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Recht: Bauen eines Gartenhauses

15.05.2014, 15:38
Hallo liebe Community,

Ich habe vor ein Gartenhaus zu Bauen, wohne allerdings in einem gemieteten Haus.
Mit dem Vermieter habe ich schon gesprochen und von seiner Seite aus ist das auch vollkommen in Ordnung. Allerdings kennt er sich nicht mit dem Baurecht aus und ich solle mich doch bitte informieren. Gefunden habe ich jetzt das hier. Das Problem ist, ich habe keine Ahnung was ich damit anfangen soll...mein Vermieter ebenso.
Kann mir jemand die Rechtslage irgendwie nahebringen? Darf ich das Haus auf ein richtiges Fundament setzen, oder geht das über mein Recht hinaus?
Wie sieht es aus, wenn ich es dann ohne wirkliches Fundament aufstelle? Wie soll ich es dann "Sturmsicher" machen?
Darf ich das dann überhaupt?

lg Mieschie
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9 Antworten
Baurecht ist zunächst mal Landes- und Kommunalrecht.

Es kommt also darauf an was in deinem Bundesland und deiner Gemeinde vorgesehen ist.
Selbst wenn das Landesbaurecht Gartenhäuser einer bestimmten Größe als nicht genehmigungspflichtig einstuft, kann der lokale Bebauungsplan etwas anderes sagen.

Falls du im schlimmsten Fall mit einem "Nein" als Antwort leben kannst, ist die einfachste Möglichkeit mal beim zuständigen Bauaufsichtsamt anzurufen und nett zu fragen.

Natürlich wird garantiert auch noch jemand dazu schreiben dass du einfach nicht fragen sollst sondern bauen was dir gefällt ...

 

Geändert von Fernton (15.05.2014 um 16:13 Uhr) , Grund: Typos
Korrekt. Sodann gilt Nachbarschaftsrecht und Du brauchst eigentlich fast immer das OK des Nachbarn, weil Du an die Grenze bauen wirst, bei gewissem Abstand zur Grenze gibt es dann "nur" ein einfaches Verfahren, bei dem Du zwar keine Einverständniserklärung brauchst, aber Einwände anhören musst, kann aber auch durch öffentlichen Aushang erfolgen. Am besten ist aber mit Nachbarn einfach zu reden. Das Bauamt weiß über die Rechtslage Bescheid. Anufen, Termin ausmachen und Du weißt, was möglich ist und was nicht.

 

Woody  
Meine Vorredner haben bereits alles geschrieben. Wir sind hier kein Rechtsforum und sämtliche Tips oder Hinweise können nur als unverbindlich angesehen werden.

Ich kann dir auch nur raten, dich an die zuständige Behörde zu wenden und dich dort zu informieren. Alles andere wäre riskant und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Du wärst bei "Wildbau" nicht der erste, der alles wieder abreißen muss und zusätzlich noch eine ordentliche Geldstrafe aufreißt.

Ein kleines Gartenhäuschen benötigt nicht unbedingt ein Fundament um sturmsicher zu sein. Verankere die Eckpfeiler (vermutlich planst du ein Holzhaus) mittels Einschlaghülsen im Boden und befestige vor allem das Dach ordentlich. Dann solltest du punkto normale Stürme auf der sicheren Seite sein.

Ich glaube auch, dass der Grundstückseigentümer (in diesem Fall dein Vermieter) die erforderlichen Genehmigungen einholen und unterzeichnen muss. Ich würde dir ebenfalls empfehlen, die Genehmigung des Häuschenbaus in den Mietvertrag aufzunehmen. Nicht dass bei deinem Auszug auf einmal verlangt wird, dass du es wieder auf deine Kosten abreißen musst.

 

Das hat mir schon sehr geholfen, vielen Dank für die Anteilnahme!
Ich schreibe wieder, wenn ich mehr erfahren habe. Das Bauamt hat ja bei uns auch nur von 12 bis mittags offen...

lg Mieschie

 

Und wenn es dann mal steht dran denken, darüber die Haus(rat)versicherung informieren.

 

[QUOTE=Woody;659913]Meine Vorredner haben bereits alles geschrieben. Wir sind hier kein Rechtsforum und sämtliche Tips oder Hinweise können nur als unverbindlich angesehen werden....

Muß mich Woody anschließen. Frage erst mal beim Bauamt nach, es gibt da auch was wegen Abstandsflächen zum Nachbargrundstück die ab einer bestimmten Größe eingehalten werden müssen.
Wenn du alles geklärt hast, setzte dich mit deinem Vermieter zusammen. Notfalls auch noch mit den Nachbarn. Mache bitte ALLES schriftlich!!! Wenn ein Bauantrag gestellt werden muß, ist das die Aufgabe deines Vermieters.
Wichtig wäre auch abzuklären, was mit dem Gartenhaus geschieht wenn ihr auszieht oder der Vermieter verkauft/vererbt.

Es wäre ärgerlich, wenn du Geld und Arbeit reinsteckst und kannst hinterher alles wieder zurückbauen.

Zum Fundament kann ich dir nichts sagen, da sind Andere schlauer als ich.

 

Wie kommt man zu der richtigen Größe eines Gartenhauses? Zwei Kollegen von mir haben das so gelöst: Beide haben zwei aneinanderliegende Gartengrundstücke gekauft. Jeder hat sich den Bau eines Gartenhauses an der gemeinsamen Grenze genehmigen lassen. Einer von ihnen hat die beiden Gartenhäuser inklusive eines nicht genehmigungsfähigen Kellers gebaut. Der Zugang zum Keller wurde zum Zeitpunkt der Abnahme mit dem Fußboden abgedeckt. Danach hat er das Grundstück seines Kollegen gekauft. So kam er zu einem doppelt so großem geräumigen Gartenhaus. Das war natürlich von vornherein so vereinbart und geht auch nur bei ganz zuverlässigen Freunden. Unter guten Nachbarn wäre das vielleicht auch möglich. Man müßte ihm nur erst ein entsprechendes Stück vom eigenen Grundstück verkaufen, damit er nach dem Rückkauf seine ursprüngliche Fläche behält.

 

Hallo,
ob das Gebäude ein Fundament hat oder nicht ist erstmal egal. Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, ist von der Größe des "umbauten" Raumes abhängig. Hier wirst Du mit einem Gartenhaus sicher nicht an die Grenzen kommen. Wichtig ist jedoch, dass du entweder mindestens drei Meter Abstand von der Grundstücksgrenze hältst, oder dein Gartenhaus genau auf die Grenze stellst. Bei einer Grenzbebeauung darf dann die Hütte aber kein Fenster zur Seite des Nachbarn haben. Dies nur mal als Anhaltspunkt, die Details musst du dir in Ruhe erklären lassen.

 

Hi,
ich habe hier einen Artikel gefunden, der das Thema Gartenhaus Baugenehmigung behandelt. Lies dir den am Besten mal durch. Da steht im Großen und ganzen drin, das die Größe, der Standort, das Bundesland ist gemeint, die Ausstattung und Abstände zu Nachbargrundstücken für eine Antragspflicht entscheidend sind. Das kann eine richtig komplizierte Sache sein, über die man sich im Vorfeld gut informieren sollte.
Viel Erfolg bei deinem Gartenhaus!

 

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