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Schleifpapier Körnung

25.03.2013, 12:27
Geändert von bonsaijogi (25.03.2013 um 12:31 Uhr)
Ich wollte mal mein Fachwissen testen und bin damit erbärmlich gescheitert. Bisher war ich immer (mehr unterbewußt) überzeugt, dass beim Schleifpapier der Buchstabe "K" und die dahinter stehende Zahl die Anzahl der Körner pro cm² angibt ... Bei einer Körnung von K 40 könnte man allerdings schon die Körner mit bloßem Auge (in meinem Fall mit Lesebrille) abzählen ... dass muß also totaler Quatsch sein.

In der Wissensabteilung von 1-2-do hat Prof. Dr. Rat_von_Experten eine Abhandlung dazu verfasst in der nachzulesen ist:

Die Korngröße wird mt einer Kornnummer bezeichnet. Die Kornnummer entspricht der Anzahl Sieböffnungen pro linearem Zoll, 1 Zoll = 25,4 mm.

... ähm ... hää?

Das "hää?" gilt weniger dem Begriff Zoll, dass kenn ich

Aber kann mir bitte mal einer vertütteln was eine "Sieböffnung pro linearem Zoll" zu bedeuten hat und wie groß denn nun so eine Sieböffnung überhaupt ist!

Noch besser ... wieviel Körner sind den nun pro cm² auf einem K 80, K 100 oder K 120er Schleifpapier für gewöhnlich denn so anzutreffen?
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28 Antworten
Woody  
Das hängt mit dem Herstellungsprozess zusammen. Das Sieb weist eine bestimmte Maschengröße auf, durch die die Körner (ich nenns mal so) auf das Trägermaterial runterfallen. Je engmaschiger umso feiner wird das resultierende Schleifpapier.
Die Angaben 60, 80, etc geben also an, wieviel Körner auf ein Zoll (25,4mm) passen.
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	korn_de.gif
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ID:	18085  

 

Geändert von Woodworkerin (25.03.2013 um 12:40 Uhr)
OK, jetzt kommt Licht ins Dunkel

Ich denke mal laut ... besser gesagt in Buchstaben:

Das K bezieht sich nicht auf eine bestimmte Anzahl von Körnern auf eine festgeschriebene Fläche, sondern bezieht sich auf die Anzahl von Löchern auf eine bestimmte Länge in einem Sieb.

Also bedeutet K 80 dann quasi:

Auf eine Länge von 25,4 mm befinden sich 80 Löcher hintereinander in dem Sieb, rein rechnerisch also etwa alle 0,3mm eins.

Je mehr Löcher auf die 25,4 mm verteilt sind um so kleiner werden sie und das Material, dass da durchfällt.

 

Je mehr Löcher auf einer bestimmten Länge, um so kleiner müssen sie sein. Klingt logisch. Man lernt doch nie aus.
Wäre dann ähnlich der Angaben zur Dachrinnengröße.

 

Woody  
So in etwa, je engmaschiger das Sieb, umso mehr (kleine) Körnderln hast auf einer definierten Fläche, umso feiner wird das Schleifpapier.

Du hast doch sicher schon von einem Reitersieb für Erde durchreitern gehört? Nimmst ein Hasengitter, ist die durchgesiebte Erde auch voll mit Steinen, welche durch die Maschenweite auch durchfallen. Nimmst ein engmaschigeres Drahtgitter, werden die groben Bestandteile zurückgehalten.

 

Das musste ich doch tatsächlich in meinem kleinen Buch "Sicher durch die Gesellenprüfung - Schreiner/Tischler)" nachgucken.

Sinngemäss:
P (veraltet: K) bezeichnet die Körnung.
Genormte Siebe mit definierter Fadenstärke (DEN) können viele kleine oder eben grössere Löcher haben. Je nachdem wie eng beieinander (Kette und Schuss) die Maschen liegen erhält man den Wert. 150 Maschen pro Zoll ist also P 150.
Man fängt also beim groben Sieb an und nimmt schrittweise ein immer feineres. Das Sieb, wo die Körner noch so gerade durchgehen gibt die Körnung an.
P1 ist also ein Schleifpapier mit Körnern von 1 Zoll Durchmesser (komischerweise ist P1 auch eine Discothek). P100 sind Körner mit einem Durchmesser von 1/100 Zoll (=100 Maschen pro Zoll), P200 entsprechend Körner mit einem Durchmesser von 1/200 Zoll usw.

ein weiteres Mass ist die "Bedeckung" - sie gibt an, wie dicht die Schleifkörner auf dem Trägermaterial angebracht sind.
Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig wiedergegeben - hatte keine Lust, zwei Seiten abzuschreiben.

 

Vielleicht bringt Dich diese Übersicht weiter:
http://www.feinewerkzeuge.de/G10019.htm

 

dausien  
Ja genau!
und wie viele Körner davon dann tatsächlich auf dem Papier oder was auch immer für einen Trägermaterial verwendet wird landen ist ein anderer Parameter in des Herstellers (Stichwort offene und geschlossene Streuung.

Hier ein paar Links zum Thema:
auf der Seite von Heiko Rech: Aufbau und Herstellung von Schleifpapieren
sia Einer der großen Hersteller: Herstellungsverfahren
Ein Vergleich der Körngrößen: Vergleich der verschiedenen Schleifmittel-Korngrößen

Ich habe zuhause noch eine Bröschüre eines anderen Herstelles wo das auch nocmal genau erklärt ist - vielleicht kann man diese auch irgendwo downladen - kann ich bei Bedarf gerne nochmal schauen.

 

Geändert von dausien (25.03.2013 um 13:05 Uhr)
Woody  
Lol, das fällt aber echt schon in die Kategorie "Dinge die der Mensch nicht braucht aber super Wissen zum Angeben"

trotzdem interessante Frage von Jogi....
(muss dir faaaad sein )

 

Jetzt würde mich nur noch interessieren wie groß (klein) der Abstand zwischen den Körnern ist

 

Woody  
Zitat von NethoFried
Jetzt würde mich nur noch interessieren wie groß (klein) der Abstand zwischen den Körnern ist
ausrechnen (eh nur eine Gleichung mit 1 Unbekannten)
unter der Lupe/Mikroskop abzählen

 

Abzählen geht nicht, habe nicht genügend Finger

 

Das ist mit Sicherheit schon mal bei der "Sendung mit der Maus" gekommen. Die Sendung hab ich wohl verpasst

 

Ekaat  
Ja, Jogi - es gibt so manche beknackte Bemaßung!
Die zölligen Rohre: Da diese Rohre zu den Leitungs- und nicht Konstruktions-Rohren zählen, ist der Innendurchmesser maßgeblich. 1" ist ein Rohr 33,7 äØ x 3,25Wand ergibt Innendurchmesser von 27,2mm. Um auf das Nennmaß 1" ~25,4mm zu kommen, bedarf es einer Wandstärke von 4,15 - der Wandstärke, die ursprünglich für »feuergeschweißte Gewinderöhren« vorgeschrieben war. Durch Verbesserung der Stahlsorten konnte die Wandstärke verringert werden. Der Außendurchmesser mußte bleiben, weil die Fittings (Verschraubungen etc.) ja gegeben waren und kompatibel bleiben mußten. Aucb alle anderen Stahlrohre (blankgezogene Rohre ausgenommen) gehen nach der zölligen Bemaßung, werden aber in mm beschrieben. Verrückte Wandstärken kommen hinzu (...3,2 - 3,65 - 4,05 - 4,5 - 4,8 - 5,6 - und so weiter...)
In meiner Lehrzeit wurden Gewindeschrauben in Paketen zu 100 Stück, Holzschrauben jedoch zu 1 Gros (144 Stück) gehandelt.
Draht wurde teilweise nach AWG (American Wire Gauge) gehandelt.

 

Zitat von NethoFried
Jetzt würde mich nur noch interessieren wie groß (klein) der Abstand zwischen den Körnern ist
Im Idealfall 0 = 100% Bedeckung.
Früher gab es wohl auch Papiere mit offener Streuung und grossen Abständen zwischen den einzelnen Körnern.

 

Woody  
Die Sendung mit der Maus, wie hab ich das Gekreische der Kreide auf der Tafel gehasst. Aber es gab tatsächlich einen Bericht Jogi, guckst du hier:

http://www.youtube.com/watch?v=cT3zw6acyus

 

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