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Schornsteinsanierung / Kampf dem Sott!

14.09.2012, 18:26
Ekaat  
Der schwarze Mann stand vor der Tür und eröffnete mir, böse auf den Schornstein zeigend, daß dieser total versottet sei. Was ist »versottet«?? Wenn also ein Schornstein nicht trocken, sondern feucht ist und unschön braun wird. Aha! Und was macht man dagegen? Na klar, trocken legen - aber wie?
Da gibt es drei Möglichkeiten: Umziehen, Heizen einstellen, oder Trockenlegen. Die Versottung kommt dadurch, daß im Schornstein die aufsteigenden Gase den Taupunkt unterschreiten und somit an der Wand kondensieren; dieses Kondensat dringt durch die Schornsteinwand nach außen und ergibt dort die prächtige rostbraune Färbung. Das kann auch innerhalb des Hauses passieren.
Das Übel ist an der Wurzel zu packen, also dafür sorgen, daß der Schornstein stets schönen Durchzug hat, auch wenn die Heizung nicht läuft. Dazu muß entweder in den Schornstein, oder in das Rauchrohr ein sog. Zugbegrenzer oder Zugregler eingebaut werden. Damit ist meist das Thema erledigt; in hartnäckigen Fällen hilft nur der (teure) Einbau eines Edelstahlrohres.
Ist dann die Wand trocken, wird der braune Putz abgeschlagen und die blanken Steine mit Kellergrund oder Tiefgrund gestrichen. Danach wird verputzt. Läßt man den Anstrich weg, zieht sich der Sott wieder nach außen, und man hat für die Katz gearbeitet.


Wißt Ihr noch andere Möglichkeiten?
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Schornstein, Schornsteinsanierung, Sott, Versottung Schornstein, Schornsteinsanierung, Sott, Versottung
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18 Antworten
Ekaat  
Habe das Thema von der Community-Talk auf Innenausbau verschoben. Eigentlich fehlt hier ein Unterpunkt Haus sanieren...

 

Habe mir vor längerer Zeit auch mal gedanken über das Thema Schornsteinsanierung gemacht und mich durch unendliche Seiten gegoogelt. Die einfachste Methode ist wohl wirklich die mit dem nachträglichen Edelstahlrohr.
Da wir dann aber doch anders planen müssten haben wir den alten Schornstein abgetragen und an anderer Stelle einen neuen Betonschornstein von Kago aufgestellt.

 

Funny08  
Prima Sache Ekki - hab solch "siffende" Kamine schon es öfteren gesehen, und auch Hausbesitzer die sicher 3 cm dick Farbe auf dem Kamin hatten und wo die Brühe immernoch durchsickerte.
Zu Kago hab ich jedoch eine recht negative Meinung, auf ner Messe wollte mich ein Vertreter mal mit einer "selbserbau Heizungsanlage" von Kago knebeln, entwerder ich entscheide mich sofort oder er kann den Preis so nicht halten---blabla ... (in der Preislage entscheide ich nie Spontan ) nach weiterer Recherche wurde mir dann mitgeteilt, dass Kago eigentlich nur eine Art Zwischenhändler ist der oftmals auch nicht wirklich billig ist. Aber das ist nun auch schon sicher 10 Jahre her- das kann heut natürlich ganz anderst sein

 

Ekaat  
Sollte sich jemand für einen Edelstahlrohr-Einzug entscheiden, so ist unbedingt darauf zu achten, daß die Schweißnähte nicht noch Anlauffarben haben! Diese Oxidschicht muß unbedingt vor dem Einbau abgebeizt werden, weil sonst das Rohr an diesen Stellen weiterhin korrodiert. Diese Abbeizung wird im Husch-Husch-Herstellungsverfahren gern eingespart. Die Löcher der Korrosion zeigen sich nämlich erst nach etwa 6 - 10 Jahren, wenn die Gewährleistung längst abgelaufen ist. Das gilt übrigens auch für alle anderen korrosionsbeständigen Stähle (Edelstähle): Durch Oxidation vom Schweißen oder durch Fremdrost von Feilspänen bildet sich sog. Lochfraß.
Rost- und Säurebeständiger Stahl bildet auf der Oberfläche eine molekül-dicke Schicht aus Chromoxiden, die das weitere oxidieren verhindern. Ist an der Oberfläche eine (grobkörnige) andere Oxidschicht, kann sich diese schützende Schicht nicht ausbilden, und die Korrosion nimmt ihren Lauf. Man spricht auch von »Passivierung«.
Wer sich näher für dieses Thema interessiert, kann mir gerne hier oder per PN seine Frage stellen.

 

Da ich unweit von der Fa. Schott-Rohrglas Zuhause bin, ist die Überlegung, die
Sanierung mit therm. stabilen Glas-Rohren zu machen, auch in Betracht zu ziehen !
Wichtig ist bei der Sanierung auch, für welche Heizungs-Art muss der Kamin
nachgebessert werden ? Bei GAS muss es ein VA oder Glasrohr sein,....denn
das ist eine sogenannte Niedertemperatur-Heizung ( Abgas um die 60° C ) !!!
hierbei kondensiert die Feuchte an den Rohrwänden....für Holz und Universal-Heizgeräte
geht auch Keramic !
NUR VA-Rohre minderer Qualität können an den Stülprändern oxidieren...es
kommt also auch hierbei auf die Qualität an !
einen Schornstein von aussen zu behandeln, ist was für die Optik, Sanierung kann
nur von INNEN gemacht werden !
Gruss von Hazett

 

Zitat von Funny08
Prima Sache Ekki - hab solch "siffende" Kamine schon es öfteren gesehen, und auch Hausbesitzer die sicher 3 cm dick Farbe auf dem Kamin hatten und wo die Brühe immernoch durchsickerte.
Zu Kago hab ich jedoch eine recht negative Meinung, auf ner Messe wollte mich ein Vertreter mal mit einer "selbserbau Heizungsanlage" von Kago knebeln, entwerder ich entscheide mich sofort oder er kann den Preis so nicht halten---blabla ... (in der Preislage entscheide ich nie Spontan ) nach weiterer Recherche wurde mir dann mitgeteilt, dass Kago eigentlich nur eine Art Zwischenhändler ist der oftmals auch nicht wirklich billig ist. Aber das ist nun auch schon sicher 10 Jahre her- das kann heut natürlich ganz anderst sein
Das ist heute ganz anders, Kago war pleite und jetzt wird mit neuen Inhabern neu angefangen. Das Häuschen des Vorbesitzers von Kago, kannst du günstig um etwa 8 Mio Euro
(Wert ca. 14 Mio.) kaufen, wäre ein Schnäppchen...

 

Ekaat  
Zitat von Hazett
...NUR VA-Rohre minderer Qualität können an den Stülprändern oxidieren...es kommt also auch hierbei auf die Qualität an !
Mindere Qualität gibt es in der EU eigentlich nicht bei rost- und säurebeständigen Stählen, da die Zusammensetzung genormt ist. Für den Einsatzzweck Schornstein sollte immer die Güte 1.4571 genommen werden. Dieser Stahl ist Mo und Ti - stabilisiert und hält auch sauren Gasen stand. Korrosion an den Stülprändern kann auch bei höherwertigen Güten auftreten, wenn die Verformung zu stark ist. Man spricht dann von Spannungsriß-Korrosion und ist ein Fabrikationsfehler. Im übrigen gilt für alle »Niro-«Güten das von mir weiter oben Beschriebene.

 

Wir haben bis vor fünf Monaten in unserem alten Eigenheim gewohnt, das mittlerweile verkauft ist. Dort habe ich acht Jahre mit Holz geheizt, meist von Oktober bis in den Mai, mit gut abgelagertem Buchenholz und wenig Eiche und Fichte, wir hatten nie Probleme mit dem Kamin. Letztens kam nun der Anruf: "Hattest Du auch Probleme mit so eine braunen Brühe die durch den Kamin kommt?"Meine Antwort:"Nein!Wie hast Du den die Sauerei in drei Monaten hingekriegt?" Zur Antwort bekam ich:"Keine Ahnung, ich habe schön getrocknetes Holz aus dem letzten Sommer verbrannt und den Ofen immer nur im Sparbetrieb laufen lassen."
Der "Sparbetrieb" stellte sich als kurz nach dem Anfeuern geschlossene Luftzufuhr heraus, das Holz war klatschnass (ich hatte 2 rm trockenes dort gelassen) und auf den Schorni hatte auch niemand gehört, als er sich Zeit nahm um die Funktion genauestens zu erklären.
Mit Holz heizen will gelernt sein, sonst ist der beste, alte Backsteinkamin in Kürze hin.

 

Mein Schornstein war im Bereich des Dachbodens stark versottet. Um ihn noch einige Zeit am Leben erhalten zu können, habe ich in Absprache mit dem Schornsteinfeger den alten Putz abgeschlagen und die ausgekratzten Fugen mit Mörtel verfugt. Bis jetzt nach ca. 2 Jahren die richtige Entscheidung.

 

Ekaat  
Der Ursprung der Versottung liegt aber nicht an altem Mörtel. Eine Versottung kann zwei Ursachen haben:
1. Schornstein lange Zeit unbenutzt: Die Luftfeuchte, insbesondere Niederschlag dringt ins Mauerwerk und zieht die Ruß- und Teerpartikel von der Schornstein-Innenwand nach außen.
2. Neue Heizung mit niedrigerer Abgastemperatur, somit wird der Taupunkt (die Temperatur, bei der sich die gasförmigen Teile in Flüssigkeit kondensieren) vor dem Austritt ins Freie unterschritten und es bildet sich ab da nach oben hin Sott.
Durch das bloße Neuverputzen ändert man nichts an der Physik im Schornstein. Der Sott kann nach einiger Zeit (durchaus bis zu 5 Jahre) wieder austreten.
Abhilfe schafft man nur durch die vorher beschriebenen Maßnahmen (Zusatzlüftung, Edelstahl o. ä. Rohr).

 

Hallo Ekaat,

dass das Neuverputzen die weitere Versottung eines Schornsteines nicht verhindert ist vollkommen richtig. Zum Verständnis werde ich dir mein Vorgehen noch mal genauer beschreiben.
Nachdem bereits ein Teil des Putzes abgefallen war und der alte versottete Mörtel aus den Fugen herausbröckelte, habe ich denn restlichen versotteten Putz abgeschlagen u. die Fugen ca . 2 cm tief ausgekratzt. Anschließend ist der stark versottete Teil des Schornsteines im Dachbodenbereich neu verfugt wurden. Dies war nötig geworden um die Standsicherheit des Schornsteines weiter für ca. 2 Jahre erhalten zu können.
Der Grund für die Versottung ist die seltene Benutzung eines Holzvergaserkessels.
Außerdem ist die Luftfeuchte in meinem Keller sehr hoch.
Danke noch mal für deine Tipps die ich nun umsetzen möchte.

 

Hallo Ekaat,
das Phänomen Versottung ist mir auch bekannt. Wir haben Freunde, die versucht haben um fast jeden Preis um den Edelstahlschornstein drumrum zu kommen. Nur um dann feststellen zu müssen, dass der Edelstahlschornstein gar nicht so teuer ist wie sie befürchtet hatten Sie haben in einem sehr, sehr langen Leidensweg feststellen müssen, dass der Edelstahlschornstein wohl doch die beste und vor allem langfristigste Lösung ist....
Die haben einen recht günstigen Anbieter gefunden, den ich im Internet gefunden habe.
Ich habe mir jetzt dort auch einen bestellt, weil die so zufrieden waren. Allerdings hatte ich nicht mit Versottung zu kämpfen. Ich hab einen doppelwandigen für außen gekauft. Ich kann auch nur positives vermelden, da ich bei diesem Anbieter die Chance hatte jederzeit anzurufen und meine Fragen wirklich sehr nett und ausführlich beantwortet wurden. Die haben mir auch geholfen, weil ich ein paar Sonderwünsche hatte, war aber alles kein Problem. Außerdem ist es dort günstiger als bei vielen anderen Anbietern.
Auf jeden Fall mag ein Edelstahlschornstein im ersten Moment recht teuer erscheinen, bietet aber auch die zuverlässigste Abhilfe bei Versottung.
Lg, Corni

 

Geändert von Cornelius55 (30.04.2014 um 10:49 Uhr)
Wir haben bei unserer Haussanierung auch gleich den Schornstein mit Edelstahl saniert. OK, das kostet was, aber ich denke, wenn Der Schornstein mal hinüber ist und Du den auch noch von Außen sanieren musst, dann ist das Problem auch nicht kleiner.

Alternativen: wenn eh eine Heizungsrenovierung ansteht, auf dem Dachboden eine kleine Therme stellen, da genügt ein dünnes Rohr. Kamin stillegen und oben abdecken um Regennässe nicht eindringen zu lassen. Oder Edelstahlrohr an den Hauswand nach oben ziehen. Hängt von baulichen Gegebenheiten ab.

Evtl. Kannst Du den Edelstahl auch selbst einsetzen? Sollte mit "Abseilen" grundsätzlich möglich sein, wenn nur eine Anschlussstelle im Keller ist, dürfte das gut möglich sein. Da habe ich aber keine Erfahrung damit. Im Hornbach meine ich mal so was gesehen zu haben als Selbsteinbausatz. Gerüst mit Absturzsicherung ist dabei natürlich Pflicht.

 

Als bei uns die Heizung erneuert wurde, fand ein Umstieg von Heizöl auf Erdgas statt. Die Heizungsfirma hat einen Kunststoffkamin in den gemauerten Kamin eingezogen. Das entstehende Kondenswasser läuft in einen speziellen Auffangbehälter und wird dort automatisch mit einer Pumpe in die Kanalisation abgepumpt. Und nun haben wir nie mehr Probleme mit Versottung...

 

Zitat von Electrodummy
Als bei uns die Heizung erneuert wurde, fand ein Umstieg von Heizöl auf Erdgas statt. Die Heizungsfirma hat einen Kunststoffkamin in den gemauerten Kamin eingezogen. Das entstehende Kondenswasser läuft in einen speziellen Auffangbehälter und wird dort automatisch mit einer Pumpe in die Kanalisation abgepumpt. Und nun haben wir nie mehr Probleme mit Versottung...
Das ist natürlich auch eine mögliche Lösung.

 

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