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Tapete stück weise erneuern?

19.04.2016, 19:00
Hallo, wir wollen unseren Flur neu tapezieren allerdings nur etwa 30cm vom boden ab eine bahn wagerecht im kompletten Flur ist das möglich? Ich dachte ich schneide quasi mit einer Wasserwaage überall 30cm ab gerade und klebe dann eine Bahn waagerecht drüber. Geht das?
Sieht man das unbedingt nach dem überstreichen?
mfg
 
Rauhfasertapete, Tapete Rauhfasertapete, Tapete
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6 Antworten
Was ist das für eine Tapete? Raufaser?

Ich muss leider jetzt los, ansonsten schaue ich heute spät abends nochmal rein, wenn du etwas mehr über die geplante Tapete verraten hast.

 

Zitat von ruesay
Was ist das für eine Tapete? Raufaser?

Ich muss leider jetzt los, ansonsten schaue ich heute spät abends nochmal rein, wenn du etwas mehr über die geplante Tapete verraten hast.

ja rauhfaser

 

Woody  
Ohne jetzt unserem Fachmann Ruesay vorgreifen zu wollen, prinzipiell ist dein Vorhaben so machbar. Du solltest aber beachten, dass du die gleiche Rauhfaser wie die vorhandene erwischt - es gibt verschiedene Strukturen. Desweiteren würde ich statt der geplanten 30cm zuerst nur 28cm oder so mit dem Cutter und Lineal von der alten Tapete abschneiden. Dann die neue überlappend auf die bestehende kleben und dann nochmals mit dem Cutter durch beide Tapetenlagen schneiden. So kriegst du auf jeden Fall eine spaltfreie Anstückelung, auch wenn du nicht ganz gerade wirst oder abrutscht oder was auch immer passieren kann.

 

Ja, das sieht man. Rauhfaser ist nicht gleich Rauhfaser. Die Körnungen sind höchst unterschiedlich. Und Du wirst den geschnittenen Rand sehen. Hilfreich bei Reparaturen ist, dass man die Tapete reisst. In der Regel reissen vordere und hintere Schicht unterschiedlich. Wenn Du mit etwas Übung und genug Material so reisst, dass an dieser Reissnaht nur eine Papierschicht übrig bleibt, ist es schon die halbe Miete. Nun versuchst Du die Tapete an der Wand ebenfalls teilweise zu entfernen. Nicht absolut gerade, sondern eher wellenförmig, so wie Dein Stück, das Du ansetzen willst. Am besten Dein Stück auflegen und mit Bleistift die Form in etwa übernehmen.

Jetzt kratzen, schaben, mit Messer oder Spachtel, vielelicht minimal annässen und alles markierte von der Oberschicht weg. Wichtig ist, die gerade alte Schnittkante mus weg. Es muss überall schräg sein. Nun schaust Du, dass Du im markierten Bereich alle Späne entfernst. Es sollte nur noch Papier der Unterschicht da sein. Und nun kleisterst Du das ganze ein und packst die neue Tapete da drauf. Kanten gut verstreichen - auch Kleister von oben und trocknen lassen. Es schaut mit Sicherheit noch nicht gut aus. Das kommt erst mit der Farbe.

Nach gut einem Tag sollte es gut getrocknet sein. Schau ob Du das Gefühl hast, dass die Struktur passt. wenn ja, alles hübsch weiß streichen/rollen. Nun sollte es schon recht gut ausschauen. Wenn Du nun eine etwas dunklere Farbe auf die komplette Wand aufträgst sollte man von der Reparatur nicht mehr viel sehen. Aber eine super Qualität erreichst Du nur durch komplett tapezieren. Und ich würde eher dahin tendieren.

Es gibt auch flüssige Rauhfaser als Farbe. Die könnstest Du auf die gesamte Wand hinterher auftragen, so wird die Struktur etwas gleichmäßiger.

Nebenbei: Diese Technik verwendet man z.B. In Treppenhäusern mit geschwungenen Unterseiten von Treppen. Da gibt es nichts wo Du auf Stoß tapezieren kann. Da bleibt einem nur das zerreissen und anstückeln als Möglichkeit.

Habt Ihr dort einen Schlutz für Kabel gemacht, verputzt und nun muss dort waagerecht Tapete drauf?

Noch ein Gedanke. Warum nicht eine tolle Dekortapete quer tapezieren? Könnte schick aussehen. Zumindest schaut es gewollt aus. Alles andere ist eher wenn man es sieht "Pfusch". Und wenn Du es nicht richtig hinbekommst, was wahrscheinlich ist (ohne Dir nahetreten zu wollen, das ist ne Kunst), schaut es eben gepfuscht aus. Wäre schade um die Arbeit.

Also nochmal. Am besten ist, Tapete ab und neu machen.

 

Rainerle hat recht, beim Ausbessern oder ansetzen reisst man unter Zuhilfenahme eines Flächenrakel die gekleisterte Raufaser direkt an der ausgeschnittenen Kante. Ein Doppelnahtschnitt, wie von Woody angesprochen, geht mit nasser Raufaser mäßig. In der Regel ist eine Abbrechklinge für das Cuttermesser nach 10 Zentimetern durch die Körnung stumpf und reisst die obere Raufaser anstatt zu schneiden.

Je nach Körnung und Lichteinfall im Flur kannst du im Nachgang so oder so sehen, dass die Raufaser quer (waagerecht hast du geschrieben) tapeziert ist. Das liegt an der Körnung selber. Die Holzschnitzel, die zwischen den Lagen aufgebracht sind, laufen per Streumechanismus über ein Laufband auf die Papierschicht, sind somit "senkrecht ausgerichtet".

Ich würde daher mit der Wasserwaage und Cuttermesser in 30 Zentimeter vom Boden die Raufaser einschneiden, ablösen, jeweils 40cm lange Stücke zuschneiden. Einkleistern, 15 Minuten weichen lassen. Erste Bahn mit 5 Zentimeter Überlappung nach oben auf die alte Raufaser anlegen, mit einer guten Tapezierbürste leicht andrücken und dann auf die Breite mir die Überlappung in drei kleine Stücke senkrecht einreissen. Einen Flächenrakel gibt es für 6 Euro im Baumarkt. Diesen dann relativ genau an die Naht unter die erste Überlappung (1 bis 2 Millimeter darunter) und die Tapete schräg nach unten abziehen. Den zweiten und dritten Abschnitt ebenfalls so. Und dann Bahn für Bahn so abarbeiten.

Mit einem Schwamm den Kleister von der Reisskante gut entfernen. Nach dem Trocknen (16 bis 24 Stunden je nach Jahreszeit) mit 240er ganz leicht an der Nahtsstelle kurz anschleifen und dann überstreichen. .

 

Anschleifen. Super Tipp! Man lernt nie aus.

 

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