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Runddübel vs. Flachdübel

11.03.2013, 15:10
Ich habe vor einiger Zeit rogsch's Design-Weinständer nachgebaut. Da ich so tolle Sachen, wie die von ihm verwendete Clamex-Verbindung nicht zur Hand hatte, habe ich kurzerhand drei 10er Runddübel verbaut - geht auch und ist stabil.

Mittlerweile bin ich im Besitz einer Flachdübelfräse und überlege, ob man auch einfache Flachdübel für diesen Zweck benutzen kann - schließlich ist die Querbelastung beim o.g. Möbelstück nicht zu unterschätzen.

Was mich wiederum zu der Frage führt: Worin unterscheiden sich Rund- und Flachdübel voneinander (Und ich meine jetzt nicht die Form - das ist klar *gg*). Gibt es empfohlene Einsatzgebiete für die beiden Dübeltypen? Was sind die Stärken & Schwächen? Und wie sehen eure Erfahrungen aus?
 
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9 Antworten
Ein grosser Vorteil der Flachdübel ist die Möglichkeit der leichten Nachjustierung der Stücke in der Querrichtung, bei Runddübeln gibt es keinerlei Nachjustierung.

 

Ja, du kannst normale Flachdübel verwenden und das ganze verleimen. Aus meiner Sicht bietet der Clamex hauptsächlich den Vorteil, dass er eine lösbare Verbindung herstellt. Ich sehe ihn mehr als Alternative zu klassischen Möbelverbindern bei denen der Schwerpunkt ja auch auf Zerlegbarkeit liegt.

Der Runddübel hat den Nachteil, dass er wirklich präzise gebohrt sein muss und schon bei kleinen fehlern nur mit Aufwand korrgierbar ist.

 

Sowohl der Flach- als auch der Runddübel sind als unsichtbare Verbindungen gedacht und geben sich diesbzgl. nichts.

Ob der klassische Runddübel in 6/8/10mm (keine Dominos) eine festere Verbindung ermöglicht als ein Flachdübel kann ich nicht sagen und glaube eher nicht.

Der Runddübel läßt sich zwar "tiefer" (zumindest einseitig) einbringen, dafür werden aber auch evtl. Belastungen nur mehr Punktuell aufgenommen während ein Flachdübel doch sehr viel mehr "Fläche" im Werkstück benutzt. Dazu kommt, dass ein Flachdübel mehr "Material" stehen läßt da er nur 4mm dick ist.

Ansonsten haben Pfanni und Fernton weitere, aus meiner Sicht, sehr wesentliche Vorteile des Flachdübels aufgeführt und ich persönlich kann mir nicht vorstellen irgendwann nochmals Runddübel zu verwenden.

 

Zitat von Fernton
Der Runddübel hat den Nachteil, dass er wirklich präzise gebohrt sein muss und schon bei kleinen fehlern nur mit Aufwand korrgierbar ist.
Korrekt.

In meinem Werkbank-Projekt habe ich über eine Länge von 1,6m 17 Runddübel verwendet. Ohne ordentliche Bohrschablone und störungsfreies Arbeiten geht gar nichts.

 

Zitat von Linus1962
...ich persönlich kann mir nicht vorstellen irgendwann nochmals Runddübel zu verwenden.
Ich muss zugeben, mir fällt es auch schwer - gerade, wenn man einmal vom Flachdübelfieber gepackt wurde ;-)

Was die Passgenauigkeit betrifft, stimmt das natürlich - da kann die Dübelhilfe noch so gut sein.

Aber an die Dominos habe ich ja noch gar nicht gedacht... wie unterscheiden die sich eigentlich von Rund- und Flachdübel? Ist doch letztlich auch nur ein loser Zapfen...

 

Zitat von Mopsente
...
Aber an die Dominos habe ich ja noch gar nicht gedacht... wie unterscheiden die sich eigentlich von Rund- und Flachdübel? Ist doch letztlich auch nur ein loser Zapfen...
... aber ein ganz schön dicker und langer (je nach Ausführung).

Der Vorteil von Dominos liegt in einer sehr stabilen und belastbaren Verbindung speziell bei dickeren Werkstücken. Dazu kommt. dass je nach Bedarf, die Anzahl der Dominos pro Kante so hoch gesetzt werden kann dass es fast wie eine klassische Verzinkung wirkt und hält ...

 

Der Domino-Dübel ist quasi die Verbindung aus einem Runddübel und einem Flachdübel.

Er ist recht groß und schwer, verhindert das Verdrehen von den zu verbindenen Werkstücken bereits mit einem Dübel, er bietet die Stabilität von Runddübeln (und sogar noch mehr).

Zusätzlich ist er aber auch so flexibel wie ein Flachdübel.

 

Geändert von Hermen (11.03.2013 um 17:18 Uhr)
Danke euch schonmal für's Feedback. Was ich aber wirklich gerne wüsste (vielleicht können das nur die professionellen "Holzwürmer" beantworten): Gibt es "Regeln" nach denen ich entscheiden kann, wann Runddübel, Flachdübel oder besser Domino zu verwenden sind?

Klar, wenn ich eine Verbindung gegen verdrehen schützen will, macht ein Runddübel wenig Sinn. Aber ist der Runddübel einfach nur noch ein Relikt der Holzgeschichte, welches heute seine Verwendung fast ausschließlich in Pressspan-Möbeln vom Schweden-Discount findet, oder gibt es Einsatzbereiche, wo man sagen muss: "Ne, mit Flachdübel wird das nix - da muss ein Runddübel (oder Domino) her!"?

 

Klar,

- für kleinere Kanthölzer für Eckverbindungen eignet sich ein Flachdübel nicht.
- Auch Runddübel können verdrehsicher sein (man muss halt dann zwei nehmen)
- Flachdübel sind gegen seitliche Belastung nicht so stabil wie die anderen Dübel
- bei Fräsungen auf der schmalen Seite eignen sich dagegen Runddübel weniger, da der Durchmesser dann gering ist, da haben Flach- und Dominodübel einfach mehr Fläche
- auch für Runddübel gibt es spezielle Hnadmaschinen (Duodübler)
- lösbare Verbindung nur mit Lamello

Für den Heimwerker ist und bleibt aber von den drei Geräte-Systemen eigentlich preislich und auch wirtschaftlich nur die Flachdübelfräse.

Den Domino kann man nicht mit der Hand verarbeiten, beim Runddübel gibt es auch gute und brauchbare Dübellehren.

Also gibt es bei der Wirtschaftlichkeit uch klar eine Reihung

- Runddübel per Hand
- Flachdübelfräse (einfach)
- Duodübler oder Domino
- Flachdübelfräse Lamello

 

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