Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Tag der Organspende [Diskussionsrunde]

01.06.2013, 07:25
Funny08  


Da der erste Samstag im Juni seit 2005 der Tag der Organspende ist, möchten wir dieses Thema aufgreifen und euch zu einer Diskussionsrunde über das Thema Organspende einladen.

Die Organspende:

Bei einer Organspende werden für andere lebenswichtige Organe von einem Organspender entnommen. Dies geschieht nach strengen Regeln und je nach Organ entweder nach dem Tode des Spenders oder nach der Feststellung des Hirntodes.

Spenden kann in Deutschland grundsätzlich JEDER, ab 16 Jahren können auch Jugendliche den Wunsch, ein Organspender zu sein, bekunden, davor obliegt es den Angehörigen.
Der Ablauf einer Spende ist meist so, dass die Angehörigen nach der Feststellung des Todes, sofern kein Organspenderausweis vorliegt – entscheiden müssen, ob eine Spendenbereitschaft besteht oder nicht.
Danach werden alle organisatorischen Schritte eingeleitet um möglichen Empfängern auf dem schnellsten Wege zu helfen.

In Österreich hingegen ist man Organspender und muss diesem schriftlich widersprechen - was dann in einer Zentralkartei vermerkt wird.


Doch nun zu Euch:



  • Habt ihr einen Organspendeausweis bei euch?
  • Habt ihr Erfahrungen mit Organspenden - evtl. selbst ein fremdes Organ bekommen?
  • Würdet ihr Spenden?
  • Was spricht für die Organspende, was dagegen?

Jeder der Organspender werden möchte, kann dies recht einfach tun, Organspendeausweis herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und in den Geldbeutel stecken.
 
Leben retten, Organspende, Organspendeausweis Leben retten, Organspende, Organspendeausweis
Bewerten: Bewertung 1 Bewertung
26 Antworten
moin
also so einen Ausweis habe ich ..
bisher keine ..FREMDEN.. Organe.
joo ich würde von dem was überhaupt noch von mir ..brauchbar.. wäre spenden...
dafür ..vllt. kann damit ja noch jemanden etwas mehr Lebensfreude wieder gegeben werden
dagegen..wenn dass kommerziell ..verhökert ..wird ..wer Kohle hat .kann länger/gesünder leben!!

 

Woody  
Bitte Funny, erwähne aber, dass o.a. gesetzliche Grundlagen nur für Deutschland gelten. Bei uns in Österreich muss man ausdrücklich gegen eine Organentnahme schriftlich widersprechen (wird in eine Zentralkartei vermerkt), ansonsten ist man potentieller Organspender.

Ich hab zu dem ganzen eine sehr zwiespältige Meinung. Auf der einen Seite befürworte ich Lebendorganspenden wie zBsp Niere oder Knochenmark. Organentnahmen von für klinisch tot erklärten Personen sehe ich sehr kritisch. Auch wenn die Feststellung des Hirntodes standardisiert ist, ist sie noch immer kein Garant dafür, dass dieser Mensch keine Gefühle, Schmerzen etc. mehr empfindet. Ich habe einmal ein Video gesehen, wo dokumentiert wurde, dass der Spender sich sehr wohl heftigst gewehrt hat. Dazu muss man aber wissen, dass bei Entnahmen der Spender nicht in Narkose gelegt wird, sondern nur ein Muskelrelaxans erhält, genaugenommen erlebt er/sie es mit vollem Bewußtsein.

Eine Organspende muss von einem lebenden Organismus erfolgen, d.h. die Körperfunktionen werden mit maschineller Hilfe aufrechterhalten (Beatmung) und dann der Reihe nach die Organe entnommen, zum Schluss das Herz.

Als ich dies las und gesehen habe, hatte ich sofort Widerspruch gegen eine Entnahme bei mir eingelegt.

Ich möchte hier wirklich nicht gegen Organspende per se argumentieren, aber solang die Entnahme ohne Narkose erfolgt, nein danke.

 

Zitat von Woodworkerin
Bitte Funny, erwähne aber, dass o.a. gesetzliche Grundlagen nur für Deutschland gelten. Bei uns in Österreich muss man ausdrücklich gegen eine Organentnahme schriftlich widersprechen (wird in eine Zentralkartei vermerkt), ansonsten ist man potentieller Organspender.

Ich hab zu dem ganzen eine sehr zwiespältige Meinung. Auf der einen Seite befürworte ich Lebendorganspenden wie zBsp Niere oder Knochenmark. Organentnahmen von für klinisch tot erklärten Personen sehe ich sehr kritisch. Auch wenn die Feststellung des Hirntodes standardisiert ist, ist sie noch immer kein Garant dafür, dass dieser Mensch keine Gefühle, Schmerzen etc. mehr empfindet. Ich habe einmal ein Video gesehen, wo dokumentiert wurde, dass der Spender sich sehr wohl heftigst gewehrt hat. Dazu muss man aber wissen, dass bei Entnahmen der Spender nicht in Narkose gelegt wird, sondern nur ein Muskelrelaxans erhält, genaugenommen erlebt er/sie es mit vollem Bewußtsein.

Eine Organspende muss von einem lebenden Organismus erfolgen, d.h. die Körperfunktionen werden mit maschineller Hilfe aufrechterhalten (Beatmung) und dann der Reihe nach die Organe entnommen, zum Schluss das Herz.

Als ich dies las und gesehen habe, hatte ich sofort Widerspruch gegen eine Entnahme bei mir eingelegt.

Ich möchte hier wirklich nicht gegen Organspende per se argumentieren, aber solang die Entnahme ohne Narkose erfolgt, nein danke.
Woody..genau aus diesem Grunde ,ist mein Ausweis noch nicht ausgefüllt!! und ich ..würde..es auch nur machen! wenn es ,wie Du schreibst ,unter Narkose ..geschieht!!!

 

Funny08  
@ Woody - ist nachgetragen.

 

tut mir leid, aber meine Organe möchte keiner mehr........

 

Funny08  
Hmm Lissy - ich hab auch mal wo einen Organspendeausweis gesehen, da stand "Die Leber würde ich wegwerfen...." unter den Anmerkungen....

 

Ich habe einen Organspendeausweis
und das schon sehr lange.
Wenn es bei mir soweit ist, helfen sie mir nicht mehr.
Aber vielleicht helfen sie noch jemandem, ein paar (glückliche) Jahre zu verbringen.

Die Entscheidung habe ich meinem Hausarzt übertragen, damit nicht meine Angehörigen
in den schlimmen Stunden mit solch einer Entscheidung konfrontiert werden.

Dies alles ist haben wir in der Familie sehr kontrovers diskutiert,
da meine Schwester z.B. sich mit einer Spende gar nicht "anfreunden" kann.

 

Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht. Sollte ich wohl mal.

 

Ich habe da auch ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu. Nachdem ich längere Zeit Patienten behandelt hab, die eigentlich schonmal für tot erklärt wurden, inzwischen aber Wachkoma-Patienten sind, weil sie eben keinen Ausweis hatten, demzufolge die Maschinen nicht gleich ganz fix abgestellt wurden. Gut, die Diskussion ob Wachkoma nun ein "erstrebenswerter" Zustand ist, lass ich außen vor.

Lebendspenden von mir aus - wenn man mit den Teilen was anfangen kann, warum nicht.

Eigentlich finde ich es ja auch gut, wenn mit den Organen jemand weiterleben kann ... uneigentlich ist es eben doch das "Guck mal, der ist ja schon hinne, Maschinen aus!"-Gefühl, was mich noch abhält.

Bei Kindern krieg ich immer den dicksten Kloß im Hals - ich weiß nicht, ob ich da sagen könnte: Macht, helft damit einem anderen Kind. Wahrscheinlich schon. Ich will nur niemals nicht in die Situation kommen müssen, über die Organe meiner Kinder entscheiden zu müssen.

 

Grundsätzlich ist das Spenden von Organen eine hilfreiche Angelegenheit für andere Menschen die damit weiterleben könnten.

Was mir aber dabei nicht gefällt ist die ganze kriminelle Vorgehensweise im Hintergrund. Damit meine ich nicht, dass dies permanent so ist, aber auch in Deutschland gabe es einige Skandale des Organhandels die aufgedeckt wurden.

Solange Organe gespendet werden, natürlich für den guten Zweck zu Gunsten eines anderen Menschen, solange wird es aber auch die kriminellen Machenschaften geben.

Ob ich meine Organe spenden möchte weiß ich nicht... das kann ich dann auch "kurz vorher" entscheiden. Die Spende eines Organes im Bereich der Familie (z. Bsp. Niere) würde ich ohne zu zögern bejahen.

 

Ich hab seit meinem 18. Lebensjahr einen Organspenderausweis im Geldbeutel.
Ich wäre auch bereit zu Lebzeiten, z. B. eine Niere zu spenden.

Aufgrund meiner Erfahrungen im familiären Bereich was Organversagen betrifft, weiß ich, das man mit einer Spende einem anderen noch schöne Jahre bescheren kann/soll.

Grundsätzlich muß das jeder selbst entscheiden und soll auch keinem seine Meinung aufzwingen.

 

Woody  
Zitat von gschafft
Ob ich meine Organe spenden möchte weiß ich nicht... das kann ich dann auch "kurz vorher" entscheiden.
wenn du denn dann noch die Möglichkeit dazu hast......(Unfall, Koma,..)

 

Ich bin mir da auch nicht sicher,auf der einen Seite ist es ja O.K.aber wer sagt mir das im Ernstfall die Maschinen nicht aus anderen Gründen abgestellt werden,meine Zweifel konnte bisher niemand ausräumen,aber das ist meine private Meinung.
Auf der anderen seite weiss man nie ob man nicht selbst mal auf einer Warteliste steht,ein bekannter von mir wartet seit einem Unfall auf eine Niere.

 

Meine Frau und ich haben jeweils einen Organspende-Ausweis im Portemonnaie. Ob man von uns noch was verwenden kann und will, weiß ich nicht. Aber wenn ich mal in der Kiste liege, brauche ich wohl nicht mehr so viel. Und wenn es jemandem hilft, warum nicht?

Meine Frau hat eine Einschränkung drin, das sie keine Augenentnahme wünscht. Muß man so akzeptieren, und gut.

Was ich viel schwieriger finde, ist die Frage nach Lebend-Spenden. Da das in Deutschland nur innerhalb der Familie geht, kommt man da natürlich schnell in eine blöde Ecke. Auf der einen Seite womöglich das eigene Kind, oder der Partner - auf der anderen Seite weiß man nie, ob man das Organ wirklich "über" hat...

Bei der Spende nach dem Tode vertrete ich persönlich die Meinung, das Organspende-Ausweise in die Tonne gehören. Jeder volljährige Bürger solte nach seinem Ableben zur Organspende heran gezogen werden können. Wer das nicht mag, oder aber Einschränkungen geltend machen möchte, sollte das beim Paßamt in seinen Ausweis eintragen lassen können. Wenn da nix steht, gibt´s keine Einschränkungen - außer natürlich den medizinischen.

Keine Ahnung, warum unsere Politiker damit so ein Problem haben. Vielen Menschen könnte so unbürokratisch geholfen werden...

 

Woody  
@Schupo: nach dem Tode ist nicht möglich, da können nur Gewebe entnommen werden. Organspenden müssen von lebenden Menschen entnommen werden, siehe meine Ausführungen oben.

Nur wer bestimmt, wann für mich ein Leben nicht mehr lebenswert ist? Wer bestimmt, wann ich nun zu sterben habe? Es gibt unzählige Beispiele von wieder aus dem Koma erwachten und völlig normal lebenden Menschen - ich möchte das nicht noch einmal entscheiden müssen, obwohl ich einmal in der Situation stand (Mama). Und glaube mir, es war ein ******gefühl und ich weiß bis heute nicht, ob ich richtig entschieden habe....

Aber schlussendlich muss es jeder für sich selbst entscheiden, ob er Spender sein möchte, doch solange die Diskussion nicht auf sachlicher Ebene ausgetragen wird, steht für mich die Entscheidung fest. Nein.

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht