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Überspannungsschutz bei Steckdosenleisten sinnvoll?

28.12.2014, 13:25
Hallo zusammen,

eine Frage an die E-Experten: Sind Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz eigentlich sinnvoll, wenn es sonst keinen Überspannungsschutz im Haupt- und in den Unterverteilern gibt?

Hatte neulich eine Diskussion, bei der Gegenstand war, dass diese für eine ordentliche Überspannung, die nicht durch abgestufte Überspannungsschutzgeräte heruntergeregelt wird, gar nicht gebaut sind.

Kann man sich das Geld also sparen?
 
Steckdosenleiste, Überspannungschutz Steckdosenleiste, Überspannungschutz
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13 Antworten

Die besten Antworten

Funny08  
Also man sollte hier differenzieren, bei einem direkten Blitzeinschlag im Haus sind diese zum Feinschutz gehörenden Überspannungsableiter sicherlich ohne Grob- und Mittelschutz - also Blitzableiter am Haus und Überspannungsableiter in der Stromverteilung - völlig nutzlos.

Nun kommt das - Aber - aber sie können kleine Überspannungen bzw Spannungsspitzen im Netz - von den Geräten fernhalten. Diese können durch entfernte Blitzeinschläge oder durch andere Einflüsse (Maschinen, Industrie usw) auftreten.

Damit dies Geschieht, ist in den meisten Schutzvorrichtungen ein Spannungsabhängiger Widerstand (Varistor) und manchmal auch zusätzlich ein Gasableiter eingebaut. Wird nun die Spannung höher als gewünscht, dann wird der Varisor durchgängig - also zu einem Kurzschluß und leitet so die Überspannung auf den Neutralleiter oder den Erdleiter ab. Bei höheren Strömen zündet zusätzlich der Gasableiter - hier entsteht dann im Innern ein Überschlag (Lichtbogen) und der Strom fließt dann über den Gasableiter ab und nicht über das Gerät.

Ein Problem bei sehr günstigen Varianten der Überspannungsableiter in den Geräten ist, dass hier gerne mal an einer trägen (thermischen) Vorsicherung gespart wird - diese ist aber gerade bei einem Varistor wichtig, denn dieser wird bei längerem Betrieb über der Einsatzschwelle (zB bei einem Netz mit vielen Spannungsspitzen) sehr heiß und kann somit ohne die Vorsicherung zur Brandquelle werden.
Auch können empfindliche FI-Schutzschalter durch sogenannte Leckströme im Varistor auslösen oder bei Anlagen ohne FI können Berührungsspannungen am Schutzleiter auftreten.

Bei Steckdosenleisten bei denen auch Datenleitungen geschützt werden, werden für diese zum Schutz gegen Überspannungen meist Suppressordioden eingesetzt, da diese nur für geringe Ströme geeignet sind, aber dafür fast keine Einflüsse auf die Datenübertragung haben.

Am Ende kann ich für mich als Fazit ziehen, dass Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz schon sinnvoll sind, jedoch nicht bei einem direkten Einschlag helfen und man sollte zusätzlich auch die ankommenden Leitungen vom Kabel-TV Anbieter, vom Internet und der Satellitenanlage schützen. Und man sollte versuchen in Erfahrung zu bringen, ob der Überspannungsschutz auch einen thermischen Schutz hat - notfalls muss man den Hersteller anschreiben.
Gute Frage. Das würde mich auch interessieren.

 

Ich bin kein Elektriker, deshalb ist meine Antwort auch evtl. nicht ganz richtig...

Ein Schutz gegen Überspannung ist lediglich die Spannung, die vom Werk geliefert wird. Manchmal entstehen Spitzenwerte mit > 220 Volt. Und dafür ist der Überspannungsschutz geeignet.

Um einen Blitzeinschlag damit abzuwehren eignen sich diese Teile jedoch nicht.

 

mir wurde mal gesagt, wenn denn die ganze Anlage und nicht nur eine Steckdose, das bringt nichts, weil ja das ganze Haus oder Wohnung mit Kabel durchzogen ist, mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich würde mal ein Elektriker holen und sich Beraten lassen.

 

Funny08  
Also man sollte hier differenzieren, bei einem direkten Blitzeinschlag im Haus sind diese zum Feinschutz gehörenden Überspannungsableiter sicherlich ohne Grob- und Mittelschutz - also Blitzableiter am Haus und Überspannungsableiter in der Stromverteilung - völlig nutzlos.

Nun kommt das - Aber - aber sie können kleine Überspannungen bzw Spannungsspitzen im Netz - von den Geräten fernhalten. Diese können durch entfernte Blitzeinschläge oder durch andere Einflüsse (Maschinen, Industrie usw) auftreten.

Damit dies Geschieht, ist in den meisten Schutzvorrichtungen ein Spannungsabhängiger Widerstand (Varistor) und manchmal auch zusätzlich ein Gasableiter eingebaut. Wird nun die Spannung höher als gewünscht, dann wird der Varisor durchgängig - also zu einem Kurzschluß und leitet so die Überspannung auf den Neutralleiter oder den Erdleiter ab. Bei höheren Strömen zündet zusätzlich der Gasableiter - hier entsteht dann im Innern ein Überschlag (Lichtbogen) und der Strom fließt dann über den Gasableiter ab und nicht über das Gerät.

Ein Problem bei sehr günstigen Varianten der Überspannungsableiter in den Geräten ist, dass hier gerne mal an einer trägen (thermischen) Vorsicherung gespart wird - diese ist aber gerade bei einem Varistor wichtig, denn dieser wird bei längerem Betrieb über der Einsatzschwelle (zB bei einem Netz mit vielen Spannungsspitzen) sehr heiß und kann somit ohne die Vorsicherung zur Brandquelle werden.
Auch können empfindliche FI-Schutzschalter durch sogenannte Leckströme im Varistor auslösen oder bei Anlagen ohne FI können Berührungsspannungen am Schutzleiter auftreten.

Bei Steckdosenleisten bei denen auch Datenleitungen geschützt werden, werden für diese zum Schutz gegen Überspannungen meist Suppressordioden eingesetzt, da diese nur für geringe Ströme geeignet sind, aber dafür fast keine Einflüsse auf die Datenübertragung haben.

Am Ende kann ich für mich als Fazit ziehen, dass Steckdosenleisten mit Überspannungsschutz schon sinnvoll sind, jedoch nicht bei einem direkten Einschlag helfen und man sollte zusätzlich auch die ankommenden Leitungen vom Kabel-TV Anbieter, vom Internet und der Satellitenanlage schützen. Und man sollte versuchen in Erfahrung zu bringen, ob der Überspannungsschutz auch einen thermischen Schutz hat - notfalls muss man den Hersteller anschreiben.

 

Klasse erklärt, Funny... dafür gibt´s einen Daumen

 

Da hab ich was dazu gelernt, Danke,

 

Danke für die ausführliche und kompetente Antwort, Funny!

Für die Telefon-/DSL-Leitung haben wir einen Obo Tele-Defender (neckischer Name) eingebaut. Für Strom allerdings keinen Grob-/Mittelschutz. Deshalb die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Feinschutzes. Habe aber nun gelernt, dass ich für die teurere Elektronik schon auf solche Steckdosenleisten zurückgreifen werde.

 

Meine Erfahrung: jede Steckdosenleiste war nach kürzester Zeit defekt, weil es wohl häufig Überspannungen gab. Das runiniert mich auf Dauer. Also habe ich keine mehr.

Aber ich habe eines gemacht: Besondere Geräte hängen entweder an einer Steckdose mit Schalter oder an einer Mehrfachsteckdose mit Schalter. Wenn das Gerät nicht in Betrieb ist, wird der Schalter ausgemacht. Das spart zum einen den Stand-By-Strom, zum anderen ist die Phase unterbrochen, so dass es zu keinen Überspannungen führen kann. Allerdings beim Fernsehen im Gewitter kann es nicht helfen. Aber zu dem Zweck habe ich eine Versicherung.

 

die komplette... Abschaltlösung.... ist auch meine Empfehlung...... !
Mein Fernseher läuft natürlich auch über eine schaltbare Steckerleiste....... einzige
Ausnahme .... der Festplattenreceiver, der muss am Netz bleiben, um zur richtigen Zeit
die vorprogrammierten Sendungen aufzunehmen !
Bei Gewitter wird der Fernseher und auch der PC... mittels Steckerleiste ausgeschaltet,
wenn über diese St. Leiste auch eine Beleuchtung betrieben wird, sind Spannungsspitzen
nicht mehr so gefährlich ( sogenannter Spannungsteiler ! ), weil die Lampen ( z.B. 25 Watt Glühbirne ) einen hochohmigen Kurzschluss bilden und Spitzen am schnellsten ableiten !
Gruss......

 

Geändert von Hazett (31.12.2014 um 11:20 Uhr)
Funny08  
Davon abgesehen, dass das komplette Ausschalten der Geräte sicherlich die beste Lösung für Natur und Geldbeutel ist, hilft dies bei einem Blitzschlag in der Nähe auch nur bedingt, da durch die hohe Spannung meist ein Überschlag wegen zu geringem Abstand der Schaltkontakte erfolgt.

Zur Versicherung möchte ich kurz anmerken, dass man hier genau prüfen sollte, ob die "Blitzschutzversicherung" auch Überspannungsschäden abdeckt. Viel bezahlen nämlich nur bei "direkten" Einschlag...

 

Funny, das stimmt. Und man ist als Geschädigter in der Nachweispflicht. Wenn das Stromwerk keine Spannungsspitze registriert hat, hat man Pech gehabt. Als in der Nähe von uns der Blitz einschlug, gab es zum Glück keine Probleme, weil bei Nachbarn alles defekt war - von der Waschmaschine bis zum Telefon. Wir hatten Glück und es war nur wenig defekt. Aber so waren wir eine ganze Straße, das konnte man nicht einfach abwimmeln.

 

Ist unnütz, das Geld kann man sparen. Wenn überspannungsschutz dann direkt im Zählerschrank.

 

Also die Erklärung von Funny ist vollkommen richtig, aber auch H4tchet ist im Recht. Optimal ist es nur wenn alle Vorrichtungen montiert sind. Es ist trügerich nur die Steckdose mit Überspannungsschutz zu verwenden, alleine ist sie nur ein Rad im Getriebe. Aber erst alle Räder lassen das Getribe funktionieren. So kann man sich das vorstellen.

 

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