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Welches Holz / Holzsorte bevorzugt ihr beim Werkeln und warum? [Usertalk]

03.05.2015, 20:43


Für ein Schneidebrett wird gerne Buche oder ein anderes Hartholz verwendet. Für Kinderspielzeug gerne Fichte.

Aber es gibt ja noch viel Mehr, wie Fichte, Teak, Lärche, Esche, Akazie, Birne, diverse Obstbäume und so weiter.

Welche Hölzer kann man kombinieren?
Welche lassen sich nicht miteinander verleimen?
Welche sind für Kinderspielzeug gut geeignet, welche nicht?

Was nehmt ihr am Liebsten und warum?
 
Akazie, Birne, Esche, Fichte, Holzsorte, Lärche, Teak Akazie, Birne, Esche, Fichte, Holzsorte, Lärche, Teak
Bewerten: Bewertung 2 Bewertungen
15 Antworten
Da hast Du ja ein Fass aufgemacht ...

Am liebsten nehme ich Fichte Leimholz. Ist günstig, bekommt man in jedem Baumarkt, lässt sich gut verarbeiten und ggf. Lackieren. Und vor allem es ist günstig. Daraus habe ich Bücherregale, Schuhschränke, Badezimmermöbel, einen Putzschrank gemacht als wir noch nicht viel Geld hatten. Kürzlich habe ich damit auch den Schrank für unser Gartenhaus gebaut. Das passt optisch am besten.

Meine Büromöbel, zwei Schlafzimmer-Sideboards und die Nachttischkonsole sowie ein Bett für die jüngste Tochter habe ich aus Buche-Leimholz gemacht. Das ist für Scharnierbeschläge und insgesamt stabiler. Und es schaut deutlich besser aus.

Wenn es stylisch werden soll, verwende ich inzwischen alte Baudielen. Gut abgeschliffen, dann Maserung herausgearbeitet.

Massivholz verwende ich eigentlich gar nie. Ist eine Preisfrage und der Hang zum Verziehen, das ggf. nötige Abrichten/Hobeln ist mir auch zu aufwändig bzw. habe ich auch nicht das Werkzeug dazu.

Was ich gerne mal machen würde, ist ein Schrank oder eine Kommode mit Kassetttentüren. Mich fasziniert die Bauweise von alten Bauernmöbeln und wir haben einige alte Stücke im Haus. Da ich das eine oder andere reparieren musste, ist mir die Bauweise mit einfachen Fichtebrettern vertraut. Leider ist alles vollgestellt und wir brauchen nichts mehr. Ich hoffe mal auf meine Töchter, die vielleicht irgendwann Babyzimmermöbel brauchen, und dann schlägt meine Stunde: Kinderbett, Wickelkommode, ein Kleiderschränkchen. Oder später braucht das Enkelkind dann doch auch ein Puppenkleiderschränkchen. Da freu ich mich schon drauf.

 

Grundsätzlich spielen bei der Auswahl und der Verwendung der Holzsorten und Arten, verschiedene Faktoren eine Rolle.. Man kann nicht sagen für das nehme ich das oder das.

In meinem Betrieb wird auch Tropenholz auf nachhaltigem Anbau verwendet , wobei die Nachfrage die letzten Jahre mehr auf heimisches Holz geht..

Es kommt bei Möbelstücken auch auf die Abstimmung des Holzes zu anderen Einrichtungsgegenständen an.. Die Kombi muss stimmen..

So ist es auch mit gedrechselten Objekten, nicht jede Kombi der Hölzer passt..

Für Objekte die aus meiner Werkstatt in Kunstausstellungen gehen, kommt es auf die Maserung das Bild, welches das Holz ergibt, an..

Grundsatz beim Arbeiten mit Holz ist, immer schauen wie das Holz als Rohling aussieht und dieses dann in die Arbeit einfließen lassen..

Wenn man Holz verleimt, muss und sollte man auch darauf achten, dass es stimmig ist und nach der Verarbeitung nicht gegen den Blick das Bild spricht.
Kombis mit Holz gibt es viele.
Beispiel, Black Nut mit Riegelahorn, Bubinga mit Palisander, Grenadil mit Buche, Rot-Buche mit Ahorn, Pflaume mit Eiche und so weiter
Wichtig bei der Kombi und bei Verwendung der verschiedenen Hölzer ist auch, was leider manche vergessen, welche Oberflächenbehandlung soll anschließend aufgetragen werden.. Öl feuert das Holz an und manche stumpft es ab, wir sprechen von tot machen des Holzes , wenn es an Struktur Leben verliert .
Als Restaurator benutze ich in meinem Betrieb, immer die gleichen Hölzer wie das Möbelstück hat.. Denn alles andere wäre eine Wertminderung des Objektes und würde durch ein späteres Gutachten fallen.

Mittlerweile ist Holzkauf eine echte Vertauenssache geworden , denn es gibt einige schwarze Schafe in dem Gebiet , man spricht auch von Holzmafia.
Mein einheimisches Holz schlage ich zum Teil selbst ein oder kaufe es als Dielenware bei meinem Sägewerk des Vertrauens .
Tropenholz beziehe ich seit Jahren von einem Händler den ich persönlich kenne.

Im Baumarkt kaufe ich selten da die Qualität nicht an das vom Händler kommt und vom Preis oftmals teurer ist.

Wer mit Holz arbeitet sollte nicht vergessen , Holz arbeitet immer.. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle , natürlich getrocknet, Kammergetrocknet, Luftfeuchtigkeit , wann es geschlagen wurde usw .

Mein Motto lautet , gebe Holz ein ewig neues Leben .. Dieses Wissen gebe ich auch in meinen Kursen - egal ob Restauration oder in der Drechslerei weiter ..

 

Fichte Leimholz für einfache Sachen wie Regale und kleine Kästchen. Für Sitzmöbel und Tische Eiche massiv. Arbeitstische mache ich aus Fichtenbalken und Siebdruckplatten.

 

Wow, Rainerle und Holzkunst
sehr interessante Beiträge!

 

Der Mythos Holz ist sehr interessant und begegnet mir täglich in meinem Betrieb .

Es macht sehr viel Spaß das Leben des Holzes bei der Bearbeitung zu sehen.
Alleine der Geruch der Hölzer , wenn ich morgens in meine Werkstatt komme , fasziniert schon.
Was mir sehr viel Spaß macht ist, mein Wissen , Erfahrung und Umgang mit den Werkstoff Holz , meinen Kursteilnehmern , Kunden und Pratikanten weiter zu geben und zu vermitteln .
Oftmals hört man dann von diesen, habe ich gar nicht gewusst oder nach Seminaren das Feedback von Teilnehmern , nun sehe ich Holz anderes und verarbeite es auch anders .

Holz gibt zwar Wärme wenn man es verbrennt , aber es strahlt als Möbel oder Objekt auch Wärme aus.. Wichtig ist wie oben geschrieben auch die Behandlung der Oberfläche .. Mit Lack und Farbe zerstöre ich den Blick mancher Hölzer.

Deshalb werden in meinem Betrieb selten Lacke oder Lack- Ölfarben eingesetzt .
Holz will Leben und genau das macht ein Möbelstück oder Kunstobjekt aus..
In unserem Haus gibt es kein Möbelstück das mit Farbe zu ist , selbst moderne Möbel nicht ..
Klar ist Geschmacksache aber ich mag Holz im natürlichen Bild

 

Zitat von Holzkunst
Holz gibt zwar Wärme wenn man es verbrennt , aber es strahlt als Möbel oder Objekt auch Wärme aus.. Wichtig ist wie oben geschrieben auch die Behandlung der Oberfläche .. Mit Lack und Farbe zerstöre ich den Blick mancher Hölzer.

Deshalb werden in meinem Betrieb selten Lacke oder Lack- Ölfarben eingesetzt .
Holz will Leben und genau das macht ein Möbelstück oder Kunstobjekt aus..
In unserem Haus gibt es kein Möbelstück das mit Farbe zu ist , selbst moderne Möbel nicht ..
Klar ist Geschmacksache aber ich mag Holz im natürlichen Bild
Das sehe ich auch so. Wenn ich Holz mit Farbe oder Lasuren zuschmiere, kann ich auch gleich eine Spanplatte nehmen. Das einzige was ich gelegentlich verwende ich reines Leinöl (kein Leinölfirnis) für den Parkettboden oder den Eßtisch.
Ausnahme: im Außenbereich wo ein Wetterschutz erforderlich ist.

 

Ich benutzte in meinem Betrieb, Öl mit natürlichen Sikativen, dass ich selbst herstelle...
Feuert an und gibt eine Sagenhafte Oberfläche....

 

Vieles in Fi/Ta Leimholz, weil es bezahlbar ist und in gewachster Form sehr gut zu unseren Pinienmöbeln passt. Ansonsten nehme ich das, was zum jeweiligen Projekt am besten passt. In letzter Zeit Douglasie, weil ich viel für draußen gemacht habe.

 

Bei uns geht - zumindest Indoor - die Zeit des sichtbaren Holzes zurück.

Zukünftige Möbel für das Schlafzimmer und die Kinderzimmer werden farblich behandelt werden.

Dies gilt nicht für Räumlichkeiten, welche durch das Holz ihren Charme verliehen bekommen, z.B. Billardraum, Kellerbar...

jm2c

 

Hier in Deutschland ist man ja, was die Holzauswahl angeht, sehr eingeschränkt. Wenn man keine gute Holzhandlung in der Nähe hat, ist man auf das Baumarktsortiment angewiesen. Glücklicherweise wurde da das Sortiment teilweise erweitert. Zusätzlich zu den windschiefen Fi/Ta-Leimholz und dem stabilen, aber schweren (und angeblich in staubform krebserregendem) Buche-Leimholz, gibt es jetzt auch Sorten wie Bambus, Akazie und, mein neues Lieblingsleimholz: Birke. Birke steht Buche in sachen Stabilität in nichts nach, lässt sich super verarbeiten udn sieht, finde ich, sogar noch sehrgut aus.

"Funktionsmöbel" baue ich gerne aus Multiplex und zum drechseln kommen meist "selbst geerntete" Stücke zum einsatz.

 

Muss Holz zum Drechseln nicht bestimmte Eigenschaften haben?

Ich hatte bisher nur einmal die Gelegenheit das auszuprobieren und hatte mir einen Kerzenhalter gedrechselt, der leider gerissen ist.

 

Holz kann man jedes drechseln.. Von Weichholz bis Hartholz..
Die Technik ist dabei entscheident.
Es gibt Querholzobjekte, Längsholz und Nassholzobjekte...
Kannst gerne mal zu einem Schnupperkurs zu mir kommen, haben schon einige aus dem Forum das Drechseln bei mir gelernt .. Aktuell gestern unser Mitglied Cyberman...
Er ist nun nach dem Kurs bei mir auch mit dem Drechselfieber angesteckt

 

Zitat von Holzkunst
Kannst gerne mal zu einem Schnupperkurs zu mir kommen, haben schon einige aus dem Forum das Drechseln bei mir gelernt
Theoretisch sehr gerne. Drechseln ist ein schönes Handwerk, aber im Raum Berlin wirst du das Wohl nicht anbieten.
Sollte es jemanden geben.... Ich würde gerne mal reinschnuppern.

 

Nein hast recht, dort finden meine Kurse nicht statt, allerdings kommen Leute aus Berlin, Nürnberg , München, Ledgen, Frankreich , Östereich , München und so weiter zu mir , der Weg lohnt sich immer um dieses alte Habdwerk zu erlernen ..

 

Ich stelle immer wieder fest, dass sich um die Holzfrage einige hartnäckige Mythen halten, die meiner Meinung nach etwas entkräftet werden müssen. Viele von uns haben sicherlich im Baumarkt mit Fichte oder Buche Leimholz gestartet. Da hat man dann den Glauben, das sei günstig. Bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass Baumärkte überzogene Preise für ein nicht ideales Produkt verlangen. Mit nicht ideal meine ich die Sortierung und vorallem die Holzfeuchte. Missachtung von Verleimregeln führen dann noch dazu, dass sich das Holz häufig verzieht und durch zu hohe Feuchtigkeit stark schwindet.
Wer sich ernsthaft mit Möbelherstellung beschäftigt, kommt zwangsläufig irgendwann einmal nicht mehr am Massivholz vorbei. Hier kann ich aus eigener Erfahrung nur dazu raten sich mal bei einem Holzhändler entsprechende Hölzer anzusehen und auch mal zu kaufen. Es ist in meinen Augen ein ganz anderes Gefühl, wenn man eine unbesäumte Massivholzbohle das erste Mal vor sich hat und sich dann das Holz genau ansieht. Wer sich mit Regeln der Holzbearbeitung beschäftigt, kann dabei sehr gute Ergebnisse erzielen.
Ich habe aktuell für die Herstellung von Schubladen für unsere Küche europäischen Ahorn in Arbeit. Für mich ist das ein sehr gut und einfach zu bearbeitendes Holz, das am Ende tolle Ergebnisse zulässt. Ebenso arbeite ich gerne mit Eschenholz.
Bei der Holzkombination schränke ich mich nicht wirklich ein, sondern entscheide überwiegend nach ästhetischen Gesichtspunkten.

 

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