flächen neu verputzt?
Riecht es im Haus angenehm oder muffig?


Wie ist die Hochwasserlage? --> es gibt Orte, die sind wunderschön, aber haben zu gewissen Zeiten ein richtiges Problem mit Hochwasser? --> Jahrhunderthochwasser können selten kommen, aber auch schneller als man denkt

Kommen mir gewisse Aussagen/ Begründungen des Voreigentümer "spanisch" vor?
--> Ist alles neu gestrichen?Ist irgendwo etwas ausgekippt? Riecht es nach Chlor oder Alkohol?

Ist die Sanierung der anliegenden Straße geplant?

 

Ich habe gerade bei Bastelfuchs den Hinweis mit dem Dach gelesen. Meine Schwiegereltern haben ihr Dach mitte der 90er komplett neu mit Markenziegeln eindecken lassen. Keine 5 Jahre später wurden diese porös und lösten sich auf.
Sie hatten damals Glück, die Dachdeckerfirma gab es noch und nach einem Rechtsstreit wurde das Dach neu eingedeckt.

 

Zitat von ichmagHolz
Ich habe gerade bei Bastelfuchs den Hinweis mit dem Dach gelesen. Meine Schwiegereltern haben ihr Dach mitte der 90er komplett neu mit Markenziegeln eindecken lassen. Keine 5 Jahre später wurden diese porös und lösten sich auf.
Sie hatten damals Glück, die Dachdeckerfirma gab es noch und nach einem Rechtsstreit wurde das Dach neu eingedeckt.
Was waren das für Dachsteine/Ziegel.
Frage doch mal bitte den Hersteller/Typ nach.
5 Jahre ist ja absolut abschreckend und warum dann erst der Austausch nach Rechtsstreit?

 

Hab gerade nochmal nachgefragt. Das waren 1. Wahl Ziegel von Stadlinger Romanokremper L25.
Sorry hab das falsch verstanden und war damals nicht dabei.
Es ist noch erschrenkender! Die Ziegel haben gerade mal 6 Wochen gehalten.

Nach dem Regen hat der Kalk in den Ziegel getrieben und dadurch ist die Oberhaut aufgeplatzt. Der Dachdecker wollte es nicht auf seine Kosten richten, deshalb der Weg über den Rechtsanwalt. 1,5 Jahre später hat dann der Hersteller Stadlinger die Kosten für eine komplette Neueindeckung und Entsorgung übernommen.

 

Hallo
Ein ganz wichtiger Punkt sind die Erschleißungs unsAanlieger Kosten endabgerechnet. In der Nachtbar Gemeinde "dürfen" die Anwohner von Häusern der 60er nun im Schnitt noch 30 000€ nachzahlen für erneuerung usw.

 

wenn Du auf Nummer sicher gehen willst wegen der Bausubstanz, dann

organisiere eine Baubegehung mit einem Baugutachter. Der Aufwand  lohnt sich sicherlich, da der eventuelle versteckte Mängel entdeckt, die Andere gar nicht mal vermuten. Hier wird dann ein Preisnachlass fällig, um die Mängel zu beseitigen. 

 

Wasser- und Stromleitungen.
Sind die alten Rohre noch dicht, wie sehen die Absperrhähne aus, lassen sie sich noch bewegen und dichen ab?
Wie sehen die Stromleitungen aus? Stoffummantelung, Erdungskabel.

Mein Haus ist 1960 gebaut. Die Wasserrohre sind zwar dicht, aber nicht alle Absperrhähne lassen sich noch bewegen.

Meine Stromleitungen (bis auf ein paar) sind ohne Erdungskabel. Ich werde sie nach und nach alle erneuern.

 

Ich würde auf jeden Fall auch eine Begehung mit einem Gutachter vorschlagen. Die Kosten sind zwar hoch, aber immer noch billiger, als hinterher versteckte Mängel beseitigen zu müssen. Hoffe aber, dass alles gut geht.

 

Ich würde auf feuchte Keller achten,und wie alt ist die Heizung.Bei Feuchtigkeitsmängel gehts gleich ins Geld.

 

einen Gutachter würde ich Dir auch empfehlen..lieber 500 Euro einfach so ausgeben,
als 50000 Euro für Nachbesserungen investieren !
Von einigen Leuten hier schon erwähnt,.. Stromversorgung bereits mit Schutzleiter
( Erdung ) versehen ? Wasserrohre aus verz. Stahl ? noch Blei- Abflussrohre vorhanden ? Wasserhähne kann man leicht erneuern .... Heizung 2005 erneuert, entspricht diese annähernd den neuen Regeln..oder muss sehr viel verbessert werden ?
Bausubstanz :::
Dachstuhl...wie sehen die Balken aus ?? Schädlingsbefall ?? wenn ja,..neuen
Dachstuhl einplanen...kann ein Fachmann erkennen !!
feuchte Stellen in den Ecken von Balkonen..event. auch innen ?
an den Aussenwänden leichte Senkrisse....sind von der Statik her nicht
kritisch, aber müssen abgedichtet und wieder gestrichen werden (auch innen !)
Fenster mit Thermoverglasung ?? und der bereits erwähnte "E"-Ausweis ??
Keller::: wenn eine Ölheizung vorhanden ist, wird derselbe danach riechen,
riecht es in den Ecken muffig, musst Du hier schon genauer nach den Ursachen
schauen !
Ein altes Haus hat durchaus Charakter, aber wenn Du Pech hast, auch leider
versteckte Mängel !
viel Erfolg ..wünscht Hazett
Nachtrag, Beim Sicherungskasten unbedingt einen FI-30mA nachrüsten lassen !

 

Geändert von Hazett (28.08.2011 um 13:16 Uhr)
Vielen Dank. Sind schonmal super Infos! Einen Teil hatten wir schon auf dem Schirm, aber eben nicht alles. 


Einen Gutachter würde ich ein wenig später hinzu ziehen. Wenn es bestimmte für mich erkennbare Probleme gibt, die das Haus unwirtschaftlich machen, würde ich im schlimmsten Fall vorher die Verkaufsverhandlungen abbrechen. Schauen uns nächste Woche das Haus mit dem Handwerker (Fachgebiet: Elektro & Sanitär) viel genauer an.


  • Der Keller ist meiner Meinung nach trocken - Es ist auch nicht muffig/klamm
  • Fassade wurde 2005 gestrichen und isoliert - Keine Risse oder Feuchtigkeitsflecken sichtbar - keine offensichtlichen ganz frischen Renovierungen  
  • Gasheizung mit Warmwasserspeicher plus Pumpen sind von 2005
  • Alle Räume hatten kein Anzeichen von Rissen, Schimmel oder Feuchtigkeit

Dank euren bisherigen Tipps habe ich meinen Fragenkatalog um 6 weitere Fragen an dem Makler/Eigentümer ergänzt. 




Wünsche euch noch einen schönen Sonntag,
Sven

 

eine Begehung mit Baugutachter vor dem Kauf lohnt sich immer, den kein

Haus ist perfekt. Schwere Mängel drücken den Kaufpreis um das was der Gutachter für deren Beseitigung festlegt. Selbst wenn er nichts nennenswertes findet, hat sich die Investition gelohnt. Dann weißt Du, Das Euer Haus keinen zukünftigen Ärger wegen

irgendwelchen starken Mängel verursacht 

 

Hallo ihr lieben,

habe grad ein Haus im 60er Jahre stil selbst sanieren dürfen und hätte dann mal ein paar Tipps für dich, worauf du vorher achten solltest auch wenn die www.bd-bauwerkssanierung.de bei mir ihren Job echt ausgezeichnet erledigt hat
@ Sven L hier eine kleine Liste
-> gerade Wände, oft wurde damals die Wasserwage beim Bau vernachlässigt
-> falls du vorhast etwas umzubauen, oder für z.B. eine größere Küche einen Durchbruch plantst, informier dich VORHER über stützende Wände/Säulen und vorallem die Lage der Leitungen, manchmal wurden die zu der Zeit ein wenig skuril verlegt
-> Dicke Wände sind oft fehlanzeigen in diesen Häusern
-> Böden aus Beton klingt stabil, ist es auch, leitet aber gut jeden Schall weiter, z.B. lautes Bollern
-> Bodenbelag, oft wurden hier mal ein paar Beläge übereinander verlegt, nicht wundern wenn du unter laminat dann noch plötzlich altes Linolium findets

So das war es glaub ich erst einmal, falls du noch Fragen hast, kannst du dich gerne melden

 

Geändert von scaranow (26.10.2014 um 16:45 Uhr) , Grund: Verlinkung gelöscht - Werbung
Servus!

Nach AlinaBau's Antwort ist mir das Haus meines Bruders eingefallen (Bj ca. 1955), dort hatten wir bei der Kernsanierung mit lauter unterschiedlichen Bodenfüllungen zu kämpfen, von Estrich über Beton zu Teer und irgenwelche undefinierbaren Mischungen...

mfg Dieter

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht