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Untersparrendämmung sinnvoll?

19.01.2015, 14:37
Hallo zusammen,
ich habe begonnen meine hübsche Holzvertäfelung von den Dachschrägen zu entfernen.
Dabei habe ich gesehen, dass diese auch "höchst professionell" angebracht ist. Die Alukaschierung ist mehr als nur an wenigen Stellen beschädigt.
Die Dämmung als solche ist noch in Ordnung (ca.150mm Dämmung), ein Element hatte ich draußen und es war nicht verschimmelt oder hat sonstige Anzeichen einer gröberen Beschädigung. Deshalb habe ich mich dayu entschieden, diese drin zu lassen.
Ich bin hingegangen und habe zuerst die Dachlatten (parallel zu den Sparren) abgemacht und dann die Dämmung wieder vernünftig (so wie es eben ging) angetackert. Dann habe ich die Risse und offenen Stellen mit Aluklebeband geschlossen um wieder eine dichte Dampfsperre zu erhalten. Jetzt wollte ich mit zwei Dachlatten (dann 48mm) waagerecht eine Lattung aufbauen und dann Gipskartonplatten anbringen.
Macht es hier Sinn, noch eine Untersparrendämmung zusätzlich (zwischen die Dachlatten) zu montieren? Wenn ja, was?
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Untersparrendämmung Untersparrendämmung
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10 Antworten
Hallo DanielP,

grundsätzlich macht es Sinn noch eine Untersparrendämmung anzubringen. Hier würde ich aus praktischen Gründe Steinwolle nehmen. Ist Formstabil. Mineralfaser geht aber auch.

In Deinem Fall würde ich aber die alte Dämmung rausnehmen (Wärmeleitgruppe 045 oder schlechter, würde ich jetzt schätzen). Wenn der Sparren 16 cm ist, würde ich eine 140 (14cm) Dämmung nehmen, also immer 2cm weniger als der Sparren. Bis 20 cm Sparrenbreite würde ich 6 cm Untersparrendämmung einsetzen. Darüber reichen 4 cm. Die Untersparrendämmung so anbringen, das die Latten quer zu den Sparren läuft. Dies minimiert Wärmebrücken. Dämmung sollte min. die Wärmeleitgruppe WLG 035 besitzen, bei Altbauten WLG 032. Je kleiner der Wert, desto höher die Dämmwirkung.
Darunter die Dampfsperrbahn anbringen. Wichtig im System bleiben. Die Folienübergänge mit dem Klebeband zur Hälfte jeweils überkleben. Die Ränder entweder mit speziellen Klebebändern versehen oder mit ausreichend Folienüberstand (Das Dachgebläck arbeitet!) an der Wand mit dem entsprechenden Klebemasse anarbeiten. Dann die Unterkonstruktion für den Gipskarton anbringen. Aus der Erfahrungen heraus min 24 x 60 mm Lattung verwenden.

Die Alukaschierung ist jetzt nicht wirklich dampfdicht. Sobald dort Knicke entstehen, ist die Dampfdichtheit hin. Diese wurde verwendet, weil man seinerzeit nichts anders hatte und die Zusammenhänge noch nicht so genau kannte.

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

So als Tipp für Fensterlaibungen im Dachbereich:

Ich verwende da immer kaschierte XPS-Dämmung anstatt des Gipsskartons. Erhöht den Wärmeschutz und verringert die Kondenswasserbildung.

Gruß kreimue

 

Danke, kreimue für Deine Antwort. Dämmung ist ein Spezialgebiet, da hält sich hier meist jeder gerne heraus, weil man sooo vieles falsch machen kann ...
Daniel P. Ich würde vorschlagen, hier einen erfahrenen Zimmermann oder Dachdecker anzufragen. Einfach ehrlich sein, dass Du selbst machen möchtest aber keine Fehler willst. Ob einer mal anschauen kann, Du zahlst auch gerne dafür 50 - 100 Euro. Und vielleicht könntest Du das Material auch von ihm bekommen. Er kauft zum Handwerkspreis und ist dann vermutlich noch günstiger als Baumarkt und Co. wenn Du es richtig machst, sparst Du auf lange Sicht weit mehr. Wie gesagt, man kann vieles falsch machen und Ferndiagnosen sind immer schwierig. Ruckzuck hast Du Feuchtigkeit in der Dämmung, eine Wärmebrücke, wenn es **** läuft sogar Schimmel hinter dem Rigips. Nachbessern ärgert und kostet letztlich zu viel. Und möglicherweise ist die bisherige Dämmung zu gering oder schlecht gemacht, wenn Du schon offen hast, ist der Neuaufbau oder eine Nachbesserung ganz einfach zu machen. Also besser auf Nummer sicher gehen.

 

Da komme ich dann ins Spiel ist genau mein Gebiet ;-). Ich kann die nur raten Spar nicht am falschen Ende.... die Energiekosten werden nicht sinken und die kosten für Dämmung werden immer weiter steigen. Ich würde sagen schmeiß die alte Dämmung raus die kann man nicht mit der heutigen vergleichen. Bei der neuen Dämmung würde ich die eher zu einer Mineralwolle raten es sei denn du brauchst einen besonderen Schallschutz dann bist du mit der Steinwolle besser dran. Die Minerlwolle lässt sich besser verarbeiten und gibt es auch mit einer Wärmeleitgruppe von 0,32.
Wie oben schon geschrieben die Sparren bis auf 2cm höhe volldämmen, dann eine 4/6Latte nochmal hochkant quer über die Unterseite von den Sparren und mit 6cm volldämmen. Führe die Dämmarbeiten gewissenhaft durch jeder cm Luft ist eine Kältebrücke.
Nun zu der Dampfsperre das ist das a und o bei der ganzen Sache!!!! Hier rate ich dir nimm nicht die günstige PE Folie, nimm lieber eine Klimamembran von Isover oder anderen Mitbewerbern. Wichtig ist das du im System bleibst nicht Folie von dem und Klebebänder von einem anderen Hersteller. Weil wenn es zum Schadensfall kommt übenimmt kein Hersteller die Garantie dafür. Ich rate dir zu Isover die haben ein tolles System was sich super verarbeiten lässt. Du kannst auch mal auf der Homepage von denen gucken, da gibt es Videos wie man vorgeht und was man beachten muss.
Falls du weiter Fragen hast kannst du die gerne an mich wenden, hab ich Sachen Dämmung einige Lehrgänge hinter mir und ich kann Dir sagen man kann soooooo viel falsch machen. Warte noch ein paar Jahre und das Hauptproblem in den Häusern wird Schimmel werden.

 

Guckmal hier rein

 

Speichern: Holzwurm8686 = Dämmprofi Dach

 

Danke für eure Kommentare, dann werde ich mir das wohl noch mal durch den Kopf gehen lassen...

 

Hallo DanilP,

ich habe mal ein paar Bilder für dich hochgeladen.

Beim Dämmen sind Randbereiche, Durchdringungen und andere Kleinigkeiten wichtig. Die Fläche ist meistens ohne Probleme hinzubekommen.

Dämmung ist eigentlich nichts anderes als teuer verpackte Luft. Bedeutet nicht das Material (Mineralfaser, Steinwolle oder ähnliches) hat die Dämmwirkung, sondern die im Material eingeschlossene Luft. Das sollte man im Hinterkopf haben bei allen Dämmarbeiten.
Bei Steildächer empfiehlt sich immer ein Dämmstoff, der die Bewegungen aus dem Dach mitgeht wie Faserdämmstoffe.

Fangen wir mal beim Traufpunkt (Übergang Wand in die Dachschräge). Achte bitte darauf, alle Stellen mit Dämmung zu füllen. Durch die Baukonstruktion, die ich bei Dir jetzt nicht kennen, entstehen hier oft Wärmebrücken. Aber bitte nicht anfangen Dämmung zu "quetschen", denn verliert die Dämmung ihre Wirkung. Wo rauf ich hinaus will siehst Du im Bild. Ich hoffe, man erkennt die Details auch noch.

Die seitlichen Ränder (egal ob Außenwand oder Innenwand) sind kniffellig. Bis 4cm Abstand von der Wand würde ich eher einen Dämmschaum nehmen. Faserdämmstoffe da einzubringen ist schwierig, da diese leicht zusammen zudrücken sind und von daher ihre Dämmwirkung verlieren. Es gibt Faserdämmstoff in der Stärke (ab 4cm) die bei größen Abständen dann eingebracht werden können. Auch hierfür habe ich ein Detail. Allerdings gilt dies für einen Neubau. Im Bestand wird man die Mauerkrone schlecht nachträglich von innen dämmen können.
Was für die Traufe gilt, gilt natürlich auch für Mittelpfetten oder Kehlbalken. Auch für den First oder Dachdurchdringungen wie Dachfenster oder Lüftungsrohre.

Die Dämmung alleine reicht leider nicht. Daher die Dampfsperrbahn. Auch hier sind die Details wichtig. Gerade bei Pfetten und Kehlbalken.

Hier geben Hersteller wie Isover, Ursa usw. gute Hilfestellungen. Der Teufel liegt halt im Detail.

Noch ein Tipp. Wenn Du die Ziegel sehen kannst, solltest Du überlegen, ob es nicht auch Sinn macht eine Dachfolie zur Ziegelseite einbringst. Diese schützt die Dämmung und gibt zusätzlich ein "Windschutz" von außen. Auch hier bieten die Hersteller Lösungen an.

Im Bestand würde ich aber auch die Untersparrendämmung nicht verzichten, eigentlich auch im Neubau nicht.

Ich selbst habe bei mir 16 cm Zwischensparrendämmung (Mineralfaser WLG 032) und 6 cm Untersparrendämmung (Steinwolle WLG 032) verwendet. Dann die Dampfsperrbahn. Da drunter dann eine Lattung (24 mm x 100 mm), darauf Gipskarton. Im Badezimmer noch eine Gipsfaserplatte zusätzlich. Das ist der Kompromiss zur "luftdichten" Bauweise. So kann die Luftkeit aus dem Raum aufgenommen werden und später wieder abgeben werden. Lüften darf ich aber trotzdem.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.

Gruß kreimue
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Vielen Dank für die Info!!

 

Janinez  
sind einige Aspekte dabei die ich noch nicht kannte - danke....................

 

Hallo DanielP,

wichtig ist es auch die Dampfsperre richtig zu verkleben. Gerade die verklebung an die Wand ist nicht zu verachten. Hier sollte man ggf. die Wand in den Klebebereich vorher glatt verputzen, wenn die Wand nicht schon glatt ist. Den Dichtkleber nicht verspachtel oder festdrücken. Wenn Du den Kleber angebracht hast sieht er ja aus wie eine Wurst. Diese Form sollte auch so gut wie möglich beibehalten werden. Also die Folie nur leicht andrücken und darauf achten das eine Verbindung zwischen Kleber und Folien besteht.
Es gibt so viele verschiedene Vorgehensweisen, deshalb würde ich Dir raten, lass einen Dachdecker kommen und sprich mit ihm alles durch und setzt das so durch wie er es Dir vorgibt. Jeder Handwerker arbeitet anders und hat es vll. auch anders gelernt.

Gruß

Stepho

 

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