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Solarthermie - Heizungs - Kopplung möglich?

04.02.2014, 10:50
Ihr Lieben,
wir tragen uns mit dem Gedanken, uns im Laufe des Jahres (hoffentlich aber so bald wie möglich) räumlich zu verändern, sprich umzuziehen.
Objekte werden besichtigt bla bla, das Übliche halt.
Ich für meinen Teil bin jetzt schon ein paar Schritte weiter und überlege, ob es sich lohnt, den Warmwasserkreislauf mittels Solarthermie zu bedienen. Gegebenenfalls an die "normale" Gasheizung (so sie denn vorhanden sein sollte) zu koppeln, wenn die Sonne sich mal ganz lange nicht raustraut.
Bitte nicht auf den Wissensartikel verweisen, der Inhalt dort ist mir bekannt und nicht so wahnsinnig aussagekräftig.
Also grob zu meinem Wissensstand: Ich weiß, wie eine Solarthermieanlage prinzipiell funktioniert, dass es unterschiedliche Kollektorenarten gibt und dass die Größe der Kollektoren entscheidend ist für die Menge an nutzbarem Warmwasser. Ebenso ist auch die Kesselgröße und die Entfernung zwischen Kessel und Kollektor maßgeblich. Alles kein Thema.
Dass die Möglichkeit, Gas- und Solarheizung zu koppeln besteht, weiß ich auch. Nur hat das schon mal jemand gemacht? Ist das ein enormer Aufwand? Oder wird da nur ein "Schalter umgelegt"? Ist das ein finanziell erheblicher Mehrauwand oder kann man die Gasheizung eigentlich komplett rausschmeißen?
(Ich gehe von gasheizung aus, weil ein Haus ohne Heizungsanlage für uns nicht zur Diskussion steht - begrenzter finanzieller Rahmen und dergleichen)
Zudem will ich KEINE Photovoltaikanlage haben, zumindest nicht sofort
Auch die Ausrichtung der Kollektorenfläche ist mir bekannt, ich habe versucht, mich weitestgehend in das Thema einzulesen, weil ich darin eine Möglichkeit sehe, von der Preisspirale der Gasriesen Abstand zu gewinnen. Dass am Anfang eine Investition von XX Teuro notwendig ist und sich das ganze wahrscheinlich bei einem 5-Personen Haushalt erst in 10 Jahren amortisiert hat, ist mir auch bewusst.
Also - hat schon jemand und wenn ja wie geht?!
 
Gasheizung, Solarthermie Gasheizung, Solarthermie
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25 Antworten
Hi Sabo,

du meinst eine normale Gas-Brennwerttherme mit Solarthermie? Klar haben das schon einige (ich auch). Sinnvoll ist das Ganze meines Wissens nach, wenn man die Heizung komplett erneuert, also auf Brennwerttechnik umstellt. Ob es sich lohnt eine bestehende (alte) Heizung zu erweitern, weiß ich nicht - habe auch noch nie gehört, dass das jemand gemacht hat.

Grundsätzlich musst du dich entscheiden, ob du nur Brauchwasser erwärmen willst oder auch die Heizkreisläufe. Letzteres braucht mehr Pufferspeicher und mehr Kollektorfläche (die später evtl. für die Photovoltaik auf dem Dach fehlt). Vorteil: Sie wird noch von der Bafa gefördert.

Wir haben unsere Dachfläche vorrangig für PV verwendet und nur zwei Hochleistungskollektoren zur Brauchwassererwärmung eingesetzt. Ganz klar, es lohnt sich, denn die Heizung hat im Sommer nahezu nichts zu tun, denn die Sonne macht das Wasser fast alleine warm. Wie viel man letztendlich "spart", ist aber nur schwer zu beziffern...

Achso... und umschalten musst du da nichts - das macht die Heizung ganz von allein. Die Pumpen und der Puffer sind "intelligent". Wenn's oben (auf dem Dach) warm wird, wird das (warme) Kühlmittel durch die Heizspirale des Puffers gepumpt, wenn's zu kalt wird, macht die Pumpe zu - sonst würdest du ja mit dem warmen Wasser des Puffers dein Dach heizen ;-)

 

Geändert von Mopsente (04.02.2014 um 11:08 Uhr)
Munze1  
Hallo sabolein
Ich hatte vor langer Zeit eine ähnliche Kopplung zwischen Solar und Holz hergestellt.
Im Sommer war ich komplett autark gewesen. Sonst habe ich mit Holz zugeheizt.
Problem im Sommer ist eine mögliche Überhitzung, da so viel Energie von oben herkommt, die unten nicht gebraucht wird. Daher ist es immer schwierig die richtige Menge an Solarfläche oder Pufferspeicher hinzubekommen. Mein 600 l Speicher war im Sommer zu klein, im Winter absolut passend. Im Sommer habe ich dann 2 meiner Kollektorfelder abgedeckt, insgesamt waren 4 Felder installiert, so um die 10 m/2.

Finanzieller Aufwand besteht immer und ich hatte es auch für mein grünes Gefühl getan und bis heute nicht bereut, obwohl ich dort auch nicht mehr wohne.
Bin auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand, vielleicht gibt es mittlerweile intelligente Pufferspeicher, die die Energie sinnvoll speichern, und eine grosse Durchmischung verhindern.

Fazit: Ich würde es wieder machen.

 

Also angenommen wir finden ein Haus, was eine bestehende Gasheizung hat, die Kreisläufe (Heizkörper und Rohre und Gedöns) wären dann ja vorhanden. Wie alt in dem Fall dann der Kessel wäre, weiß ja keiner und ob der überhaupt funktioniert ebenso wenig.
Deswegen mein Gedanke, mit einem (wat weiss denn ich) 400 Liter Speicher und entsprechener Kollektorfläche zu arbeiten.

Da wir ja noch kein passendes Objekt haben, kann ich auch noch nicht mit Zahlen dienen. Weder für Dachfläche noch sonstwas

 

...so weit mein Wissensstand bezüglich Deiner Frage reicht, brauchst Du für die Umstellung von vorhandener Heizung auf Koppelung sowieso einen neuen Speicher...

 

Zitat von Kneippianer
...so weit mein Wissensstand bezüglich Deiner Frage reicht, brauchst Du für die Umstellung von vorhandener Heizung auf Koppelung sowieso einen neuen Speicher...
Das ist mir einigermaßen klar Weil das Wasser ja anders erwärmt wird.
Aber an und für sich ist (wie ich das bei Munze und bei Mopsente rauslese) die Idee nicht die schlechteste und wir würden zumindest relativ unabhängig vom Gas werden können.

 

Mir hat mein Heizungsbauer erklärt, dass eine Kopplung an die Heizung in den meisten Fällen sich nicht amotisiert und daher eine Kopplung an das Brauchwasser genügt / die bessere Wahl ist.

Wie sich das natürlich auf die steigenden Preise in ein paar Jahren auswirkt...

 

Zitat von sabolein
... und wir würden zumindest relativ unabhängig vom Gas werden können.
"Relativ" trifft es ganz gut. Um den Pufferspeicher (bei uns rund 600l) auf über 70 Grad zu bringen, braucht's schon etwas mehr "Feuer" - schließlich will man ja keine Legionellenzucht aufmachen ;-)

Aber man spart gerade im Sommer doch mit Sicherheit einiges an Gas und somit auch an Geld!

 

Zitat von Kneippianer
Mir hat mein Heizungsbauer erklärt, dass eine Kopplung an die Heizung in den meisten Fällen sich nicht amotisiert und daher eine Kopplung an das Brauchwasser genügt / die bessere Wahl ist.

Wie sich das natürlich auf die steigenden Preise in ein paar Jahren auswirkt...
Das ist auch mein Wissensstand - bei uns scheint die Sonne einfach nicht oft genug. Aber mit der Bafa-Förderung lohnt es sich vielleicht ja doch wieder. Wenn man mit dem großen Puffer im Keller und dem "vollen" Dach gut leben kann.

 

aaaahhhh, wochenlang gesucht und immer die falschen Suchbegriffe eingegeben.... Bivalente Heizung nennt sich das dann *kopfkratz* und dafür gibt es tatsächlich extra Speicher.
Na dann weiß ich ja schonmal, nach was ich dann im Ernstfall gucken muss.
Dann stünde noch die Frage nach Flach - oder Röhrenkollektoren im Raum - weil ich ja keinerlei Erfahrungswerte habe. Dass Flachkollektoren teurer sind, weiß ich.

 

Geändert von sabolein (04.02.2014 um 11:50 Uhr)
Zitat von sabolein
Dass Flachkollektoren teurer sind, weiß ich.
Ähm, nö! Flachkollektoren sind billiger - Röhre ist teuer.

Schau mal hier. Da sind die Unterschiede ganz gut erklärt. Flach ist günstiger - deshalb sieht man auch so viele davon. Ich finde die optisch auch ansprechender - insbesondere, wenn man die Dachfläche "sehen" kann.

Mittlerweile gibt es auch Hochleistungs-Flachkollektoren. Deren Ausbeute ist gegenüber den herkömmlichen "Platten" besser, zieht aber noch immer gegen die Röhre den Kürzeren.

 

debabba  
hm, wenn du also noch in der "Planungsphase" bist und ihr/du mehr Unabhängigkeit von euren Energieversorgern wollt, habt ihr da mal über ein HausBHKW nachgedacht?
Diese werden zwar auch mit Gas betrieben, haben aber einen immens höheren Wirkungsgrad (ca.90%).
Du lässt quasi einen Motor (Aggregat) , im Keller laufen. Dieser produziert Strom und mit der Abwärme, kannst du sowohl deine Heitzung als auch den Warmwasserbedarf decken.
Zudem hast du dein Dach frei von Kollektoren und sparst dir eine Photovoltaikanlage.
Ausser du willst unbedingt die Subventionen einstreichen.....

Nur mal so als Alternative.....

 

hmpf ... das BHKW klingt ja prinzipiell nicht schlecht aber .... wenn ich das "Die Kosten für ein Mikro-BHKW liegen je nach Hersteller zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Das ist kein Schnäppchen, dennoch sind sich führende Heizungsanbieter wie Vaillant, Viessmann, Senertec, Brötje oder Remeha sicher, dass sich die Kraftwerke für den Hauseigentümer lohnen." lese, weiß ich, dass es außer Frage steht die Kohle hab ich einfach nicht uff Tasche und die würde auch den gesetzten Finanzierungsrahmen mehr als sprengen.

Zitat von Mopsente
Ähm, nö! Flachkollektoren sind billiger - Röhre ist teuer.

Schau mal hier. Da sind die Unterschiede ganz gut erklärt. Flach ist günstiger - deshalb sieht man auch so viele davon. Ich finde die optisch auch ansprechender - insbesondere, wenn man die Dachfläche "sehen" kann.

Mittlerweile gibt es auch Hochleistungs-Flachkollektoren. Deren Ausbeute ist gegenüber den herkömmlichen "Platten" besser, zieht aber noch immer gegen die Röhre den Kürzeren.
Schau mal auf die Seite, die ich verlinkt hab (war der erste google-Treffer) da sind die Röhren deutlich günstiger

 

Geändert von sabolein (04.02.2014 um 13:08 Uhr)
Zitat von sabolein
Schau mal auf die Seite, die ich verlinkt hab (war der erste google-Treffer) da sind die Röhren deutlich günstiger
Habe ich (auch) - Kann es sein, dass du dich verlesen hast? Dort steht:

"Bei Vakuumröhrenkollektoren liegen die Kosten bei ca. 400 bis 1.200 EUR/m², bei Flachkollektoren bei ca. 150 bis 600 EUR/m² und bei Kunststoffabsorbern bei ca. 25 bis 100 EUR/m²."

Ohne die Preise kontrolliert zu haben, bleibt festzuhalten: Flachkollektor ist billiger als Röhre.

 

...dafür ist die Röhre effizienter, was u. A. bei begrenzter Dachfläche ausschlaggebend sein kann...

 

kann sein, dass ich mich auch verlesen hab :/ Ich leide heute ein wenig an "Gehirnschluckauf"
Aber wenigstens hab ich das mit der Effizienz richtig mitbekommen

 

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