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Terassendielen schräg ansägen?

13.04.2014, 14:19
Ich plane derzeit eine Holzterasse. Auch hier im Forum und in den Projekten bekam ich sehr gute Informationen.

Nun ist noch eine Frage offen. Im Internet fand ich auf einer Herstellerseite den Hinweis, man soll beim Ablängen der Die,en nicht rechtwinklig sägen, sonden mit rund 1,5 cm Neigung.. Und die Kanten anschließend brechen (Fräse).

Zum Verständnis: Handkreissäge wird etwas schräg gestellt, so dass die Stirnseite nach unten schräg zur Unterkonstruktion hin abgeschrägt wird. Der nun Spitze Winkel oben wird anschließend mit der Fräse oder der Säge um paar mm wieder auf rechten Winkel gekürzt.

Anschliesßen Strinholzwachs. Durch die Schräge würde das Holz weniger Feuchtigkeit aufnehmen.

Quatsch - oder lohnender Aufwand? Durch die Schräge wird sogar die Stirnseite vergrößert. Evtl. zieht das Brett dann sogar mehr Feuchtigkeit? Was meinen die Experten?
 
Holzterasse, Terassendielen Holzterasse, Terassendielen
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16 Antworten
Also Rainerle ich hab eine zusätzliche Sonnenterrasse und die besteht nun seit 2008 und habe die Schrägen und Rundung ich betone Rundungen einfach Winkelig geschnitten und noch ist alles super. Was ich mache ist jedes Jahr Ölen und das ist wichtig .
Schönen Sonntag

 

Woody  
Diese Vorgehensweise nennt sich konstruktiver Holzschutz und hat durchaus seine Berechtigung. Durch die Abschrägung kann das Wasser leichter abrinnen und staut sich nicht an der Kante.

 

Munze1  
Da stimme ich woody uneingeschränkt zu...........

 

Wenn das Wasser vom Holz tropft, kann es nicht eindringen. Ganz einfach.
Interessant finde ich Deine Angabe der Neigung in cm

 

Uiii, wieder mal ein wichtiger Hinweis und eine super Anregung für mein Projekt Sichtschutzzaun wo ich auch ein paar Dielen verlegen werde....
Dann werde ich mal ein wenig schräg sägen damit das Wasser besser ablaufen kann.

Danke wieder einmal für eine solch super Information!

 

@ Reinerle

Eigentlich war ich mich schon sehr sicher. Dann bin ich aber trotzdem nochmal über die Dörfer gezogen und habe ein wenig recherchiert. Es ist so, wie ich mir schon dachte, als ich deine Frage gelesen habe: Das mit dem schrägen Schnitt ist ein großer Schmarren. Mit dem schrägen Schnitt vergrößerst du nur die Stirnfläche, in das Wasser kaum gehindert den Eintritt in das Holz erreichen kann. Bei einem Winkel von 45° wäre die Stirnfläche sogar auf das etwa 1,4 -fache vergrößert, also nix von wegen konstruktivem Holzschutz!

Wichtig ist:
- keine Berührung mit dem Erdreich,
- Staunässe vermeiden,
- NIE holz auf Holz befestigen, immer geeignete Zwischenlagen verwenden,
- Stirnflächen mit geeigneten Mitteln verschließen.

Nachdem ich mir alle diese Argumente wieder zu Gemüte geführt habe, habe ich selbst auch keine Bedenken mehr, dass mein vor zwei Jahren verlegter Bangkirai-Boden die feindliche Nässe unserer Breitengrade nicht überstehen wird.

 

moin
will ja nicht ..kritisieren..!
aber dann ist DIESER
Artikel hier also .Mumpitz!!??? Bezogen auf das ABSCHRÄGEN von Zaunlatten

 

Zitat von greypuma
moin
will ja nicht ..kritisieren..!
aber dann ist DIESER
Artikel hier also .Mumpitz!!??? Bezogen auf das ABSCHRÄGEN von Zaunlatten
Hallo greypuma

Der von dir vorgestellte Artikel zum konstruktiven Holzschutz hat sogar seine Berechtigung. Jedoch ist bei DIESEN dort beschriebenen Anwendungsfällen das Abschrägen immer noch die schlechteste aller Schutzmaßnahmen, wenn man davon absieht, gar nichts zu unternehmen. Besser ist es Stirnholzseiten überhaupt nicht dem Wetter auszusetzen. Bei Zaunpfählen aus Holz gibt es mittlerweile eine Reihe von Möglichkeiten, es zu verhindern, das Wasser auf die Stirnholzflächen gelangen kann. Bei den einzelnen Zaunlatten geht's dann aber ins Geld, so bleibt nur das Abschrägen, es sei denn, dass man die Gelegenheit hat, die Verlattung des Zaunes waagerecht auszubilden ;-) Schau dir mal den Artikel genau an, dann wirst du es herausfinden. Oder denkst du, das Rainerle seinen Terassenboden senkrecht ausführt, nur damit das Abschrägen auch sinnvoll erscheint?
Ich habe vor 20 Jahren einen Gartenzaun aus kanadischer Zeder errichtet, der sieht zwar heute nicht mehr wie neu aus, aber er hat in einem ansehnlichen Zustand die Zeit überstanden.

 

Also ich verstehe das so , durch das OBEN beschriebene Abschrägen ,bleibt sehr viel WENIGER Angriffsfläche für das abtropfende Wasser ,da es schneller abreisst/runtertropft ...ergo ist eine abgeschrägte ,danach gefaste Stirnholzkante .entschieden geschützter als eine gerade Schnittkannte ! oder?
Bild ist sehr Stümperhaft ..aber muss jetze leider weg .. in diesem Sinne .schönen Tag noch
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@greypuma
Es geht um das Wasser, dass auf einer waagerechte Fläche eher stehen bleibt als auf einer Fläche, die nicht mehr im waagerechten Lot verläuft! Ein Zaunpfahl ist so ein Beispiel dafür, gerade und rechtwinklig abgeschnitten steht bei Regen soviel Wasser darauf, bis die Oberflächenspannung des Wassers nicht mehr ausreicht, das überschüssige Wasser zu halten. Auf jeden Fall steht soviel Wasser an, dass es lange dauert, bis dieses verdunstet ist und in der Zwischenzeit hat das Wasser alle Zeit der Welt, die Verrottung des Holzes anzukurbeln.
Auf einer geneigten Fläche steht wesentlich weniger Wasser, was natürlich von Vorteil ist. Und auf einer absolut senkrecht im Lot verlaufenden Fläche steht das wenigste Wasser an, wenn man mal von der Benetzungsfähigkeit absieht. Dies alles gilt für Konstruktionen, deren Holzmaserung in der Senkrechten verläuft, denn damit steigt die Gefahr, dass auf den Schnittflächen das Wasser stehen bleibt.

Bei Terrassendielen ist das aber anders. Jedes Grad, die eine Schnittkante einer Terrassendiele von der absolut Senkrechten abweicht, vergrößert auf der Stirnseite die Angriffsfläche des Wassers und kommt dessen Benetzungsfähigkeit entgegen. Wenn ich mal deine Skizze als maßstabsgerecht ansehe, dann würde die Angriffsfläche sogar verdoppelt sein. So wie in deiner Skizze gezeigt, läuft das Wasser nur bei sehr starkem Regen ab, wenn aber der Regen nachgelassen hat, kriecht das Wasser die Schräge herunter (die Benetzungsfähigkeit des Wassers ist nicht zu unterschätzen) und hat alle Zeit der Welt, in das Holz einzudringen.

 

Geändert von RockinHorse (16.04.2014 um 10:14 Uhr) , Grund: ..
Tja sowas lernt man im 1 Lehrjahr als Zimmermann
aber ist schon richtig mit dem anschrägen.
aber dann noch mal anfräsen?
wozu?
unnötiger schnick schnack

 

Zitat von thestader
Tja sowas lernt man im 1 Lehrjahr als Zimmermann
aber ist schon richtig mit dem anschrägen.
aber dann noch mal anfräsen?
wozu?
unnötiger schnick schnack
aber ist schon richtig mit dem anschrägen.
Nu blick ich garnicht mehr durch .

 

@RockinHorse

Ich verstehe Deine Argumentation leider auch nicht.

Wenn ich die Stirnseite einer Terassendiele mit 10° "hinterschneide", verlängert sich diese Schnittkante bei einer 30mm dicken Diele um weniger als einen halben Millimeter während die Unterkante mehr als 5mm zurückspringt ...

... bei einem Hinterschnitt von 30° verlängert sich die Stirnseite zwar um 4,6mm, springt an der Unterseite aber auch um fast 18mm zurück ...

Wenn ich Deiner Argumentation folge, hat ein Wassertropfen im 2. Beispiel also 4,6mm mehr Zeit/Raum/Länge um in das Stirnholz einzudringen ...

So weit, so gut ...

Ich glaube aber, dass ein Wassertropfen auf solche einer Schräge (Überhang) überhaupt nicht herunter laufen kann, weil er der Schwerkraft nicht in dem Maße trotzen kann wie auf einer senkrechten Fläche (versuch' mal eine Senkrechte Wand hochzuklettern und anschließend eine mit 30° Überhang, dann weißt Du was ich meine ... )

... dazu kommt, dass eine solch abgeschrägte Stirnseite praktisch überhaupt nicht mehr DIREKT beregnet werden kann (es sei denn der Regen kommt fast waagerecht) ...

... und ich glaube auch, dass ein Wassertropfen der über die Diele zur Stirnseite abläuft, eher an einer "spitzen" 60° Kante gebrochen wird und direkt zu Boden tropft und erst überhaupt nicht mehr über die Stirnseite abläuft.

Das sind meine Gedanken zu dem Thema ohne es empirisch ermittelt zu haben oder es wissenschaftlich begründen zu können.

 

Geändert von Linus1962 (16.04.2014 um 20:37 Uhr)
Hallo Linus
Ich glaube bei dem nächsten Regen - hoffentlich bei einem bald wärmeren Wetter - würde ich mal den Vorschlag machen, dass wir alle in den Garten zu gehen und uns in der Nähe einer Terrassendiele auf Augenhöhe positionieren. Und dann versuchen wir mal zu ergründen, was sich da wirklich abspielt . Deine Demonstration der Winkel beim Hinterschneiden ist sehr eindrucksvoll, sicher bei einem genau senkrecht fallenden Regentropfen ist es der Kante, die durch den Hinterschnitt weiter zurückliegt, völlig wurscht, wieviel mm sie tatsächlich zurückliegt. Rein theoretisch bliebe die zurückliegende Kante selbst bei dem ärgsten Regen auf immer und ewig trocken. Theoretisch, wohlbemerkt, wenn das normale Wasser in Verbindung mit sägerauh geschnittenen Flächen nicht noch andere Eigenschaften aufbieten würde. Auf einer senkrechten Fläche wird Wasser immer am schnellsten ablaufen, große Tropfen können sich da nicht lange halten, die idealsten Bedingungen zum Verweilen von Wassertropfen finden sich unterhalb von exakt waagerechten Flächen, bis diese des Sammelns müde sind und die Oberflächenspannung und ein paar andere Kräfte nicht mehr ausreichen, um den Tropfen in seiner Form zu halten. Mit jedem Grad eines Winkels, mit dem eine senkrechte Fläche aus der absolut Lotrechten gebracht wird, werden die Bedingungen für das Ansammeln eines Wassertropfens idealer, weil sich mit jedem Grad die senkrechte Fläche einer waagerechten Fläche annähert. Wasser hat viele Eigenschaften. Bei der Kombination Wasser und Holz richtet es sich nach der Benetzungsfähigkeit, das Verhältnis der wirkenden Kräfte aus Kohäsion und Adhäsion, Winkel, Tropfengröße (Wassermenge) u.v.a. mehr.
Aber ich glaube, dass die Flächen an den Stirnkanten der Terrassendielen viel weniger Sorgen machen sollten, als die mögliche Auflage der Terrassendiele auf der Unterkonstruktion, wo sich nach einem Regenguss die Staunässe auf längere Zeit halten kann. Das ist zumindest meine Erfahrung.

 

Geändert von RockinHorse (16.04.2014 um 23:10 Uhr)
Das mit dem Hinterschneiden bzw. Abschrägen wirkt nur bei senkrecht stehenden Hölzern - z.B. Zaunpfosten, welche oben angeschrägt sind, damit das Wasser schneller ablaufen kann oder an Zaunlattungen, die von oben nach unten verlaufen, da kann man oben und unten abschrägen. Unten zeigt der Hinterschnitt dann nach oben und es entsteht eine Abtropfkante. Die Tropfen wandern aufgrund der Schwerkraft die abgeschrägte Fläche nicht nach oben. Von daher macht das Hinterschneiden hier Sinn.

Hinterschneidet man aber eine Terrassendiele, welche waagerecht liegt, so hat man nichts davon, da der Hinterschnitt hier schräg nach unten zeigt und nicht wie im vertikalen Fall nach oben. Kappilar- und Van der Waals Kräfte sorgen dafür, dass das Wasser die Schräge herunter läuft.

 

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