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Wann entsteht Wasser am Fenster ?

20.09.2013, 13:28
Geändert von HansChristophSobotta (20.09.2013 um 15:38 Uhr)
Hallo,
Ich wurde bei der Frage unterbrochen. Deshalb erst mal vielen Dank für die Erklärungsversuche. Ich habe ein konkretes Diagramm und würde gerne wissen, bei welcher Zeitspanne am Fenster Wasser entsteht. Nehmen wir an das Diagramm zeigt die Innentemperatur. Leider habe ich die entsprechende Aussentemperatur nicht dazu. Die Frage ist, wann Feuchtigkeit am Fenster entsteht, wenn wir annehmen die Fensterscheibe hätte die selbe Temperatur wie die Aussentemperatur. Eventuell ist die Aussentemperatur immer um 5°C höher als die Innentemperatur. Das Problem ist, daß ich nicht mehr weiß ob ich die Innen oder außen gemessen habe. Es geht hier im eine große Ausstellungshalle mit großen einfachverglasten Fensterscheiben.
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35 Antworten
Kommt drauf an, ob von außen oder von innen

 

Wenn die Fensterscheibe die käteste Fläche der Aussenhülle ist kondensiert das Wasser aus der Raumluft an genau dieser Stelle. Ähnlich einem Glas mit kalter Cola auf dem Terrassentisch.

Von aussen ists meist Regen ;-)

 

Außenseite: durch Regen
Innenseite: Raum warm, (Luft feucht) - Fensterglas kalt = Kondenswasser

Mehrfach täglich Stoßlüften 3-5 min (besonders im Winter) behebt das Problem der feuchten Raumluft.

 

Zitat von Heimwerker_der_Herzen
Wenn die Fensterscheibe die käteste Fläche der Aussenhülle ist kondensiert das Wasser aus der Raumluft an genau dieser Stelle.
Da kann man noch froh sein, wenn es die Fesnterscheibe ist und nicht der Innenputz...

 

Ganz knapp:
Nie, es ändert nur seinen Aggregatzustand!

Ausführlicher:
Sobald an der Oberfläche die Taupunkttemperatur unterschritten ist, beginnt gasförmiges Wasser auszukondensieren und bildet letzlich Tropfen. Das kann man entweder berechnen, berechnen lassen oder tollen Tabellen entnehmen

 

Bei mir auch ganz oft nach dem Duschen Dann sogar am Spiegel, das geht sogar bei über 25 aber unter 40°C Außentemperatur

 

Gut, es geht sogar noch ausführlicher...

Für Wohnzwecke als ein grober Richtwert besteht ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 80% die "Gefahr", daß Wasser an Auswänden und Fenstern auskondensiert.

Bei 20 °C können sich in 1m³ Luft 18,5 g Wasser lösen, die Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100 %. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 % entspräche dann also 14,8 g Wasser je m³ Luft, dies wiederum korrespondiert mit 100 % relativer Feuchte bei 16,5 °C. Wenn nun die Oberflächentemperratur der Fensterscheibe < 16,5 °C beträgt kondensiert das Wasser aus. Ein Wert, der auch durchaus in Neubauten mit Fenstern nach Passivhausstandard an kalten Tagen erreicht werden kann.

60 % relative Luftfeuchte bei 20 °C entsprechen übrigens einer Taupunkttemperatur von 12 °C. Zufälligerweise auch der Temperatur/Feuchtepunkt bei dem sehr viele Menschen sich auch am wohlsten fühlen. 80% relative Feuchte sind schon sehr hoch und werden meist als sehr unangenehm empfunden.

 

Zitat von JanMeissner
Gut, es geht sogar noch ausführlicher...

Für Wohnzwecke als ein grober Richtwert besteht ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 80% die "Gefahr", daß Wasser an Auswänden und Fenstern auskondensiert.

Bei 20 °C können sich in 1m³ Luft 18,5 g Wasser lösen, die Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100 %. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 % entspräche dann also 14,8 g Wasser je m³ Luft, dies wiederum korrespondiert mit 100 % relativer Feuchte bei 16,5 °C. Wenn nun die Oberflächentemperratur der Fensterscheibe < 16,5 °C beträgt kondensiert das Wasser aus. Ein Wert, der auch durchaus in Neubauten mit Fenstern nach Passivhausstandard an kalten Tagen erreicht werden kann.

60 % relative Luftfeuchte bei 20 °C entsprechen übrigens einer Taupunkttemperatur von 12 °C. Zufälligerweise auch der Temperatur/Feuchtepunkt bei dem sehr viele Menschen sich auch am wohlsten fühlen. 80% relative Feuchte sind schon sehr hoch und werden meist als sehr unangenehm empfunden.
Das war jetzt physikalisch gesehen höchst korrekt - aber tut das Not?

 

Ich hätte da noch eine Anmerkung zu machen. Als wir letztes Jahr neue Fenster bekamen (3fach Verglast) waren auf einmal die Fenster in der Übergangszeit (Herbst) oft die Fensterscheiben von außen beschlagen. Ich hatte daraufhin meinen Fensterbauer damit konfrontiert, und der erklärte mir das der Grund darin liege, das der Taupunkt durch die gute Isolation der Fenster jetzt außerhalb liegt. Das ist übrigens auch ein Qualitätszeichen für gute Fenster. Ich hoffe, das dies einwenig zur Aufklärung beigetragen hat.

 

Zitat von JanMeissner
Gut, es geht sogar noch ausführlicher...

Für Wohnzwecke als ein grober Richtwert besteht ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 80% die "Gefahr", daß Wasser an Auswänden und Fenstern auskondensiert.

Bei 20 °C können sich in 1m³ Luft 18,5 g Wasser lösen, die Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100 %. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 80 % entspräche dann also 14,8 g Wasser je m³ Luft, dies wiederum korrespondiert mit 100 % relativer Feuchte bei 16,5 °C. Wenn nun die Oberflächentemperratur der Fensterscheibe < 16,5 °C beträgt kondensiert das Wasser aus. Ein Wert, der auch durchaus in Neubauten mit Fenstern nach Passivhausstandard an kalten Tagen erreicht werden kann.

60 % relative Luftfeuchte bei 20 °C entsprechen übrigens einer Taupunkttemperatur von 12 °C. Zufälligerweise auch der Temperatur/Feuchtepunkt bei dem sehr viele Menschen sich auch am wohlsten fühlen. 80% relative Feuchte sind schon sehr hoch und werden meist als sehr unangenehm empfunden.
Das trifft es sehr gut.
Der Taupunkt ist immer von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Das muss man z.B. auch beachten, wenn man die Raumtemperatur absenkt oder neben beheizten Räumen unbeheizte mit nicht ausreichend dichten Türen sind.

 

Als Mitarbeiter einer großen Wohnbaugesellschaft werde ich und meine Kollegen auch immer wieder vor dieses Problem gestellt, zumeist gepaart mit " Schimmel in der Wohnung ".

Wenn wir / ich dann den Mieter aufsuchen und mir beim öffnen der Wohnungstüre schon die Brillengläser beschlagen (aus einem Meter Abstand...) weiß ich schon. was da drinnen für ein Klima herrscht.

Wen wundert es, dass dem die Scheiben beschlagen und sich der Schimmel ausbreitet ? Richtiges Heizen und Lüften ist eine mietvertragliche Verpflichtung !

Wenn ich dann höre, dass man im Sommer schon mal die Fenster aufmacht, im Winter jedoch wegen der Heizkosten nicht, rollen sich mir die Zehnägel auf...

Schimmel, Kondenswasser an den Fenstern... ein Haus- und eigengemachtes Problem !

 

Zitat von Baschtler
Als Mitarbeiter einer großen Wohnbaugesellschaft werde ich und meine Kollegen auch immer wieder vor dieses Problem gestellt, zumeist gepaart mit " Schimmel in der Wohnung ".

Wenn wir / ich dann den Mieter aufsuchen und mir beim öffnen der Wohnungstüre schon die Brillengläser beschlagen (aus einem Meter Abstand...) weiß ich schon. was da drinnen für ein Klima herrscht.

Wen wundert es, dass dem die Scheiben beschlagen und sich der Schimmel ausbreitet ? Richtiges Heizen und Lüften ist eine mietvertragliche Verpflichtung !

Wenn ich dann höre, dass man im Sommer schon mal die Fenster aufmacht, im Winter jedoch wegen der Heizkosten nicht, rollen sich mir die Zehnägel auf...

Schimmel, Kondenswasser an den Fenstern... ein Haus- und eigengemachtes Problem !
Wenn man die Luftfeuchtigkeit im Raum überwacht kann hier kaum etwas passieren.
Und die "mietvertraglichen Verpflichtungen" sind schwachsinn.

Hier kommt es auf das Gebäude an. In meiner Wohnung ist die Luft während der Heizsaison extrem trocken. Ich lüfte hier so wenig wie möglich um noch ein bisschen Feuchtigkeit im Raum zu halten, an extrem kalttrockenen Tagen wird die Wäsche im Wohnzimmer getrocknet. Nur so komme ich auf gesundheitlich verträgliche 40% Anheben (ohne Lüften und mit 2 Wäscheladungen auf dem Ständer) an kalten trockenen Wintertagen liege ich bei unter 10% feuchte, das ist irgendwie schon toll, man kann sachen aus dem Gefrierfach nehmen und sie laufen ausen nicht an. Die Raumtemperatur liegt etwa bei 20°C.
Das geheimnis meiner "Trockenkammer" sind relativ undichte Rollladengurtdurchführungen und ein Abluftkamin (die feuchte warme Luft zieht selbständig nach oben, das ist praktisch weil man keinen Lüfter braucht) im Bad.

 

Da hast du völlig recht. Das ist ein eigengemachtes Problem der Wohnungsbaugesellschaften. Manche haben das auch erkannt und bauen inzwischen Lüftungsanlagen in ihre neuen Wohneinheiten ein. Das senkt die Schadensrate. Allerdings ist die Nachrüstung meist schwierig.

 

Wunderbar !
In unseren Neubauten haben wir hygrostatisch gesteuerte Zwangsbelüfter über den Fenstern... nur wenn die von den Mietern mit Tape zugeklebt werden, helfen die auch nicht !

" es zieht..." ist die Antwort...

wenn man eben bislang in Wohnverhältnissen gelebt hat, wo ein Heizen und lüften nicht nötig war, ist es natürlich schwer zu vermitteln, dass nun andere zivilisatorisch bedingte Wonverhältnisse gegeben sind...

 

Geändert von Baschtler (20.09.2013 um 21:10 Uhr)
Ich habe einfach ein Thermo/Hygrometer in jedem Zimmer, dann gibt es keine bösen Üüberraschungen.
Bei meinen Eltern war es auch ein ziemlicher kampf, bis ich ihnen abgewöhnt hab im Bad dauernd die Fensterbank vollzuräumen. Da kann man das Fenster nur noch kippen und in der Fensterniesche hat es dann geschimmelt. Hinterher Oh Wunder nicht mehr.

 

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