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Reihenfolge Badausbau

31.03.2010, 12:11
Geändert von ThomasW (06.10.2010 um 18:12 Uhr)
Hallo zusammen,

ein Freund von mir (stolzer Besitzer eines alten Bauernkotten) will aus einem Zimmer ein Bad machen. Ich in meinem jugendlichen Leichtsinn habe meine Hilfe angeboten.

Es müssen drei Wände mit Vorbauten aus Rigipsplatten versehen werden und auch der Boden neu aufgebaut werden. Bisheriger Boden besteht aus Holzbohlen auf Balken in der Ausführung "Berg und Tal". Auf den Boden (so dachte ich mir) Ausgleichsschüttung und darauf OSB und darauf Fliesen...

Jetzt unser Konflikt: Ich bin der Meinung zuerst die Wände zu ziehen und dann den Boden, dadurch bekomme ich Stabilität in die Wände. Dann Schüttung und Bodenaufbau...

Freund sagt erst Boden und dann die Wände.... Fliesen auf dem Boden natürlich erst nachdem die Wände stehen....

Was denkt Ihr??
 
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17 Antworten
Ich denke, zuerst Wände dann Boden. Der Boden sollte, auch wenn er geschraubt wird am Rand ein wenig Abstand zur Wand haben. Schüttung ist gut, ich würde aber gerade für den Badbereich keine OSB Platten sondern Fermacell Verlegeplatten nehmen.

 

Was haltet ihr von Fließestrich auf dem Holzboden?

Ich nix, aber ein Arbeitskollege schlug das grade vor!!!

 

Susanne  
Hi Bueckeburger,

ich würde auch wasserdichte Bodenplatten nehmen, wie es Bonsaijogi vorschlägt.
Tja… Fließestrich… Meinst Du Fließestrich pur, als "Sichtestrich", ohne Fliesen? Find ich todschick! Gerade in alten Gemäuern kann das sehr fein aussehen.

Wenn Du einen normalen Estrich meinst… Ich weiß nicht. Wir hatten auch mal ein Zimmer in einem Altbau zu einem Bad umgebaut. Der Estrich war glatt wie ein Babypopo, wirklich fein, und vom Fachmann gemacht. Unsere (zugegeben: sehr großen) Fliesen sind uns trotzdem durchgebrochen…

Ich würde seither auf einem alten Dielenboden einen neuen Boden einziehen, so, wie Du es vorschlägst: Ausgleichsschüttung, Bodenplatten, Fliesen.

Du machst das schon! ;-)

 

Zitat von Bueckeburger
Was haltet ihr von Fließestrich auf dem Holzboden?

Ich nix, aber ein Arbeitskollege schlug das grade vor!!!
kann man machen ... Aber:

Die Unterkonstruktion muß ziemlich stabil ausfallen, das heißt, 60 cm Balkenabstand sind zuviel, was wiederum bedeutet, da muß ne Querlattung drauf mit etwa 40cm Abstand, die Latten selbst sollten um die 25mm stark und 100mm breit sein. Darauf ne stabile OSB Verschalung, weil die mindestens 8cm benötigte Schicht Estrich ganz schön zum tragen kommt.

Wieviel Platz zur Decke soll noch bleiben?

Man kann den Estrich natürlich auch zwischen und über den Balken gießen, dafür ist aber eine Verschalung zwischen den Balken nötig, damit er nicht zu dick wird. sonst ist die Bruchstelle über den Balken vorprogrammiert. Über den Balken muß trotzdem eine 8cm Schicht sein und das ganze auch noch gut armiert.

Auf diese Weise geht aber ein großer Teil der Isolation drauf, da ist ne normale Schüttung wesentlich besser, auch vom Trittschall her.

Ich hab mit Schüttung und Fermacell schon ein halbes Haus bei einem Bekannten gemacht, ist wirklich halb so schlimm und macht nur halb so viel Arbeit wie einen Estrichboden in einem Gebälk neu aufzubauen.

Aber jeder wie er mag

 

Fande die Idee meines Kollegen auch blöde...

Also Ausgleichsschüttung und Fermachell.

@Susanne: meinte keinen "Sichtestrich"... Wobei Finde ich auch toll, aber mein Freund nicht...

 

Und wie sieht es aus, wenn der Boden erst Mal ganz raus kommt? Also Dielen raus und Boden dann neu aufbauen.
Vorteil: Keine Bewegung der alten Dielen.

 

Ekaat  
Zitat von kindergetuemmel
Und wie sieht es aus, wenn der Boden erst Mal ganz raus kommt? Also Dielen raus und Boden dann neu aufbauen.
Vorteil: Keine Bewegung der alten Dielen.
Das war auch miene Idee, hielt mich aber zurück wegen der sehr kompetenten Beiträge bisher. Weg mit dem alten Boden! Könnte natürlich sein, daß man anschließend in das Stockwerk darunter gucken kann - dann geht das natürlich nicht. Sauberen estrich ziehen ist gar nicht so einfach! Habe auch leidvolle Erfahrung gemacht: Sieben Fliesen sind gebrochen, ausgetauscht und viel später noch drei perdü. Vier habe ich noch - abwarten.

 

ok, stellen wir uns vor, der alte Dielenboden ist raus. Ich sehe die blanke Balken.

Einbach Fermacell drauf?? wie gleiche ich unebenheiten aus??

muß zwischen Balkenlage und Boden noch was zwischen??

 

nein, natürlich nicht. Du mußt mit Wasserwaage und Richtlatte, den höchsten Punkt ermitteln. Von da aus müßen die Balken aufgefüttert werden. Erst dann werden die Balkenzwischenräume mit Folie ausgekleidet (an die Balken tackern) und dann kommt die Schüttung rei. Etwas verdichten, über den aufgefütterten Latten glatt ziehen und dann erst Fermacellplatten drauf.

 

Nachtrag: kommt auch auf die Schüttung an. Es gibt Schüttungen, die sind bereits nivilierend, also ausgleichend. Da wird also die Schüttung eingebracht, ins Wasser gezogen und direkt darauf die Platten verlegt. Dabei ist aber darauf zu achten, dass die Schüttung nicht durch die Decke unten brechen kann.

Am besten mal bei den verschiedenen Herstellern über die verschiedenen Systeme informieren.

 

Ekaat  
Boo-ey! Bonsai - Du hast Ahnung! Kopfbedeckung (Hut oder Toupet) ab!
n.b.: Das ist das tolle hier am Forum, daß irgendeiner immer voll den Durchblick hat.

 

Ich sehe es wie bonsaijogi:

erst die Wände dann den Boden, so daß der Wandvorbau auf dem Orginalfußboden/Balken befestigt wird. Ich denke mit Fermacell-Platten meinten die Anderen Zementfaserplatten als Trockenestrich. Zementgebundene Platten sind weniger feuchtigkeitsanfällig als Gipsfaserplatten. Aber auch die Gipsfaserplatten eignen sich für Feuchträume. Ich würde aber auf jeden Fall zementgebundene Estrichelemente benutzen.

 

Zitat von DocMartin
Ich denke mit Fermacell-Platten meinten die Anderen Zementfaserplatten als Trockenestrich.
Sorry, stimmt ... da hast Du vollkommen recht, ich hab das nicht explizit erwähnt, da es für mich klar war

Ein wenig geh ich aber schon davon aus, dass man sich über das geschriebene informiert. Fermacell ist ein Markenname unter dem u.a. verschiedene Verlegeplatten (für Wand und Boden) und auch Schüttungsmaterial etc. vertrieben wird.

 

Ja auf jeden fall erst die Wände dann den Boden. Und die sache mit der Schüttung kann ich mich bonsaijogi auch nur anschließen.

 

Erst die Wände und dann der Boden ist auch wichtig, um beides schalltechnisch sauber von einander zu trennen. Also erst Wände (Fermacell weil auch feuchtraumgeeignet), dann Schallisolierung, dann Fußbodenaufbau, beispielsweise auch mit Fermacell-Estrichelementen. Das geht schnell und sauber. An den Stellen der späteren Amaturen bzw. Dusch- Wannenablauf zusätztlich eine Isolierung gegen Feuchtigkeit (auch wenn man fertige Bausätze verwendet). Nichts ist schlimmer als kriechende und jahrelang unentdeckte Nässe. Gruß Petra

 

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