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Risse in der Giebelmauer - Giebelanker?

10.07.2012, 11:14
Hallo, ich habe am Wochenende in meinem Häuschen im Oderbruch einen Kamin abgerissen, vom Dach bis zum Erdgeschoss. Dahinter habe ich in der Aussenwand, die Giebelwand, einen Riss entdeckt. Die im Lot zu dieser Wand stehende Innenwand weist einen ca. 3-4 cm breiten Abstand auf, und man kann auch an der Decke sehen, das die Rigipsplatten bereits eine Fuge zu dieser Giebelwand aufweisen. Die Deckenbalken verlaufen parallel zur Aussenwand und es sind keine Anker vorhanden. Um die Wand zu stabilisieren denke ich, sollten Giebelanker installiert werden. Ich dachte - als Laie - ich müsste von aussen diese Stahlteller anbiringen, dann Gewindestangen durch das Haus bis zur anderen Seite, dort wieder Teller von aussen und dann mit Gegenmuttern festzurren. Nun habe ich gehört, das diese Anker aus dem Baumarkt für 10,00 € , die man einfach auf den Deckenbalken schlägt, die Wand auch stabilisieren könnten. Hat da jemand Erfahrung?
Ich habe leider noch kein Bild hier, kan ich aber nachliefern.
Vielen Dank für grundlegende Hinweise...!
beste Grüße, US
 
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13 Antworten
Statiker anrufen !!

Keine Zeit für Verzögerungen & eigene basteleien verschwenden !

So wie Du es beschreibst besteht akkute Einsturzgefahr !!

Stützbalken außen gegen die Giebelwand anbringen, damit die Wand nicht weiter nach außen kippt !!

Alles weitere sagt Dir der Statiker.

 

Geändert von Manfredh (10.07.2012 um 12:57 Uhr)
Wenn es sich um ein älteres Haus handelt, besteht nicht unbedingt und sofort Einsturzgefahr. Gerade bei älteren Häusern wurde gerne "kegeklförmig" gebaut. Das heißt, die Wände (hauptsächlich Giebelwände) neigen sich nach innen zum Haus. Wobei 4cm schon enorm sind. Wir haben unser Haus wegen weniger abgerissen (da kam aber mehr dazu).
Als erstes würde ich mit einem Lot bestimmen, in welche Richtung sich die Giebelwand neigt. Steht sie weg vom Haus, hat Manfredh recht und es besteht die Gefahr, dass die Giebelwand nach außen fällt. In den seltensten Fällen passiert das aber von heute auf morgen. Bei unserem Hausabriss haben wir einen absolut freistehenden Giebel versucht runter zu schupsen und obwohl er nirgendwo noch Halt hatte, gehörte einiges an Kraft dazu.

Auf jeden Fall ist es erst mal gut einen Statiker zu holen. Ohne Hinweise auf den Verlauf oder die Form der Risse, lässt sich schlecht sagen in welche Richtung die Wand arbeitet.

Die Giebelanker machen nicht viel Arbeit und wären auf jeden Fall nicht verkehrt. Ob sie allerdings reichen, oder ob mehr gemacht werden muss, kann Dir nur ein Statiker sagen.

 

Das Problem muss an der Wurzel des Übels angepackt werden. Hierzu muss man das ganze Haus begutachten und beurteilen. Auch ich würde dir einen Statiker empfehlen. Nur so kannst du sicher gehen das deine Bemühungen auch wirklich einen Sinn haben und dir Sicherheit geben.

 

@Ricc
http://www.lvz-online.de/nachrichten...d-a-84555.html

Wenn er schreibt, das sich folgendes bereits ereignet hat, in welche Richtung bewegt sich dann die Giebelwand ? Ich würde "Lot" einfach durch "rechten Winkel" ersetzen.

siehe oben:
Die im Lot zu dieser Wand stehende Innenwand weist einen ca. 3-4 cm breiten Abstand auf, und man kann auch an der Decke sehen, das die Rigipsplatten bereits eine Fuge zu dieser Giebelwand aufweisen.

Ich kann nur eindringlich darauf hinweisen.
Statiker rufen & Giebelwand von außen mit Balken/Stangen/Brettern abstützen.

 

Geändert von Manfredh (10.07.2012 um 12:19 Uhr)
Hallo, vielen Dank für Ihre Antworten. Ich glaube in der Tat, es ist nicht so dramtisch wie es sich anhört, es besteht laut einigen Maurern und Dachdeckern, die in der Gegend aufgewachsen sind, keine akute Einsturzgefahr. Im Oderbruch habe ich wirklich schlimmeres gesehen, da bewegt sich alles so langsam. Ich möchte nur in der Perspektive im Haus noch einiges verändern und vorher eine Absicherung haben. Aber eine Statikerin werdeich in jedem Falle noch hinzuziehen. Die Frage ist, wer ggf einen Anker durch das ganze Haus zieht und wo ich das Material dafür beziehen kann. Das werden dann ja wohl 14 Meter lange Gewingestangen werden oder?

 

So einfach lässt sich sich anhand der Beischreibung nicht festlegen wohin sich die Wand bewegt.


  • Ist der Riss nur an einer Außenwand oder an beiden?
  • Oder ist außen nichts und nur einen Innenwand gemeint?
  • Ist der Riss oben oder unten breiter?
  • Oder ist er durchgehend gleich?
  • Ist der Riss innen und außen sichtbar?
  • Ist der Riss schon älter oder arbeitet er noch?

 

Zitat von Schulte
Hallo, vielen Dank für Ihre Antworten. Ich glaube in der Tat, es ist nicht so dramtisch wie es sich anhört, es besteht laut einigen Maurern und Dachdeckern, die in der Gegend aufgewachsen sind, keine akute Einsturzgefahr. Im Oderbruch habe ich wirklich schlimmeres gesehen, da bewegt sich alles so langsam. Ich möchte nur in der Perspektive im Haus noch einiges verändern und vorher eine Absicherung haben. Aber eine Statikerin werdeich in jedem Falle noch hinzuziehen. Die Frage ist, wer ggf einen Anker durch das ganze Haus zieht und wo ich das Material dafür beziehen kann. Das werden dann ja wohl 14 Meter lange Gewingestangen werden oder?

Nein, die Gewindestangen wären zu teuer und unpraktisch. Gewinde hättest Du nur im Bereich der Mauern, ansonsten wird Flachstahl verwendet.

Hier ein Beispiel.

 

Für mich ist das ein typisches "Fingerweg"-Projekt.
Mein Gefühl sagt mir, dass der Schornstein ein Teil der tragenden Konstruktion war und dass Du durch das Gehämmere empfindlich in die Bausubstanz eingegriffen hast. Bei den Deckenbalken erwarte ich (weil es ein "Häuschen" ist) ähnlich sparsame Konstruktionen.
Ein (ordentlicher) Schlag auf den Deckenbalken könnte der letzte sein.
Sollte ich ordentlich daneben liegen, freue ich mich.
Wenn was passiert, nicht.

Also: Statiker - der weiss auch, wo Du was kriegt.

 

Das Haus ist ca 100 Jahre alt und die Grundfläche sind 122 m". Der Riss ist an den Aussenwänden nicht zu sehen, lediglich an der im rechten Winkel stehenden Innenwand und er ist, so ich das einschätze, gleichmäßig breit. Ich sehe an der Giebelwand von aussen einen leichten Riss in der Mitte, schräg verlaufend, was bedeuten könnte, die Wand ist leicht bauchig. Und der Schornstein war nicht tragend, es war sogar tw. Tapete dahinter. Das Dachgebälk ist massiv gebaut und in den Sechzigern großenteils erneuert worden.

 

Nein, die Gewindestangen wären zu teuer und unpraktisch. Gewinde hättest Du nur im Bereich der Mauern, ansonsten wird Flachstahl verwendet.

Hier ein Beispiel.
Ah, super, vielen Dank. Kannst Du mir sagen, in welcher Kostenliga das so ungefähr spielt? Incl. Einbau?

 

Kannst auch ganz normale Baustahlstangen nehmen, dann die Gewindestange an beide Enden Seitlich danabenlegen und anschweißen, dann von außen die
Stahlplatten stellen große Unterlegscheibe, Mutter drauf und anziehen.
Das kostet nicht viel und hält genauso, wir haben im Baugewerbe viele solche Stangen hergestellt.

 

Zitat von Ruedi1952
Kannst auch ganz normale Baustahlstangen nehmen, dann die Gewindestange an beide Enden Seitlich danabenlegen und anschweißen, dann von außen die
Stahlplatten stellen große Unterlegscheibe, Mutter drauf und anziehen.
Das kostet nicht viel und hält genauso, wir haben im Baugewerbe viele solche Stangen hergestellt.
Danke Rüdi, das ist eine pragmatische Lösung. Wer führt solche Arbeiten aus? Zimmerer? Maurer?

 

Wenn du schweißen kannst mache es selber wenn nicht solltest du einen Schlosser oder Schweißer fragen.
Loch in die Gibelwände bohren, die Gewindestangen durchschieben, die Bausahlstange danebenlegen und beidseitig gut verschweißen. Darauf achten das genügend Luft zum Mauerwerk bleibt die Stange dehnt sich noch.
Maurer und Zimmermann können nur seltenst mit einem Schweißgerät umgehen die haben andere Fähigkeiten.

 

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