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WDVS mit Fliesen / Keramik verkleiden

30.03.2014, 13:21
WDVS mit Fliesen / Keramik verkleiden
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12 Antworten
Ist damit: http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4...mverbundsystem gemeint?

 

Hallo,
Verzeiht, bin neu hier. Da ist der erste Beitrag ohne Frage gepostet worden.
Also hier meine Frage:

Unser altes Haus von 1930 hat Zementputz an den Aussenwaenden und Doppelklinker-Mauerwerk muss mal wieder gestrichen werden. Dieses versuche ich zu vermeiden und moechte einen keramischen Aussenbelag anbringen, um nie wieder streichen zu muessen.
Habe auch schon viele Information im Netz gefunden, allerdings werden meinst nur Grossbauten wie Firmensitze oder Unigebaeude keramisch belegt.

Bevor ich mit meinen Kleinprojekt anfange wollte ich mir gerne eure Meinungen anhoeren.

1. Mein Ansatz waere 30mm Styroporplatten mit Flexfliesenkleber auf die gekaercherte alte Aussenwandfarbe aufzukleben.
Warum Styropor?
Zum einen bekomme ich nicht anderes in der Naehe, zudem moechte ich Spannungen der alten Risse im Mauerwerk nicht an die zukuenftigen Aussenwand-Fliesen weiterleiten - also entkoppeln.
Als Letztes ist eine geringfuegige Isolation erwuenscht.

2. Auf das Styropor werden die Ecken mit Glasfaserfliess verstaerkt und Fliesen im Format 60x30 quer mit dem selbigen Flexfliesenkleber verklebt.

Kann man diesen Aufbau noch verbessern?
Was koennte schief gehen?
Muss ich WDVS Duebel setzen? (die es leider bei uns nicht gibt)

Ich muss noch anfuehren, das das Haus nicht in Deutschland steht, wir haben Mittelmeer-Klima. Ausserdem unterliegen wir keiner Europaeischen Norm, dennoch moechte ich auf Nummer sicher gehen und diese Aussenwand-Massnahme als langlebig auslegen.

M.f.G. aus dem Sueden

 

Eine Alternative, Material zu bekommen, was Du bei dir nicht bekommst, wäre eine Bestellung über Onlineshops.

Zu deinem Vorhaben:
30 mm Styropor wird dir zwar keine bemerkbare Wärmedämmung geben, als Entkopplung jedoch denkbar.
Den Aufbau für dein Vorhaben würde ich folgendermassen ausführen:

  • Fassade mit Hochdruckreiniger reinigen und trocknen lassen.
  • Tiefgrund streichen und ggf. grössere Schäden (Risse und Löcher) beseitigen.
  • Putzgrund streichen
  • Styroporplatten mit mineralischem Kleber oder Klebeschaum im Versatz kleben
  • Dübel setzen
  • Eckschienen und vollflächiges Gewebe zur Armierung einspachteln
  • diese dann ebenfalls mit Tiefgrund und Putzgrund grundieren
  • erst dann mit Keramischer Fassadenverkleidung beginnen.

Ist dein Haus unterkellert und die Kellerdecke liegt höher als der Boden ums Haus, sollte die 30mm-Styropordämmung entweder 80-100cm ins Erdreich gehen, oder erst mit der Unterkante Kellerdecke beginnen, da man sonst Kältebrücken verursacht, was später zur Schimmelbildung führen könnte.

 

Das kann ich im Grunde so unterschreiben und habe ich auch gemacht. Allerdings rate ich von 30mm ab. Das ist definitiv zu wenig. 50mm müssen es sein um den Taupunkt außerhalb des Mauerwerks zu setzen und Nässebildung zu vermeiden. Wenn ich nicht irre, gibt es da sogar eine Vorschrift für.

 

Ach und nicht vergessen, die Stärke an Styropor, die Du auf die Wand bringst, muss auch in die Fensterfaschen, sonst bekommst Du da auf jeden Fall Schimmelprobleme. Also jede Stelle muss die gleiche Starke an Styropor bekommen. Hast Du in den Fenstern diesen Platz? Wenn nicht, würde ich es lassen.

 

So isses Ricc!...

Wichtig bei der Wahl der Dämmung sind die Wärmeleitfähigkeitsgruppen. Je geringer der Wert, desto höher die Wärmedämmwirkung.
Die alte Bezeichnung war WLG für Wärmeleitfähigkeitsgruppe, wurde aber durch WLS für Wärmeleitfähigkeitsstufe ersetzt. Ob also bei Dämmung WLG oder WLS angegeben ist, ist für den Wert der angegeben ist unwichtig, da beides das Gleiche aussagt.

 

Zitat von Ricc
Ach und nicht vergessen, die Stärke an Styropor, die Du auf die Wand bringst, muss auch in die Fensterfaschen, sonst bekommst Du da auf jeden Fall Schimmelprobleme. Also jede Stelle muss die gleiche Starke an Styropor bekommen. Hast Du in den Fenstern diesen Platz? Wenn nicht, würde ich es lassen.
Nicht ganz so:
Es gibt auch Dämmung, die mit weniger Materialstärke den gleichen Wert wie dickere Materialien besitzen.
Gerade im Bereich der Fensterlaibungen ist das von Vorteil. Bei z.B. einer 100-160er Dämmung kann man schlecht die Laibungen herausschlagen, dass die Dämmung an den Fenstern dann passt. Der Sturz hätte dadurch eine geringere Auflagefläche.

 

Ja klar, das geht natürlich auch. Nur viele vergessen das, haben dann innen Schimmel an den Faschen und schieben es auf die Dämmung oder eine "dichtes" Haus. Das größte Problem ist nicht die Dämmung, sonder sind die Fehler, die dabei gemacht werden.

 

Bei den Fenstern ist eine Variante diese nach außen zu versetzen so dass sie mit dem alten Mauerwerk bündig sitzen. Wenn man nun das WDVS bis über den Rahmen führt hat man auch relativ wenig Probleme. Allerdings müssen die Fenster dafür was taugen.

Positiver Nebeneffekt: Der Schiesschartenlook von außen entfällt
Negativer Nebeneffekt: Nicht nur außen sondern auch innen werden neue Fensterbänke fällig.

 

Danke fuer eure raschen Antworten.
Zur Isolationsstaerke:
Ich habe mit U-net gerechnet und da wir im Winter selten unter 16C tags und 10C nachts kommen sollten 30mm reichen. Ausserdem ist unser Haus nicht gasdicht.
Genau der Fensterueberstand bzw. die Aussenfensterbaenke sind mein Ansatz, um 30mm zu nehmen. Ausserdem will ich auch nichts am Dachueberstand aendern, also soll der Aufbau moderat stark werden.
Einige Aussenwaende werde 40mm bekommen, da dort die Fensterbaenke laenger sind.
Ist eben ein altes Haus, da ist nicht alles einheitlich gebaut worden.

Meine Sorge waere nur, ob der Aufbau nach Jahren abfallen kann?
Oder soll ich mir WDVS Duebel importieren und ein paar Angstduebel pro Styroplatte setzen? (Dachte an wenigsten 2 mittig pro 1000x500mm Platte)

Wenigsten hoere ich nichts gravierend Negatives bis jetzt. Das bestaerkt mich diesen Weg zu gehen ... nie wieder streichen zu muessen.

Vielleicht kann mir dann noch jemand sagen, warum in Deutschland WDVS so oft verputzt wird, mit all den Nachteilen wie Schimmel und weiteren Ueberstreichkosten und Keramik so selten eingesetzt wird?

Mein Ansatz ist, wenn ich einmal ein Geruest aufbaue, dann auch wirklich das letzte Mal.

 

Zitat von Sunandfun
...
Meine Sorge waere nur, ob der Aufbau nach Jahren abfallen kann?
Oder soll ich mir WDVS Duebel importieren und ein paar Angstduebel pro Styroplatte setzen? (Dachte an wenigsten 2 mittig pro 1000x500mm Platte)
...
Wurde von mir schon beantwortet. Zwei Dübel pro Platte sind aber zu wenig.
Dübellöcher auch nicht gerade oder von oben nach unten ins Mauerwerk bohren, sondern leicht schräg von unten nach oben. So kann im Problemfall kein Wasser über die Dübel ins Mauerwerk gelangen und dann grössere Schäden verursachen.

Zitat von Sunandfun
...
Vielleicht kann mir dann noch jemand sagen, warum in Deutschland WDVS so oft verputzt wird, mit all den Nachteilen wie Schimmel und weiteren Ueberstreichkosten und Keramik so selten eingesetzt wird?...
Putz ist günstiger sowohl beim Material als auch bei den Lohnkosten.
Putz kann nach 15-20 Jahren nachgestrichen werden, wenn der Farbton nicht mehr so schick ist. Keramische Verkleidungen bleiben zumindest solange in ihrer Farbgebung, bis man sie entfernt.
Putz lässt sich im Schadensfall leichter, schneller und günstiger reparieren.
Dann ist es auch wieder Geschmacksache. Ich persönlich finde keramische Fassadenverkleidungen alles andere als schick.

 

Mir wurde davon abgeraten...ich lasse meinen Sockel auch in 2 Wochen dämmen. Es kommen 140mm Styrodur Dämmplatten dran mit anschließendem Putz. Wir wollten auch erst mit Riemchen oder Klinkern verkleiden. Jedoch meinte unser Stuckateur das es keine dauerhafte Sache sein wird. Er hat es wohl anfangs immer mit angeboten und auch durchgeführt aber mittlerweile nicht mehr. Es liegt nicht daran das er es nicht kann sondern das es keine dauerhafte und schöne Lösung ist.

Wir haben uns nun entschlossen einen schönen Putz anzubringen und ihn schlicht in grau zu streichen damit er zum Rest des Hauses passt.

 

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