Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Wie fräse ich mit der Oberfräse eine Saftrille?

02.09.2012, 19:11
Liebe Gemeinde,
mich würde mal interessieren, wie ihr genau vorgeht, wenn ihr mit der OF eine Saftrille fräst. Damit meine ich ganz allgemein eine umlaufende Nut / Hohlkehle / Profil parallel zur Brettkante in ein rechtreckiges Brett fräsen. Wie führt ihr dabei die OF? Parallelanschlag, Führungsschiene, Schablone, Fräsrahmen? Jetzt kommt die entscheidende Frage: Wie stellt ihr dabei sicher, dass die Nuten sich in der Ecke zu 100% genau treffen? Danke schon mal für Eure Antworten und viele Grüße
 
Hohlkehle, Nut, Oberfräse, Saftrille Hohlkehle, Nut, Oberfräse, Saftrille
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
17 Antworten
Im Workshop haben wir auch eine Saftrille gefräst.

Dort wurde die Saftrille mit einer Schablone und der Kopierhülse an der OF durchgeführt.

Die Ecken treffen sich automatisch...

 

Dafür sind die verschiedenen Abstände und Rundungen einer Oberfräse zum Mittelpunkt des Fräsers natürlich total ungeeignet. Ich würde mir eine dünne quadratische Auflage für die Oberfräse basteln und die unten ran schrauben. Dann kannst Du rings um das Brett, in das die Nut soll, mit gleichem Abstand einen Anschlg positionieren. Auf diese Weise kannst Du mit der Oberfräse von Ecke zu Ecke fahren und hast immer den selben Abstand.

 

Hallo Ollli,

bei den wenigen Schneidbrettern, die ich bisher mit einer umlaufenden Saftrille gemacht habe ging ich wie folgt vor:

Oberfräse mit Parallelanschlag ausgerüstet, Verlauf der Saftrille genau angezeichnet und an den Enden nach Anriss gefräst. Lieber in den Ecken nicht zu weit fräsen, als zu weit. Die Ecken habe ich dann mit Stechbeitel und ein wenig Schleifpapier angepasst. Für Einzelanfertigungen sicherlich ein gangbarer Weg.

Wenn ich mehrere gleiche Bretter mit Rille machen müsste, würde ich mir auf jeden Fall eine Schablone bauen. In der Regel reicht ja ein einfacher, rechteckiger Rahmen. Solche Schablonen kann man binnen weniger Minuten herstellen. Ich nehme dazu Abfallbretter bis max. 18mm Stärke, schneide sie auf die benötigten Maße und verbinde diese mit Pocket Holes. Das geht viel schneller als die Schablone aus einer Platte zu sägen und wird sehr genau.

Dass die Schablone breit genug sein muss, dass die OF genug Auflage hat, brauche ich dir ja nicht zu erklären.

Als jemand, der sehr gerne kocht, habe ich mir das Fräsen von Saftrillen in Schneidbretter aber abgewöhnt. Ich finde da setzt sich zu viel Dreck drin ab. Meine derzeitgen Schneidbretter sind alle ohne Rille. Wenns mal zu saftig wird, lege ich das Schneidbrett auf die Ablage der Spüle. Dann geht der Saft direkt in den Ausguss.

Gruß

Heiko

 

Geändert von holzbastler (02.09.2012 um 19:26 Uhr)
wollt ich auch gerade schreiben aber gschafft war schnelle. ist somit eigentlich alles gesagt

 

Wieder einmal was dazu gelernt, habe ich leider auch nicht gewußt, nun aber schon....

 

Zunächst einmal herzlichen Dank für schnellen Antworten!

@Frank: Kannst Du das bitte noch genauer erklären. Habt ihr die Schablone innen auf dem Werkstück befestigt oder einen Rahmen so wie Heiko es beschreibt auf den Aussenkanten des Werkstücks fixiert? Wie wurde die Schablone am Werkstück befestigt?

@Heiko: danke für Deine ausführliche Antwort. Die Parallelanschlagmethode funktioniert wohl nur bei einfachen Nuten. Komplexere Profile lassen sich in den Ecken sicherlich nur schwierig nacharbeiten. Ich habe es einmal mit try and error gemacht, wobei ich die Ecken vorsichtig mehrfach angefahren habe. Hat ewig gedauert.

Die Rahmenmethode würde ich auch favorisieren. Was hältst du davon, den Rahmen an den Seiten so nach unten aufzudoppeln, damit er sich automatisch über dem Werkstück positioniert?

Wie vermeidet ihr Brandspuren insbesondere beim Eintauchen und in den Ecken, wo der gleichmäßige Vorschub sicherlich für einen Moment unterbrochen wird. Was ist mit der Drehzahl der Oberfräse? Ehr weniger Drehzahl und langsamer Vorschub, um eben die gefahr vonBrandspuren zu minimieren?

Gruß Olli

Ps.: Mitr geht es nicht um die Saftrille sondern um die Arbeitstechnik an sich.

 

Zitat von Hobbyholzwerker
...

@Frank: Kannst Du das bitte noch genauer erklären. Habt ihr die Schablone innen auf dem Werkstück befestigt oder einen Rahmen so wie Heiko es beschreibt auf den Aussenkanten des Werkstücks fixiert? Wie wurde die Schablone am Werkstück befestigt?

...
Wir haben die Schablone innen bzw. auf das Werkstück befestigt. Die Befestigung ansich war leicht. Wir haben 4 kleine dünne Nägel am Werkstück genagelt und die Schablone oben aufgrdrückt.

Wenn du die Nägel am Werkstück wieder ziehst nur an jeder Stelle in der dünne Nagel war ein Tropfen Wasser. Das "Loch" quillt dann wieder zu und du siehst danach nichts mehr von dem Nageleinschlag.

 

könntest aber auch nen ramen ausen rum machen und das überstehende des ramens aufdoppeln

 

Hallo Ollli,

den Rahmen würde ich mit unten angeschraubten Leisten fixieren. Dann stört beim Fräsen keine Zwinge oder ähnliches. Da man immer geringe Tolleranzen hat, würde ich wie folgt vorgehen um den rahmen Spielfrei zu positionieren:

Zwei Leisten genau positionieren und befestigen, eine längs und eine quer. Den Rahmen auf die Werkbank legen, Schneidbrett auf den Rahmen, gegen die Leisten drücken und dann erst die beiden anderen Leisten anschrauben. So sitzt der Rahmen fest und verschiebt sich beim Fräsen nicht einmal minimal.

Brandspuren beim Eintauchen zu verhindern ist je nach Fräser und Holzart nicht ganz einfach. Versuch mal das "Fliegende Eintauchen", also beim Eintauchen bereits die Maschine nach vorne bewegen.

Gruß

Heiko

 

@Frank: Wie habt ihr denn die Schablone exakt positioniert? Wie gut seit ihr denn um die Ecken gekommen? Hier sehe ich bei mir die Gefahr, dass ich gerade bei scharfen Ecken nicht rum komme sondern munter weiter geraderaus fräse. An drei Ecken geht´s gut und dann zack ...

@Heiko: Super Idee mit dem Anpassen der Leisten. Das erinnert mich an Deinen Tipp zum Schablonenbau, wo Du ein Scharnier mit Sperrholzstreifen eingerahmt hast. Kann ich leider nicht mehr auf Deiner Homepage finden.
Das fliegende Eintauchen kenn ich von "meinen" eingesetzten Zierhohlkehlen. Wenn ich das nicht mache, sind Brandspuren am Eintauchpunkt nicht zu vermeiden. An den Ecken hilft wahrscheinlich nur üben üben üben.

 

Hallo Olli,
Zitat von Hobbyholzwerker
@Heiko: Super Idee mit dem Anpassen der Leisten. Das erinnert mich an Deinen Tipp zum Schablonenbau, wo Du ein Scharnier mit Sperrholzstreifen eingerahmt hast. Kann ich leider nicht mehr auf Deiner Homepage finden.
Der Artikel ist immer noch da, wo er immer war:
http://heiko-rech.de/grundlagen/schablone.php

Ich habe die Seite http://heiko-rech.de ja nicht verändert. Alle Inhalte auf den Holzwerkerblog zu portieren ist mir viel zu viel Arbeit.

Gruß

Heiko

 

Zitat von Hobbyholzwerker
@Frank: Wie habt ihr denn die Schablone exakt positioniert? Wie gut seit ihr denn um die Ecken gekommen? Hier sehe ich bei mir die Gefahr, dass ich gerade bei scharfen Ecken nicht rum komme sondern munter weiter geraderaus fräse. An drei Ecken geht´s gut und dann zack ...
...
Die Schablone haben wir mittig zentriert und dann, wie geagt, mit Nägeln befestigt.

Das Umfahren der Ecken war in der Tat nicht so einfach und wir haben das im Bereich der Ecken sehr konzentriert und langsam gemacht. Unsere Ecken waren auch abgerundet, aber trotzdem, kurz nicht aufgepasst und die Rille ist "verlängert"... das wärs dann gewesen

 

@Frank: Danke für Deine Einschätzung. Hmm, beim "langsam machen" besteht dann wieder die Gefahr von Brandspuren. Aber ich finde es toll, dass ihr solche schönen Geschichten in dem Kurs gelernt und selber geübt habt. Als Alternative zu den Nägelchen kannst Du auch Doppelklebeband zum Fixieren der Schablone verwenden.

@Heiko: Danke für den Link. Ich hatte an der falschen Stelle gesucht. Zweiten Parallelanschlag hab ich übrigens nach Deiner Anleitung schon vor längerer Zeit nachgebaut.

Viele Grüße

Olli

 

Ja Olli... der Kurs war klasse und als OF-Neuling habe ich einiges an Tipps und der Handhabung einer OF mit nach Hause genommen. Jetzt muss ich meine eigenen praktischen Erfahrungen machen und das wird spannend

 

Mit den Brandspuren:

Ich denke da wird die beste Methode wieder sein, nicht die ganze Nut auf einmal zu fräsen. Lieber den Fräser erstmal nicht so tief "eintauchen" und beim letzten Durchgang nur minimal abfräsen. Bei geringerem Widerstand wird der Fräser nicht so heiß und der Abtrag ist wesentlich dünner.

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht