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Welches Öl für Buche Leimholz?

10.12.2015, 13:13
Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage:

Ich habe aus Buche-Leimholzplatten ein Regal gebaut, welches prima zu der Kernbuche-Einrichtung im Wohnzimmer passt. Damit das Regal etwas geschützt ist, weil dort auch mal Blumen abgestellt werden, die tropfen können, habe ich das Regal mit Osmo TopOil 3058 Farbton natural 3 mal geölt.

Das Ergebnis war nicht sonderlich schön, sehr rauh und milchig.

Durch Nachschleifen mit dem Bosch PEX300AE und 240er Körnung sind die Flächen schön glatt, aber der milchige Schleier auf dem Holz ist immer noch da.

Macht es Sinn, hier nochmals mit einem farblosen Öl nachzuölen? Eventuell Tungöl?

Ich bin für jeden Tip dankbar.

Gruß
Chris
 
Buche, Buchenleimholz, Holzbehandlung, PEX 300 AE Buche, Buchenleimholz, Holzbehandlung, PEX 300 AE
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37 Antworten

Die besten Antworten

Zitat von George1959
...
Schade das es so wenig Toleranz und gegenseitige Respekt hier bei Bosch gibt. Dass hätte ich nicht erwartet.
...
Hallo George,

bitte lasse dich nun nicht entmutigen weiterhin deine wertvollen Ratschläge mitzuteilen. Auch wenn dich in diesem Thread Beiträge erreicht haben, welche den Umgangston und den selbstverständlichen gegenseitigen Respekt in Frage stellen könnten, bin ich jemand der auf deine Mtwirkung und deine Ratschläge im Forum niemals verzichten möchte
Die Geschichte um das es hier geht ereignete sich im Jahre 2003.

Das Thema ist „Didgeridooherstellung“ dem ich mich seit 12 Jahren widme. Die Instrumente – grob geschildert – werden halbiert, ausgehöhlt und wieder zusammen geleimt.

Wenn sich in der Wandung lockere Äste befinden werden diese möglichst herausgeholt, mit etwas Leim versehen und wieder an ihrem Platz gebracht. War dies nicht möglich wurde aufgebohrt und ein Pfropfen eingesetzt.

Als Holz hatte ich mir ein Ast von einer Korkenzieherweide besorgt. Nachdem aushöhlen wurden mehrere Äste wie oben beschrieben behandelt. Nach Fertigstellung wurde das Instrument innen geölt. Hierzu verwendete ich ein altbewährtes Öl aus dem Supermarkt. Der Vorgang ist denkbar einfach. Ein Ende wird vorübergehend versiegelt und in das noch offene Ende wird das Leinöl eingefüllt. Offene Ende dann ebenfalls verschließen und das ganz hin und her schwenken, drehen bewegen bis man sicher ist alle Stellen im Inneren erreicht zu haben. Anschließend ein Ende öffnen und das Öl herauslaufen lassen. Dann für mehrere Tage aufhängen sodass überschüssiges noch auslaufen kann.

Die Prozedur wiederholte ich in Abständen von ca. 12 Wochen drei Mal. Mit der Zeit wurde das Öl hart, die Oberfläche befand ich für gut und das Instrument wurde zum Spielen freigegeben. Nach ca. 6 Monate bemerkte ich das die Stellen an denen sich die Äste befanden sich kleberig anfühlten. Bei nähere Betrachtung stellte ich fest, dass die Aststücke sogar locker waren. Dass hätte mich normalerweise nicht weiter verwundert denn diese haben ein anderes Schwindverhalten als das umliegende Holz. Hier war es aber anders denn es war zu erkennen dass sich der Leim tatsächlich gelöst hatte und wurde zu einer Gelartige Masse. Ich versiegelte die Stellen von außen erneut mit Holzleim.

Nach weiteren ca. 6 Monate geschah es erneut und der Leim war wieder Gelartig geworden. Dieses Mal jedoch bemerkte ich das auch die Fugen entlang des gesamten Instruments angegriffen waren. Am Ende beschloss ich das Instrument komplett zu überarbeiten und künftig auf Öl zu verzichten.

In kleineren Versuchen konnte ich dies nachstellen (mit Quadern aus Buchenholz). Bei Holzleim von Ponal und UHU betrug die „Wartezeit“ ca. 4 bis 6 Monate bis sich etwas tat. Bei den Wasserfesten Varianten beider Hersteller sowie den Propellerleim von Bindulin zeigten sich diese Veränderungen nicht.

Bei einer anderen Gelegenheit konnte ich erleben wie Minzöl ein PU-Klarlack komplett aufgelöst hatte. Hierbei lernte ich mittels weitere Recherche das Ätherische Öle durchaus Kunststoffe angreifen können.

Öle sind grundsätzlich Lösemittel und es spielt auch eine Rolle ob es sich um gesättigte oder nicht gesättigte Fettsäuren handelt.

Seit diese Erlebnisse halte ich mich zumindest bei der Herstellung meiner Instrumente von Öl und Co. fern. Zumal diese bieten ohnehin (wie ich dazu gelernt habe) keinen ausreichenden Schutz vor Feuchtigkeit oder sonstige Einflüsse die der Alltag mit sich bringt.

Ich denke meine Vorsicht im Zusammenhang mit Verklebten Hölzer und Öl jetzt etwas verständlicher geworden sein durfte.
kjs
Bei Tungöl hat mich immer der Geruch davon abgehalten es auf irgendetwas zu streichen. Für mich stinkt das nach ranzigem Schweinefett....
Außerdem weiß ich nicht ob sich das mit dem Osmo veträgt und die Sache nicht noch schlimmer macht.

Das Osmo enthält auch Wachs und es könnte sein, daß Du da eine zu dicke Schicht aufgetragen hast die dann milchig wird. Ich würde zuerst einmal probieren das Ganze etwas "aufzupolieren" oder besser gesagt versuchen etwas abzutragen. Kräftig in Faserrichtung mit einem Tuch darüber reiben um eine evtl. vorhandene zu dicke Wachsschicht zu entfernen. Das könnte helfen die Milchschicht zu entfernen.

 

Maggy  
Versuche doch mit einer Polierquaste, die man auf die Bohrmaschine stecken kann, die milchige Schicht abzupolieren.
Möchtest Du einen sanften, seidigen Glanz bekommen, dann verwende Mohnöl.
Möchtest Du die Struktur des Holzes noch betonen, dann verwende Leinölfirnis.
Beides schützt das Holz auch vor Wasserflecken.

 

Das ist ein schönes Vorhaben.

Auch wenn es jetzt zu spät ist dann vielleicht für das nächste mal. Als erstes sollten die Rohholzflächen gewässert werden damit die Fasern hochkommen. Hier genügt es wenn die flächen einfach naß gemacht werden und nach ca. 10 Minuten das überschüssige Wasser einfach abwischen. Nach dem Trocknen dann feinschliff und erst dann mit Öl behandeln.

Bei Holzverbindungen welche verleimt wurden sollte beachtet werden das einige Öle den Leim angreifen können. Das kann dazu führen das die einzelne Latten auseinander fallen. Ich verwende keine besondere Öle sondern gehe einfach in den Supermarkt und kaufe ganz ordinäres Leinöl.

Öle machen die Oberfläche schön aber nur im geringen Maße Wasserabweisend. Wenn damit zu rechnen ist das die Flächen immer wieder naß werden könnten dann würde ich eher ein Klarlack in Betracht ziehen.

 

Ich fürchte da lässt sich mit einfachem Aufwand nichts mehr reparieren.
Buche nimmt aufgrund seiner Struktur nur begrenzt Pigmente von Ölen auf.
Was nicht von allein innerhalb 10-15 Min eingezogen ist muß wieder weggewischt werden.
Und da denke ich liegt der Knackpunkt.
Nach dem ersten mal hats dir nicht gefallen, also nomma was drauf.
Der dritte Auftrag hat dem Holz dann wahrscheinlich den Rest gegeben.
Der milchige Schleier stammt von Öl und Pigmenten das nicht eingezogen ist, und der geht nicht durch nochmaliges Ölen weg.
Ist die Oberfläche eventuell auch noch klebrig? Das würde meine Vermutung bestätigen.

Zum Osmo Topoil selbst...
Ich hatte mit meinem Neffen einen Esstisch und ein paar Bänke aus alten Paletten gebastelt. Geölt hat er selbst mit Osmo Topoil in Akazie.
Rückstände von nicht eingezogenem Öl hat er entfernt, 2 mal anstreichen reichte dicke.
Entweder die Pigmente sitzen in den vertiefungen oder es wird eh nix.
Auf einem Reststück hat er die üblichen verdächtigen wie Ketchup, Cola, Bier und andere Sossen aufgebracht und ne Zeit einwirken lassen.
Lässt sich nach seiner Aussage Problemlos entfernen.
Wie es sich bei einer dauerhaften Einwirkung verhält wird aber erst die Zeit zeigen.

Zum Wässern sag ich mal nix, funktioniert aber ich mach das nicht mehr.
Lieber beim letzten Schliff ein Nagelneues Schleifmittel nehmen, funktioniert genauso.

Ohne Bilder nicht genau einzuschätzen, ich vermute halt das du alles runterschleifen musst um den Schleier wegzubekommen.

 

Zimmertemperatur? Wie lange her?
Kann schon daueen bis es ausgehärtet ist ...

 

Nachtrag: Öl schützt nie vor Wasser - Staunässe. Auf Dauer machen sogar viele Lacke Probleme. Sogar Parkettlack. Niemals Porzellan- oder Keramikübertöpfe verwenden, besser Kunststoff oder Untersetzer aus Kunststoff/Silikon ... Unterlegen. Der unlasierte Teil des Bodens genügt um Verfärbungen zu erhalten ...

 

Zitat von George1959
Das ist ein schönes Vorhaben.
Bei Holzverbindungen welche verleimt wurden sollte beachtet werden das einige Öle den Leim angreifen können. Das kann dazu führen das die einzelne Latten auseinander fallen.
Ähm, glaubst Du das, was Du da schreibst??
Falls ja, dass geöltes Leimholz sich schlecht verleimen lässt, stimmt, aber das Öl ein Leimholz zerlegt ist mir aber sowas von neu, da müsste ja jedes gekaufte geölte Leimholz auseinanderfallen... Stichwort: Akazienleimholz bekommst du grundsätzlich nur geölt.... Und das bekommst Du in Platten...

 

Also da liegst aber extrem daneben George mit deiner Aussage .
Habe ich ja noch nie gehört das leimholz- geleimtes Holz beim ölen, der Oberflächenbehandlung sich nachträglich trennt,
Aber lerne gerne noch dazu ..

Ich verarbeite sehr viel Buchen- Akazienleimholz auch in der Restauration ,da ist noch nie etwas auseinander gegangen . Noch nicht mal wenn es übersättigt eingelassen wurde ..
Selbst eine Behandlung mit Alkohol- Schellack schafft das nicht..




 

Das TopOil Natural ist weiß Pigmentiert. Also ist es normal das wenn es zu dick aufgetragen wird der milchige Schleier zu sehen ist.
Wenn es nicht gefällt, dann muß die Oberfläche abgetragen werden und mit farblosem Oil geölt werden.

 

Zitat von Holzkunst
Also da liegst aber extrem daneben George mit deiner Aussage .
Habe ich ja noch nie gehört das leimholz- geleimtes Holz beim ölen, der Oberflächenbehandlung sich nachträglich trennt,
Aber lerne gerne noch dazu ..

Ich verarbeite sehr viel Buchen- Akazienleimholz auch in der Restauration ,da ist noch nie etwas auseinander gegangen . Noch nicht mal wenn es übersättigt eingelassen wurde ..
Selbst eine Behandlung mit Alkohol- Schellack schafft das nicht..
Womöglich hast du einfach noch nicht ausreichende Erfahrungen gesammelt um diese Dinge zu erleben.

 

@George
Sorry das ich auf deinen sinnvollen - sehr geistreichen Beitrag deiner Vermutung,erst jetzt antworte, aber kam vor lauter schmunzeln- lachen darüber nicht früher dazu .

Um deine Frage zu beantworten oder deine Vermutung , wahrscheinlich hast du recht ....kann natürlich auch sein, bloß muss ich dich da echt enttäuschen im Gegensatz zu deinem angelesenen wissen, übe ich es praktisch jeden Tag in meinem Bertieb aus und weis wovon ich spreche..
Also unsinnig deine Frage. Aber ich lasse sie mal so stehen, denn manchmal sind freie Gedanken besser als geschriebene ..

 

Holzkunst :-) schließe mich gerne beim lachen an :-)

 

@ George: welche Ausbildung hast Du, um so eine Antwort abzugeben? Nachdem du ja einen Meister anzweifelst?

 

Ich habe einen kleinen Wunsch: neben all dem fachlichen Wissen wäre es schön, wenn alle, trotz unterschiedlicher Meinungen, freundlich und höflich miteinander umgehen könnten. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit ist schon alles hektisch und stressig genug, sodass wir uns nicht auch noch hier gegenseitig auf die Zehen treten sollten.

 

Zitat von George1959
Womöglich hast du einfach noch nicht ausreichende Erfahrungen gesammelt um diese Dinge zu erleben.
Ich habe bei Holzkunst schon Schnupper Drechselkurs, Schelllack und Ölkurse mit verschiedene Öle auf Leimholz gemacht, und kann dir sagen, das er weiß von was er redet
.............Holzkunst ist keiner, der Sachen behauptet, die nicht stimmen. Er ist schon lange hier im Forum, und hat schon oft Ratschläge gegeben, die immer weitergeholfen haben.

 

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