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Wand- und Deckendämmung Aufbau

01.06.2015, 07:51
Woody  
Völlig verunsichert durch die zahlreichen Beiträge zu diesem Thema hier im Forum und auch durch divergierende Aussagen von Fachleuten (?) möchte ich eure Meinung zu folgendem Problem:

Ausgangslage: Ein Zimmer (ca.25m²) mit 1 gemauerten Ziegelaußenwand (außen mit Styropordämmung und Verputz), eine gemauerte Ziegelwand zum Nebengebäude sowie eine Wand in Holzständerbauweise (tw. als Außenwand, tw. als Wand in den Vorraum). Der Rest der Wände ist zugleich Ziegelwand des Hauptgebäudes. Ob gedämmt oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis, vmtl. eher nicht. Stammt aus den 70ern als nachträglicher Zubau zum Hauptgebäude. Alle Wände innen mit Lattung und Nut-Federbrettern verkleidet, wahrscheinlich auch ohne Dämmung.

Die Decke ist ebenfalls Nut-Feder-Bretter auf Balken. Zum Blechflachdach befindet sich allerdings ein nahezu 50cm hoher Hohlraum.

Kostenvoranschläge für eine Hohlraumdämmung (Einblasverfahren) variierten von 2.000 - 4.000,-- , mir viel zu hoch und deshalb nicht mehr in Erwägung gezogen.

Fußboden ist Estrich mit Filzfliesen und darauf Laminatboden.

Im Raum befindet sich ein Heizkörper, der rein theoretisch optimal dimensioniert ist, trotzdem hab ich im Winter nur Temp. von um die 12 Grad bei voller Heizleistung. Im Hauptgebäude sind es 23 Grad (gleicher Heizkreislauf). Im Sommer schweineheiß. Raum hat allerdings eine Split-Klimaanlage.

Nun möchte ich diesen Raum als Winterwerkstatt nutzen.

Fragen: Kann ich direkt auf die Nut-Feder-Bretter-Verkleidung eine Dämmung aufbringen? Wie würde der Aufbau aussehen? Folie - Dämmmaterial (was auch immer) - OSB-Platten. Oder doch zuerst Dämmung - Folie - OSB? Oder gar keine Folie?

Das Nebengebäude ist unbeheizt und hat aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden durch Grundwasser. Dies wird aber heuer noch behoben (Schlitzverfahren in der Mauer).

Ich möchte ungern die gesamte Holzverkleidung runterreissen (Zeit-, Dreck- und Kostenfaktor).
Danke schon mal für eure Antworten.
 
Wärmedämmung Wärmedämmung
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13 Antworten
Woody  
Hm, 56 Aufrufe und keine einzige Antwort?

Hab ich mich zu wirr ausgedrückt? Bitte nachfragen

 

hast ja auch ein recht komplexes Thema drauf....!
fängt an mit aufsteigender Mauerfeuchte... hier ist... wenn man von AUSSEN überall dran kommt, das Aufschneiden und einschlagen von VA-Profilblechen oder auch Bitumen,
je nach dem was Du da im Angebot hast, die optimale Lösung ! ( kann ich bei meiner alten
Hütte nicht machen, nehme deshalb High-Tech Chemie von Hydro-Chemie = Porofin ! )
......... keinesfalls solltest Du die Paneele an den feuchten Wänden lassen... fängt von
UNTEN an zu gammeln = Schimmel...... bei der Decke ist das normal kein Problem,
wenn da Paneele drauf sind !
eine vernünftige Lösung für die Wände ist zus. Verputzen... mit spez. Leichtputz, welcher
mit Styropor angereichert ist ! Wärmedämmung nur von AUSSEN, innen gingen auch Silikatplatten, ab 25er Stärke, diese sollten vollflächig mit spez. Mörtel angesetzt
werden ! Silkatplatten verhindern die Schimmelbildung... isoliert nicht so gut wie
Styropor auf Gipsplatten, aber kann nicht gammeln = Schimmel !.... und ist leider
recht spröde !.... auch wichtig.. Silikat Platten sind atmungs-AKTIV !
soviel mal vorab... Gruss...

 

Geändert von Hazett (01.06.2015 um 14:27 Uhr)
Woody  
Danke Hazett. Aber ich schrieb ja nichts von Schimmel Die Problematik der aufsteigenden Feuchtigkeit betrifft ja nur das angrenzende Gebäude und wird heuer behoben.

Wenn ich deinem Tip folgen sollte, muss ich also die Paneele abreißen - genau das möchte ich aber gerne vermeiden. Mir geht es für den zukünftigen Raum in erster Linie um eine vernünftige und effektive Wärmedämmung der Wände UND der Decke, respektive brauch ich eine Dampfsperre und wenn ja, wo soll diese positioniert werden.

 

Hallo Woody, Wärmedämmung ist dazächlich sehr komplex.
es gibt für die Außenwände Dämmplatten aus Mineralfaserwerkstoffen der verschiedensten Hersteller, egal welcher hersteller, die sind alle besser als Styrol-Sachen. Öko-Bilanz etc.
Mit Ansetzmörtel ankleben, dübeln, Armierung drauf und Oberputz Deiner Wahl. Die Beplankung der Decke sollte ab. Wenn die UK gut ist kann die dranbleiben. Es ist kein "Muss" eine Dampfbremse einzubauen. Rechnerisch gibt es aber eine bessere Energiebilanz. Falsch eingebaut aber großen Schaden am Gebäude. Die Dämmung WLG 035, bringt ab 60 mm Punkte. Für den Sommer ist mehr Dämmung besser. Wichtig ist noch dass die Außenwand Dämmung und Die Deckendämmung einen vertikalen Überstand von ca. 60 cm haben sollen, das hat was mit der Innen und Außendämmung zutun. Genauso ist es in den Bereichen, in denen Wände nur von Innen und Außen gedämmt werden können.
;o) Keine Garantie für Rechtschreibfehler ....
Gruß Holzbeer

 

Woody  
Danke Holzbeer für deine Ausführungen. Eine Außendämmung kommt aber aus bautechnischen Gründen nicht in Frage.

Wenn ich die Deckenpaneele runternehme, was nützt mir das? Hab dann einen 50cm hohen Hohlraum bis zum Flachdach, durchquert durch die Deckenbalkenkonstruktion.

 

Du kannst natürlich auch eine Innendämmung anbringen, die ist aber immer ungünstig für die Gebäudephysik (Speicherfähige Masse ist Außen). Den Dachraum kannst Du als Zwischensparrendämmung ausbilden, die Unterkonstruktion (wenn Gut) kann erhalten werden.
Die Wanddämmung, wie gesagt >60 mm, wird in dem Fall nach oben gezogen bis zur Dachhaut. So entsteht keine Wärmebrücke. Ein eifaches Ständerwerk aus 4/6 er Dachlatten und eine OSB-Platte als Wandbauplatte reichen völlig aus

 

Woody  
Danke dir Holzbeer, denke, das hilft mir um einiges weiter.

 

wenn Du nicht weiter weißt, schicke einfach eine Nachricht mit ein paar Fotos dann kann ich auch mal ne skizze dazu machen.

 

warme Luft nimmt viel Feuchte auf... und gibt diese an die kalten Wände weiter... deshalb
sollte diese ATMEN können !
Eine Dampfsperre macht man auf die Dachboden-Balken Konstruktion... weil
die nachfolgend angebrachte Isolierung ( egal ob Glaswolle-Platten oder Naturfaser/ Hanf usw. ) die Feuchte nicht reguliert, wird dieselbe feucht, fangen die Balken an zu gammeln !
Gruss....

 

Geändert von Hazett (02.06.2015 um 16:15 Uhr)
Guten Tag Zusammen, Hazett hat es vom Prinzip auf den Punkt gebracht. Genau in diesem Feuchtetransport liegt die Gefahr wird eine Dampfbremse nicht Fachgerecht ausgeführt, zieht die gesamte warme Luft durch die Undichtigkeiten in den "Kalten Bereich" und es gibt an dieser Stelle einen gülleähnlich riechenden Modder der in kürzester Zeit sogar Eichenholz in Humos verwandelt; deshalb: Wenn keine Dichtigkeit GARANTIERT werden kann die Dampfbremse weglassen. so kann die Luftfeuchte flächig vom Bauteil aufgenommen werden.

 

Woody  
Danke, genau darum ging es mir. Zu verstehen, wann und wann nicht ich eine Dampfsperre machen soll oder darf.

Hazett und Holzbeer - ihr beide habt mir sehr geholfen

 

Ich bin zu Zeit auch mit dem Umbau meines Dachgeschosses beschäftigt. Hatten auch Holzverkleidung dran. Ich würde empfehlen das Holz runter zu machen und dann erstmal schauen wies darunter aussieht und neu aufbauen. Bei mir war 140 mm Zwischensparrendämmung drin. Da diese Dämmung trocken und gut war habe ich die Dämmung gelassen. Wenn die bei dir schlecht ist solltest du sie schon wechseln. Ich habe dann alle alten Latten entfernt und gute Dampfsperre angebracht und verklebt an den Wänden. Danach neue Lattung drauf und nochmals Untersparrendämmung 032 angebracht, die gibt es in verschiedenen Stärken. Darauf habe ich Rigips angebracht. Man kann auch andere Sachen verwenden. Im Zuge des Umbaus noch das Dachflächenfenster gewechselt mit besseren k-Wert und Aussenrollo. Ich habe jetzt schon gemerkt, das sich der Raum nicht mehr so aufheizt. Es ist jetzt ein sehr gutes Raumklima. Den Hohlraum solltest du auf jeden Fall dämmen. Wir haben auf die oberste Geschossdecke vor ca. 2 Jahren schon 200 cm Dämmung aufgelegt und alles schön ausgestopft. Das kann man auch gut alleine machen, dann halten sich die Kosten im Rahmen. Und da hatten wir schon eine enorme Veränderung vom Heizverhalten. Unser gesamter Kostenaufwand lag bei ca. 1000 Euro. Ich hoffe es hilft dir weiter.

 

Woody  
Danke Maiki, aber bei meinem Hohlraum handelt es sich um mehr als nur 20cm. Außerdem kann man nicht wirklich dazu,ohne die ganze Decke runterzureißen. Und genau das möchte ich eben nicht. Gilt ebenso für die Wandverkleidungen.

Es soll ja nur ein zusätzlicher Werkstattraum für den Winter werden, da reichen mir auch 10 Grad zum Arbeiten aus

 

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