Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Warum Seitenwangen oft keilgezinkt?

30.09.2011, 21:03
N'abend...
Habe eine Frage wegen eines Regalbaus.
Warum sind bei gekauften Massivholzmöbel, genauer bei Regalen, die Seitenwände oft aus keilgezinkten Leimholzplatten und nicht aus Platten mit durchgehenden Lamellen. Hat das einen technischen Grund? Weniger Schrumpf oder Verzug. Oder ist das nur ein finazieller Aspekt.
Hintergrund, ich möchte mir ein Massivholzbücherregal aus Kernbuche bauen. Jetzt weiß ich nicht ob ich die Seitenwangen aus Platten mit durchgehenden Lamellen bauen soll oder aus keilgezinkten...

Danke schon mal für Eure Tipps

roelein
 
Möbelbau, Regalbau Möbelbau, Regalbau
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
15 Antworten
Einfach um das Restholz auch zu verwerten.

 

Naja,
das mag für Schreiner oder so gelten.
Aber ich denke dass ein Massivholzmöbelhersteller wie z.B. Team7 die Platten einkauft oder evtl auch selbst herstellen lässt. Dann ist es doch prinzipiell egal ob sie keilgezinkt oder durchgehende Lamellen benutzen. Nur auf den Preis hat es dann eine Auswirkung. Dass keilgezinkt eine Art restholzverwertung ist, ist mir schon klar.
Ich frage mich nur, ob keilgezinkt gewisse Vorteile bietet?

 

Ja, es ist billiger und man kann das Restholz verwenden.

 

Ich denke mal dass es stabiler wird, da durch die Keilzinkung die Klebefläche nicht unwesentlich vergrößert wird gegenüber einer normalen Lamelle. Außerdem dürfte es stabile beim biegen (oder gegen biegen) sein, da es nicht nur mittig sondern auch oben und unten großflächig verklebt und "verkantet" ist

 

eine Keilzinkung hat im normalfall nur den einen Zweck, Restholz aufzubrauchen. Einen Konstruktiven Vorteil gibt es dabei nicht.

 

Zitat von kaberix
eine Keilzinkung hat im normalfall nur den einen Zweck, Restholz aufzubrauchen. Einen Konstruktiven Vorteil gibt es dabei nicht.
Genau so sieht es aus. Aus Abfall wird noch Geld gemacht.
Es ist weder Stabiler noch Wertvoller.

 

dausien  
Schöne lange, gerade und Astfreie Stämme sind nun mal wesentlich seltener - deshalb sind sie auch erheblich teurer - Dies zeigt sich natürlich auch beim Preis von Leimholz - durchgehende Lamellen sind einfach teurer.

 

also ein Bücherregal, welches schon hoch belastet wird (statisch) hängt mit der Zeit
durch ! Wobei die keilverzinkten Borde stabiler als als andere sind.....weil
hier unterschiedliche Faserrichtungen vermischt sind....und wenn die Verleimung gut ist, kann für den Zweck " Regalborde" dieses Material ideal sein !
Beispiel: für Deckenträger-Balken wird die verleimte Balkensorte genommen...
weil diese durch die unterschiedliche Faserrichtung (min.3 aufeinander geleimte
Holzschichten sind erforderlich !) weitaus bessere Statik hat , als ein gleich-groß
dimensionierter Massiv-Balken....und der Verzug ist geringer !
kannst ja mal probieren, solch ein Brett an der verzinkten Stelle zu brechen !!
Nachtrag:::sehr lange Balken werden übrigens auch mit Keilverzinkung hergestellt..
wobei die Verzinkung den Balken nicht schwächt (wird garantiert !)
Gruss von Hazett

 

Geändert von Hazett (04.10.2011 um 14:08 Uhr)
Tja der Mensch neigt zum Vergessen oder auch zum Verdrängen.

Wer gerne auf Leimholzbinder setzen möchte erinnere sich an folgenden Fall:

http://de.wikipedia.org/wiki/Eislauf...ad_Reichenhall

 

Geändert von Ferlix (04.10.2011 um 13:41 Uhr)
falls bei uns Feuerwehrleute hinein schauen, die könnten uns glaubhaft schildern,
das Holzbalken ( egal ob Leim oder Massiv ) , einem Feuer länger "Stand" halten, als Eisenträger !
und was die Eishalle betrifft.....
Die Fehler bei den Statik-Berechnungen wären bei einer Stahlkonstruktion
auch so katasprophal gewesen....weil solche Eismassen nicht erfasst waren !
Gruss von Hazett

 

Erster Irrtum ist, es hat gar nicht gebrannt. Wozu dann Feuerwehrleute zitieren?
Es ist richtig, das Holzträger im Feuer läger halten als Stahlträger. Liegt im Werkstoff.

Dein zweiter Irrtum ist, das Du eine Statische Fehlberechnung vorraussetzt.
Dem war aber nicht der Fall.
Die Eishalle wurde (1970) als offene überdachte Halle geplant und auch gebaut.
Also ein Dach auf Stelzen. Unten geht, da keine Seitenwände vorhanden
der Wind einfach durch und es kann sich kein Tauwasser am Gebälk absetzen.

Später (1974) hat man wegen des Energieverbrauches Glas Wände nachgerüstet.
Dies hatte jedoch zur Folge, das aufgrund fehlendem Luftdurchsatzes sich das Tauwasser dauerhaft am Gebälk absetzen konnte.
Der ungeeignete Kleber versagte hierdurch langsam.
Durch die Schneelast brach dann die geschwächte Konstruktion zusammen.
Soweit mir bekannt ist, war die berechnetet Traglast noch nicht überschritten.
Der Architekt wohnte in Sichtweite und wurde auch nicht belangt, da die Konstruktion
wesentlich verändert wurde.

Nur das Gebälk (Verklebung Harnstoff Kleber) war geschwächt worden .

 

Geändert von Ferlix (04.10.2011 um 15:22 Uhr)
das im Wiki die offizielle Version steht, ist doch logisch...sonst hätte der Architekt
die schwedischen Gardinen von innen gesehen !
Sicher ist, es wurde für die tragende Konstruktion das zu der Zeit beste Material genommen !( auch der Klebewerkstoff )
Wenn man die riesigen Eisschollen gesehen hat, ist ganz klar, die Tragfähigkeit wurde deutlich überschritten...!! Grund....es wurde nicht beizeiten geräumt...sowie es auf anderen Dächern üblich ist ! Das ist nämlich der Unterschied zwischen Theorie und
Praxis !
Aber eigentlich ging es hier nur um Keilzinken...und deren Festigkeit für den
Hausgebrauch ...den Holzwurm mit dem Hallenbau hast Du lieber Ferlix hier
rein gebracht !
Gruss von Hazett

 

Ich glaube jetzt sind wir etwas vom Thema abgekommen...
Meine Frage hat sich eigentlich ursprünglich auf die senkrechten Seitenwände eines Bücherwandregals wie auf folgendem Bild bezogen:
http://www.team7.at/sites/default/fi...bus_slide8.jpg
@Hazett Hier kann die Statik nicht so eine große Rolle spielen. Bei den waagrechten Böden (Tablar oder Regalbrett) gebe ich Dir ja recht. Da könnte es durchaus Sinn machen. Aber die sind z.B. voll massiv mit durchgehenden Lamellen. OK diese sind normalerweise auch nur maximal 1.30m lang.
Die Seitenwände hingegen sind oft oder fast immer keilgezinkt, dafür aber ca. 2.00 bis 2.50 lang, je nach Deckenhöhe. Aber auch das würde ja noch mit durchgehenden Lamellen funktionieren. Der Preis mag ein kleines Argument sein (75,- EUR zu 103,- EUR netto/qm für Buche). Macht bei obigem Beispielbild mit 7 senkrechten Wangen à ca 30cm Tiefe und mal angenommen 2.40m Höhe fast genau 5qm. Also ergibt sich ein Netto"wangen"preis von 375,- zu 500,-. Also ein Unterschied von 125,- EUR. Ich denke so ein Regal dürfte sicherlich 2000,- bis 2500,- EUR kosten. Macht das den Kohl fett???
Kann aber evtl. schon sein, da das gute 5-6% Unterschied in der Marge ausmacht.
Persönlich gefallen mir eigentlich auch an den Seitenwangen die durchgehenden Lamellen besser.
Wie gesagt frage ich mich ob die keilgezinkten sich mit der Zeit evtl. weniger (oder gar nicht) verziehen...

 

Geändert von roelein (04.10.2011 um 22:23 Uhr)
Hallo Roelein,
deine Seitenwangen sind lediglich verlängert worden.
Um Geld zu sparen, kaufen Möbelbauer von Sägewerken standartisierte Längen. Mit Hobeln, Trocknen und Nachlagern schwinden die Maße oft und man müsste für eine 2 m lange Wange ein 2,05 - 2,10m langes Stück zuschneiden. Der Holzschwund wird aber im allgemeinen etwas kleiner wenn man kürzere Maße bestellt. So wird ein 1,5m langes Stück aus einem 1,53 - 1,55m Rohkantholz gewonnen. Bei großen Mengen entsteht hierbei für alle Parteien der kleiner Verlust. Dennoch werden durch Keilverzinkungen größere Längen ermöglicht.
Diese haben aber nichts mit Statik zu tun (in diesem Fall). Hierbei scheint das Team7 die Optik so zu wollen.
Also ist es, wie so einige Vorsprecher schon gesagt haben und du nun auch selber festgestellt hast, eine Frage des Preises.
Keilverzinkung bieten aber dennoch große Stabilität und durch vergrößerte Oberfläche der Leimflächen extremen Halt der dennoch Elastisch unter Belastungen ist.

Viele Grüße Pirenci

 

Geändert von Pirenci (12.10.2011 um 03:26 Uhr)
Erstmal allen Danke für die Antworten (wie immer super kompetent hier).
Ich bin noch tewas hin und her gerissen, ob ich durchgehend oder keilgezinkt nun verbaue. da muss ich nochmals drüber schlafen. Wenn man nicht gerade die billigste Baumarktware wählt, und das habe ich nicht vor (sondern Original Team7-Lieferant), sieht keilgezinkt ja sogar gar nicht so übel aus im Gegenteil.
Wenn das Projekt fertig ist, stelle ich es vor.
Das dauert aber noch...
Aber die kalten tage kommen ja schon...
Gruß an alle

roelein

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht