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Tapeten überstreichen

29.11.2009, 09:59
Hallo,
kein Weihnachtsthema - ist auch erst im neuen Jahr geplant ;-) Trotzdem die Frage: wie häufig kann man Tapeten überstreichen? Wir haben unsere Wohnung das letzte Mal vor gut 3 Jahren komplett gestrichen und würden in absehbarer Zeit das ein oder andere Zimmer gerne "renovieren". In der Küche z.B. habe ich aber das Gefühl, dass die Tapete irgendwann einfach abfällt, wenn sie noch eine weitere Farbschicht bekommt. An einigen Stellen (vor allem in der Nähe des Fußbodens) kommt sie teilweise schon fast von der Wand.

Kann man irgendwo erkennen, wie häufig eine Tapete schon überstrichen wurde? Gibt es da eine Faustregel - oder muss ich alle Schichten (Farbe & Tapete) komplett entfernen und dann neu tapezieren und streichen?

Vielen Dank schonmal im Voraus für ein paar Tipps - und einen schönen 1. Advent!!
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27 Antworten
Ich würde schauen, wie leicht sich die Tapete lösen lässt.
Geht das ohne Probleme großflächig, dann runter damit und heu tapezieren und streichen.

Ansonsten mit Tapetenleim (gerne auch aus der Tube) nach kleben, trocknen lassen und dann überstreichen. Ich habe meist die alten Tapeten mit einem feuchten Lappen oder einer feuchten Bürste vorher abgewaschen und dann nach dem Trocknen gestrichen.

 

Vom Gefühle her würde ich sagen max. 2 mal nachstreichen. Eine Regel gibt es meines Wissens nicht. Es wird wohl auch stark davon abhängen mit was und wie dick gestrichen wurde. Oft ist die Optik irgendwann auch nicht mehr so toll.
Wenn du das Gefühl hast dass Sie sich löst dann würde ich sie eher abnehmen.

 

Ich befürchte, die zwei Mal sind schon überschritten worden :-( Na - da hilft wohl alles nichts und wir müssen komplett ran... Vielen Dank für die Antworten!

 

Mal grundsätzlich gefragt: seid ihr eher für Tapete oder eher für Sichtputz an der Wand?

Ich finde untapezierte Wände mit einer vernünftigen farbe schon schöner, als mit Tapete. Bislang habe ich allerdings immer Raufaser benutzt - die verzeiht kleine Sünden mit dem Hammer und Nagel ...;-))

 

Ehrlich gesagt hatte ich bisher nie die Wahl... die Tapete hing immer schon in der Wohnung und ich war zu "faul", alles abzumachen und mit Sichtputz zu versehen. Generell finde ich aber Sichtputz auch besser - wobei man dann ja echt immer supervorsichtig sein muss, was man anbringt, an der Wand (Bilder, etc.). Das gibt schnell so häßliche Löcher.

 

Hallo Claudimari,

Noch einmal drüber streichen würde ich dann vielleicht auch vermeiden. Hatte ich auch schon einmal: ich wusste, dass die Raufaser schon das ein oder andere Mal gestrichen worden war, hatte aber keinen Nerv neu zu tapezieren. Also, noch einmal drüber gestrichen. Ganz leicht - dachte ich jedenfalls. Und zack, hatte ich eine fast glatte Tapete. Sehr hässlich! Am Ende habe ich ein halbes Jahr später doch tapeziert!

Aber ehrlich gesagt: ich stehe auch total auf Sichtputz! Wenn ich nun meine Tapete wieder abreißen müsste, würde ich versuchen zu Sichtputz zu wechseln. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie das funktioniert...

Wenn es soweit ist, frage ich Euch einfach!

Na dann viel Spaß.

Gruß
Christian

 

Hallo Christian,

danke für die "Warnung".... ist halt alles auch ein wenig eine Budgetfrage. Kennt sich jemand aus mit den Kosten für Sichtputz? Und kann man das alleine machen - oder muss da ein Profi ran? Ich kann streichen (einigermaßen) und tapezieren (auf Stoß, so gut es geht) - aber das war's dann auch schon...

Grüße,
claudimari

 

Susanne  
Hallo claudimari und alle Sichtputz-Freunde:

Sichtputz sieht super aus, finde ich auch, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Spachteln und schleifen ist vergleichsweise mühsam. Wir stellen demnächst ein entsprechendes Projekt zum Thema ein, aber hier ist schon mal ein ähnliches, zur Orientierung: http://www.1-2-do.com/de/projekt/481/
Beim Feinspachteln verputzter Wände gibt es zwar Unterschiede, aber das Prinzip ist ähnlich: Spachtelmasse auftragen, zügig glätten, schleifen.

Persönlich würde ich das nie wieder machen, denn es ist mühsam und das Schleifen staubt wahnsinnig, aber auf hübsche, glatte Wände muss heute trotzdem niemand mehr verzichten, denn es gibt ja Malervlies. Wenn man es geschickt verklebt, so dass keine Nähte zu sehen sind, ist es von Sichtputz kaum zu unterscheiden und kann gut gemalert werden.
Malervlies ist ausserdem meist breiter als normale Tapete, lässt sich daher ziemlich zügig an die Wand bringen und überdeckt viele (kleine) Unebenheiten.

An alle Profis in der Community – Was meint Ihr? Malervlies oder Sichtputz?

Ich persönlich liebe Tapete! Sie ist meist noch besser abzuwischen als normale Wandfarbe und es gibt sooooooo schöne… Auch und gerade in Uni-Farben. Eine große Ausnahme ist Raufaser, die hier im Haus leider großzügigst verteilt war, und die wir kaum von der Wand bekommen: Ich weiß, sie ist der perfekte Öko-Wandbelag, und für die Audiophilen vergrössert sie durch ihre Unebenheiten die Wandoberfläche und sorgt für ein besseres Klangerlebnis…… aber: Leider kann ich sie nicht leiden.

Und: Leider hatten wir einfach keine Zeit, die fest sitzende Tapete tagelang in winzigen Stückchen von den Wänden zu kratzen, denn die neue Küche war quasi schon auf dem Weg, und uns musste schnell etwas einfallen:

In unserem kompletten Erdgeschoss haben wir daher in jeden Farbeimer zwei Säcke Vogelsand gekippt, alles mit dem Bohrquirl gut verrührt und damit die Raufaser übergestrichen.
Jetzt sehen die Wände aus wie grob verputzt.
Im Flur haben wir sogar – buchstäblich – noch dicker aufgetragen, den Vogelsand-Anteil erhöht und die Wandfarbe mit dem Kleisterquast so verstrichen, dass es richtig grob, und sehr witzig aussieht. Also: Wir sind sehr zufrieden. :-)

 

Liebe Susanne,

vielen Dank für die ausführliche Antwort - ich hab viel gelernt.... Vogelsand kannte ich bisher nur aus dem Vogelkäfig oder als Dekosand im Windlicht-Glas ;-) Das klingt auf jeden Fall nach einer tollen Idee und auch das mit dem Malervlies wusste ich noch nicht. Super!! Dankeschön!

 

Ekaat  
Dies findet sich im Beitrag »Tapeten überstreichen«:
<von Susanne1-2-do>Hallo claudimari und alle Sichtputz-Freunde:
. . .
An alle Profis in der Community – Was meint Ihr? Malervlies oder Sichtputz?
Ich persönlich liebe Tapete!
. . .
In unserem kompletten Erdgeschoss haben wir daher in jeden Farbeimer zwei Säcke Vogelsand gekippt, alles mit dem Bohrquirl gut verrührt und damit die Raufaser übergestrichen.
-----------------
Hallo,
Dem Vogelsand (mein Wellensittich starb 1966, seitdem nie wieder einen Vogel gehabt - im Haus!!) sind Kalkstückchen zugemischt, die doch dann als störendes Grobes hervorstehen? Oder gibt es jetzt anderen Sand? Klingt aber alles gut!
Gruß
Ekaat+++

 

Hallo claudimari,

ich möchte das Thema mit dem Streichputz nochmal aufgreifen. Weiss nicht genau ob es schon zu Ende diskutiert wurde.

Wenn Du Deine Wände mit glatter Vliestapete tapetzierts, hast Du einen perfekten Untergrund zum streichen. Bei der Vliestapete kannst Du den Kleber direkt an die Wand streichen und die trockene Tapete da dann drauf kleben. Geht ohne große sauerei und sau schnell.

Was den Streichputz angeht, so hieß das früher Klosterputz. Nimm einfach eine gute Wandfarbe und mische diese mit gereinigtem Quarzsand (gibts im 25-40 kg **** m Baumarkt, Vogelsand ist zu teuer). Besorge Dir für Deine Bohrmaschine einen Farbquirl aus Stahl (kein Plastikschei....).

Mischungsverhältniss? Wie Du willst, nimm einen Eimer, fülle Farbe hinein, 1/2 voll, dann mit einem großen Meßbecher Sand dazu und anschließend gut durchquirlen. Das ganze dann mit einer Kleisterquaste auf die Wand auftragen. Entweder wild oder sauber und ordentlich. Wenn Dir zu wenig Struktur drin ist, machste noch mehr Sand rein. Wenns zu viel Sand wird, dann bröselts ne Weile ;-))) .
Um das Bröseln enzudämmen, kannst Du hinterher noch Elefantenhaut auf die Wand machen. Pur, dann wirds leicht glänzend, mit wasser verdünnt (nur wenig), dann wirds matt.

Du kannst den Klosterputz auch noch einfärben, das wird richtig schön. Mit einwenig geschwungener Struktur.....

Es ist aber alles Arbeit, ganz klar, nur das Ergebnis hinterher ist wirklich toll.
Den Klosterputz kann man nach ein paar Jahren übrigens wieder überstreichen.

Falls Du auf die Idee kommst, "ich spar mir die Tapete", vergiß es gleich wieder, wenn Du mal den klosterputz weg haben willst, musst Du einen lösbaren Untergrund haben, sonst kannst Du Deine Wände abschleifen....

Viel Spaß und Gruß
René

 

Geändert von Bugkicker (04.12.2009 um 13:04 Uhr) , Grund: hat was gefehlt
Hallo Bugkicker,
vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich denke, ich werde jetzt erstmal in Ruhe der Reihe nach meine Zimmer und Wände inspizieren, um zu schauen, wo welche Methode Sinn macht... sobald ich mich an das Projekt rantraue, sag ich Bescheid ;-)
Viele Grüße,
claudimari

 

Susanne  
Ach, mein Vogelsand-Verfahren hat sogar einen Namen? "Klosterputz"! :-)
Dankeschön, Rene, das wusste ich noch nicht. Und der Tipp mit der Elefantenhaut ist super, vielen Dank!

 

Gern geschehen Ihr Lieben!

Susanne, nimmaber besser den Sand aus dem Baumarkt, den xyz Quarzsand (mir fällt nicht mehr ein was es war, feurgereinigt oder so ähnlich), der ist preiswerter als der Vogelsand und hat keine Kalkstückchen drin.

Claudimari, trau Dich, ist kein Hexenwerk.

Wir haben hier daheim jetzt auch schon mal eine Wand wieder überstrichen, nach 6 Jahren, mit silberner Farbe, boahhhh sieht das genial aus.

Grüße
René

 

Susanne  
SILBER!!! Das hört sich super an, René!! Hast Du vielleicht ein Foto??

Gespannte Grüsse,
Susanne

 

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