Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Wie lange dauert es, bis sich 700x600x18mm Fichtenholz bei 3 °C Außentemperatur verzieht?

28.10.2012, 13:42
Hallo Liebe Holzbaster & Holzbastlerinnen,

ich Plane seit einiger Zeit den Bau von 3 Küchenunterschränken, und zum Gegenwärtigen Zeitpunkt bereiten mir die sinkenen Temperaturen etwas Kopfzerbrechen.

Zum Bau meiner 3 Unterschränke benötige ich 9 Fichtenholzplatten a 800mm x 600mm, welche im Baumarkt auf 6 x 700mm (Seitenwände) und 3 x 600 (Böden) gekürzt werden müssen. Nun ist der Baumarkt ca. 7 KM entfernt, und transportieren möchte ich die Holzplatten mit dem Fahrradanhänger.

Ist davon auszugehen, dass das Holz den ca. 60 minütigen Aussenaufenthalt bei trockenem Wetter (Aussentemp. ca. 3° Grad) verzugfrei übersteht? Oder muss ich damit rechnen, dass das Holz sich direkt verzieht? Ich möchte wirklich ungerne 90€ in den Wind hauen.

PS: Es gibt keine Möglichkeit einen PKW-Transport zu organisieren!
 
Fichtenholz, Temperatureinfluss, verziehen Fichtenholz, Temperatureinfluss, verziehen
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
21 Antworten

Die besten Antworten

Hallo,

die Temperaur ist kein Problem. Da es sich bei demLeimholz aber vermutlich um in Folie dicht eingeschweißte Ware handelt, kannst du nach dem Auspacken vermutlch zusehen, wie sich das Holz krümmt. Das geht binnen Stunden.

Verhindern kannst du das, indem du das Holz möchlichst eben und immer mit Leisten dazwischen stapelst. Z.B. auf Werkstattböcken. Das Holz muss rundum gut belüftet sein. Das oberste Brett kannst du noch ein wenig beschweren. So läßst du das Holz über Nacht liegen und stapelst es auch wenn du längere Arbeitspausen machst (mehr als einen Tag)

Dann sollte sich der Verzug in grenzen halten.

Tanne/ Fichte ist im übrigen nicht so schlimm, was das spätere Arbeiten angeht. Ich habe einen Schrank im Bad, dessen nicht sichtbarer Korpus aus Tanne/ Fichte Leimholz ist, das ist absolut kein Problem. UNd im Bad sind die Luftfeuchte- Schwankungen kurzzeitig höher, als in der Küche.
http://heiko-rech.de/moebelbau/badschrank.php

Mit dem Öl ist es so eine Sache. Man sollte möglichst beidseitig ölen, wobei eine einmalige Grundierung für nicht sichtbare Teile ausreichend ist. Der Grund ist der, dass eine behandelte Oberfläche langsamer Luftfeuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Wenn man nun eine Seite behandlet und die andere nicht, wird das Holz krumm. Das kann auch passieren, wenn eine Seite lackiert wird und eine geölt, da die lackierte Oberfläche sehr dicht ist, die geölte jedoch offenporig. Bei einem Hartwachsöl ist es aber nicht so schlimm, da dieses auch die Fläche sehr dicht macht.

Es gibt große Unterschiede bei den Zeiten, die ein Öl zum durchtrocknen braucht und auch wie lange es noch wie stark riecht. Leinölfirnis oder Produkte die viel davon enthalten benötigen oft sehr lange und riechen sehr stark. Ich verwende sehr gerne Öle von Natural Farben. Wie ich diese Verarbeite kannst du dir hier ansehen:
http://holzwerkerblog.de/werkstatt-2...ndlung-mit-ol/

So behandelt hätte ich keine Bedenken einen so geölten Schrank nach nur wenigen Tagen schon in der Küche in Betrieb zu nehmen.

Eine weitere Alternative wäre innen Schellak, außen Öl. Beides ist leicht zu verarbeiten.

Gruß

Heiko
Das Verziehen des Holzes hat nichts mit der Themperatur zu tun. Schlimmer ist die Luftfeuchtigkeit. Wenn du es einigermassen gut einpackst, dürfte eigentlich in der kürze der zeit nichts passieren.

 

wenn du damit nicht grade durch den regen fährst sollte da nicht viel passiern

 

Funny08  
Wie Geronimo schreibt, das Problem ist die Feuchtigkeit - diese Grafik hier zeigt recht gut, welchen Schwund das Holz je nach Schnittfläche hat: Link

 

Gegenfrage: Wie schnell kannst du denn radeln?

Wenn es nicht gerade regnet, wird nicht viel passieren. Und nach dem Transport lässt du das Holz ja ohnehin ein paar Tage in der Wohnung liegen damit es sich an dein Raumklima gewöhnt.

Irgendwie bin ich trotzdem irritiert. Du hast 6 Seitenteile, aber nur 3 Böden? Bekommen die Schränke keine Oberseite oder willst du da nur dünne Riemen aus dem Verschnitt unterbringen? Rückwände? Türen? Einlegeböden?

Beim Fichtenholz vermute ich mal Leimholz. Das ist in der Küche mit ihren teilweise hohen Feuchtigkeitsschwankungen nicht ganz unproblematisch und verzieht sich auch später gerne mal.

Zum Thema verziehen (bzw. gerade halten) von Leimholz gab es mal interessante Beiträge von holzbastler. Die finde ich bloss gerade nicht.

 

Zitat von Fernton
Gegenfrage: Wie schnell kannst du denn radeln?
Theoretisch sind 30-35 kmh problemlos möglich. Aber mit einem beladenen Anhänger ist von Geschwindigkeiten über 20 Kmh abzusehen.

Wenn es nicht gerade regnet, wird nicht viel passieren. Und nach dem Transport lässt du das Holz ja ohnehin ein paar Tage in der Wohnung liegen damit es sich an dein Raumklima gewöhnt.
Ja. Bretter liegen dann über Nacht in der Wohnung. Am Tag danach würde ich Sie gerne verarbeiten.

Irgendwie bin ich trotzdem irritiert. Du hast 6 Seitenteile, aber nur 3 Böden? Bekommen die Schränke keine Oberseite oder willst du da nur dünne Riemen aus dem Verschnitt unterbringen? Rückwände? Türen? Einlegeböden?
Pro Schrank einen Boden. Oben kommen nur schmale Riemen aus dem Verschnitt zum Einsatz. Durch die "Riemen" schicke ich dann einige Schrauben in die Arbeitsplatte. Dann wackelt da nichts mehr. Die einzelnen Schrankelemente wollte ich über die 32mm Lochreihe mit Verbindungshülsen verbinden. Bei den Türen bin ich mir noch nicht so sicher. Sollen in jedem Fall aus Holz sein. Lamellentüren finde ich schön. Die dann auch nur gut geschliffen und ausreichend geölt.
Der Presskram von Ikea wäre natürlich viel günstiger.
Beim Fichtenholz vermute ich mal Leimholz. Das ist in der Küche mit ihren teilweise hohen Feuchtigkeitsschwankungen nicht ganz unproblematisch und verzieht sich auch später gerne mal.
Ja. Möchte Leimholz verwenden. Es müsste doch reichen, wenn die Bretter gründlich geschliffen, und im Anschluss geölt werden.

Zum Thema verziehen (bzw. gerade halten) von Leimholz gab es mal interessante Beiträge von holzbastler. Die finde ich bloss gerade nicht.
Danke. Ich werde gleich noch ein wenig die Suchfunktion nutzen.

 

Zitat von faulerhund
Es müsste doch reichen, wenn die Bretter gründlich geschliffen, und im Anschluss geölt werden.
Da du immer beide Seiten des Holzes behandeln müsstest, hättest du auch Öl im Schrank. Das ist keine gute Idee, denn Öl braucht luft. Und das noch sehr lange nachdem es sich trocken anfühlt. Mit reduziertem Luftaustausch entwickeln sich schnell unangenehme Gerüche.

 

Zitat von Fernton
Da du immer beide Seiten des Holzes behandeln müsstest, hättest du auch Öl im Schrank. Das ist keine gute Idee, denn Öl braucht luft. Und das noch sehr lange nachdem es sich trocken anfühlt. Mit reduziertem Luftaustausch entwickeln sich schnell unangenehme Gerüche.
So einfach wie ich mir das vorgestellt habe, scheint es wohl nicht zu sein. *aufholzbeiss*
Wie sieht es mit Lack aus? Die Ikea-Birkenmöbel sind ja meistens auch lackiert. Das müsste doch gehen?

PS: Danke an die Moderatoren für das abändern des Titels!

 

Lack ist kein Problem. Für die Küche würde ich einen Acryllack mit PU-Anteil oder einen Kunstharzlack nehmen. Auf jeden Fall nichts mit Hochglanz, das ist im Heimwerkerbereich kaum erfolgreich aufzutragen.

 

Hallo,

die Temperaur ist kein Problem. Da es sich bei demLeimholz aber vermutlich um in Folie dicht eingeschweißte Ware handelt, kannst du nach dem Auspacken vermutlch zusehen, wie sich das Holz krümmt. Das geht binnen Stunden.

Verhindern kannst du das, indem du das Holz möchlichst eben und immer mit Leisten dazwischen stapelst. Z.B. auf Werkstattböcken. Das Holz muss rundum gut belüftet sein. Das oberste Brett kannst du noch ein wenig beschweren. So läßst du das Holz über Nacht liegen und stapelst es auch wenn du längere Arbeitspausen machst (mehr als einen Tag)

Dann sollte sich der Verzug in grenzen halten.

Tanne/ Fichte ist im übrigen nicht so schlimm, was das spätere Arbeiten angeht. Ich habe einen Schrank im Bad, dessen nicht sichtbarer Korpus aus Tanne/ Fichte Leimholz ist, das ist absolut kein Problem. UNd im Bad sind die Luftfeuchte- Schwankungen kurzzeitig höher, als in der Küche.
http://heiko-rech.de/moebelbau/badschrank.php

Mit dem Öl ist es so eine Sache. Man sollte möglichst beidseitig ölen, wobei eine einmalige Grundierung für nicht sichtbare Teile ausreichend ist. Der Grund ist der, dass eine behandelte Oberfläche langsamer Luftfeuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Wenn man nun eine Seite behandlet und die andere nicht, wird das Holz krumm. Das kann auch passieren, wenn eine Seite lackiert wird und eine geölt, da die lackierte Oberfläche sehr dicht ist, die geölte jedoch offenporig. Bei einem Hartwachsöl ist es aber nicht so schlimm, da dieses auch die Fläche sehr dicht macht.

Es gibt große Unterschiede bei den Zeiten, die ein Öl zum durchtrocknen braucht und auch wie lange es noch wie stark riecht. Leinölfirnis oder Produkte die viel davon enthalten benötigen oft sehr lange und riechen sehr stark. Ich verwende sehr gerne Öle von Natural Farben. Wie ich diese Verarbeite kannst du dir hier ansehen:
http://holzwerkerblog.de/werkstatt-2...ndlung-mit-ol/

So behandelt hätte ich keine Bedenken einen so geölten Schrank nach nur wenigen Tagen schon in der Küche in Betrieb zu nehmen.

Eine weitere Alternative wäre innen Schellak, außen Öl. Beides ist leicht zu verarbeiten.

Gruß

Heiko

 

Bei trockenem Transport und trockener Lagerung sollte das klappen!

 

Macht es bei Küchenunterschränken nicht eher Sinn beschichtete Spanplatte zu verwenden und eventuell nur die Fronten in Kiefer zu machen? So verzieht nichts! Du brauchst nichts ölen und preiswerter wirds auch noch

 

Ich finde es interessant wie man von der Transportfrage auf das Anzweifeln der Materialwahl kommt

 

Zitat von Heimwerker_der_Herzen
Macht es bei Küchenunterschränken nicht eher Sinn beschichtete Spanplatte zu verwenden und eventuell nur die Fronten in Kiefer zu machen? So verzieht nichts! Du brauchst nichts ölen und preiswerter wirds auch noch


.. .das habe ich gestern auch gedacht.
Auch würde ich die Spanplatten nicht im Baumarkt zuschneiden lassen da sich bei diesen Größen recht schnell (immerhin 3,6 m²) nicht mehr rechnet.

Wenn Du einen fertigen "Spanplatten-Korpus" in der Größe (600*600*700mm) kaufst, zahlst Du nicht mehr als 20€ pro Unterschrank, inkl. der notwendigen Beschläge und einer passenden Rückwand in 4mm beschichteter Hartfaser. Bei drei Schränken ergibt das in Summe 60€ für baufertige Küchenunterschränke.

 

Zitat von Meister_Eders_Lehrling
Ich finde es interessant wie man von der Transportfrage auf das Anzweifeln der Materialwahl kommt
Da wirst Du Dich dran gewöhnen müssen ........

 

Zitat von Meister_Eders_Lehrling
Ich finde es interessant wie man von der Transportfrage auf das Anzweifeln der Materialwahl kommt

Das war doch kein Anzweifeln sondern nur ein Vorschlag!

Neben vielen Ratschlägen hinsichtlich Transport, Lagerung usw. darf sicherlich auch auf Material eingegangen werden das bspw. keinerlei Probleme beim Transport und der Verarbeitung aufwirft.

Da der TO mit keiner Silbe auf den Grund seiner Materialwahl eingeht besteht ja auch die Möglichkeit das er dahingehend flexibel ist und eine Spanplatte bei der Küchenplanung noch nicht andachte ...

Ich kann daran nichts Schlimmes erkennen ...

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht