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Wie haltet ihr das mit dem Einbruchschutz?

03.02.2016, 15:01
Leider liest man in den vergangenen Monaten fast täglich in der Tageszeitung von stattgefundenen oder gerade noch vereitelten Einbrüchen. Ob dies nun wirklich eine Zunahme ist, oder ob lediglich heute mehr als früher darüber zu lesen ist, kann ich nicht beurteilen. Statistiken der Polizeibehörden belegen allerdings teils deutliche Zunahmen.

Ich mache mir daher auch Gedanken, mit welchen Mitteln ich mein Eigenheim sicherer machen kann. Die einschlägigen Beratungsstellen sind mir durchaus bekannt. Vorallem bei Fenstern und Terassentüren wird ja häufig zu einem Nachrüsten der Beschläge zu sogenannten Pilzkopfverriegelungen geraten. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch zig weitere Sicherungsmöglichkeiten. Kellerfenster werden natürlich bei mir mit Gittern gesichert, aber beim Rest bin ich ehrlich gesagt (noch) ratlos.

Prinzipiell würde ich natürlich schon zur Nachrüstung der Beschläge tendieren, aber preislich ist das mal eine Größenordnung, die man erst einmal verdauen muss. Zumal es sicherlich nicht allein mit dem Tausch eines Beschlags getan ist. Ich denke vor dem Einschlagen einer Fensterscheibe schützt auch der beste Beschlag nichts.

Daher meine Frage. Habt ihr euch bereits darüber Gedanken gemacht und wenn ja, welche Möglichkeiten habt ihr für euch gewählt? Würde mich über eure Meinungen freuen.
 
Beschläge, Einbruchschutz Beschläge, Einbruchschutz
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68 Antworten
Maggy  
Ja, das ist wirklich einhochaktuelles Thema. Bei uns in der Gegend nahm im letzten Halbjahr die Einbruchsquote um über 10% zu, im Nachbarort um 25%.
Als Allererstes haben wir unsere Versicherungspolice nochmals genau geprüft. Über Weiteres denken wir noch nach.

 

Ich hab mir mal Gedanken gemacht und auch mich ein wenig beraten lassen.
Die für mich aussagekräftigste Beratung kam dabei von einem Kripo-Beamten, der sich die Spuren eines erfollosen Einbruchversuchs an einem unserer Fenster angesehen hat.
Seine Grunddannahme und Schlussfolgernungen (im Rahmen seiner Arbeit teilweise statistisch untermauert):
  • Der Einbrecher will schnell und unauffällig rein und schnell wieder raus.
  • Scheibe einschlagen passiert fast nie (Ich wohn in der Stadt, nicht alleine im Wald...)
  • Wenn er nicht innerhalb 5-10 Sekunden das Fenster oder die Tür offen hat geht er vielleicht noch zum nächsten Fenster/Tür, hat er bei zwei oder drei Öffnungen kein Glück verlässt er das Grundstück
  • An meiner Haustür werde ich wohl nie Einbruchspuren finden, da massive Holztür mit vernünftigen Beschlägen und Zusatzschloss
  • Fenster/Terassentür mit Pilzkopfbeschlägen sind vorhanden -> passt
  • Zusatzschlösser an älteren Fenstern bringen seiner Ansicht nach wenig, da der Versuch erstmal gestartet wird (keine Abschreckung)
  • "Flutlicht" mit Bewegungsmelder als abschreckende Maßnahme ist sinnvoll (muss aber außerhalb der Reichweite montiert sein um Manipulation zu verhindern)
  • Einsehbares Grundstück ist gut, Sichtschutz nutzt auch dem Einbrecher
  • Alarm- oder Kameraatrappen bringen wenig (werden erkannt oder zerstört)
  • Alarmanlage im Privathaus bringt wenig (Fehlalarme nerven die Nachbarn, guter Einbrecher umgeht´s)
Und umgesetzt habe ich:
Fenster/Terassentür mit Pilzköpfen
Einsehbares Grundstück (noch)
Fenster und Türen werden konsequent bei Abwesenheit verschlossen
An der Kellertür kommt noch ein Zusatzschloss
Über Flutlicht denk ich mal nach

 

Versicherung ist schon mal gut, aber
a) Sicherungsmaßnahmen müssen gut genug sein, dass die Versicherung auch zahlt
b) für das ungute Gefühl, wenn einer da war, bekommt man schlichtweg nix. Oder höchstens Beruhigungsmittel vom Arzt...

 

In der Firma indem ich arbeite haben wir auch eine Sparte für Sicherheit. Es ist schon erschreckend was man so hört. Beinahe alle die sich bei uns nach derlei Technik fragen tun dies weil bei ihnen bereits eingebrochen wurde. Es wundert mich immer wieder das die Leute zu glauben scheinen "passiert nur den anderen aber mit nicht."

Aus Erfahrung wissen wir das der Eigentumsschutz eine Angelegenheit für Fachleute ist. Wer in den Baumarkt geht und sich etwas kauft kennt oftmals die Zusammenhänge nicht, gibt Geld aus und wundert sich irgendwann das bei ihm doch eingebrochen wurde.

 

Janinez  
das ist nicht einfach, ich habe natürlich alle Türen mit mehrfachbolzen und die Fenstergriffe zum Abschließen, aber man kann einfach nicht alles sichern.................

 

Woody  
Im Firmenobjekt wurde ich innerhalb von 2 Jahren 3x Opfer eines Einbruchs (2x vollendet, 1x Versuch). Während der Winterpause, wo das Haus nicht bewohnt wird. Zu klauen gab es nichts, Sachschaden war enorm, aber durch die Versicherung gedeckt.

Was mich jedoch frustriert hat, die Polizei hat nicht einmal den Versuch unternommen, die Täter zu finden. Keine Tatortsicherung, keine Sicherstellung der Fingerabdrücke an der Terassentüre bzw. Fenster, gut sichtbare Fußabdrücke an der Hauswand wurden auch nur zur Kenntnis genommen, das zurückgelassene Einbruchswerkzeug haben wir selbst nach Wochen im Garten gefunden. Lediglich die Bestätigung für die Versicherung erhielt ich.

O-Ton des Kripo-Beamten: "die sind so schnell über der Grenze, die erwischen wir eh nie"

 

Woody  
In meinem Haus hab ich Sicherheitstüren sowohl ins Haus als auch aus dem Keller ins Haus. Innengitter bei Terassentüre, Jalousien, timergesteuerte Beleuchtung und vor allem: ich hab einen Hund

Fenster werden grundsätzlich beim Verlassen des Hauses geschlossen, egal wie heiß es auch sein mag.

Ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis gibt mir auch etwas Sicherheit, man schaut gegenseitig auf des anderen Eigentum.

Und wenn mal jemand anläutet und mir was andrehen will, sag ich immer: muss erst meinen Mann fragen. Könnte ja ein Auskundschafter auch sein. Hintergrund: Alleinstehende sind auch gerne Opfer von Einbrüchen.

 

kjs
wir haben 2 Hunde die richtig voll anschlagen wenn jemand den sie nicht kennen ums Haus schleicht. Obwohl die Einbruchsrate in den USA viel höher war/ist hatten wir dadurch nie ein Problem. Die sind dann in die Nachbarhäuser.
Wie schon oben gesagt wurde gehen die Einbrecher auf Nummer sicher. Man kann nur hoffen daß ein Nachbarhaus ziemlich "offen" ist und die dorthin gehen.

 

Woody  
Interessanterweise bellt mein Hund auch nur bei ihm unbekannten Personen, welche bei den Nachbarn rumschleichen. Dadurch sind schon etliche richtiggehend geflüchtet. Konnte ich von meiner Werkstatt aus beobachten.

 

Janinez  
hast also doch einen Wachhund Woody............................................. ................

 

Eine individuelle Beratung durch die Polizei ist sicherlich empfehlenswert (und kostet nichts). Eine 100%ige Sicherheit erreicht man nicht, aber wie eingangs schon geschrieben, gilt es den Halunken das Leben so schwer wie irgendwie möglich zu machen.

Bester Schutz ist übrigens ein aufmerksamer Nachbar, der auch einfach mal die Polizei ruft. Die Jungs (und Mädels) kommen nämlich tatsächlich fix vorbei - man muss sie nur rufen!

 

Na das werd ich hier bestimmt erzählen

 

Zitat von Mopsente
Eine individuelle Beratung durch die Polizei ist sicherlich empfehlenswert (und kostet nichts). Eine 100%ige Sicherheit erreicht man nicht, aber wie eingangs schon geschrieben, gilt es den Halunken das Leben so schwer wie irgendwie möglich zu machen.



Bester Schutz ist übrigens ein aufmerksamer Nachbar, der auch einfach mal die Polizei ruft. Die Jungs (und Mädels) kommen nämlich tatsächlich fix vorbei - man muss sie nur rufen!
Ja das stimmt, aber bei unser Nachbarin haben sie eingebrochen als wir im Wohnzimmer saßen wir haben nix mitbekommen, unser Hund auch nicht. Erst als die Kripo bei uns geklingelt hat um auf bei uns zu gucken und uns zu befragen. Mir ist nur 1 Tag vorher ein Auto mit auswärtigen kennzeichen aufgefallen. Die beobachten erst uns schlagen blitzschnell zu. Die wissen ganz genau wo man suchen muss, bei einer alten Oma.

Ende vom Lied Oma wollte nie wieder zurück :/

 

Meine Frau arbeitet bei einer Versicherung und hatte letztens erst wieder eine Schulung incl. Übungsteil bei einem Schloß- und Einbruchs-Sachverständigen.
Der meinte auch, dass heutzutage kaum noch Scheiben eingeschlagen werden.
Macht erstens recht viel Krach,
zweitens kann sich auch der Einbrecher böse verletzen, wenn er versucht, durch die Öffnung zu greifen und
geht drittens auch nicht nur mit einem Hammerschlag (wenn der Einbrecher nicht gerade einen Vorschlaghammer dabei hat).
Das Einschlagen der Scheibe durfte meine Frau selbst mit einem normalen Hammer testen; war gar nicht so easy, meinte sie.
Einbrecher hebeln heutzutage lieber Fenster auf, mit einem Brecheisen o.ä.
Dagegen hilft nur eine ordentliche Verriegelung, wie z.B. die angesprochene Pilzkopfverriegelung.
Diese haben wir gleich beim Bau des Hauses einbauen lassen, dazu abschliessbare Fenstergriffe in der unteren Etage.
Die Kellerfenster haben Gitter. Dazu haben wir Strahler mit Bewegungsmelder an der Strassen- und Gartenseite montiert.

Was man so hört und liest, sind die Einbrecherbanden heutzutage gut organisiert, incl. Leute, die lohnende Objekte ausspähen.
Da hilft nur Abschreckung durch Licht, ordentliche Schlösser, geschlossene Fenster und heruntergelassene Außenjalousien (wenn man nicht zu Hause ist) und ggf. eine Anwesenheitssimulation ... und aufmerksame Nachbarn.

Eine Aussenkamera bringt m.E. nicht viel. Da setzt der Einbrecher halt 'ne Mütze / Maske auf und schon ist er nicht mehr zu erkennen. Damit kann man vielleicht Gelegenheitseinbrecher abschrecken, Profis nicht.
Eine Alarmanlage dient m.E. auch nur der persönlichen Beruhigung. Ausserdem habe ich schon gehört, dass die Anlagen gern angetestet werden. Der Beitzer hält das dann für einen Fehlalarm und ändert die Schwellwerte oder schaltet sie entnervt aus.

Bei der Schulung, die meine Frau hatte, gab es auch so eine Art Hausmesse. Da lagen Kataloge mit diversen Hilfsmitteln für Sicherheitsfirmen, Sachverständige und Schlüsseldienste rum, incl. Werkzeuge für Picking usw.
Das kann man alles frei kaufen ... und ein Einbrecher kann das auch.

 

Interessant kaosqlco was du schreibst. Danke

 

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