Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Trocknung von Baumscheiben

17.02.2016, 16:31
froschn  
Hallo ihr Lieben,

ich hab mal wieder ne Frage....
Und zwar habe ich ein paar Baumscheiben geschenkt bekommen, die ich gerne trocknen und dann weiter verarbeiten möchte. Was muss ich beachten, damit das Holz möglichst wenig reisst?

Die Baumscheiben haben einen Durchmesser von 41cm und sind 2,5cm, 3,5cm und 5cm dick. Wie kann ich die Scheiben am besten trocknen? Draussen oder drinnen? Wo lege ich sie am besten drauf, damit sie gut trocknen können? Wie kann ich verhindern, dass sich die Rinde löst? Fragen über Fragen....

Vielen Dank fürs Mitdenken sagt Melanie

Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	Baumscheiben.jpg
Hits:	0
Größe:	241,1 KB
ID:	39180  
 
Baumscheiben trocknen, Holzlagerung Baumscheiben trocknen, Holzlagerung
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
53 Antworten
Auf jeden Fall draußen, drinnen ist es zu warm, trocknet zu schnell und reißt mehr.
Risse wird es immer geben.
Schattig, trocken (überdacht) an einen windigen/luftigen Ort.
Nicht Abdecken = Schimmelgefahr.

Evt mit starken Spanngurt umspannen und 1x Woche Nachspannen, falls möglich.
Kleine Leisten unterlegen, darf nicht flächig aufliegen.

 

kjs
Bisher ist es mir noch nie gelungen dünne Scheiben rißfrei zu trocknen. Den einzigen Erfolg hatte ich mit ca. 1-1,5m langen Baumstücken. Da habe ich beide Stirnflächen mit Latexfarbe angemalt und Spanngurte rumgemacht. Die waren dann fast 2 Jahre in der Garagenecke und haben die Feuchtigkeit mehr durch die Rinde verloren. Erst nachdem ich sie für trocken genug gehalten habe wurden sie "zerteilt".

 

Latex ist heutzutage in Europa fast ausschließlich auf Dispersionsbasis und dadurch diffussionsoffen. Und damit eine perfekte Wohnraumfarbe. Wenn, dann echte Latexfarbe für diesen Zweck.

Verteil ne Kartusche dunkles Silikon auf die Schnittflächen und Spanngurt um die Rinde.

 

froschn  
Also draussen lagern ist ok, dann bleiben die einfach unter dem Carport liegen.
Eine möchte ich halbieren. Mache ich das besser sofort oder erst, wenn sie getrocknet ist?

 

Halbieren: Spalten oder dünnere Scheibe?

Spalten sofort. Da nimmst Du gleich die Soannung raus. Dünnere Scheibe: Warten. Umso dünner das Holz umso schneller reisst es. Ganze Stämme reissen in der Regel ja auch nicht.

 

froschn  
Zitat von Rainerle
Halbieren: Spalten oder dünnere Scheibe?

Spalten sofort. Da nimmst Du gleich die Soannung raus. Dünnere Scheibe: Warten. Umso dünner das Holz umso schneller reisst es. Ganze Stämme reissen in der Regel ja auch nicht.
Ähm ich meinte natürlich, das Ding in zwei Hälften zu schneiden. Prima, dann mache ich das morgen mal. Ist die Kreissäge die richtige Wahl?

 

Hallo Melanie,
ich habe mal ein Holzstück mit Rinde im Wald gefunden.
Dieses habe ich im Sommer auf der Werkbank liegen und trocknen lasse. Dauer 8 Wochen (war aber eine reine Bauchentscheidung wie lange).
Prinzipiell gebe ich meinen Vorschreibern schon recht dass es im Freien besser ist. Nur meine Überlegung für Garage war, dass ich so der Morgenfeuchte durch kühle Morgen und Nachtluft so am besten entgehen kann und es dadurch schneller trocknet (war halt so meine Überlegung). Auf alle Fälle habe ich das Holzstück alle paar Tage umgedreht, damit von allen Seiten Luft dazu kommt und so kein Schimmel entsteht-hat auch gut geklappt.
Anschließend habe ich es zu einem Projekt: Vase aus Holzblock verarbeitet: https://www.1-2-do.com/de/mybosch/#project/4002388
Wie man am besten Risse verhindert weiß ich nicht.

 

Ich trockne die Hölzer für meine Instrumente und Drechseln seit Jahren selbst. Hierbei handelt es sich um Äste mit einem Durchmesser bis zu 30cm. Ich besitze keine Trocknungskammer also geschieht alles auf natürliche Weise.
Grundsätzlich müssen die Stirnseiten (Enden) versiegelt werden. Die Feuchtigkeit darf nur über die Länge abgeführt werden und zwar, je langsamer desto besser. Das ganz muss auch mittels Feuchtigkeitsmessgerät überwacht werden und man muss die Stämme ab und an mal Umsetzen damit sie gleichmäßig trocknen können. Die Überwachung schließt die Suche nach Insektentätigkeit und Pilze mit ein.
Es gibt eine Möglichkeit das ganze etwas zu beschleunigen mittels einer Technik genannt "Pätzeln." Hierzu werden entlang des Stamms in mehr oder weniger gleichmäßige Abstände (rundum) etwa 3 cm große runde Stücke der Rinde entfernt.
Je nach Holzart kann das ganze auch Monate bis Jahre dauern. Eine alte Faustregel besagt 1cm pro Jahr.
Bei Baumscheiben die bereits fertig geschnitten wurden ist es aber äußerst kniffelig und der Ausschuss bei mir lag um die 50% was ich immer als "eher Suboptimal" betrachte. Der Hinweis von kjs wäre allerdings am besten. Es ist tatsächlich besser ein ganzer Stamm zu trocknen und diese dann ich Scheiben zu schneiden.
Wenn aber fertig geschnittene Scheiben getrocknet werden sollen dann müssen auch hier die Stirnseiten versiegelt werden andernfalls sind Risse vorprogrammiert. Ich würde sie allerdings nicht draußen im Freien belassen sondern im Keller aufbewahren bzw. vor Witterungseinflüssen (vor allem Wind und Sonne) schützen.
Um die Stirnseiten zu versiegeln verwende ich wasserfester Holzleim. Früher hat man auch Wachs dazu genommen allerdings fällt dieser nach einer Zeit ab wenn das Holz schrumpft und muss dann erneuert werden.

 

Zitat von George1959
Ich trockne die Hölzer für meine Instrumente und Drechseln seit Jahren selbst. Hierbei handelt es sich um Äste mit einem Durchmesser bis zu 30cm. Ich besitze keine Trocknungskammer also geschieht alles auf natürliche Weise.
Grundsätzlich müssen die Stirnseiten (Enden) versiegelt werden. Die Feuchtigkeit darf nur über die Länge abgeführt werden und zwar, je langsamer desto besser. Das ganz muss auch mittels Feuchtigkeitsmessgerät überwacht werden und man muss die Stämme ab und an mal Umsetzen damit sie gleichmäßig trocknen können. Die Überwachung schließt die Suche nach Insektentätigkeit und Pilze mit ein.
Es gibt eine Möglichkeit das ganze etwas zu beschleunigen mittels einer Technik genannt "Pätzeln." Hierzu werden entlang des Stamms in mehr oder weniger gleichmäßige Abstände (rundum) etwa 3 cm große runde Stücke der Rinde entfernt.
Je nach Holzart kann das ganze auch Monate bis Jahre dauern. Eine alte Faustregel besagt 1cm pro Jahr.
Bei Baumscheiben die bereits fertig geschnitten wurden ist es aber äußerst kniffelig und der Ausschuss bei mir lag um die 50% was ich immer als "eher Suboptimal" betrachte. Der Hinweis von kjs wäre allerdings am besten. Es ist tatsächlich besser ein ganzer Stamm zu trocknen und diese dann ich Scheiben zu schneiden.
Wenn aber fertig geschnittene Scheiben getrocknet werden sollen dann müssen auch hier die Stirnseiten versiegelt werden andernfalls sind Risse vorprogrammiert. Ich würde sie allerdings nicht draußen im Freien belassen sondern im Keller aufbewahren bzw. vor Witterungseinflüssen (vor allem Wind und Sonne) schützen.
Um die Stirnseiten zu versiegeln verwende ich wasserfester Holzleim. Früher hat man auch Wachs dazu genommen allerdings fällt dieser nach einer Zeit ab wenn das Holz schrumpft und muss dann erneuert werden.
Hallo George:
eine Frage: meinst du mit Stirnseite die abgeschnittene Fläche ?

 

@ Samir,

ja genau. Die Schnittflächen müssen versiegelt werden. Wenn das nicht gemacht wird dann trocknet der Stamm viel zu schnell über die offene Flächen.

Übrigens: Ich vergaß zu erwähnen, dass man die Stirnseiten (Schnittflächen) vor der Versiegelung unbedingt glätten sollte und dafür sorgen das kein Dreck mit eingeschlossen wird. Wenn Schmutz mit eingeschlossen wird kann das zu Schimmelbildung führen. Wenn Schimmel oder Fäule an den enden Auftritt kann man ein Stück abscheiden (ca. 3 bis 5 cm) und es erneut versiegeln.

 

Zitat von George1959
@ Samir,

ja genau. Die Schnittflächen müssen versiegelt werden. Wenn das nicht gemacht wird dann trocknet der Stamm viel zu schnell über die offene Flächen.

Übrigens: Ich vergaß zu erwähnen, dass man die Stirnseiten (Schnittflächen) vor der Versiegelung unbedingt glätten sollte und dafür sorgen das kein Dreck mit eingeschlossen wird. Wenn Schmutz mit eingeschlossen wird kann das zu Schimmelbildung führen. Wenn Schimmel oder Fäule an den enden Auftritt kann man ein Stück abscheiden (ca. 3 bis 5 cm) und es erneut versiegeln.
Versiegeln etwa mit farblosem Lack ? Oder verwendest du dafür etwas spezielles?

 

froschn  
Wow, hier lerne ich ja mal wieder richtig viel

 

Ich versiegele mit wasserfestem Holzleim. Ganz früher klebte man vollfächig Packpapier darauf aber mittels Versuche kam ich irgendwann dahinter das es auch ohne papier geht.

Lack würde ich wohl eher nicht in Betracht ziehen da diese selbst zu lange zum trocknen braucht aber man könnte es ja mal versuchen.

 

Zitat von George1959
Ich versiegele mit wasserfestem Holzleim. Ganz früher klebte man vollfächig Packpapier darauf aber mittels Versuche kam ich irgendwann dahinter das es auch ohne papier geht.

Lack würde ich wohl eher nicht in Betracht ziehen da diese selbst zu lange zum trocknen braucht aber man könnte es ja mal versuchen.
Vielen Dank George, ich habe wieder etwas dazu gelernt

 

kjs
Zitat von Rainerle
Latex ist heutzutage in Europa fast ausschließlich auf Dispersionsbasis und dadurch diffussionsoffen. Und damit eine perfekte Wohnraumfarbe. Wenn, dann echte Latexfarbe für diesen Zweck.

Verteil ne Kartusche dunkles Silikon auf die Schnittflächen und Spanngurt um die Rinde.
Rainerle, das war in den USA und die war "zu"......... Da gab es selbst Farben für dem Innenraum die eine Dampfdiffussionssperre waren.

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht