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Trapezbleche, größere Seitliche überlappung ok?

13.03.2015, 17:06
Um die passenden Dachabmessungen für mein Schuppen zu bekommen müsste ich ein Trapezblech der länge nach zuscheiden oder ein größer überlappung "einbauen".

Frage ist das fachlich ok oder kann das zu Problemen führen?
Vielleicht staut sich darunter feuchtigkeit.

Die Bleche haben so eine Antitropfbeschichtung, lassen die sich genauso schneiden wie ohne?
 
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11 Antworten
Ekaat  
Ich hatte beruflich als Verkäufer oft mit den Profilblechen (=Wellblech, Trapezblech, verzinkt und farbbeschichtet) zu tun:
Alle Profilbleche sind zunächst sendzimirverzinkt, d. h. durch ein Zinkbad gezogen und mit Luftdüsen die Zinkschicht auf eine bestimmte Schichtdicke gebracht. Nach dem Profilieren kann die Farbbeschichtung folgen.
Wenn nun solch ein Blech geschnitten wird, zieht sich die Zinkschicht beim Schneiden um die Schnittkante herum, und es ist dadurch ein Korrosionsschutz gewährleistet. Dieses funktioniert bis etwa 2,5mm Materialstärke.
Daß Farbe dabei absplittert, ist kein Problem.
Man sollte die Bleche aber nicht sägen, sondern mit einer Schere schneiden. Ist auch mit der Hand meist kein Problem, da diese Bleche selten stärker als 0,5 - 0,75mm stark sind.
Wichtig ist nur eine gute Blechschere (Es gibt Loch-Blechscheren und solche für gerade Schnitte; letztere empfehle ich zu dieser Arbeit).

 

Ekaat  
Übrigens würde ich die Bleche um drei Rippen überlappen lassen. Anschrauben auf dem Berg, und nicht in dem Tal, weil sich sonst dort das Wasser stauen kann und zu Korrosion führt. Es gibt im Fachhandel Abstandshalter für fast jede Blechform, sowohl für unten, als auch wasserdichte Pfropfen für oben.
Wenn Du die Bleche quer schneiden mußt, was kaum mit der Blechschere zu machen ist, bietet sich entweder die Stichsäge, oder, wenn man geschickt ist, noch besser die Flex. Danach muß aber die Schnittkante nach dem Entgraten mit sog. Flüssigzink (Farbenhandel) behandelt werden, damit später kein Rost auftritt.

 

Zur Frage der Überlappung. Wenn Du mehrere Bleche verlegen musst, dann lass alle gleich viel überlappen. Die Feuchtigkeitsbildung darunter sollte kein Thema sein, denn Überlappung ob jetzt über einen "Berg" oder über mehrere ist für das Material egal. Wenn die Decke innen offen also sichtbar ist, schneide möglichst in einer Bergkante, da fällt es am wenigsten auf. Und zwar an der, die aus der Hauptsichtrichtung ist.

Danke Ekaat, zur Info, dass das Zink sich um den Schnitt "herumlegt". Das wusste ich auch nicht. Ich vermute mal, dass sich das Zink nicht von selbst ausbreitet, sondern beim Schneiden von der Blechschere über den Schnitt gepresst wird? Oder gilt das auch bei Flex und Stichsäge? Das wäre spannend näher zu erfahren. Vielleicht kannst Du das genauer erklären. Finde ich interessanten Aspekt.

 

Ekaat  
Zitat von Rainerle
Danke Ekaat, zur Info, dass das Zink sich um den Schnitt "herumlegt". Das wusste ich auch nicht. Ich vermute mal, dass sich das Zink nicht von selbst ausbreitet, sondern beim Schneiden von der Blechschere über den Schnitt gepresst wird? Oder gilt das auch bei Flex und Stichsäge? Das wäre spannend näher zu erfahren. Vielleicht kannst Du das genauer erklären. Finde ich interessanten Aspekt.
Das Herumgehen der Zinkschicht um die Schnittkante funktioniert tatsächlich nur bei Schnitten: Blechschere oder Schagschere. Beim Sägen oder Flexen wird ja nichts herumgezogen, so daß die Schnittkante metallisch blank bleibt, und somit nicht korrosionsgeschützt ist.
Deswegen schrieb ich auch, daß beim Querschneiden von Profilblechen mittels Stichsäge oder Flex, weil Blechscheren ungünstig sind, die Schnittkante mit Zinkfarbe behandelt werden sollte.
Der Zinküberzug zieht sich nur beim Schneiden um die Schnittkante. Natürlich ist dort der Überzuig etwas geringer, als an der Blechoberfläche. Aber das ist unerheblich.
Zink ist elektrochemisch unedler, als Eisen (Stahl). Deswegen geht die Korrosion zunächst gegen den Zink vor. Erst, wenn der Zink aufgebraucht ist, geht es dem Eisen an den Kragen. Aber dieser Prozess dauert einige Zeit - meist mehrere Jahre.
[Man setzt Zinkstreifen auch in die Nähe der Schiffsschraube, die aus Bronze (Kupfer-Zinn-Legierung) besteht, damit die Korroision nicht an der Schraube angreift, sondern an den Zinkstreifen]

 

Ich hab einen Blechnippler damit sollte das schneiden kein problem sein.
Mit der Flex verbrennt das Zink.
Die passenden Kalotten und schrauben um auf dem"Berg" zu verschrauben hab ich mir schon besorgt.

 

Zitat von Ekaat
Übrigens würde ich die Bleche um drei Rippen überlappen lassen.
Was meinst du mit drei Rippen?

 

Ekaat  
Na so, daß sie sich um ca. 10cm überlappen.

 

Zitat von Ekaat
Na so, daß sie sich um ca. 10cm überlappen.
Du meinst bestimmt die überlappung der länge nach, ich fragte wegen der seitlichen überlappung.

 

Kannst Du egal welche Richtung so weit überlappen wie Du möchtest. Feuchtigkeit stellt kein Problem dar. Wenn Du ohne Schnitte auskommst, umso besser, dann sind die Kanten bestens geschützt.

 

Ekaat  
@renovier: Die Profilrichtung ist längs, damit das Wasser ablaufen kann. Deswegen schrieb ich auch von einer Überlappung von drei Rillen. Wenn bei Regen da Wasser drin steht, zieht es sich durch die Kapillar-Wirkung um ein, bei ungünstiugem Wind sogar um zwei Rillen hoch. Die dritte wird es aber wohl kaum überspringen, so daß es unter dem Dach auch nicht tropft. Klar mußt Du die Querstöße auch überlappen lassen, da reichen dann 10 cm.

 

Ach so, ich hab die formulierung Rippen/Rillen irgendwie nicht verstanden. Aber jetzt ist alles klar.

Danke

 

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