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TÜV, GS und Co. auf dem Kinderspielplatz

22.11.2012, 15:38
Wer kennst sich da etwas genauer aus?

Zur Frage bzw. zum Problem gibt es eine kleine Vorgeschichte:
Wie einige (durch die Kartonaktion) sicher wissen, zieht unser Kindergaten um - morgen geht es los. Nebenbei noch mal ein Dankeschön an Bosch für die Umzugskartons.
Nun gehört dieser Kindergarten nicht der Stadt, sondern einem Förderverein. Dieser hat natürlich nur bedingt Gelder. Die Fördermittel für den Bau wurden nur mit der Auflage genehmigt, dass anfallende Mehrkosten durch den Verein zu tragen sind. Nun zog sich die ganze Genehmigung so lange hin, alles wird teurer..... Kurz, damit das Geld für den Bau reicht, ist kein Geld mehr für die Außenanlage da. Da sich der neue Kindergarten direkt neben dem alten befindet, kann (über den Fußweg) vorläufig der alte Spielplatz genutzt werden. Der neue Kindergarten bekommt jetzt nur Rasen und nächstes Jahr sollen Spielflächen angelegt werden, die alten Spielgeräte eventuell nochmal umgestellt werden und vielleicht ist irgendwann auch mal Geld für neue Spielgeräte da.
Das muss doch auch anders zu bewältigen sein. Die Spielflächen in Eigeninitiative sollten nicht das Problem sein, aber was ist mit den Spielgeräten (Klettergerüst, Rutsche...) Zur Elternversammlung fielen da Preise von 20000€.

Wo kommen solche Preise her? Sind Spielgeräte für Kindergärten anders geprüft? Darf man keine Klettergerüste aus dem Baumarkt nutzen?

Ein recht vernünftiges Klettergerüst ist für ein paar Hundert Euro zu haben und dafür sind sicher auch Sponsoren zu finden. Nur bei 20000€......
 
Kindergarten, Klettergerüst, Rutsche Kindergarten, Klettergerüst, Rutsche
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13 Antworten
Das hängt davon ab welche Versicherung dafür vorgesehen ist,das teuerste an solchen Spielgeräten sind meist die Prüfzeichen.
Bei unserem Gemeinde Kindergarten ist das die Gemeinde-Unfallversicherung,und die macht solche Vorgaben.Schon möglich das es bei einem Förderverein als Träger ähnlich ist.

 

Auf die schnelle habe ich im www folgendes gefunden. Natürlich ohne Gewähr !
http://www.spielplatz-doerper.de/spi...latz-norm.html

http://www.tuev-sued.de/uploads/imag...fo_01-2009.pdf

 

Funny08  
Da in Deutschland alles Genormt ist unterliegen auch Spielplätze einer Norm:
Die DIN/EN 1176/1177 für Spielplatzgeräte und Spielplatzböden

besteht aus folgenden Teilen:


Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
Teil 2: Anforderungen und Prüfverfahren für Schaukeln
Teil 3: Anforderungen und Prüfverfahren für Rutschen
Teil 4: Anforderungen und Prüfverfahren für Seilbahnen
Teil 5: Anforderungen und Prüfverfahren für Karussells
Teil 6: Anforderungen und Prüfverfahren für Wippgeräte
Teil 7: Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb
Teil 10: Anforderungen und Prüfverfahren für vollständig umschlossene Spielgeräte
Teil 11: Anforderungen und Prüfverfahren für Raumnetze

Evtl hilft dir auch der: Link PDF

Alles sehr verzwickt - und verzwickt kostet immer Geld

OT:Hab die Tage einen Bericht im TV gesehen, wie die Prüfsiegelvergabe stattfindet - bei vielen Instituten ist das der reine Betrug, da es Teilweise zb bei GS Prüfsiegel in verschiedenen östlichen EU-Ländern anscheinend egal ist was der Prüfling für Mängel haben könnte, hauptsache die Kohle fließt.

 

Das hilft mir nur bedingt weiter. Mir geht es weniger darum, was oder wie geprüft wird, sondern ob es wirklich solche Unterschiede zwischen "normalem" Spielzeug und Spielzeug für Kindergärten/Spielplätze gibt.
Soweit ich weiß, sind bei uns alle Klettergerüste geprüft. Und aus einem genannten Link habe ich rausgelesen, dass der Hersteller für die Einhaltung der aktuellen Normen zuständig ist.
Zitat TÜV: "Die genannten Normen enthalten vorzugsweise sicherheitstechnische Festlegungen für Hersteller von Spielplatzgeräten zur Umsetzung der Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG).
Spielplatzgeräte dürfen vom Hersteller als Nachweis für die Einhaltung aller Sicherheitsanforderungen nach erfolgreicher Prüfung durch eine zugelassene Prüfstelle mit dem Zeichen „GS = Geprüfte Sicherheit„ gekennzeichnet werden. "


Das würde für mich jetzt heißen, dass jeder GS-gekennzeichnete Spielturm zu Hause wie auch im Kindergarten aufgestellt werden darf. Hinzu kommen natürlich die Vorschriften zum Fallschutz und der Wartung.
Aber warum haben sie dann von solch teuren Klettergerüsten gesprochen? Da steht für mich ein großes Fragezeichen. 20000€-Spielgeräte könnten die Eltern auch mit Hilfe von Spenden aus kleinen Firmen hier nicht bezahlen. Für 500€-Geräte, die es normal zu kaufen gibt, könnte es schon reichen.

 

Das Problem ist das bei Verwendung von normalen Spielgeräten die Versicherung im Fall der fälle nicht mitmacht.
Das ist das gleiche Problem bei der Verwendung von werkzeug aus dem Baumarkt wo draufsteht not for Professional use.
Bei der renovierung unserer Grundschule musste es Z.b. Wandfarbe nach DIN xxy sein,die gute Alpina war nicht geprüft.

 

Genau das ist mein Problem: "Was sind normale Spielgeräte und was nicht?"

Hier in dem Link (fast ganz unten) sieht man aber einen Hinweis: "Achtung! Nur für den Hausgebrauch." Und das trotz TÜV GS geprüft. Da muss es also noch irgendwas geben.

 

Seit dem Sommer 2009 ist die aktuelle Fassung der DIN EN 1176, die DIN EN 1176:2008 gültig. Alle Spielplatzgeräte die auf öffentlich zugänglichen Spielplätzen stehen müssen diesen Anforderungen entsprechen. Unter öffentlich zugänglich versteht man unter anderem auch Spielplätze in Kindertagesstätten und Schulen.

 

Ich denke mal, das ist eine Kostenfrage des Herstellers. Der eine lässt "nur" eine einfache GS-Prüfung machen und ein anderer die umfassendere DIN EN 1176. Die entstehenden Kosten werden dann auf die Spielgeräte umgelegt. Googlet man nach Spielgeräte und DIN EN 1176 werden die Preise sehr schnell deutlich. Also nix mit neuen Spielplatz für die Kleinen

Nach der Prüfung kostet ein einfaches Reck aus zwei Holzbalken und einer Metallstange schon 370€

 

Vielleicht hilft Dir das hier etwas weiter *schulterzuck*

[SIZE=2]Wenn die Eltern selbst ein Außenspielgerät mit Materialien aus dem Baumarkt bauen möchten, dann sind sie (KITA) Hersteller im Sinne des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes. Demnach haben sie die rechtliche Verantwortung für das Produkt. Es wird empfohlen einen Fachmann, z.B. von einer Prüfstelle, zu beauftragen, der den Aufbau des Außenspielgerätes begleitet und nach Fertigstellung abnimmt. Dieser sollte dann schriftlich bestätigen, dass das Gerät den Bestimmungen des GPSG und den einschlägigen Normen entspricht. Dann sind sie in einem evtl. baubedingten Schadensfall abgesichert, denn hierfür ist der Hersteller verantwortlich. [/SIZE]
[SIZE=2]Wenn die Eltern ein Außengerät aus dem Katalog aufbauen möchten, sollten sie dies genau nach Bedienungsanleitung des Herstellers machen. Die einzelnen Bauphasen sollten am besten mit Fotos dokumentiert werden, in denen man die einzelnen Aufbauphasen und die nach Aufbauanleitung erforderlichen Maßnahmen erkennen kann. [/SIZE]
[SIZE=2]Sinnvoll kann es auch hier sein, den richtigen Aufbau von einer Prüfstelle abnehmen zu lassen. Das Produkt sollte auf jeden Fall ein GS-Zeichen von einer anerkannten Prüfstelle tragen.
[/SIZE]

 

Wir machen ja in Ungarn Urlaub und dort gibt es sehr viele und schöne Spielplätze.
Die werden oft von den Handwerkern vor Ort nach besten Wissen gebaut.
Manchmal musste ich den Kopf über die Bauweise schütteln aber im Jahr darauf waren die Konstruktions und Baufehler abgestellt.
Dort steht auch Benutzen auf eigene Gefahr, aber die Spielplätze waren alle in einen Top Zustand.
Hier sagte mir einer von der Stadt wir dürfen die Spielgeräte nur kontrolieren nicht reparieren dann erlischt die Versicherung.

 

Es spricht nichts dagegen, die alten Spielzeuge in Eigenregie umzuziehen. Wir haben das vor zwei Jahren mal für eine Kita gemacht und das Ergebnis für die Versicherung dann noch mal von einem Prüfer abnehmen lassen. Vorher natürlich einfach mal nachsehen ob das alte Gerät noch tauglich ist. Es ist auch ok beim Umzug Reparaturen vorzunehmen.

Das war um Längen billiger als den Umzug von einem Hersteller machen zu lassen. Vei der Neuerstellung wäre ich vorsicht und würde versuchen zu klären was die Versicherung bereit ist zu abzudecken. Die wird nämlich im Zweifel versuchen eine Schadensregulierung abzuwälzen.

 

Sabo, das klingt schon sehr interessant, der Sache werde ich mal nachgehen.

Heute war übrigens Umzugstag (entsprechender Beitrag folgt) und das hier ist das Gelände, mit dem die Kinder nun erst mal vorlieb nehmen müssen:
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Funny08  
Wirkt ja noch derb trostlos - binmal gespannt was ihr daraus machen werdet

Das Problem mit dem Verordnungen und Prüfzeichen usw ist, das es für alles verschiedene Normen gibt - welche unterschiedliche Anforderungen an Belastungsgrenzen usw stellen. Was für den heimischen Garten zB beim Zulässigen Gesamtgewicht völlig Ok ist, kann bei Öffentlichen Maßstäben viel zu gering bemessen sein. Hier müßtest du wohl nach den jeweiligen DIN´s schauen und diese miteinander vergleichen.

 

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