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Sicht- und Windschutz

04.01.2016, 21:06
Hallo liebe Gemeinde, nachdem der Winter bisher auf sich warten gelassen hat, blieb mir einiges an Zeit mich mit der Gartenplanung zu beschäftigen. Gut mittlerweile hat es nun doch geschneit, aber kein Grund mit der Planung zu pausieren. Abgesehen von Abrissarbeiten der bestehenden Einfriedung - kein schöner Maschendrahtzaun mit betongefüllten Eisenstehern - hab ich mir doch einige Gedanken gemacht, wie die neue Einfriedung aussehen soll. Es wird wohl eine Lochblechkonstruktion in Anthrazit werden, passt gut zum Stil vom Haus. Derzeit rätsel ich an einem Sicht- und Einschutz zum Nachbarn. Irgendwie bin ich auf Kirschlorbeer gestoßen. Wer von euch hat solche Sträucher gepflanzt und wie groß werden diese im echten Leben. Im Internet stößt man doch auf die ein oder anderen utopischen Angaben... Wie viel Arbeit mit schneiden habt denn so? Bin mal gespannt auf eure Erfahrungen. Danke!
 
Kirschlorbeer, Sichtschutz, Windschutz Kirschlorbeer, Sichtschutz, Windschutz
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22 Antworten
eine frage an Woody, DIE expertin auf dem gebiet............................................ ..........

 

Woody  
Ich hab vor 3 Jahren eine Kirschlorbeerhecke gepflanzt. Ausgangshöhe der neuen Pflanzen war ca. 1,20m, eher darunter. Jetzt halte ich die Hecke auf ca. 2,30m konstant, schneide 1- 2x im Jahr. Einmal seitlich und später nur oben. Sinn: Dichtewachstum fördern.

Im ersten Jahr nach der Setzung ist die Hecke kaum gewachsen, ab dem 2. Jahr schießt sie allerdings so um 1m/Jahr in die Höhe.

Grundsätzlich sehr pflegeleicht, am Anfang halt gut wässern. Das gilt aber für alle Neupflanzungen.

Eines solltest aber bedenken: Kirschlorbeerfrüchte sind giftig. Blätter ebenso, aber da muss man schon viel essen

 

Woody  
ja hetz mich nicht redfox

 

ich wußte es - jetzt bin ich es wieder gewesen,

 

Wir danke Woody, das ging ja mehr als flott Vielen Dank! 2,3 m ist eine ordentliche Höhe, das hätte ich mir genauso vorgestellt, super!
In welchem Abstand hast du denn die Pflänzchen gesetzt? Hast du sie am Boden mit Rindenmulch bedeckt oder einfach ohne alles?

 

Woody  
Der Pflanzenabstand ist ca. 40-50cm, als Faustregel kannst dir merken 2,5 Pflanzen auf einen Laufmeter. Kommt auch auf die Anfangsgröße an.

Den Boden hab ich mit Rindenmulch abgedeckt. Mehr aus optischen Gründen, weil Unkraut dort keines wächst.

Noch etwas: Kirschlorbeer ist immergrün, muss aber trotzdem ja irgendwann mal seine Blätter "tauschen". Er wird also immer wieder braune Blätter bekommen und abwerfen. Ist aber keine Krankheit, sondern normal.

@redfox:

 

Ich habe zwei Nachbarn, die haben beide Kirschlorbeer gepflanzt. Der eine hat aber wohl eine Zwergform erwischt, denn seine Pflanzen sind seit 2 Jahren kaum gewachsen, d.h. immer noch nur 0,5m hoch. Die Hecke des anderen Nachbar ist dagegen dicht und hoch.

@Woody. Gibt es Zwerg-Kirsch-Lorbeer?

 

Ich kann Dir nur raten, bei Kirschloorbeer nicht irgendeinen zu kaufen. Es gibt da massenweise Züchtigungen. Vom kleinwüchsigen, der viele Jahre wächst, aber nicht über 50 cm kommt bis zum "Baum". Geh zu einem Görtner, lass Dich gut beraten, schau im Internet nach den verschiedenen Sorten. Beachte auch, dass Kirschloorbeer auch vollkommen ohne Sonne gedeiht. Habe welche unter Eiben gepflanzt, die wachsen im Jahr so zwei bis drei Blätter, da keine Sonne, wenig Wasser. Die gleichen Pflanzen wachsen hingegen in der Sonne wie Deifel und müssen stetig geschnitten werden.

Als Hecke wunderschön, aber Du hast bei Kirschloorbeer zwei Probleme:
- viel Heckenschnittgut
- mit Heckenschere geschnitten hast Du angeschnittene unschöne Blätterm die an den Rändern austrocknen unf braun werdem. Schaut nicht unbedingt gut aus. Dann empfiehlt es sich stattdessen, mit der Rebschere Äste auszuschneiden - also aus dem Inneren. Die jungen lässt man stehen, die älteren kommen raus, lange werden eingekürzt. So mache ich es bei der kurzen Hecke meiner Eltern. So schaut die Hecke nicht gestutzt, sondern immer schön im Wachstum aus, wird aber nie größer. Aber der Aufwand ist durchaus hoch.

Ich liebe hingegen meinen Liguster. Den schneidet man alle paar Wochen mal, hat dann 10 cm Triebspitzen als Heckenschnitt, den man gar nicht erst entsorgen muss, sondern einfach unter die Hecke legt. Sichtschutz ist gut und man kann die Hecke auf 40 bis 50 cm Breite halten. Bei Kirschloorbeer plane gleich mal 1,50 m Breite ein, denn nach 5 Jahren ist die locker so gewachsen.

 

Wenn möglich würde ich Perlschlauch / Tropfschlauch um die Wurzeln Deiner Pflanzen verlegen. Das erleichtert das Giessen der Pflanzen und spart auch Wasser, da das Wasser gleich bei den Wurzeln ankommt und nicht großartig verdunsten kann.

 

Der Abstand scheint mir gut zu sein, dachte so an 0,5m Das mit den Blättern wusste ich, mir gefällt das total gut, wenn der auch im Winter dasteht wie immer Reinerle mit Liguster bin ich fertig, der war - also zumindest bei mir - sehr pflegebedürftig, oft musste ich alle 2 Wochen nachschneiden weil die Triebe sehr ungleichmäßig kamen. Ne, deswegen such ich eine Alternative. Das mit den vielen verschiedenen Züchtungen erklärt wahrscheinlich die utopischen Wachstumsangaben im Internet Ich werd für die richtige Wahl zum Gärtner schauen bzw. in die Baumschule schauen. Dass der auch an schattigen Plätzen gut gedeiht ist perfekt

 

Aja zwecks Bewässerung, das hab ich vorhin vergessen, ich habe eine Gardenaanlage mit Versenkregner für den Rasen, Nebeldüsen für meine Kräuter und Tropfschläuche für die Randpflanzen vorgesehen. Die Versenkgeschichte ist Neu für mich, da muss ich noch etwas kalkulieren, da ich die Anlage über einen Brunnen speisen möchte und dafür doch etwas Druck notwendig sein wird. Das schafft meine kleine Pumpe sicher nicht, die plagt sich schon mit dem Rasensprenger

 

Für die Versenkregner brauchst Du richtig Druck. So ein normales Hauswasserwerk schafft das nicht. Hat mein Vater versucht. Da brauchst du den Leitungsdruck, sonst fahren die Finger gar nicht erst aus. Und wenn Du genug Druck hast, fahren die aus, aber der Druck reicht dann nicht, um ein richtiges Sprühen von Quadratmetern zu erreichen.

Solltest auch kalkulieren: Strompreis für eine anständige Pumpe und hohe Anschaffungskosten auf sagen wir 5 Jahre versus Trinkwasser Jahresverbrauch. Bei meiner Zisterne kam ich auf Billigpumpe für Gießkanne und Trinkwasser aus der Leitung für die Schlauchanschlüsse. Keine meiner Pumpen oder Hauswasserwerke haben länger als drei Jahre gehalten, dabei habe ich nur eine kleine Zisterne. Wenn ich die Kosten rechne, dann kann ich noch viele Jahre aus dem Hahn gießen und wäre immer noch billiger gewesen.

 

Woody  
Da muss ich jetzt nun doch dazusenfen

Bei mir ist es genau umgekehrt Rainerle. Würde ich Leitungswasser verwenden, hätte ich exorbitante Wasserverbrauchskosten die in keinem Verhältnis zum Stromverbrauch der Pumpe stehen.

Ich verbrauche im Schnitt um die 100.000 lit. pro Saison, vorwiegend für den Rasen (ca. 800m²). Hatte mal so einen Wassermengenzähler von Gardena dazwischengekuppelt (übrigens ein Klump, hält nicht mal 1 Saison), doch zeigte es mir auf, wieviel Wasser man so eigentlich verbraucht, gießt man ordentlich und richtig. D.h. pro Sprengdurchgang eine Erddurchfeuchtung auf mind. 10, besser 15cm pro m². Da rennt der Sprenger schon mal 30-45 Minuten, je nach Art. Ich habe im Hauptgarten (ca. 650m² reine Rasenfläche, Rest Sträucher etc) 2 Aqua Contour verbaut, jeweils eine extra Versorgungsleitung), im Vorgarten aufgrund der ungünstigen m²-Verteilung 8 Versenkregner T100 Gardena mit 3 getrennten Versorgungsleitungen.

Zur Überprüfung der gegossenen Menge habe ich einen einfachen Plastiktopf im Sprengbereich aufgestellt. Anhand der gesammelten Menge ist abschätzbar, wieviel Wasser bereits in der Erde ist. Es ist frustrierend zu sehen, wie wenig das eigentlich in einer Viertelstunde ist

Das gleiche gilt für diese Tropfschläuche. Ich bin ein Gegner davon, weil schlichtweg viel zu wenig Wasser abgegeben wird. Besser ist, einmal die Woche ordentlich einzugießen. Faustregel: 10-15lit pro Pflanze (also eine Gießkanne). Diese Menge erreichst du nie mit den Tropfschläuchen. Kannst ja auch hier mal zur Probe ein Schüsserl drunterstellen.

Versenkregner benötigen ca. 3bar Druck, das schafft auch die billigste Pumpe. Klar, wenn man 20 hintereinander koppelt, kommt beim letzten nichts mehr an. Druckmessung kann man recht easy nach der 12sec-Regel grob machen (wieviel sec. benötigt man für die Füllung eines 10lit. Eimers).

Ich habe mehrere Sprengkreise einzeln verlegt und kuppel einfach die Zufuhr um. Gibt aber auch automatische Verteiler. Nur bei einer strombetriebenen Pumpe nicht sinnvoll, denn diese schaltet meistens nach 2-3Std. Dauerbetrieb ab bzw. zieht kein Wasser mehr und läuft trocken.

Es ist als Laie nicht einfach, eine Beregnungsanlage selbst zu planen, trotz diverser Planungshilfen im Netz. Hier empfiehlt sich wirklich das Hinzuziehen von Profis, doch beachte: die meisten, wenn nicht alle verdienen am Material, planen also oft viel zu viel (kleinere) Regner. Was ich da schon gesehen habe, irre.

Sorry, ist nun etwas ausführlich geworden.

 

Auch wenn das eigentlich vom TE nicht gefragt war, muß ich auch nochmal was dazu schreiben.

Zitat von Woody
Das gleiche gilt für diese Tropfschläuche. Ich bin ein Gegner davon, weil schlichtweg viel zu wenig Wasser abgegeben wird. Besser ist, einmal die Woche ordentlich einzugießen. Faustregel: 10-15lit pro Pflanze (also eine Gießkanne). Diese Menge erreichst du nie mit den Tropfschläuchen. ...
Da bin ich anderer Meinung.
Wir haben in unserem Garten ca. 45m Tropfschlauch in 4 Strängen verlegt. Damit werden unsere Bambus-Pflanzen, die in großen Kübel stehen, bewässert. Das Ganze wird von einer Gardena-Gartenpumpe (5,5 bar) versorgt, die das Wasser aus einer großen Wassertonne zieht. Die Tropfschläuche sind u.a. in Schleifen um die Pflanzen verlegt, sodass das meiste Wasser direkt bei den Pflanzen ankommt. Das Wasser wird auf die 4 Stränge über einen selbstgebauten Verteiler (Ventile für Fussbodenheizung) verteilt. Mit den hier angeschlossenen Gardena-Wassermengenzählern habe ich gemessen, wieviel Wasser pro Strang abgegeben wird bzw. habe ich die Menge über das jeweilige Ventil eingestellt. Das Ganze Konstrukt funktioniert prima und gerade auch an heißen Tagen ist die Erde dauerhaft feucht, wenn wir die Pumpe täglich für 5 Minuten einschalten.
Das ist m.E. besser als einmal pro Woche jede Pflanze mit 10 Litern Wasser zu giessen.
Gerade kleinblättrige Bambusarten zeigen (bei Windstille) durch eingerollte Blätter an, dass sie zu trocken stehen. Auch dem können wir durch Einschalten der Pumpe recht schnell entgegen wirken.
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Woody  
Du magst sicher recht haben, wenn es um Kübelpflanzen geht, da hier nur eine begrenzte Menge an Erde bewässert werden muss und das Wasser nicht in die Umgebung versickern bzw. durch Kapillarwirkung in die obere Fläche verteilt wird.

Für Hecken, und insbesondere für immergrüne und stark wasserziehende Pflanzen, habe ich jedenfalls nur negative Erfahrungen gemacht. Ich sehe sehr oft bei meinen Kunden völlig vertrocknete Thujen, Zypressen oder ähnliche Gehölze - trotz Tropfschlauch.

Aber das ist halt meine persönliche Meinung aus jahrelanger Erfahrung

 

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