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Tauchschnitt mit der Tischkreissäge

14.10.2013, 17:53
Da ich hier bei den Projekten ein kleines Helferlein für die TKS einstellte, das mit einem sog. Tauchschnitt versehen ist, möchte ich jetzt hier erläutern wie man diesen mit der TKS mit einigen Sicherheitsvorkehrungen durchführen kann. Wenn man sich die kleinen Filmchen überm Teich anschaut sieht man des Öfteren Sägevorführungen unter anderem auch Tauchschnitte ohne Staubschutz und Spaltkeil. Auf Sicherheitshinweise wird nur gelegentlich hingewiesen. Da ein Spaltkeil nicht nur die Funktion hat ein Verklemmen des Sägeblattes zu verhindern, sondern er soll hauptsächlich die Rückschlaggefahr der zu sägenden Werkstücke verhindern. Im Klartext : Ein Spaltkeil verhindert das Berühren des Werkstückes an den „aufsteigenden“ Sägezähnen, welches einen Rückschlag verursachen würde. Bei einem sog. Tauchschnitt muss der Spaltkeil entfernt werden, ansonsten würde er das Werkstück beim Hochkurbeln des Sägeblattes mit anheben. Wenn der Spaltkeil entfernt ist, muss man die Schraube wieder fest anziehen oder entfernen, damit sie sich nicht verselbstständigt. Sie könnte sich losvibrieren und in den Sägekasten fallen, in dem sie schlimmsten Fall vom Sägeblatt erfasst werden könnte. Das Sägeblatt wird erst ganz heraus gekurbelt, das Werkstück angelegt und markiert wo Anfang und Ende am Werkstück sein soll. Das Sägeblatt muss nun ganz nach unten gekurbelt werden bis es komplett im Sägekasten verschwunden ist. Nun richtet man den Seitenanschlag aus. Danach legt man das Werkstück mit der hinteren Markierung so auf die TKS, das wenn das Blatt ganz heraus gekurbelt mit ihr abschließt. Nun wird das Werkstück mit einem Stoppklotz vor dem Sägeblatt gesichert, d.h. das Werkstück liegt am Stoppklotz an und kann nur geschoben werden in die übliche Sägerichtung. Man kann dies durch einen Stoppklotz in der Führungsnut , oder am Seitenanschlag mit einer Zwinge befestigen. Wenn das nicht möglich sein sollte, weil das Werkstück einfach zu lang ist, kann man auch hinten am Überstand unter dem Werkstück einen Stoppklotz befestigen, der am Tischende dann anliegt. Um ein Anheben des Werkstückes durch das Sägeblatt zu verhindern, sollte man zusätzlich einen Klotz hinter das Sägeblatt auf das Werkstück legen und mit einer Zwinge am Seitenanschlag befestigen. Auf zwei Dinge muss beim Tauchschnitt geachtet werden, und zwar das Werkstück darf sich nicht anheben und niemals in die Gegenrichtung bewegt werden. Nun wird die Säge erst eingeschaltet, dann wird das Sägeblatt langsam hochgekurbelt bis es ganz rausgefahren ist, dann wird das Werkstück bis zur zweiten Markierung langsam vorgeschoben, ein paar Millimeter zurückgezogen, dann die TKS ausschalten. Wenn das Sägeblatt still steht, erst dann das Werkstück entfernen und niemals vorher. Anschließend sollte der Spaltkeil unverzüglich wieder vorschriftsmäßig eingesetzt werden.
Ich setze hier auch voraus, dass eine Schutzbrille, Gehörschutz und die üblichen Sicherheitsbestimmungen Anwendung finden. Ein Restrisiko (Materialfehler, Unreinheiten im Holz etc..) ist nie auszuschließen. Man sollte auch Zwingen verwenden, die sich nicht durch Vibration lösen! Möglicherweise gibt es hier einige Leser die schon öfter so einen Tauchschnitt auch ohne die von mir empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen unbeschadet gemacht haben. Diesen Glücksrittern empfehle ich ihre Vorgehensweise zukünftig zu ändern, ich spreche aus eigener Erfahrung.
Ich möchte hier keineswegs "Oberlehrerhaft" verstanden werden, ich weise ausdücklich auf Gefahren und Sicherheitsrisiken hin!
 
Sicherheit, Tauchschnitt an der TKS Sicherheit, Tauchschnitt an der TKS
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24 Antworten

Die besten Antworten

Wir hatten ja schonmal ne Diskussion wegen dem fehlenden, bzw. einem abgeänderten Spaltkeil. Ich hab mich geoutet, dass ich denselben meiner GTS 10 abgeflext (nur gekürzt, Funktion ist erhalten!) und somit die Schutzabdeckung entfernt hab. Mir ist das Risiko bewußt und ich verhalte mich dementsprechend.

Warum Holzpaul so angegriffen wird versteh ich nicht. Für mich klingt das nicht nach Schulmeisterart und ich fühle mich auch nicht entehrt, weder als Heim- noch als Handwerker. Viele machen nämlich genau und total unbedarft das, was er beschrieben hat, weil sie es mal bei Youtube gesehen haben. Dann sollen sie wenigstens wissen auf was man achten soll. Gut gemacht Holzpaul

Ich finde es gut auf Gefahren hinzuweisen und zu beschreiben wie man sie minimiert. Wenn man es so genau nimmt, dürften Flexen, Kreissägen oder Oberfräsen an Heimwerker ohne Befähigungsnachweis gar nicht verkauft werden ... sondern nur an Meistertitelträger mit x- jähriger Erfahrung
Hallo Mopsheim,
es geht hier nicht um Belehrung. Letztendlich kann hier jeder machen wie er es will. Ich wurde von einer Moderatorin gebeten das Verfahren eines Tauchschnittes an der TKS zu erklären, dazu mußte ich hauptsächlich auf Gefährlichkeit und Sicherheit hinweisen. Oder siehst Du das anders?
Außerdem liegt es mir fern irgendjemand hier zu einem Tauchschnitt zu verleiten den er besser lassen sollte. Mir geht es um diejenigen, die schon einen oder einige "unbedarft" hinter sich haben, oder diejenigen die es auf jeden Fall vorhaben.
Zum Thema "Glücksritter": Ich war auch einer, habe vor 40 Jahren Schreiner gelernt und es ist noch kein halbes Jahr her, da passierte es - Rückschlag - hatte viel Glück, nur eine leichte Verletzung.
Bei diesem Thema, ist höchste Vorsicht geboten.

Empfehlen werden Hersteller wie Bosch oder sonstige diese Vorgehensweise ganz bestimmt nicht, weil durch diese gefährliche unsachgemäße Bedienung einer Tischkreissäge Lebensgefahr besteht.

 

Leider werden solche Tauchschnitte in vielen Youtube Filmchen gezeigt ohne den Nachahmern auf die Gefährlichkeit hinzuweisen.

 

Ich bin so ein Glücksritter, da ich schon 40 Jahre viel an Holzmaschinen arbeite und vorallen instandsetze, sind noch alle Finger dran auch ohne deine Belehrung, weil ganz auf den Kopf gefallen sind wir auch nicht.
und wer denkt solche Dinge zu tun, muß halt mit den Folgen fertig werden.
Wer heute eine Säge kauft, kauft das Wissen nicht mit und wird von solchen Beiträgen dazu verleitet Sachen zu tun , die man am besten läst.

 

Geändert von MopsHeim (14.10.2013 um 18:52 Uhr)
Hallo Mopsheim,
es geht hier nicht um Belehrung. Letztendlich kann hier jeder machen wie er es will. Ich wurde von einer Moderatorin gebeten das Verfahren eines Tauchschnittes an der TKS zu erklären, dazu mußte ich hauptsächlich auf Gefährlichkeit und Sicherheit hinweisen. Oder siehst Du das anders?
Außerdem liegt es mir fern irgendjemand hier zu einem Tauchschnitt zu verleiten den er besser lassen sollte. Mir geht es um diejenigen, die schon einen oder einige "unbedarft" hinter sich haben, oder diejenigen die es auf jeden Fall vorhaben.
Zum Thema "Glücksritter": Ich war auch einer, habe vor 40 Jahren Schreiner gelernt und es ist noch kein halbes Jahr her, da passierte es - Rückschlag - hatte viel Glück, nur eine leichte Verletzung.

 

Geändert von Holzpaul (14.10.2013 um 19:57 Uhr)
Das Du uns hier als Glücksritter bezeichnet liegt mir etwas im Magen, ich denke mit zwei Meisterabschlüssen in Holz und Metall, kan ich mit dir mithalten und brauche keinen Schulmeister. damit ist das Thema für mich gegessen.

 

Ich habe hier niemanden ausser mich selbst als Glücksritter bezeichnet. Unter Glücksritter verstehe ich nur diejenigen die Sicherheitsvorkehrungen ignorieren oder es einfach nicht wissen und bis dato noch nichts passiert ist. An Deiner fachlichen Kompetenz zweifele ich kein bißchen und ich habe Dich auch nicht persönlich in irgendeiner Form angegriffen.

 

immer schön sachlich bleiben - und freundlich - Danke - ist das besondere an diesem Forum, dass man hier freundlich miteinander umgeht und die Meinung anderer repektiert.

Also bitte keine Anfeindungen

 

Holzopa  
finde die hinweise ind die erklärung gut, vor allem dahingehend, dass viele weniger bewanderte "holzkünstler" dadurch gleich von so einem vorhabern abgehalten werden.

... und auch einen valentino rossi hat es - trotz unbestrittener meisterklasse - schon das eine oder andere mal zerlegt. will heißen, auch dem besten von uns kann in einem unachtsamen moment etwas passieren, auch wenn es schon viele male (gerde noch?) gut gegangen ist!

 

Hallo,
ich habe hier nicht den Anspruch das meine Darstellung das Nonplusultra ist. Sie ist auch nicht allgemeinverbindlich. Sie ist lediglich nach meinen persönlichenn Erfahrungen entstanden. Vielleicht gibt es hier Leser die noch Alternativen kennen die möglicherweise besser und sicherer sind und bereit sind sie hier einzustellen.

 

Woody  
Ich finde die Hinweise und die Ausführungen von Holzpaul durchaus hilfreich und ok. Auch wenn er teilweise unglückliche Wortwahl praktiziert hat, wodurch sich einige (auch ich, geb ich offen zu) in ihrer Heimwerkerehre angegriffen gefühlt haben mögen. Er hat es sicher nicht so gemeint, wie es rüberkam.

Betrachten wir es so, wie es gedacht ist: eine Anleitung mit durchaus berechtigten Hinweisen auf Gefahrenpotential.

 

Wir hatten ja schonmal ne Diskussion wegen dem fehlenden, bzw. einem abgeänderten Spaltkeil. Ich hab mich geoutet, dass ich denselben meiner GTS 10 abgeflext (nur gekürzt, Funktion ist erhalten!) und somit die Schutzabdeckung entfernt hab. Mir ist das Risiko bewußt und ich verhalte mich dementsprechend.

Warum Holzpaul so angegriffen wird versteh ich nicht. Für mich klingt das nicht nach Schulmeisterart und ich fühle mich auch nicht entehrt, weder als Heim- noch als Handwerker. Viele machen nämlich genau und total unbedarft das, was er beschrieben hat, weil sie es mal bei Youtube gesehen haben. Dann sollen sie wenigstens wissen auf was man achten soll. Gut gemacht Holzpaul

Ich finde es gut auf Gefahren hinzuweisen und zu beschreiben wie man sie minimiert. Wenn man es so genau nimmt, dürften Flexen, Kreissägen oder Oberfräsen an Heimwerker ohne Befähigungsnachweis gar nicht verkauft werden ... sondern nur an Meistertitelträger mit x- jähriger Erfahrung

 

Zitat von bonsaijogi
Wir hatten ja schonmal ne Diskussion wegen dem fehlenden, bzw. einem abgeänderten Spaltkeil. Ich hab mich geoutet, dass ich denselben meiner GTS 10 abgeflext (nur gekürzt, Funktion ist erhalten!) und somit die Schutzabdeckung entfernt hab. Mir ist das Risiko bewußt und ich verhalte mich dementsprechend.

Warum Holzpaul so angegriffen wird versteh ich nicht. Für mich klingt das nicht nach Schulmeisterart und ich fühle mich auch nicht entehrt, weder als Heim- noch als Handwerker. Viele machen nämlich genau und total unbedarft das, was er beschrieben hat, weil sie es mal bei Youtube gesehen haben. Dann sollen sie wenigstens wissen auf was man achten soll. Gut gemacht Holzpaul

Ich finde es gut auf Gefahren hinzuweisen und zu beschreiben wie man sie minimiert. Wenn man es so genau nimmt, dürften Flexen, Kreissägen oder Oberfräsen an Heimwerker ohne Befähigungsnachweis gar nicht verkauft werden ... sondern nur an Meistertitelträger mit x- jähriger Erfahrung

 


Hallo Woody and all,
natürlich wollte ich nicht irgend jemand in seiner Heimwerkerehre kränken. Mit unglücklicher Wortwahl meinst Du sehr wahrscheinlich "Glücksritter". Komisch ist das schon, eigentlich habe ich mich selbst damit geoutet, aber das sich einige hier so angesprochen fühlen, lässt zumindest vermuten das sie sich Gedanken über das Problem gemacht haben. Also sind wir alle auf einem guten Weg.

 

Geändert von Holzpaul (15.10.2013 um 19:21 Uhr)
Sicherheit ist immer ein heisses Thema und ich finde gut, dass jenseits der Oisisi-Hurra-Videos auf Y**tube auch mal darauf hingewiesen wird, dass nicht alles was da gezeigt wird wirklich eine brilliante Idee ist.

Andererseits bin ich mir sicher, dass mehr als nur ein Heimwerker (also noch jemand außer mir) auf diesem Planeten hin und wieder mal Dinge macht, die so nicht im Handbuch mit den Unfallverhütungsvorschriften vorgesehen sind. Die Spanne der Gründe warum man das jeweils macht und wie groß das jeweilige Risiko dabei ist, ist dabei so unterschiedlich wie die Menschen die es machen.

Ich bin mir auch sicher, dass für diese Abkürzungen mehr als nur ein Handwerker (siehe oben) auf dem Planeten schon sein Lehrgeld bezahlt hat und dass mindestens noch ein weiterer irgendwann bezahlen wird. Damit man das Lehrgeld auch weiter aus dem Taschengeld statt der Invalidenkasse bezahlen kann, schadet es nicht die neuen nachrückenden Talente auf ein paar Gefahren hinzuweisen. - Nicht dass sie wirklich zuhören würden, aber wir haben es ihnen gesagt

 

Ich finde es gut, wenn auf die Gefahren bei sowas wie einem Tauchschnitt mit einer TKS so ausführlich hingewiesen und eingegangen wird. Was mir etwas fehlt, sind Hinweise auf sichere Alternativen, die es durchaus gibt. Am Beispiel der hier anlässlichen Schneidhilfe könnte die Grundplatte auch aus Einzelteilen zusammengeleimt werden, die sicher geschnitten werden können und beim Zusammensetzen den notwendigen Spalt für das Sägeblatt freilassen.

Natürlich ist das mehr Aufwand als ein Tauchschnitt. Ich hab zum Glück die Möglichkeit, Tauchschnitte über schienengeführte Handkreissägen auszuführen und komme nicht so schnell auf die Idee, sowas mit ner TKS zu machen. Trotzdem hab ich sowas schon manchmal gemacht, gestehe ich.

Angesichts solcher wie der von Fernton wahrscheinlich gemeinten Videos zum Thema finde ich es prima, wenn hier auf die Gefahren hingewiesen wird, wie es Holzpaul tut.
Vielleicht gelingt es uns sogar, sichere und gleichwertige Alternativen zu sicherheitskritischen Verfahren vorzuschlagen, die unsere Kolleginnen und Kollegen im internationalen Netz verbreiten.

 

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