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Stelle an der Decke nach Streichen fleckig (Schatten)

08.12.2015, 17:00
Hallo zusammen,

Ich habe kürzlich an unserer Decke direkt am Fenster eine Stelle überstrichen (selbe Farbe wie sie auch ursprünglich zum streichen verwendet wurde, weiße Dispersionsfarbe derselben Marke). Jetzt zeigen sich allerdings im Tageslicht hässliche Schatten.

Ich habe die Stelle an der Decke eigentlich nach bestem Wissen gestrichen:
Erst quer zum Lichteinfall gerollt, dann mit dem Lichteinfall, nass in nass. Die Rolle hatte genug Farbe drauf, aber auch nicht so viel, dass sich Nasen oder großartige Ränder gebildet haben.

Jetzt zeigen sich dort allerdings diese hässlichen Schatten und es sieht dadurch so ziemlich aus jedem Blickwinkel recht hässlich aus, außer man steht direkt drunter.

An einer anderen Stelle im Zimmer habe ich auch gestrichen, dort sieht man allerdings garnichts (nur beim sehr genauen hinsehen, dass ich wohl die ursprüngliche Streichrichtung nicht ganz erwischt habe und daher die Textur ein ganz kleines bisschen anders ist...).

Ein zweiter Streichgang hat leider auch nichts gebracht. Nun meine Frage.
Wie bessere ich das am Besten aus? Die Decke ist eine verputzte Betondecke, ich streiche mit einer Lammfellrolle, da dies scheinbar beim ersten Anstrich auch so gemacht wurde, es ist eine Textur vom Streichen erkennbar, die ich versuche damit nachzuahmen.

- Schleife ich den "schattigen" Bereich (ca 50x70cm) mit Schleifpapier runter und streiche dann nochmal drüber? Falls ja, welche Körnung nehme ich da am besten?
- Streiche ich doch einfach so nochmal drüber? Ich denke mal, dass die Farbe dann zu dick wird und man dann noch mehr Schatten sieht, oder?

Ist das überhaupt so machbar, dass man die gestrichene Stelle zumindest nur gering sieht? An der anderen Stelle hat es eigentlich ganz gut funktioniert, die liegt aber auch etwas weiter im Raum und wird daher im Tageslicht anders angestrahlt. Wenn ich da im Dunkeln mit der Taschenlampe dran gehe, sieht diese Stelle von der Seite angestrahlt heller aus als der Rest der Decke, aber unter normalen Voraussetzungen fällt es absolut nicht auf. Die Wände (mit der selben Farbe gestrichen) habe ich auch teilweise ausgebessert, da sieht man auch keine Farbunterschiede.

Ich wäre euch für Tipps wie ich dies beheben kann sehr dankbar.

Vielen Dank und beste Grüße
 
Decke streichen Decke streichen
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14 Antworten
Hallo Joerg HB,

ich hatte vor kurzem das selbe Problem. Betondecke, Rollputz drüber und dann Farbe.
Bei mir kam ein dunkler Fleck ebenfalls durch. Ab zum Farbenfachhandel bei dem ich die Farbe gekauft hatte.
Der hat mir zu Sperrgrund geraten. Hab davon eine Dose mitgenommen und die Stelle großflächig damit eingepinselt. Auslüften lassen und dann nochmals mit der Farbe drüber.

Ergebnis: Tadellos.

Vielleicht hilft Dir das ja weiter.

Grüße
Jochen

 

Ausbessern ist immer schwierig, sobald Licht darauffällt. Unsere Augen sind unbestechlich. Gilt auch für rechte Winkel oder nur minimalst schräg hängende Bilder. Wir erkennen leichteste Schattierungen und Strukturen ....

Ich würde komplett neu streichen. Alles andere wird nichts. Sperrgrund auf jeden Fall nur im Zentimeterformat bei einzelnen Flecken oder ganzflächig.

 

Vielen Dank euch beiden für die Antworten!

Da es sich um eine Mietwohnung handelt, in der quch virher schon einiges an der Decke gemacht wurde und die Decke allgemein nicht besonders fachmännisch verputzt wurde, würde ich ungern alles streichen. Dies eine Stelle ist eben bei Tageslicht recht extrem, würde aber z.B. auch bei einer Wohnungsabnahme sicherlich locker durchgehen.

Aie wurmt mich halt, weil ich weiß wo sie ist.

Das Ergebnis müsste ja nicht petfekt sein, aber 5 - 6 streifigr Stellen auf unter einem Quadratmeter sind halt doch sehr hässlich.

Mit Abschleifen und neu streichen würde ich de Sache also nicht näher kommen?

Nichmals vielen Dank!

 

Schleifen geht. Danach musst du aber die Decke erst mit lösemittelfreiem Tiefgrund streichen. Ansonsten zieht die Farbe innerhalb von Sekunden an und du bekommst noch mehr Ansätze. Der Tiefgrund verhindert a) dass die Trennschicht an Schleifstaub den nächsten Anstrich abplatzen lässt und b) dass der nächste Anstrich nicht so schnell anzieht.

 

Vielen Dank, ruesay, dann werde ich das mal so probieren.

Habt ihr eventuell Tipps für mich, welche Körnung ich da am besten benutze, sodass ich wirklich nur die Farbe runternehme und nicht noch den Putz?

Vielen Dank nochmal!

 

Ab 120er aufwärts. Probiere einfach mal mit der Körnung und viiieeel Jefühl. Wenn Du ständig durchschleifst, wechsele auf 180er.

 

Ein befreundete Maler sagte mir einst das mal nur eine Stelle nicht behandeln sollte weil man es immer sehen wird. Insbesondere in Fensternähe ist dies der Fall. Für Fälle wo es nicht anders geht hat er immer Abtönfarben dabei denn, der Farbton ändert sich im Lauf der Zeit. Das kennen die meisten die irgendwann eine Tür weiß gestrichen haben. Nach einige Jahren ist sie nicht mehr reinweiß sonder Altweiß.

 

Danke nochmal für die Antworten, ich werde das dann am Wochenende mal bei Tageslicht probieren.

An einem Farbunterschied liegt's definitiv nicht, da diese Flecken nur teilweise da sind, es handelt sich glaub ich wirklich um Schatten - eventuell habe ich doch ungleichmäßig gestrichen.

Vielen Dank!

 

Zitat von JoergHB
[...] eventuell habe ich doch ungleichmäßig gestrichen.

Vielen Dank!
Dann als Tipp dazu, da noch ein paar Faktoren mehr dazu gehören:

1.) Die Raumtemperatur runter regulieren. Im Winter haben wir es alle gerne mollig. Am Vorabend die Heizung in dem Raum aus, eventuell 20 Minuten vor dem Streichen die Fenster aufmachen und zum Streichen wieder zu machen
2.) Die Farbe sollte, wenn möglich, eine gute Qualität haben, z.B. eine aus dem Fachhandel. HB im Namen = Bremen? Wenn ja, fahre zu Seemann in die Neustadt, da kannst du auch ohne Gewerbeschein einkaufen. Wenn nicht, hat das keiner gelesen
3.) Die Rolle. Zwei Varianten sind möglich: eine gute Lammfellrolle, die nicht 30cm breit ist, sondern eine, die nur 18 cm breit ist. Die hat den Vorteil, dass man sie gut händeln kann und dir nach 10 Minuten nicht die Hände abfallen. Als zweite Variante ist eine Niederflor-Walze möglich (wenn's geht, auch gute Qualität), da diese wesentlich weniger Struktur verursacht. Ein Mix aus beidem ist auch möglich. Auftragen mit der Lammfell-Rolle und einmaliges Abziehen in eine Richtung mit der Niederflor.
4.) Wenn Du das kannst, lasse das Abstreifgitter weg. Falls Du überhaupt eins benutzt. Mit der Lammfell-Rolle langsam über die Farbe im Eimer rollen, um die Rolle so voll wie möglich mit Farbe zu bekommen. Diese wird dann auf der Decke vernünftig gleichmäßig verschlichtet.
5.) Vom Licht weg streichen, bzw. von der größten natürlichen Lichtquelle. Nicht quer zum Licht streichen.
6.) Die Decke in Gedanken einteilen. In einer dunkleren Ecke am Fenster anfangen. Ca. 1 Meter Breite und ca. 1,50 Meter Länge den ersten Rollengang. Dann auf der Breite die restliche Länge bis zum Ende des Zimmers streichen. Dann vorne am Fenster wieder anfangen und nochmals maximal auf einem Meter Breite die nächste komplette Bahn streichen. Nächste Bahn, bis du nach dem Schema die Decke voll gestrichen hast.

Es gebe noch Additive, die man der Farbe zumischt, damit diese nicht so schnell anzieht. Aber mit den oben genannten Tipps sollte bei Tiefgrund gestrichener Decke das auch ohne Streifen und Schatten möglich sein.

Viel Erfolg!

 

an dieser stellle ist es Feucht, bitte mal m. Sperrgrund Behandeln

 

Vielen Dank nochmal für die ausführlichen Tipps, ruesay!

Ich werde mir auch nochmal die Rolle die ich da habe genauer ansehen, weil mir gestern aufgefallen ist, dass die Struktur nicht ganz die selbe ist wie die originale, was vermutlich auch zu sichtbaren Unterschieden führt. Meine Rolle verursacht eine wesentlich feinere Struktur als die, mit der vorher gestrichen wurde. Ist das eventuell der Unterschied zwischen Niederflor und Lammfell? Vielleicht liegts ja daran.

Da es lichtabhängige Schatten sind (bei direktem Anleuchten von unten keine Flecken erkennbar), kann es eigentlich keine Feuchtigkeit sein, oder?

Beste Grüße

 

Geändert von JoergHB (11.12.2015 um 13:18 Uhr)
Woody  
Ich hasse Deckenstreichen, aber die Ausführungen von ruesay sind hochinteressant. Danke

Joerg, streich doch in einer ganz anderen Farbe, so als Akzent. Es gibt eine Regel: was du nicht verbergen kannst, betone. Naja, meinen Farbtip trotzdem nicht ganz ernst nehmen

 

Den Farbtip merke ich mir mal und hebe ihn für Notfälle auf, danke Woody.

Nur nochmal zur Sicherheit. Bei lichtabhängigen Schatten sollte Feuchtigkeit nicht die Ursache sein, oder? Die Schatten verschwinden ja beim direkten Anstrahlen und sind keine Flecken oder Verfärbungen.

Sonst würde ich nämlich erstmal klären lassen, warum die Decke feucht ist...Wir wohnen nicht unterm Dach.

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Tips!

 

Geändert von JoergHB (11.12.2015 um 20:03 Uhr)
Feuchte Stellen sehen auch im normalen Licht anders aus. In der Regel wird die Farbe dunkler. Da Wasser sich flächig ausbreitet, sind das auch grundsätzlich eher rund anmutende Stellen und nicht länglich und erst recht nicht nur 20cm lang.

Ohne das richtig sehen zu können, gehe ich eher davon aus, dass eine nicht einheitliche Struktur das soooo sichtbar gemacht hat. Viele, viele bessern ihre Decken mit dem Pinsel aus und streichen dann damit die Farbe auf. Man tupft dann aber ganz vorsichtig drüber. Ohne Zug oder Druck. Grundsätzlich ist zwei oder dreimal tupfen besser mit wenig Farbe, anstatt einmal fett Farbe drauf zu hauen.

 

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