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Tischbohrmaschine PBD 40: Laser justieren – so geht’s

07.09.2015, 02:35
Geändert von DoktorWoo (07.09.2015 um 02:43 Uhr)
Ich habe mir kürzlich eine PBD 40 Standbohrmaschine gekauft (Hornbach Preisgarantie sei Dank: EUR 183,–) und bin recht glücklich. Enttäuschend ist allein die mangelnde Präzision des Lasers. Nicht nur, daß die Linien für die geringe Distanz viel zu breit sind – eine bessere Optik würde nur wenige Cents mehr kosten –, vor allem kann es nicht angehen, daß das Fadenkreuz wie in meinem Fall gut eineinhalb Millimeter neben der tatsächlichen Bohrmitte hängt. Wenn ich den Forenbeiträgen hier glauben darf, bin ich mit diesem Problem nicht allein, weshalb man die Bosch-Ingenieure wirklich rüffeln muss, daß es keine von außen zugängliche Justage-Möglichkeit für den Laser gibt.

Zwar gibt es auch hinter dem Gehäuse keine expliziten Schrauben zur Justage, dennoch lassen sich die beiden Laser mit ein wenig Geschick neu ausrichten und fixieren.

Benötigtes Werkzeug und Material


  • Schraubendreher oder Akkuschrauber mit Langbit Kreuzschlitz Größe 2
  • Inbus 4 mm
  • Inbus 1.5 mm
  • Lineal/Schreinerwinkel
  • feiner (Blei)Stift
  • Nutfräser z.B. 8 mm, notfalls Holzbohrer
  • - ein kleines Stück beschichtete Spanplatte

Ist-Zustand dokumentieren
1. Mittels Lineal und Stift ein feines Fadenkreuz auf die Spanplatte aufzeichnen.
2. Laser am PBD 40 einschalten, das aufgezeichnete Fadenkreuz der Spanplatte präzise mit dem Fadenkreuz des Lasers in Deckung bringen.
3. Mit dem Fräser vorsichtig die Beschichtung der Spanplatte anfräsen, so daß der Fräsdurchmesser als Kreis sichtbar wird, das aufgezeichnete Fadenkreuz im Kreis aber sichtbar bleibt.
4. Wichtig: Spanplatte eingespannt lassen!
Nun kann man sehen, ob die Fadenkreuze (laserprojiziertes und darunterliegendes aufgezeichnetes) im Zentrum des Kreises liegen oder nicht.

Gehäuse öffnen
5. 4 mm Inbus-Madenschraube am Handrad lösen und Handrad abziehen.
6. Oberen Gehäusedeckel abnehmen (vier Kreuzschlitz-Schrauben).
7. Rechte Gehäuseseite entfernen (sechs Kreuzschlitz-Schrauben).

Laser neu ausrichten
8. Auf der rechten Seite befinden sich zwei Laserdioden, die je eine Linie über Kreuz projizieren. Die Laserdioden haben ein zylindrisches Messinggehäuse und sind jeweils mit einer Madenschraube (Inbus 1.5 mm) im gußeisernen Haltearm fixiert.
Diese Madenschraube dient leider nur der Befestigung (nebenbei: eine zweite Madenschraube im 90°-Winkel zur ersten Schraube hätte eine Justage ermöglicht). Löst man die Madenschraube, so kann man feststellen, daß die Messingzylinder minimal Spiel haben. Dieses Spiel kann man nutzen um die jeweilige Laserlinie zu verschieben. Das Problem ist allerdings, daß sich die Made bei der Montage bereits tief den Messingzylinder eingebohrt hat, und die Laserdiode beim erneuten Anziehen der Made in die alte Position zwingt. Deshalb...
Madenschraube vollständig lösen, Laserdiode herausziehen und um 180° drehen. Messingzylinder so drehen und drücken, daß die projizierte Linie den zuvor unter Schritt 3 gefrästen Kreis EXAKT mittig durchschneidet, dabei aber parallel (!) zur aufgezeichneten Linie bleibt. Laserdiode so halten und Madenschraube wieder fest anziehen (so daß die Diode auch unter den Vibrationen die Position hält).
Den Vorgang mit der zweiten Laserdiode wiederholen.

Kontrollieren
9. Spanplatte entnehmen, neues Fadenkreuz aufzeichnen, mit dem neu justierten Laser in Deckung bringen, Handrad aufsetzen, Kreis fräsen. Wenn projizierte und aufgezeichnetes Fadenkreuz exakt mittig im Kreis sitzen -> Gehäuse wieder zusammenbauen.
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Geändert von DoktorWoo (07.09.2015 um 02:42 Uhr)
Whow, du hast es gezeigt, Selbst ist der Mann. Super Sache und sehr gute Beschreibung.

Solange ich auf meiner Maschinen noch Garantie habe, würde ich persönlich nichts selber drann schrauben. Der Service von Bosch ist so einmalig gut und schnell, sodass ich, wenn ich sie einschicken würde, gerne ein paar Tage darauf verzichten könnte.

Doch Hut ab vor deiner Leistung und Hartnäckigkeit.

 

Wahnsinn, gute Idee und eine super Beschreibung mit Fotos dazu.

 

Dich schickt der Engel. Vor ein paar Wochen hatte ich hier die Frage gestellt, ob und wie mann den Laser nachjustieren kann. Hatte meine Maschine eingschickt, weil meine Spindel zuviel Spiel hatte, beim umtauschen der Maschine, war der Laser dafür sehr ungenau. Exakt 0,8 mm außer Mitte. Deine Bschreibung und bebilderung ist echt 1A.. So kann jeder der sich das traut nachvollziehen. Das einzige was ich nicht so recht verstanden habe, warum du ersten ein Fadenkreuz auf das Brett malst, und zweitens einen Kreis mit einem Fäser erzeugst. Ich hatte damal den Test folgender Maßen gemacht. Einfach mit eine Linie gezeichnet, die meine Mitte vom Bohrloch zeigte. Laser darauf ausgerichtet, und mit einem Holzbohrer ein Loch mit der Zentrierspitze ins Holz gedrückt (oder Spitze leicht angebohrt). Do konnte ich direkt sehen, wie weit die Spitze von der Makierung entfernt war.
Ich würde mich freuen, wenn du mir erklärst, wo mein Denkfehler liegt, das ich keinen Kreis brauche. Danke mal im voraus

 

Maggy  
Das ist ja prima. Bei mir ist die Abweichung zwar nicht so stark wie bei dir, aber bei solch guter Beschreibung denke ich, ich probiere das auch mal. Ganz herzlichen Dank für Deine Mühe. 5 Daumen hoch. HG Maggy

 

Toll, dass Du Dich da ran gewagt hast und dann auch noch eine sehr detaillierte Beschreibung angeliefert hast. Das hilft sicher einigen.

Ich liebäugle auch mit der PDB 40 - aber erst, wenn meine gute alte Maschine den Geist aufgibt. Ich hoffe, dass BOSCH bis dahin etwas nachbessert. Abweichungen über 0,5 mm sollten auch im Heimwerkerbereich ausgeschlossen sein. Schade, die Maschine ist sonst top.

 

Woody  
Schade, dass ich dir noch keine Stimme geben kann - aber es ist vorgemerkt.

Vielen Dank für deine Mühe

 

Danke der Erklärung! Ich bin auch schon seit längerem am Überlegen auf die 40er!

 

Dog
Bosch scheint leider immer weniger Bosch zu sein...

Rasenroboter mit seltsamen Eigenleben, Kappsägen die den Ordnungsgemäßen Dienst quittieren sobald ein geschärftes Blatt montiert wird, Bohrmaschinenlaser die alles sind aber nicht korrekt eingestellt,Akkubohrhammer die Funken schlagen.....

 

Auch ich habe die Maschine, aber mein Laser ist zum Glück exakt ausgerichtet. Als ich die Maschine kaufte, hatte ich bedenken, da viele von dem Problem berichtet haben.
Da scheint es massive Unterschiede bei den Auslieferungen zu geben.
Ich dachte zunächst das es die ersten Generation der Maschine betrifft, aber scheinbar haben die aktuellen auch das Laserproblem.

 

Zitat von NSide
Da scheint es massive Unterschiede bei den Auslieferungen zu geben.
Es gibt in der Konstruktion der Maschine wie gesagt keine explizite Justage-Möglichkeit. Die Ingenieure bei Bosch haben sich darauf verlassen, daß die Toleranzen zwischen dem Durchmesser des Gehäuses der Laserdiode und dem Aufnahmeloch im Haltearm nahe Null sind. Ein kapitaler Fehler in der Planung. Bei der Montage im Werk in China (sic!) wird vermutlich allein die Rechtwinkeligkeit des Fadenkreuzes durch Drehen der Laserdioden eingestellt – zur Erinnerung: zwei Laserdioden, die zwei unabhängige Linien projizieren.

Zitat von fuffy1963
Das einzige was ich nicht so recht verstanden habe, warum du ersten ein Fadenkreuz auf das Brett malst, und zweitens einen Kreis mit einem Fäser erzeugst.
Eigentlich habe ich das mit Kreis und aufgezeichnetem Fadenkreuz instinktiv gemacht. (Warum hat ein Zielfernrohr ein Fadenkreuz und keinen Punkt?). Im Nachhinein erwies sich diese Kombination als goldrichtig. Das Problem ist, daß das Laserkreuz nicht mit einem, sondern zwei unabhängig einzustellen Linienlasern projiziert wird. Will man einen perfekten rechten Winkel im projizierten Kreuz beibehalten, so ist das aufgezeichnete Kreuz zur Kontrolle unabdingbar. Der große gefräste Kreis erlaubt verglichen mit dem Bohren eines kleinen Loches in der Mitte ein sehr viel einfacheres, schnelleres und präziseres Finden der Mitte. Die aufgezeichneten Linien dienen der exakten Kontrolle zwischen Ist- und Soll-Position der Laserlinien, man hat eine direkte Kontrolle des erfolgten Versatzes beim Einstellen. Schwierig zu erklären. Aber meines Erachtens die bessere, weil präzisere Methode als eine aufgezeichnete Punktmarkierung und Punktbohrung.

 

Geändert von DoktorWoo (07.09.2015 um 13:54 Uhr)
Zitat von Alpenjodel
Solange ich auf meiner Maschinen noch Garantie habe, würde ich persönlich nichts selber dran schrauben.
Wenn man die paar Kreuzschlitzschrauben, die das Gehäuse zusammenhalten, nicht verhunzt (sind ausreichend hart, keine Sorge), kann kein Mensch jemals feststellen, daß die Maschine geöffnet wurde. Es gibt keine zusätzlichen Verschlußclips in den Gehäuseteilen, d.h. hat man die Schrauben gelöst, so kann man die Gehäuseteile ganz einfach abziehen. Der schwarze Abdeckhut links vom Handrad ist übrigens einfach nur auf die Achse aufgeschoben, lässt sich also nach Entfernen des Laufrades direkt und ohne Lösen weiterer Schrauben abziehen.

Die Maschine wegen dieses wirklich kleinen Eingriffs einzuschicken, verbietet mir mein ökologisches Gewissen. Und Bosch sollte sich glücklich schätzen, wenn der Kunde den Kundendienst nicht in Anspruch nimmt und Kosten reduziert, gleichwohl er aufgrund der Mangelleistung seiner Ingenieure dazu jedes Recht hätte.

Zwar liegen die 220V-Leitungen nicht im Bereich der Laserdioden, dennoch der guten Ordnung halber: Vorsicht vor stromführenden Teilen bei geöffneter Maschine!

 

Geändert von DoktorWoo (07.09.2015 um 13:58 Uhr)
Hallo zusammen,

eine solche Eigenjustierung ist von Bosch nicht angedacht. Wir können dazu auch nicht raten. Bitte wendet euch an unser Service Zentrum.


Viele Grüße,
das Bosch-Experten-Team

 

Zitat von DoktorWoo
Wenn man die paar Kreuzschlitzschrauben, die das Gehäuse zusammenhalten, nicht verhunzt (sind ausreichend hart, keine Sorge), kann kein Mensch jemals feststellen, daß die Maschine geöffnet wurde. Es gibt keine zusätzlichen Verschlußclips in den Gehäuseteilen, d.h. hat man die Schrauben gelöst, so kann man die Gehäuseteile ganz einfach abziehen. Der schwarze Abdeckhut links vom Handrad ist übrigens einfach nur auf die Achse aufgeschoben, lässt sich also nach Entfernen des Laufrades direkt und ohne Lösen weiterer Schrauben abziehen.

Die Maschine wegen dieses wirklich kleinen Eingriffs einzuschicken, verbietet mir mein ökologisches Gewissen. Und Bosch sollte sich glücklich schätzen, wenn der Kunde den Kundendienst nicht in Anspruch nimmt und Kosten reduziert, gleichwohl er aufgrund der Mangelleistung seiner Ingenieure dazu jedes Recht hätte.

Zwar liegen die 220V-Leitungen nicht im Bereich der Laserdioden, dennoch der guten Ordnung halber: Vorsicht vor stromführenden Teilen bei geöffneter Maschine!
Teils gebe ich dir Recht und ich spreche jetzt nur für Maschinen die noch eine Garantie besitzen. Warum und wofür gibt es die Garantie? Das man selber daran rumschraubt? Sicher nicht.
Auch wenn man das Gehäuse entfernen kann ohne dass man es nachvollziehen kann, ob sie geöffnet wurde, würde ich das für mich auf keinen Fall machen.

Ökologisch hin oder her, man hat sehr viel Geld für eine Maschine bezahlt und dann kann ich es einfach erwarten, dass auch alles stimmt. Dafür gibt es einen Reparaturservice.

Meine Erfahrung mit dem Reparaturservice von Bosch sind sehr gut und bin sehr zufrieden. Alle Mängel an meiner PTS 10 wurden zu meiner vollsten Zufriedenheit abgearbeitet.

Warum sollte sich "...Bosch glücklich schätzen?" weil du es geschafft hast, was deiner Meinung nach die Techniker nicht geschafft hätten? Wenn die Techniker bei Bosch über Mißstände nicht Bescheid wissen, wie soll er dann verbessert werden?

 

Ich stehe da auf Alpenjodels Standpunkt.

Aus den gleichen Gründen. In der Regel soll bitte in der Garantiezeit derjenige das Problem beheben, der das Fachwissen darüber hat. Ich würde sogar soweit gehen und schreiben, derjenige der eine unter Umständen mangelhafte Ware geliefert oder sie in einem Zustand weitergegeben hat, aus der sich grobe Mängel ergeben können.

Bei einer Maschine, deren werksseitige Garantie abgelaufen ist, kann man sicherlich darüber diskutieren, ob der eigene Wissenstand ausreicht für eine Reperatur.

 

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