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Rückflussverhinderer - Rohrunterbrecher - Rohrbelüfter - Rohrtrenner

17.06.2016, 08:07
Liebe Community,

Für die Installation eines Badewannenzulaufs (Ein- Ab- und Überlauf in einem) wird die Verwendung eines UP-Rohrunterbrechers als obligatorisch angesehen.

Nach meinen Recherchen und meinem Verständnis ist der Unterschied zwischen einem System mit Rohrunterbrecher/Rohrbelüfter und einem Rückflussverhinderer der, dass Rohrunterbrecher/Rohrbelüfter durch das Ansaugen von Luft die Unterbrechung des Rückflusses des Nicht-Trinkwassers bewirken. Im Vergleich dazu verhindert der Rückflussverhinderer das Rücklaufen des Nicht-Trinkwassers dadurch, dass sich bei der "falschen" Laufrichtung des Wassers ein inneres Ventil schließt (mögliche Hybridformen jetzt mal nicht berücksichtigt).

Es gibt in den verschiedensten Foren die unterschiedlichsten Aussagen dazu. Dabei wird teilweise der Rohrunterbrecher/ Rohrbelüfter als veraltet angesehen, da so gut wie alle Armaturen heute eigensicher sind.

Teilweise wird erklärt, dass der Einbau eines Rückflussverhinderers im Vergleich zu einem Rohrbelüfter/Rohrunterbrecher einer bestimmten DIN Norm nicht entspricht.

Nun frage ich mich, warum das eigentlich so ist. Warum gilt ein System, das den Rückfluss mit einem Ventil verhindert als unsicherer als ein System, dass den Rückfluss mit Luft verhindert?

Da der Rückflussfall sowieso eher eine Ausnahme ist und ich im ganzen Haus die Kontrolle über sämtliche Anschlüsse habe (kein Mietwohnkomplex, sondern Eigenheim), frage ich mich, warum es also notwendig sein sollte, eine aufwendige Installation mit UP-Rohrunterbrecher (oder auch Rohrtrenner?) einzubauen, die im Vergleich zu einem Rückflussverhinderer das zehnfache kosten wird.
 
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9 Antworten
Grundsätzlich wird alles was an Abwasser durch die hauseigenen Syphons fließt, in das Abwasser-System geleitet... eine Trennung von Trinkwasser und Regenwasser ( aus den Sammelbehältern ), welches z.B. für WC-Spülungen verwendet wird ... und natürlich im Garten.. ist gesetzlich vorgeschrieben... !
Es darf auch zum Duschen kein "stehendes" Wasser verwendet werden ( Salmonellen-Gefahr ! )... der Fachbegriff dafür ist "Grauwasser", dieses kann aber mit aufwändiger Filtertechnik gereinigt werden ! das einzige natürliche=ungereinigte Wasser, welches man unbedenklich trinken kann, ist oben am Berg, eine kleine Gebirgsbach-Quelle.. diese sind auch als solche gekennzeichnt !
bei den Lüftungen der Abwassersysteme soll das Gurgel-Geräusch verhindert werden...
sonst würde jedes Spülbecken recht lange vor sich hin gluckern ! .. denn da wo sich
Wasser bewegt, bewegt sich auch Luft !
Gruss.....

 

Bin hier etwas verwirrt,geht es jetzt um Frischwasser oder um Abwasser.?
Belüftung muss in das Abwassersystem um Geräusche zu vermeiden.
Belüftung in der Wasserleitung ?die steht unter Druck,wie soll das funktionieren ?

 

Ich bin auch verwirrt. Es geht um die Trinkwasserleitung und das Verhindern von Brauchwasserrückfluss aus der Badewanne. Wir verwenden kein Regenwasser für unsere Toilettenspülung und ich habe nicht vor zum Duschen stehendes Wasser zu verwenden. Unser Wasser beziehen wir ausschließlich aus der "richtigen" Leitung.

Die Frage lautet: Reicht es, wenn ich als Brauchwasserrückfluss-Schutz einen einfachen Rückflussverhinderer einbaue oder muss es ein Rohrunterbrecher bzw. Rohrbelüfter sein.

Ich habe auch im Post 2 Links eingebaut, um zu zeigen, was genau ich mit den Fachbegriffen meine.

Trotzdem danke Hazett, ich weiß Deine Mühe mit der Beschreibung zu schätzen.

 

Bei mir war ein Rohrbelüfter installiert, beim Badumbau war er nun im Weg.
Mein Installateur hat ihn mit den Worten " Den braucht's eh nicht" deinstalliert.
Soviel dazu...

 

@Ingo
Der Rohrbelüfter wird nicht mehr benötigt, weil die Armaturen heute in der Regel eigensicher sind und das nicht brauchen. Das was ich benutzen will ist allerdings nicht eigensicher. Anbei mal das Bild aus der Anleitung
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	tmp_2228-20160618_0801571006835880.jpg
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Größe:	116,8 KB
ID:	41250  

 

das Problem, welches Du da beschreibst, kann " theoretisch " nur bei sogenannten drucklosen- Warmwasser-Untertisch-Geräten passieren... weil das Boiler-System auf der Warmwasserseite immer OFFEN ist... der Wasserhahn sperrt nur das Kaltwasser ab...
stellt man den Hebel nach warm... fließt kaltes Wasser in den Boiler und drückt das warme Wasser nach oben... je nach thermischer Leistung vom Boiler wird das heiße Wasser dann bald nur lauwarm sein !
Deshalb haben diese Systeme immer DREI... Leitungs-Anschlüsse, einer davon ist für
den Druck= Dampf-Ablass und Dehnungs-Ausgleich ... ab und zu Tropft dann der Wasserhahn... ist deshalb aber nicht defekt !..... Ein Wasser-Rückfluss in das Trinkwassersystem ist Ausgeschossen ! Wenn im Haus was Repariert wurde, sollten alle Ventile geöffnet werden... damit Luft und der Rost aus den Rohren rausspülen kann.....
Bei den Trink-Wasserleitungen wird bei den Eingangs-Ventilen ( Hauswasser-Verteilung und Heizung extra ! ) auch ein Druckregler sein... ebenso ein Überdruckventil....!
Das davon mit Sicherheit getrennte Abwasser hat ...meist im oberen Hausbereich,
oder Dach.. eine Ablüftung ..... auch der Wannen-Abfluß hängt da mit dran.... und
der hier vorhandene flache Syphon sollte mit Wasser gefüllt sein... sonst stinkt's......
Gruss......

 

Geändert von Hazett (20.06.2016 um 19:50 Uhr)
@Hazett
Das Problem, das ich beschreibe kann auch bei Wasserleitungen mit Druck passieren, wenn der Druck aus dem ein oder anderen Grund plötzlich nachlässt und ein Unterdruck entsteht, der das Brauchwasser in die Wasserleitung saugt. Ein tropfender Wasserhahn oder der Syphon des Abwassers in der Badewanne haben mit der Frage nichts zu tun.

Nach einigen Stunden Recherche im Internet kann ich mir meine Frage selbst beantworten. Hier die Antwort für alle, die es interessiert:

Welches Sicherungskonzept als "sicher" gegen Rückfluss erachtet wird, wird in der DIN EN 1717 genau beschrieben (europäische Systemnorm zum Schutz des Trinkwassers vor Rücksaugen). Das Brauchwasser wird anhand der Gefährdung für den Menschen in 5 Kategorien eingeteilt. Badewannenwasser ist die Kategorie 3. Für jede Kategorie gibt es bestimmte zugelassene Rückflussverhinderer. Die entsprechenden Tabellen (also welcher Rückflussverhinderer für welche Kategorie als sicher gesehen wird) steht in dieser EN 1717.
Die eigensicheren Armaturen von Ideal Standard zum Beispiel sind eigensicher durch einen eingebauten Rohrbelüfter "C". Das bedeutet mit der eigensicheren Armatur sind die Anforderungen erfüllt, ich muss also für meinen Wasserzulauf keinen UP-Rohrtrenner einbauen, wie in der Bedienungsanleitung beschrieben, sondern es reicht, wenn ich eine eigensichere Armatur kaufe (übrigens geht hier Ideal Standard sogar in einem PDF explizit auf diese Multiplex Trio ein).

Hier noch ein pdf mit der Tabelle und weiteren Infos:
http://www.ikz.de/uploads/media/IKZH_200613_394_32.pdf

 

Du hast Dich ja sehr gut da hinein-gefuchst... Bist Du im Studium ( Maschinenbau z.B. )
oder im Sanitär-Fachhandel tätig ?
Grundsätzlich gilt... im Trinkwassersystem kann sich nur bei Leckkagen ( Rohrbruch durch Frost z.B. ) durch das Fallgewicht des Wassers ein "geringes" Vacuum bilden... aber nur solange der Abfluss nach unten passiert... und das Ventil oben geschlossen ist !
Außerdem darf eine Trinkwasserleitung nicht in ein Becken / Badewanne oder ähnlich geführt werden ...... hier muss 100%tig eine räumliche Trennung erfolgen !
Ausnahme ... Gartenschlauch, den darf man auch als Springbrunnen unterhalb des Grauwasser-Spiegels nutzen... ansonsten arbeiten dort nur Umwälzpumpen !
Mit Vacuum kann man viele interessante Experimente machen... nur die Arbeit verrichtet nicht das Vacuum... sondern der Umgebende Luftdruck ( je nach Wetterlage ! ) als Norm
nimmt man 1000 mbar / cm2.. !
Gruss.....

 

Hey Hazett,
Zitat von Hazett
Du hast Dich ja sehr gut da hinein-gefuchst... Bist Du im Studium ( Maschinenbau z.B. )
oder im Sanitär-Fachhandel tätig ?
hihi, nein, nur wenn ich mich schon an die Thematik Trinkwasserinstallation ranwage, dann mit viel Vorsicht und viel Recherche.
Zitat von Hazett
Grundsätzlich gilt... im Trinkwassersystem kann sich nur bei Leckkagen ( Rohrbruch durch Frost z.B. ) durch das Fallgewicht des Wassers ein "geringes" Vacuum bilden... aber nur solange der Abfluss nach unten passiert... und das Ventil oben geschlossen ist !
Außerdem darf eine Trinkwasserleitung nicht in ein Becken / Badewanne oder ähnlich geführt werden ...... hier muss 100%tig eine räumliche Trennung erfolgen !
Der Rückfluss von Brauchwasser in die Trinkwasserrohre kann passieren, wenn in einer vollen Badewanne in einem oberen Stockwerk z.B. der Brauseschlauch liegt. Entsteht dann der Unterdruck (zum Beispiel, weil der Hauptwasserhahn abgedreht wurde, oder wie Du schon sagst wegen Rohrbruch, oder wegen was auch immer), dann gelangt das Brauchwasser über den Schlauch in die Leitung. Wenn Wasserzulauf und Becken 100% räumlich getrennt sind, dann entspricht das der Sicherungskategorie "A", also zum Beispiel ein Wasserzulauf, der oberhalb des Brauchwasserbeckens montiert ist (wie es bei einem normalen Waschbecken der Fall ist). Bei meiner neuen Badewanne ist der Wasserzulauf aber unterhalb der Badewannenkante (Ab- Zu- und Überlauf in einem).

Dass man eine Sicherung für diesen Brauchwasserrücklauf braucht ist also klar, meine Frage bezog sich darauf, wie ich in Erfahrung bringen kann, welche Sicherungsform ausreichend genug ist. Wie schon oben erwähnt wird dies in der DIN EN 1717 entsprechend erläutert.

LG

 

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