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Welche Nähmaschine für Anfänger?

01.01.2013, 17:35
Hallo liebe Community,
neues Jahr, neues Glück
(oder evtl neues Hobby?)

Ich trage mich mit dem Gedanken,
mir das Nähen näherzubringen.

Da ich im Bekanntenkreis niemanden habe,
der dem Hobby wirklich fröhnt,
möchte ich euch die Fragen stellen:

Welche Maschine ist für Anfänger geeignet (auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis)?
Was gehört zur "Grundausstattung?"
Gibt es gute Anfänger-Projekte?
Muss ich beim Kauf von Stoffen etwas besonderes beachten?

Ich danke Euch für Eure Hilfe
 
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74 Antworten

Die besten Antworten

Bei Nähmaschinen ist es wie mit Handwerkszeug, glücklich wirst Du nur mit einer ordentlichen Maschine ... und die werden in der Schweiz hergestellt: Bernina

Meine Frau hat fünf verschiedene, von Nähmaschine über Overlock und weiß der Geier was die alles machen

Ein gutes Forum wo Du dich mal einlesen kannst ist die: Hobbyschneiderin
Hu Hu,
schon als junger Bengel faszinierte mich die Technik, auch Nähmaschinen gehörten ebenfalls dazu. Durch Zufall fiel in unserer Familie immer mal so ein Nähgerät aus. Wir lebten damals in der Pampa von Meck/Pom, da gab es keinen Service. Als Daniel Duesentrieb begann ich mit der Fehlersuche wurde bald fit und konnte die Maschinen meisten wieder in Gang bringen.
Aus der jahrelangen Erfahrung mit den Nähgeräten würde ich heute auch an Anfänger eine gescheite Maschine mit Automatik vor - und zurück, aus der oberen Mittelklasse empfehlen. Sie zoll Zickzack, Knopflöcher, säumen, Zierstiche usw. können. Wichtig zum Anfang ist, dass sie auch nur gerade aus nähen kann, wie ihre Vorfahren im Nähschrank.
Das Bedienen der Maschine ist aus meiner Sicht schnell erlernt, aber Sachen entwerfen und diese zuschneiden und fertig nähen muss hart erarbeitet werden.
Ich könnte jetzt noch aus rohem Stoff Handtücher, Geschirr und so Händetrockentücher fertigen.
Auch viel mit Geschick sogar noch Hosenlöcher stopfen, Knöpfe annähen und Knopflöcher herstellen, aber das braucht wohl heute kein Mensch mehr.

Gruß vom Daniel

 

Fast vergessen.
Ach so und derbes Glump, wie mal den kaputten Sack vom Laubsauger muss sie auch nähen können.
Gruß vom Daniel

 

Geändert von danielduesentrieb (01.01.2013 um 19:31 Uhr)
Bei Nähmaschinen ist es wie mit Handwerkszeug, glücklich wirst Du nur mit einer ordentlichen Maschine ... und die werden in der Schweiz hergestellt: Bernina

Meine Frau hat fünf verschiedene, von Nähmaschine über Overlock und weiß der Geier was die alles machen

Ein gutes Forum wo Du dich mal einlesen kannst ist die: Hobbyschneiderin

 

Hallo Sandburg,

da hast du ja gerade eines meiner "Steckenpferde" angesprochen.
Ich sehe mich in diesem Bereich als Fortgeschrittene, aber natürlich habe ich auch mal angefangen.
Am Anfang als Kind (so im Alter von 10) hatte ich die Nähmaschine sowie die Anleitung meiner Mutter bzw. den Handarbeitsunterricht in der Schule um den Einstieg zu finden.
Dann war nähen jahrelang uncool und erst vor ca. 2 Jahren habe ich wieder meine Liebe dazu entdeckt.
Dazu habe ich von meiner Mutter eine ganz billige Nähmaschine (Discounter-Angebot) geschenkt bekommen und die tats auch erst mal für die ersten Übungen. Allerdings würde ich dir - wie mein Vorredner bereits anmerkte - eine ordentliche Maschine empfehlen, wenn du ernsthaft in dieses Hobby einsteigen willst. Sonst wirst du dich bald mit dem Gerät rumärgern und den Spaß verlieren.
Ich habe mir schon bald eine brother BC-2500 angeschafft (knapp 300 €). Die hat neben den Grundfunktionen (Geradstich, ZickZack, usw.) auch sehr viele Zierstiche, was mir persönlich sehr gefallen hat. Außerdem sind die verschiedenen Nähfüße für Reißverschluss, Knopfloch, Rollsaum und noch so ein paar schon inklusive gewesen. Alles ist sehr kompakt und die Maschine ist auch nicht zu schwer.
Ich bin sehr zufrieden mit dieser Maschine und das Nähen hat im Vergleich zur billigen Discounter-Maschine gleich 100% mehr Spaß gemacht!!!
Inzwischen habe ich noch eine Overlock-Maschine - eine Pfaff, mein ganzer Stolz!
Die Overlock-Maschinen sind aber ganz sicher keine Einsteigermodelle. Diese Anschaffung kann man sich als Motivation für später vornehmen.
Es gibt auch immer wieder in Städten Nähkurse, wenn du vielleicht erst mal unter Anleitung einige Stücke fertigen willst. Ein guter Stoffhandel kann dir da vielleicht Adressen und Kurse vermitteln.
Bei den Stoffen kann ich dir nur empfehlen: Der Stoff muss unbedingt zu dem Werkstück passen, das du machen willst. Eine Handtasche z. B. sollte ja auch den täglichen Gebrauch aushalten können. Ein Mieder sollte aus festem Stoff sein, da es ja die Figur formen soll und nicht nachgeben. Ein T-Shirt sollte dahingegen bequem sein und sich der Figur anpassen können.
Ich nähe zur Zeit am Liebsten mit Jersey - das ist ein klassischer T-Shirt-Stoff und fällt (je nach Dicke) herrlich leicht und schmeichelt der Figur.
Gestern habe ich ein Shirt aus Jersey genäht, heute einen Bolero aus Fellimitat und Futterstoff.
Am Anfang solltest du den Stoff auf gar keinen Fall im Internet bestellen, sondern vor Ort im Laden, damit du den Stoff auch fühlen und testen kannst. Dann siehst du am ehesten, ob das der richtige Stoff für dein Vorhaben ist.
Wähle auch gute Nähgarne. Die sollten natürlich was aushalten!
Suchst du weitere Tipps? Dann schau doch mal hier - da gibts auch Videoanleitungen.
Noch Fragen? Dann schreib mir gerne auch ne PN!

 

Danke für eure Antworten
(Musste doch glatt schauen was Overlock bedeutet,
bin halt in der Sache echt ein Blondchen )

Ich habe jetzt gesehen, dass man eine Singer Freiarm Maschine
für 99 € bekommen kann,
die sonst 250 € kostet.

Zum testen, ob mir die Materie gefällt,
kann ich da nicht viel falsch machen, oder?

 

Zitat von bonsaijogi
Bei Nähmaschinen ist es wie mit Handwerkszeug, glücklich wirst Du nur mit einer ordentlichen Maschine ... und die werden in der Schweiz hergestellt: Bernina
Und Pfaff!
Meine Pfaff (Industriemodell) ist etwa 50 jährig und näht noch wie ne eins!
Leder bis ca 1cm dicke, Kunstleder, LKW-Plannenstoff ca 8 Lagen, Jeansstoff, Laubsäcke und eigentlich alles was unter der Nadel durchpasst, inkl Finger... ;-)

Sehr hilfreich ist ein 3-fach Vorschub, Nadel, Bodenplatte und ein Teil vom Füssli schieben den Stoff nach hinten. Normale (billige) Maschinen haben nur einen 2-fach Vorschub, heisst nur die Nadel und die Bodenplatte rutschen nach hinten und die Gefahr, dass die Stoffe verrutschen ist sehr gross.

 

Zitat von FlueckigerThomas
Meine Pfaff (Industriemodell) ist etwa 50 jährig und näht noch wie ne eins!
... OK ... ich glaub, alle Maschinen diesen Alters die einigermaßen gepflegt wurden,
nähen den heutigen Plastikgruscht an die Wand. Die wurden noch gebaut, um einem Firmennamen "Ehre" zu machen und nicht nur um gerade mal einen Monat länger zu funktionieren als die Gewährleistung dauert

Ich hab zwar eigentlich keine Ahnung von Nähmaschinen ... meine Frau hat mich mal auf einer Messe (Leben, Wohnen, Freizeit in Ulm) dazu genötigt, bei jedem Nähmaschinenstand mal "Probe" zu nähen ... Das Ergebnis war für mich als Toppvertreter der Ahnungslosen erstaunlich: Für mich war eben die Bernina rein vom Gefühl her die solideste Maschine. Präzise und so ziemlich alles stufenlos einstellbar. Schon beim bedienen der Knöpfe und der Schieber merkt man, dass da nix wackelt, kein Spiel ... einfach super.

Ein Prima Vergleich ist da z.B. ein Mercedes und ein Fiat. Man kann die beiden allein schon am zuschlagen der Türe unterscheiden

 

pittyom  
ich hatte von Anfang an Singer in den USA und kann sie dir empfehlen... und DIE habe ich sogar an mich nach D geschickt, als ich abgehauen bin...hier hab ich einen Transformator auf dem AmiFlohmarkt gekauft und sie funktioniert nach 25 Jahren immer noch wie ne 1, auch die 40 Jahre (oder?) oder mehr alte von Mutti geht noch. Inzwischen habe ich mir aber eine neue Singer gekauft vor 10 Jahren, mit der ich auch zufrieden bin. damit kannst du eigentlich nichts falsch machen....

 

Zum ersten Mal brauchte ich eine Nähmaschine als ich Reisemobilpolster mit Klettverschluss gemacht habe. Vorhänge, Stores, Kissenbezüge (Klettband statt Reissverschluss, natürlich ;-)) nähe ich mittlerweile recht ruiniert.
Damals habe ich in der Verwandtschaft und Bekanntschaft rumgefragt und bekam eine Nimmsenurmit-Phoenix mit Riemenantrieb im Tausch gegen unser Kruascheleflafamilienrezept.
Die Maschine war 30 Jahre von einer Schneidermeisterin benutzt worden, danach mit falschem Öl verhunzt funktionierte sie nicht mehr. Mit Petroleum und Nähmaschinenöl ging sie dann wieder und dürfte wohl 70 oder 80 Jahre alt sein.
Wenn man den Dreh raus hat läuft sie wesentlich schneller als moderne Haushaltsmaschinen und kann auch Jeansstoff oder schweren Vorhangstoff problemlos verarbeiten. Irgendwann bekam ich von meiner Mutter eine sauteure Singer. Die kann vermutlich vielmehr, aber ich nutze sie nicht, weil sie bei wechselnden Stoffstärken und Fadenstärken zu viel Einstellarbeit erfordert und selbst bei Vollgas gemütlich dahinrattert.

Die mitgelieferte Anleitung reichte im Prinzip für alle Näharbeiten.
Ausserdem ein kleines Nähbuch von Burda für 1 Mark vom Flohmarkt.

Als Zubehör brauche ich:
Massband, Schneiderkreide, Nahtauftrenner, spezielle Stoffschere, Einfädelhilfe, Versäumfuss
Ausserdem war noch ein kleines Werkzeug dabei, das aussieht wie ein kleiner Pizzaschneider mit Zähnen. Damit überträgt man Schnittmuster auf den Stoff - habe ich noch nie benutzt.

Die grösste Schwierigkeit ist für mich (nach wie vor) das Umdenken Nähseite - Sichtseite. Bei den Abdeckungen für Kicker und KEyboard war das (für mich) eine harte Nuss.
Von Mänteln und Jacken mit Innenfutter, taillierten Röcken mit Reissverschluss und Hemden bin ich noch weit entfernt, aber ein kleines Schwarzes (aus elastischem Stoff) krieg ich schon hin, auch in blau oder rot.

Das Schöne beim Nähen ist der Lernfortschritt - du wirst mit jedem Meter besser. Bei der Holzverarbeitung braucht es schon 1km, um besser zu werden.
;-)
Das Fazit nach viel zu vielen Worten:

Eine einfach aufgebaute, robuste Maschine ist (gerade am Anfang) einer komplizierten Maschine mit tausend Funktionen vorzuziehen. Das Einzige, was ich an der alten Phoenix wirklich vermisse ist eine "Nadel steht oben"-Funktion beim Stop.
Weil es ja ein Hobby ist, wäre das Aufrüsten (wie es Hobbyschreiner ja gerne machen) eigentlich unnötig.
;-))

 

... ich hab aus einer alten Phoenix das hier gemacht:



Das Untergestell stammt vom Sperrmüll, die Maschine war da leider nicht bei.
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	phoenix_tv.jpg
Hits:	0
Größe:	71,0 KB
ID:	16610  

 

@bonsaijogi
das bricht mir das Herz. Musste dat jetz sein?

Das Gute daran: die Maschine war nicht dabei, weil sie mit einem 100W Universalmotor elektrifiziert wurde und immer noch funktioniert.
Wetten?

 

Zitat von Heinz vom Haff
@bonsaijogi
das bricht mir das Herz. Musste dat jetz sein?
... naja, ansonsten würde das gute Stück irgendwo nutzlos rumstehen. So stehts im Wohnzimmer im Blickfang.

Zitat von Heinz vom Haff
Das Gute daran: die Maschine war nicht dabei, weil sie mit einem 100W Universalmotor elektrifiziert wurde und immer noch funktioniert.
Wetten?
... das wäre gut möglich

 

Susanne  
Hallo Sandburg,

ja, es gibt traumhafte Nähmaschinen!!

Meinem Sohn, der sehr gut und gern näht, habe ich trotzdem eine ganz simple Singer-Einsteigermaschine gekauft: Singer 2250 Tradition. Die war im Angebot und hat keine 100 Euro gekostet. Soweit ich erkennen kann, gibt's die unter dem Namen Singer Mercury 8-irgendwas auch beim Discounter, für 69 oder 89 Euro. Musst mal googeln.
Wenn das Kind virtuos genug nähen kann - wie gesagt: WENN! - bekommt er gern auch eines Tages eine Bernina, Brother oder Overlock, aber die Sporen muss er sich erst einmal verdienen. Die Singer nehm ich dann sehr gern in meinen Bestand, denn sie funktioniert prima und macht alles, was man braucht.
Zum Einsteigen finde ich so ein günstiges Markengerät ideal, denn beim Arbeiten kann man schließlich auch herausfinden, welche Funktionen einem in einer teureren Nähmaschine langfristig wirklich dienlich wären, und auf welche man gut verzichten kann.

 

Susanne  
Zitat von sandburg
Danke für eure Antworten
(Musste doch glatt schauen was Overlock bedeutet,
bin halt in der Sache echt ein Blondchen )

Ich habe jetzt gesehen, dass man eine Singer Freiarm Maschine
für 99 € bekommen kann,
die sonst 250 € kostet.

Zum testen, ob mir die Materie gefällt,
kann ich da nicht viel falsch machen, oder?

Ah, genau! Da hast Du sie offenbar schon entdeckt. Wie gesagt: Ich hab die gerade gekauft und finde sie tadellos.

 

Hallo tapfere Schneiderin.......... hab gerade mal mein Weib'l zwecks Nähmaschine
nachgefragt !
Also, man kann die Nähmaschinen in etwa 3 Klassen einteilen ...(auch die Freiarm )
die einfachen ( preiswerten ) können auch Zierstiche nähen....und auch als etwas bessere, Knopflöcher besäumen....was diese nicht können, sind dicke Stoffe und Leder !...
eine gute (etwas bessere) kann auch Seide nähen...hier gibt es auch Unterschiede bei
den Nadeln...und die Transport-Schlitten oberhalb der Unterfadenrolle ! meistens ist
es auch eine Einstellungsache der Maschine, was man damit nähen kann ! ( üben !!! )
Eine gute Mittelklasse kann ganz sicher Knopflöcher besäumen, sowie (bei Nadeltausch )
praktisch alle Stoffe....Leder und Zwirnsorten verarbeiten , sowie Muster (Namen )
vollautomatisch nähen ! (ohne Computer geht heute nichts mehr !)
Eine Overlock kann mehre Fäden zugleich (oder abwechselnd) nähen...Kanten
zuschneiden und Besäumen...und alle Stoffe verarbeiten, Knopflöcher und vieles mehr !
das ist aber ein Gerät für Leute vom Fach....kostet auch entsprechend !

Selbst die altbekannten Marken wie Singer und Pfaff sind nicht mehr made in Germany...
wir hatten vor Jahren noch für Pfaff die elektron. Fusspedale gebaut....gehört zu
jeder Maschine dazu....bitte achtgeben, das dieses einen soliden Eindruck macht, weil
hier die ersten Defekte auftreten !
Gruss von Hazett ....i. A. von meinem Weib'l

 

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