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Wahl der richtigen Hobel für mich

13.03.2015, 12:44
Hallo,
ich habe Freude daran gefunden mit Holz zu arbeiten und schaue öfters mal YT-Videos über diverse Projekte. Immer kommt da eine Hobel drin vor und ich muss sagen, die gehört wohl zu den Hauptwerkzeugen, um das Holz zu glätten. Also habe ich vor mir eine anzuschaffen.

Nun ich hatte schon eine Nr. 4 Hobel von Silverline von Amazon für 19.99 € und die ist aber schnell wieder zurückgegangen (nur ein Wort: Totalausfall). Ich habe mich jetzt informiert und folgende Kandidaten gefunden, die mir gefallen und preislich passen:

  • DICK Schichthobel Nr. 4 [1]
  • DICK Einhandhobel [2]
Am besten gefällt mir die zweite, weil sie so niedlich ist und man damit relativ schnell Kanten plan bekommt und auch gerundete Ecken erzeugen kann. Die erste ist etwas größer, aber ein Alleskönner, wenn man z.B. Paul Sellers glauben schenkt.

Nun muss ich aber auch abundzu kleinere Bretter, die ich selbst geklebt habe glätten (die Stoßkanten und so) und ich weiß nicht, ob man das mit der Einhandhobel machen kann. Ansonsten würde ich die klar bevorzugen, weil sie einfach viel handlicher ist.

Könntet Ihr kurz ein Votum abgeben und mir bei meiner Entscheidung helfen?

Viele Grüße,
mythbu

[1] http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/703331/DICK-Schlichthobel-Nr-4.htm
[2] http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/703330/DICK-Einhandhobel-20.htm
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22 Antworten
Ekaat  
Vorweg: Mit einem Handhobel richtig und gut zu arbeiten erfordert viel Übung. Wenn man die nicht hat, und auch keine Gelegenheit hat, sich die Fertigkeit anzueignen, schlage ich vor, zum Bandschleifer oder Elektrohobel zu greifen. Auch da bedarf es einiges an Übung, aber es bildet kein Problem, auch man gegen die Maserung zu arbeiten, was beim Handhobel regelmäßig Probleme bereiten wird. Insbesondere, wenn im Verlauf des Holzes die Maser-Richtung nach einem Ast wechselt. Auch an einem Ast bleibt man als Ungeübter schnell einmal stecken und haut eine Kerbe in die Oberfläche.
Christian Morgenstern habe ich lange nicht verstanden:
Das ist der Ast, an dem der Hobel hängt und hängt...
Bis ich selbst zum Handhobel gegriffen hatte....

 

Eines vorweg, ich bin kein Handhobelprofi. Ich mach das Allermeiste mit der Abricht Dickenhobelmaschine.
Den kleine Einhandhobel hab ich auch. Der eignet sich (nur) für feine Nacharbeiten, Schmalseiten nach dem Sägen glätten, Kanten anfasen. Ist sicherlich ein guter Hobel für den Einstieg, um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen.
Zum Fügen von Schmalseiten vor dem Verleimen nehme ich einen Putzhobel. Dafür ist der Einhandhobel zu kurz.
Die erste Amtshandlung nach dem Auspacken des Hobel ist aber: Eisen schärfen. Kannst Du das?
Die Gegenfragen:
Was ist das für Holz bzw. woher stammt das Holz, das Du bearbeiten möchtest?
Möchtest Du nur mit Handwerkzeug arbeiten oder sollen auch Maschinen zum Einsatz kommen?

Tipps von Micha: http://michael-hild.blogspot.de/p/ti...werkzeuge.html

Gruss
Olli

Ps.: Die Tipps von Ekaat würd ich mal als Plan B zurückstellen.

 

An Handhobeln verwende ich eigentlich nur den Simshobel um eine Nut zu säubern und einen ganz kleinen 5 cm langen von Dictum-Werkzeuge um Umleimerkanten oder Furnierkanten zu glätten. Alles andere mache ich mit Elektrohobel oder Bandschleifer. Ich habe schon viel gehobelt (besonders mit dem Opa in der Werkstatt), ist mir aber heutzutage definitiv zu aufwändig, dauert zu lang, und macht auch gehörig Dreck. Und die Hobelbank, die man definitiv zu so was braucht, ist meist mit anderem belagert ... Ekaat hat die Probleme beim Hobeln ausführlich beschrieben. Bei Fichte/Tanne ist einfach zu viel Astanteil im Holz für mich. Und Buche, Eiche ist viel zu hart um von Hand ranzugehen.

Wobei mich die Profis auf Youtube etc. auch begeistern ...

 

Fichte / Tanne ist was für den Holzbau. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Und wenn Dir Eiche und Buche zu hart sind, dann sind Deine Hobeleisen stumpf. Ein wenig Silbergleit auf die Hobelsohle und etwas Schmalz im Oberarm und ein Eichestollen ist im Nu mit dem Handhobel abgerichtet. Elektrohobel ist was für Heimwerkerweicheier.

 

Ekaat  
Zitat von Olli_0815
Fichte / Tanne ist was für den Holzbau. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Und wenn Dir Eiche und Buche zu hart sind, dann sind Deine Hobeleisen stumpf. Ein wenig Silbergleit auf die Hobelsohle und etwas Schmalz im Oberarm und ein Eichestollen ist im Nu mit dem Handhobel abgerichtet. Elektrohobel ist was für Heimwerkerweicheier.
Kann nur auf meinen vorigen Post verweisen: Handhobel-Arbeiten müssen intensiv gelernt werden. Elektrohobel-Arbeiten zwar auch, fällt aber sehr viel einfacher.
Du sägst ja wahrscheinlich auch kein Brett von 5m mit 'nem Fuchsschwanz oder der Gestellsäge, sondern mit der Kreissäge? Weichei?

 

Zitat von Ekaat
Kann nur auf meinen vorigen Post verweisen: Handhobel-Arbeiten müssen intensiv gelernt werden.
Das mit dem Lernen klappt allerdings auch nur, wenn man damit arbeitet ;-)

Stimmt schon, dass man es lernen muss. Aber so dramatisch ist's nun auch nicht. Wenn man es kann, dann geht es genauso schnell wie mit elektrischen Tools, macht weniger Dreck, Schleifaufwand wird reduziert, ist viel sinnlicher und macht vor allem die um Klassen schöneren Oberflächen (scharfe Hobeleisen vorausgesetzt).

 

Die wichtigsten Sachen wurden ja schon angesprochen.
Etwas Übung ist erforderlich, aber das ist kein Hexenwerk.
Frustmomente wird es zu 100% geben, da wirst du auch schnell lernen das sich viele Hölzer nur in eine Richtung hobeln lassen. Dein Auge wird aber auch flott lernen das zu erkennen.

Scharf müssen die Dinger sein, das A&O. Bevor du weiter über den Hobel nachdenkst, denke darüber nach. Das treibt den anfänglichen Kostenfaktor auch ordentlich in die Höhe.
Ein stumpfer Hobel, selbst das beste und teuerste Modell, nutzt dir nichts.
Ich persönlich habe mich da zu Wassersteinen mit Schleifführung entschieden.
Selbst beim ersten mal kam da ein brauchbares Ergebniss raus.
Hier mal eine detaillierte Anleitung.
Auf der Seite findest du auch noch Tipps zur Auswahl deines Hobels.

Bei mir ist so ein kleiner Einhandhobel in der Simshobelvariante immer wieder im Einsatz.
Gut geeignet für kleinere arbeiten.
Für die von dir angesprochenen selbst verleimten Platten wären mir aber beide genannten Hobel zu klein. Kommt aber auch auf die größe der Platten an, unter einem No. 5 würd ich da aber nicht gehen. Der No.4 ist mit seinen 250 mm schon recht kurz.
Und wie auf dem Bild zu sehen.... Auch astiges selbst verleimtes Holz lässt sich mit einem scharfen Hobel gut bearbeiten. Die Platte ist aus Sägerauem Bauholz aus dem Baumarkt selbst hergestellt. Und zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung von Verleimregeln und die dadurch auch nicht beachtet.
Da liegt übrigens ein No. 6 auf der Platte.
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Schöne Platte, klasse gemacht. Hast Du die Platte komplett nur in Handarbeit hergestellt oder kam eine Maschine zum Einsatz? Wie bewährt sich das weiche Fichtenholz als Tischplatte in der Praxis?

Ich habe noch nie die Verleimregeln beachtet. Viel wichtiger ist, dass das Holz zum Zeitpunkt des (letzten) Abrichtens auf Wohnraumfeuchte akklimatisiert war. Das sagt mir ein hochwertiges Holzfeuchtemessgerät. Ich achte dagegen auf einheitlichen Faserverlauf. Ansonsten kann es passieren, dass Du beim Verputzen Ausrisse produzierst, weil sich an den Lamellengrenzen die Faserrichtung ändert.

 

Zitat von Olli_0815
Hast Du die Platte komplett nur in Handarbeit hergestellt oder kam eine Maschine zum Einsatz? Wie bewährt sich das weiche Fichtenholz als Tischplatte in der Praxis?
Jetzt wirds schwierig
Maschinen kamen schon zum Einsatz. Zuerst Plan B, mit geringer Spanabnahme ein Elektrohobel. Weniger arbeit mit dem Handhobel, wobei das aber auch Problemlos möglich wäre. In dem Fall ist der Elektrohobel einfach schneller. Genaues arbeiten ist das aber nicht.
Die Kanten sind aber alles andere als im Winkel.

Mangels Abricht/Dickenhobel kam dann der Frästisch zum Einsatz.
Holz sichten, sortieren und Bezugsfläche festlegen.
Von der Bezugsfläche ausgehend wurden dann die Verleimflächen mittels langem Nutfräser gefügt. So habe ich rechtwinklige Kanten zu der Bezugsfläche.
Paar Blatt Papier hinter die Anschläge sorgt für ein quasi Abrichten.
Ich hoffe das Bild ist verständlich.

Zuletzt kommt das Stück für Stück verleimen.
Immer zur Bezugsfläche steckt alle 200mm ein lamello drin.
Nicht unbedingt wegen der Stabilität, das verleimen ist etwas einfacher.
Die obere Seite ist von Haus aus etwas planer.
Ich hab das auch nur deshalb alles selbst gemacht weil es keine D4 verleimten Platten zu kaufen gibt. Der Tisch steht bei einem Kumpel im Schrebergarten unter dem Vordach.
Ab und an kommt da doch etwas Wasser hin, von den Temperaturen mal abgesehen.
Mal sehen wie die Platte den ersten Winter überstanden hat. Eine sehr lange Haltbarkeit erwarte ich jetzt nicht unbdingt, mal sehen.
Da könnte ich aber erst demnächst mal Infos geben.
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Ich bewundere Deine Geduld. Letztendlich zählt das Ergebnis und das kann sich sehen lassen.
Probleme gibt bei es bei breiten Brettflächen im Außenbereich durch die starken Schwankungen der Holzfeuchte über die Jahreszeiten. Ich würde das Hirnholz irgendwie absperren, denn darüber nimmt das Holz am schnellsten die Feuchtigkeit auf oder gibt diese wieder ab. Endrisse oder offene Leimfugen an den Hirnenden sind ansonsten zu befürchten.
Warum holst Du Dir nicht einen Dickenhobel, wenn Du mit Handhobeln gut zurecht kommst? Ich habe die kürzlich im Woodworking Forum kontrovers diskutierte Methode von Heiko letztes WE ausprobiert. 1m lange ca. 65mm breite Eichenstollen mit einem Veritas Bankhobel abgerichtet, dann auf der Formatsäge gefügt und zuletzt alles durch den Dickenhobel. Das geht, wenn man es kann, in einem vertretbaren Zeitrahmen. Ich habe nur Probleme damit, dass mir die Stollen mit zunehmender Breite beim Abrichten von Hand minimal windschief werden.

Noch ein Wort zum sägerauhen Bauholz. Ich kaufe öfter 45mm Fichte Mauerdielen für Außenprojekte. Laut Aussage meines Holzhändlers (u meines Messgerätes) liegt die Holzfeuchte bei unter 20%, damit das Holz nicht schimmelt. Für Außenprojekte wie Deines ideal aber für ein Wohnraummöbel viel zu nass. Es dauert einige Wochen, bis das Holz im Wohnraum akklimatisert ist. Das bitte im Auge behalten.

 

Das ist jetzt zwar alles Offtopic und nutzt dem Threadersteller wohl wenig...
Die Diskusion ist mir bekannt, ich könnte mir die Vorgehensweise durchaus für mich vorstellen. Einfacher wäre ein Abricht/Dickenhobel, aber da kostet etwas brauchbares viel Geld und benötigt viel Platz. An beidem hapert es etwas.
Der reine Dickenhobel kostet auch schon einiges.

Zitat von Olli_0815
Ich habe nur Probleme damit, dass mir die Stollen mit zunehmender Breite beim Abrichten von Hand minimal windschief werden.
Ich denke das ist ein weiteres Problem, mit dem ich mich dann auseinander setzten müsste.
Wirklich gerade hobeln wird schon etwas schwerer wie nur eine Fläche oder Kante plan zu bekommen. Aber ich bin ja lernfähig, im Lauf der Zeit werde ich das noch etwas ausbauen. Der eine oder andere Handhobel kommt mit Sicherheit noch dazu.

 

Ich denke nicht, dass das OT ist. Das sind alles Aspekte, die bei der Massivholzbearbeitung zu beachten sind. Es sind schon ein paar Arbeitsschritte und Werkzeuge notwendig, um aus einer sägerauhen Bohle eine Tischplatte zu zaubern, um an dann an eben dieser mit dem Einhandhobel eine Kante anzufasen.

 

Ich finde die Informationen interessant.
Weichei? Musste lachen. Hast schon recht. Aber solche Tischplatten etc. mach ich eher nicht. Vielleicht kommt das irgendwann.

 

So eine Platte gehört auch nicht zu meinen Standardaufgaben, das war eher eine Ausnahme.
Viele kleine Aufgaben sind mit einem Handhobel aber erledigt, bevor ein anderer seinen Elektrohobel aus der Schublade geholt hat.
Ohne Krach und ohne Dreck.
Und die Gefahr etwas zu versauen ist mit dem Elektrodingens wesentlich höher.
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Erst mal ein Satz vorweg: Wir sind hier in einem Heimwerkerforum und für viele zählt nicht nur das Ergebnis, sondern oft auch der Weg da hin. Ich betrachte mich immer noch als Anfänger, aber ich mache jeden Tag Fortschritte - auch durch die vielen Kommentare und Projekte hier im Forum. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.
Beim Hobeln habe ich die größten Fortschritte gemacht. Ich habe mir gut erhaltene Holzhobel vom Flohmarkt besorgt, darunter einen Doppelhobel von Steiner und eine Rauhbank, sowie Simshobel von Ulmia. Markenwerkzeug zum kleinen Preis, das man gut zum Üben benutzen kann.

Es gibt drei Problemkreise, die man bewältigen muß.
1. Schärfen der Hobelklingen
2. richtige Einstellung der Hobel
3. Holzarten, Hobelrichtung etc.
Dafür gibt es viele Anleitungen im Netz, aber man muß selber an verschiedenen Hölzern austesten, wie man die Hobel am besten einsetzt.
Mit reichlich Übung bin ich jetzt in der Lage eine aus Fichtenkanthölzern (stammen aus Holzpaletten) zusammengeleimte Werkbankplatte eben abzurichten. Ausrisse sind kein Problem mehr. Auch Äste werden durch einen scharfen Hobel exakt eingeebnet.
Wenn ich erst einmal den Umgang mit Holzhobeln sicher beherrsche und meine Ansprüche steigen, dann werde ich mir bestimmt auch Hobel aus Metall zulegen.


Gruß

liggle

 

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