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TKS vs. "normale" Kreissäge

18.09.2014, 11:43
Hallo Community,

ich bin ein frisch gebackenes Mitglied dieser Community und sag erst mal: Hallo. Angemeldet habe ich mich, da ich im Bezug auf "Heimwerken" nicht weiter weiß. Undzwar habe ich neuerdings meinen Spaß am Basteln oder Bauen mit Holz entdeckt. Zuletzt habe ich uns einen Briefkasten selbst gebaut. Da ich dieses Hobby weiter ausbauen möchte, muss ich mein Werkzeug aufmöblen. Bisher mache ich alles mit einer Stichsäge. Doch gerade und präzise Schnitte kann man damit ja vergessen. Beim Briefkasten habe ich das sehr deutlich an den Kanten zu spüren bekommen. Daher ist mein Werzeug ein no-go für "professionellere" Ergebnisse. Ich habe mich also nach neuem Werkzeug umgesehen und bin auf eine Tischkreissäge (TKS) oder eine normale Kreissäge (ggf. mit Schiene) gestoßen. Gerade so Sachen wie "Box Joints" reizen mich.

Daher der Gedanke der TKS. Als konkretes Modell schwebt mir die Bosh PKS 10 vor, alle Anderen kann man vergessen oder sind für mich zu teuer. Trotzdem habe ich dabei ein schlechtes Gefühl, da es doch im Internet recht viele Hinweise gibt, dass das Sägeblatt Spiel hat und auch die Schlitten wackeln und somit zu unpräzisen Schnitten führt. In einer Amazon-Bewertung wird sogar davon gesprochen, dass man nicht einmal saubere 45° Winkel schneiden kann. Außerdem habe ich die Sägestation "Bosch PLS 300" und bin von der eigentlich garnicht angetan (die Stichsäge hat in der Schiene zu viel Spiel), obgleich ungenaue Schnitte sicherlich auch an der Stichsäge liegen.

So bin ich dann auf eine "normale" (Tauch)Kreissäge gekommen. Doch soetwas wie "Box Joints" kann ich wohl damit vergessen, oder? Dennoch wäre man flexibler und ich könnte mir noch eine Oberfräse dazu kaufen.

Meine Frage ist also, ob (a) jemand die angesprochene PKS 10 besitzt und mir freundlicherweise sagen würde, wie präzise denn nun die Schnitte sind. Außerdem wüsste ich gerne (b) was den Kernunterschied zwischen TKS und Kreissäge ausmacht (was kann man mit einer Kreissäge nicht machen)?

Auch wenn Ihr mich und das Anwendungsgebiet für das Werkzeug nicht kennt würde ich mich freuen, wenn Ihr mir einfach mal Eure Meinung schreibt, was Ihr für besser haltet.

Viele Grüße,
mythbu
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39 Antworten
Die Tischkreissäge ist fest montiert, die Handkreissäge ist mobil.
Bei der Tischkreissäge hast du normalerweise mehr Optionen, was Sägeblätter und Einstellungen betrifft und bei einem guten Tisch eine Menge Möglichkeiten um dein Werkstück zu befestigen und so schwierige Schnitte einfach zu machen. (Box Joints oder Gehrungen zum Beispiel)
https://www.youtube.com/watch?v=WSyCWk60ucg (englisch)
Die Handkreissäge hat Vorteile beim Grobschnitt großer Werkstücke.
https://www.youtube.com/watch?v=yvYjTEpw1BY (englisch)
Wenn du normalerweise nur kleine Bretter hast ist die TKS die bessere Wahl. Auch sind gerade Schnitte mit der TKS einfacher als mit der Handkreissäge und Führungsschiene.

 

Zitat von ikosaeder
Die Tischkreissäge ist fest montiert, die Handkreissäge ist mobil.
Richtig ...


Zitat von ikosaeder
Bei der Tischkreissäge hast du normalerweise mehr Optionen, was Sägeblätter und Einstellungen betrifft ....
... das stimmt nicht ...

Zitat von ikosaeder
... und bei einem guten Tisch eine Menge Möglichkeiten um dein Werkstück zu befestigen und so schwierige Schnitte einfach zu machen. (Box Joints oder Gehrungen zum Beispiel)
https://www.youtube.com/watch?v=WSyCWk60ucg (englisch)
Das Werkstück am Tisch befestigen?

Für die Fingerzinken in dem verlinkten Video, benötigst Du ein DADO-Blatt ...
... und das ist hier in Deutschland nicht nur sehr teuer sondern passt auch nicht in eine PTS10.

Für diese Fälle würde ICH eine Oberfräse bevorzugen ...

Zitat von ikosaeder
Die Handkreissäge hat Vorteile beim Grobschnitt großer Werkstücke.
https://www.youtube.com/watch?v=yvYjTEpw1BY (englisch)
Grobschnitt ...
... geht natürlich auch, aber meine Handkreissäge macht das mind. genauso sauber wie meine TKS (ist natürlich abhängig vom Sägeblatt).


Zitat von ikosaeder
Wenn du normalerweise nur kleine Bretter hast ist die TKS die bessere Wahl.
... das ist korrekt ...


Zitat von ikosaeder
Auch sind gerade Schnitte mit der TKS einfacher als mit der Handkreissäge und Führungsschiene.
... und das ist völlig falsch!

 

Woody  
Zuerst mal herzlich willkommen in unserer Community

Ich habe wie du früher nur mit der Stichsäge gearbeitet. Bei entsprechend langsamen Vorschub (mein Trainer Robert sagte mal zu mir: "lass die Säge für dich arbeiten") gelingen auch völlig gerade Schnitte. Problematisch wird es bei zu dickem Holz, da sich hier das Sägeblatt mangels Führung unten gerne verwindet und der Schnitt nicht mehr rechtwinkelig wird. Das ist aber ein bekanntes Problem.

Später schaffte ich mir eine Handkreissäge mit einer Führungsschiene an. Damit schnitt ich auch jahrelang meine Bretter zu. Heute verwende ich sie eigentlich nur mehr zum Zuschneiden zu großer Platten, um diese dann auf der TKS weiter bearbeiten zu können.

Und seit gut 2 Jahren - genau genommen seit meiner 1-2-do-Zugehörigkeit - stiegen meine Ansprüche und auch mein Können und ich legte mir eine TKS zu. Die immensen Vorteile sind für mich einfach aufzuzählen: präzise und schnelle Schnitte, kein mühsamer Auf- und Abbau nötig, bis man endlich den ersten Schnitt tätigen kann. Mit entsprechenden Hilfsmitteln wie Schiebeschlitten, Gehrungsschlitten u.ä. ist die TKS nahezu universell einsetzbar.

Ich möchte sie nicht mehr missen. Ahja, ich besitze eine simple Einhell-TKS. Für Bosch hat mein Geld damals nicht gereicht und da die Einhell noch tadellos funktioniert, wird sie auch nicht ausgetauscht

 

Vielen Dank für die nützlichen Hinweise. So wie ich das lese, ist die "normale" Kreissäge weniger etwas für mich, da sie nur für größere Werkstücke geignet ist. Ich möchte zwar auch mal größere Sachen bauen (Schränkchen etc.) denke aber, dass der Schwerpunkt auf präzisem Arbeiten an kleineren Teilen liegt, z.B. Schubladenverbindungen etc..

Zitat von Woody
Ich habe wie du früher nur mit der Stichsäge gearbeitet. Bei entsprechend langsamen Vorschub (mein Trainer Robert sagte mal zu mir: "lass die Säge für dich arbeiten") gelingen auch völlig gerade Schnitte.
Also bei mir wird es immer krumm und ich habe wer weiß was alles ausprobiert. Selbst bei einer billigen Türe aus sehr sehr dünnem Holz (zuletzt gesägt) ist der Schnitt schief geworden.

Zitat von Woody
Problematisch wird es bei zu dickem Holz, da sich hier das Sägeblatt mangels Führung unten gerne verwindet und der Schnitt nicht mehr rechtwinkelig wird. Das ist aber ein bekanntes Problem.
Das ist der Kern des Problems, denke ich.

Zitat von Woody
Ich möchte sie nicht mehr missen. Ahja, ich besitze eine simple Einhell-TKS.
Verrätst Du mir, welches Modell Du hast. Ich habe mir den "Markt" gründlich angeschaut und zweifle selbst daran, dass ich ine TKS finde, die gerade Schnitte macht und für meinen Geldbeutel erschwinglich ist (siehe auch oben meine Zweifel an der Bosch). Ich dachte, dass die "günstigeren" Modelle noch schlechter in der Präszision sind bzw. gar keine vorhanden ist. Nächste Woche kommt ja auch beim Aldi eine solche Säge ins Angebot. Im Internet kann man jedoch einen ziemlichen Verriß nachlesen ... Könnte die was sein?

Ich denke, dass sich das mit der "normalen" Kreissäge für mich erledigt hat, da ich mit der Stichsäge immer noch größere Teile sägen kann. Danke!

 

Ok, Schlag dir die Aldi aus dem Kopf! Ich habe dieses Dings, gerade Schnitte mit dem beigepackten Anschlag... Vergiss es!, außer du baust dir selbst einen passenden Schlitten und Anschlag! Da kannst gleich bei der Stichsäge bleiben:....
Ich bekomme auch mit einer Stichsäge gerade Schnitte hin, dauert halt nur etwas länger....
Ich habe eine PKS55A und eine PKS 18VLi, mit beiden zufrieden, Eine Tischkreissäge kommt zwar auch wieder dran, jedoch erst später, da ich mir eitwas hochwertigeres kaufen will

 

Noch ein Nachtrag zur Aldi: der Tisch ist nicht stabil, insbesondere die Anbauten wackeln, wie wenn ein Dackel mit dem Schwanz wedelt!
und der Laser ist maximal ein grober Anhalt, wo der Schnitt sein könnte, aber nicht ist!

 

Guido Henn hat eine relativ einfache Platte in einem YT-Video (gockel mal nach "Guido Henn Zuschnittbrett") gezeigt, um mit einer HKS mit Führungsschiene auch kleine Sachen wiederholgenau zu sägen inkl. Winkelschnitten. Wenn man eine entsprechende Säge (die Makita SP6000 soll ganz ok und preislich attraktiv sein) nimmt, könnte das etwas für Dich sein, oder? Das bietet die Möglichkeit, mit einer Säge erst Plattenmaterial zuzuschneiden und dann mit dieser Säge und dem "Zuschnittbrett" weiterzuarbeiten. In dem Video sieht das recht einfach aus und sollte auch einem Werktisch nutzbar sein. Vielleicht reicht Dein Budget dann für Säge und Oberfräse.
Ein bisher noch nicht genannter Unterschied zwischen TKS und HKS ist, dass Du das Werkstück bei der TKS am Sägeblatt vorbeischieben musst (oder eine Zugsägefunktion brauchst), das braucht mehr Platz in der Werkstatt. Das Werkstück muss ja vor und hinter dem Sägeblatt entsprechend Platz haben.

 

Woody  
Ich besitze die Einhell RT-TS 1825U. Den originalen Unterbau (Metallgestell, ziemlich wackelig) habe ich durch einen Tisch ersetzt. Die Spanabsaugung ist naja, aber ich kenne keine einzige TKS welche völlig staubfrei arbeitet. Die Videos auf youtube müssen getürkt sein

So sieht meine TKS jetzt aus: KLICK

Beachte beim Kauf einer TKS - egal welches Modell du nun wählst - dass du wenigstens eine, besser noch 2 Nuten in der Platte hast. Diese sind für spätere Zubauten wie Schiebeschlitten o.ä. immens wichtig und essentiell.

 

Also, wenn Ich Du währe, würde ich mir eine Handkreissäge mit Schiene besorgen und eine Oberfräse. Als erstes bastelst Du Dir dann einen Adapter, das Du die Oberfräse auch mit der Schiene nutzen kannst (Ideen wie das geht gibts im Netz und hier genug) Damit bist Du bei weiten viel besser Aufgestellt, als nur mit einer TKS. GANZ besonders, was "Box-Joints", also Fingerzinken, oder Schwalbenschwänze angeht. Für Zinkenverbindungen würde ich Dir sogar raten einen Frästisch zu bauen..... finde ich persönlich noch nützlicher als eine TKS. Und wenn Du den Fertig hast, bist Du mit Deinem Können auch schon viel weiter...
Und was den Zuschnitt kleinerer Bretter angeht(große Teile lasse ich mir immer im BM zuschneiden), kannst Du Dir ein "Zuschnittbrett" bauen (Gibts hier im Projektbereich auch Anleitungen für)

Wer mit einer HKS und einer Führungsschiene keine geraden Schnitte hin bekommt, hat entweder 2 linke Hände (und selbst dann wird das schwierig) oder HKS und Schiene passen nicht zusammen.....
Etwas anderes ist es, die Schiene korrekt aus zu richten....

Generell kannst Du mit jeder TKS gerade Schnitte erreichen. Der größte Qualitätsunterschied liegt darin, wie lange Du brauchst, um die Anschläge so ein zu richten, das sie im richtigen Winkel und/oder im richtigen Abstand zum Sägeblatt stehen (und stehen bleiben). Auf dem Gebiet ist die PTS 10 zwar etwas besser als Billig Maschinen, aber wahrlich kein Meister. Der Schiebeschlitten kann wackeln, lässt sich aber einstellen. Viel schlimmer ist, das der Schlitten nicht koplanar zum rest vom Tisch ist. Was auch schwierig ist, da der restliche Tisch auch ziemlich wellig ist (zumindest bei meiner und bei den Maschinen einiger anderer hier im Forum)

 

Kaipiranha war schneller was das Zuschnittbrett angeht...

Aber eine HKS mit 1,6m langer Führungsschiene braucht auch ganz schön Platz...

 

Zitat von sugrobi
Kaipiranha war schneller was das Zuschnittbrett angeht...

Aber eine HKS mit 1,6m langer Führungsschiene braucht auch ganz schön Platz...

Es gibt auch Schienen mit 1080 oder 1400 mm. Platz ist aber immer Mangelware, oder?

 

Ich steh gerade selbst vor der quasi gleichen Entscheidung... allerdings soll es bei mir erst ein Weihnachtsgeschenk werden...
Aktuell ist bei mir die TKS vorne, da ich bei ihr für mich einfach mehr Möglichkeiten sehe (Ich hab selten größere Werkstücke und wenn doch fahr ich in Schwiegervaters Schreinerei)... aber wegen jeder Kleinigkeit möchte ich da eben auch nicht immer auf der Matte stehen, sondern auch mal zwischendurch selbst was sägen können...

Gibt es denn Alternativen zur PTS 10... Also sägen anderer Hersteller zu einem ähnlichen Preis, die was taugen?? Oder auch anders gesagt... gibt es Gründe die gegen die PTS 10 sprechen... Preislich ist die gerade für knappe 315€ doch recht attraktiv für ne TKS

BTW... was kann ich mit der PPS 7 machen, das wie PTS 10 nicht kann... wofür brauch ich die Zugfunktion außer für sehr große Werkstücke??

MfG
Sascha

 

Geändert von keinerle (18.09.2014 um 15:50 Uhr)
Zitat von sugrobi
...
Aber eine HKS mit 1,6m langer Führungsschiene braucht auch ganz schön Platz...
Mit einer 1600er Schiene kann aber auch ein Werkstück auf 1600mm Länge schneiden ...
... mit einer TKS brauche ich dafür mind. 3200mm (abzgl. ca. Durchmesser des Sägeblattes) ...

 

Woody  
Zitat von Linus1962
Mit einer 1600er Schiene kann aber auch ein Werkstück auf 1600mm Länge schneiden ...
... mit einer TKS brauche ich dafür mind. 3200mm (abzgl. ca. Durchmesser des Sägeblattes) ...
Man kann das Werkstück auch nur bis zur Hälfte schneiden, umdrehen und von der anderen ungeschnittenen Seite fertigschneiden. Mach ich öfters. Hab insgesamt vielleicht geschätzte 2,50m inkl. TKS-Platzbedarf zur Verfügung. Und es reicht eigentlich für 99% der Schneidfälle völlig aus.

 

Jetzt geht ja hier richtig die Post ab - äußerst hilfreich.

Zitat von keinerle
Gibt es denn Alternativen zur PTS 10... Also sägen anderer Hersteller zu einem ähnlichen Preis, die was taugen?? Oder auch anders gesagt... gibt es Gründe die gegen die PTS 10 sprechen...
Nein, ich glaube, dass es keine preislichen Alternativen gibt. Zumindest habe ich kaum welche gefunden. Der Markt sieht grob so aus:
60 - 200 € -> "günstige" Geräte mit zweifelhaften Bewertungen und Testergebnissen
300 - 400 € -> wenige Geräte wie die PTS 10
600 - 1000 € -> "blaue" Bosch Serie, Makita, DeWalt mit besserem Ruf - aber auch mit Problemen (z.T.)
1000 €+ -> N/A
Was meint Ihr denn dazu: klick. Ab ~Sekunde 10.

@Woody: sind die Nuten der RT-TS 1825 U auch Parallel zum Sägeblatt und steht das auch wirklich orthogonal zum Tisch und ist der Tisch nicht "wellig"? Irgendwie traue ich dem Preis nicht so ganz.

@sugrobi: Mmmmh ... als es erscheint mir immer sinnvoller von der TKS abzulassen und eine HKS mit Schiene plus Oberfräse zu kaufen. "Box Joints" lassen sich mit der Fräse ja wesentlich leichter anfertigen, wenn man YouTube und dem gesunden Menschenverstand trauen kann.

Ich habe aber noch einige Fragen:
* kann man auch mit der HKS so ein "L" (siehe Bild im Anhang) sägen? Dann mit Unterlage an beiden Seiten, oder?
* worauf muss ich beim Kauf einer HKS achten? Also die "Scheppach CS 55" ist mir gleich ins Auge gesprungen für rund 175€. Da wäre sogar noch eine Oberfräse für einen ähnlichen Betrag drin. Oder sollte es lieber eine Makita oder Bosch blau für 300 - 400 € sein?
* worauf muss man bei einer Oberfräse achten?

Nachdem ich das hier geschrieben habe, habe ich mich irgendwie selbst überzeugt, dass HKS + Oberfräse besser ist als TKS (für mich) ...

Danke für die Hilfe! :-)
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