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PTS 10 - verschiedende Fragen

03.01.2016, 16:07
Moinsen zusammen!
Nachdem in mir über die Feiertage der Wunsch nach einer TKS angewachsen ist bin ich nun auf der Suche nach der richtigen Wahl!
Zwangsläufig bin ich auch über die PTS 10 gestolpert. Einige Sachen finde ich bei der Säge aber vermeintlich schlecht gelöst. Deswegen möchte ich gerne auf Erfahrungswerte von euch zurückgreifen bzw die Bosch-Experten zu Rate ziehen. Auch sind mir gewisse Funktionen nicht eindeutig klar.

1. Der Ausleger rechts mit dem hochstellbaren Anschlag macht auf mich einen relativ wackeligen Eindruck bzw schwer zu justieren(vorne/hinten) Täuscht das?

2. Auf dem Anschlag ist der sogenannte "Zusatzanschlag" angebracht. Erst dachte ich an eine Art "Stopblock" aber mich irretiert der flache Teil auf dem Sägetisch. Er erscheint mir sehr überdimensioniert, bzw ist mir seine Funktion nicht ganz klar. In der Beschreibung steht das dieser bei "flachen Werkstücken und vertikalen Gehrungswinkeln" genutzt werden soll. Hä??? Was ist denn damit gemeint? Wieso ist das nicht mit dem normalen Anschlag zu bewerkstelligen?

3. Die Führungsnuten für den Winkelanschlag.
Ist dieses Profil als Einzelware zu bekommen? Würde den Winkelanschlag auch gerne bei meinem Frästisch nutzen. Kann aber irgendwie kein vergleichbares Profil finden.

Ich habe vor diese Säge im Möbelbau einzusetzen. Hier ist es manchmal auch erforderlich Nuten anzubringen. Der Spaltkeil ist dabei bei vielen Sägen im Weg. Kann man diesen "absenken" damit eine komplette Demontage nicht erforderlich ist? Bei der Maffell Erika ist weder ein Absenken noch eine Demontage möglich. Deswegen ist die von meiner Wunschliste gestrichen worden.

So das sind erstmal so grob meine Fragen...
Gibt es sonst noch irgendwelche Sachen auf die es zu achten gilt?
 
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62 Antworten
Also, die Tischverbreiterung ist nur sehr bedingt als Parallelanschlag zu gebrauchen. Wie Du richtig erkannt hast, ist es sehr fummelig, den parallel zum Blatt einzustellen.

Der Zusatz anschlag hat die Funktion, flache Werkstücke hinter dem Sägeblatt nach unten zu halten, damit sie nicht hochgeschleudert werden. Der Flache Teil des Zusatzanschlages solla lso AUF bzw Über dem Werkstück zu liegen kommen.

Den Winkelanschlag kannst Du mal getrost vergessen. Den habe ich schon auf der PTS 10 nicht benutzt und würde mikr für einen Frästisch lieber selbst einen Bauen (oder, wie ich, einen von INCRA kaufen)

Den Spaltkeil kannst du komplett demontieren, absenken geht nicht.

 

Siehe auch

Hier

Hier

Hier

schließlich auch und Hier

Empfehlen kann ich dir die PTS 10 leider gar nicht. Solltest Du doch eine kaufen, kontrollier sofort die planheit des Sägetisches und wie der Schiebeschlitten dazu steht.

 

Na dann antworte ich mal auch ;-

Der rechte Ausleger ist so wie der hintere sehr hilfreich für längere/größere Werkstücke. Zum einfachen Ablägen ist der Anschlag vollkommen ausreichend. Muss es sehr exakt sein ist die Säge als solches eh schon ein Thema. Aber er ist ordentlich einzustellen - hierzu hat es Maßbänder aufgeklebt und man kann auch von der Tischkante oder einer Nut selbst messen. Ich komme damit gut zurecht.

Zusatzanschlag: Dieser dient nicht als Niederhalter, wie sugrobi schrieb. Sondern dieser wird VOR dem Blatt angebracht, so dass dieser nur einen oder zwei Zentimeter in den Raum neben dem Blatt hineinragt. Nun arbeitetst Du mit dem Winkelanschlag und dem Schiebetisch. Du setzt Dein zu sägemdes Stück am Zusatzanschlag an, fährst zum Blatt und sägst. Der Sägeabschnitt Deines Holzes läuft neben dem Blatt frei und vom Sägeblatt weg. So kannst Du zum einen wiederholgenau kurze Stücke ablängen, zum anderen kann sich nichts zwischen Anschlag und Blatt verklemmen. Gerade die Gefahr bei feinen Abschnitten ist, dass diese zerrissen und/oder hochgeschleudert werden ist enorm größer, wenn diese am normalen durchgehenden Anschlag entlang geführt werden. ---- Ich verwende den Zusatzanschlag immer wieder mal gerne. Auch deswegen, weil der Parallelanschlag manchmal nicht exakt parallel anschlägt. Da klemmt dann doch mal was am Sägeblatt und es gibt Brandspuren. Bei kleinen Dingen kommt der Zusatzanschlag deshalb immer zum Einsatz.

Zu den Nuten - ich habe kein T-Profil verwendet sondern ein abgewinkeltes U-Profil.
Das geht auch gut und man muss es nicht einfädeln, sondern legt einfach ein. Könntest also den Winkelanschlag in ein U-Profil oder eine gefräste Nut führen. Oder Du suchst nach einem T-Nut-Profil. Hier käme es eigentlich nur auf die Breite an. Wenn er vertikal wackelt ist das bei einer Fräse eigentlich kein Problem. Andererseits: bei der Oberfräse genügt vermutlich auch ein selbst hergestellter. Du musst ja den Winkel nur an abgeschrägte Werkstücke anlegen und brauchst nicht vorher den Winkel einstellen.

Den Spaltkeil kannst Du einfach mit einer Schraube lösen und demontieren, aber nicht absenken. Geht aber innerhalb einer Minute.

 

sugrobi hat deine Fragen ja schon so gut wie beantwortet. Natürlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen und kann darüber berichten.

Meine sind, nach anfänglichen Schwirigkeiten, durchweg positiv. Alle unklarheiten wurden vom Service Team beseitigt bzw. repariert oder ausgetauscht. Jede Maschine die ich mir gekauft habe wurde nach dem Aufbau auf eben.- und winkligkeit überprüft. Das betrifft auch Maschinen von anderen namhaften Herstellern.

Den Winkelanschlag verwende ich auch nicht, außer zum nur mal schnell ablängen. Sonst benutze ich einen selbstgemachen Schiebetisch.

Das genaue einstellen von der Tischverbreiterung ist etwas wo man Geduld und ein wenig Gefühl für braucht. Aber auch damit ist es dann möglich genaue Schnitte zu sägen.

Das betrifft aber auch den Parallelanschlag. Es ist möglich, mit ein bisschen Übung, den auf's 0,1 mm genau einzustellen. Für mich ist das kein Problem mehr.

Das man den Spaltkeil nicht absenken kann ist schade, doch der ist nach getaner Arbeit auch wieder schnell montiert.

Die Staubabsaugung ist ein Manko, doch dafür gibt es mit ein paar Umbaumaßnahmen auch Lösungen.

Also ich persönlich kann die Maschine jedem Heimwerker weiterempfehlen. Preis Leistung stimmt.

 

Stimme Alpenjodel absolut zu. Man muss immer das Preis Leistungs Verhältnis sehen und für den Preis bekommst du keine bessere Säge auf dem Markt. Und mit ein bisschen Bastelarbeit kann man was draus machen.

 

Rainerle hat recht.Das hatten wir schon mal erörtert. Hab ich nur wieder vergessen...

 

Naja, die PTS 10 hat nen guten Motor. Wenn man die Anschläge selbst drumherum baut ( so, wie Cib ja auch) bekommt man ne gute Säge. Aber wenn ich eh alle kritischen Teile selbst baue, kann ich auch auf eine günstigere Säge ausweichen....

 

@Sugrobi:
Der Incra ist ja teurer als die ganze Säge Aber ich verstehe wenn du als Vermesser es ganz genau haben willst, ich bin da ähnlich gestrickt.
Zu deinen Verbesserungen: Wow, einfach nur Wow und dafür hast du auch meine Stimme gerade bekommen. Wobei ich dachte, dass du die schon längst hattest.
Aber ich sehe es eigentlich nicht ein, eine, so dachte ich, halbwegs gute Säge für Heimwerker zu kaufen und danach noch mal grundsanieren zu müssen.

Dachte allgemein nicht das es bei der Säge so hohe Genauigkeitsprobleme gibt. Gibts andere Sägen in dem Preissegment, die sich besser eignen? Ich stoße auch immer wieder über die Scheppach TS 251 die einen bessseren EIndruck macht. Aber sie ist auch etwas teurer...

 

Hallo, ein kurzer Kommentar:
Die PTS-10 ist durchaus eine sehr gute Heimwerkersäge und kann gut für den Amateur-Möbelbau verwendet werden. Mein Küchenschrank ist jedenfalls gut geworden (Projekt folgt). Zum rechten Anschlag: Ich kontrolliere den mit meinem PLR 15 Laser Messgerät und kann so auf 0,1mm genau einstellen. Die Säge hat Kraft und bietet viele Optionen. Für dieses Geld wird es schwer, ein besseres Gerät zu bekommen.

 

Und ich hoffe, nachdem die Produktmanagerinnen bei mir zu Besuch waren, dass diese dann doch die eine oder andere Verbesserungsidee mitgenommen haben. Nur darauf zu warten wird Dir bei der Kaufentscheidung jetzt nicht helfen.

Letztlich kann Dir keiner hierbei wirklich helfen. Willst du Geld ausgeben, wird es immer etwas besseres geben. Die Frage ist auch, ob Du Platz für eine größere Säge überhaupt hast. Und bei dem Preis kannst Du auch nicht viel kaputt machen. Kaufen, testen und den Oeiginalkarton mal aufbewahren. Und nach einem Jahr, wenn Du genug Erfahrungen hast, könntest Du auch wieder verkaufen - oder behalten und zufrieden sein.

Hast Du eine gute Handkreissäge mit Führungsschiene? Damit kannst Du die größeren Platten gut zusägen. Die bekommst Du eh nicht pber die TKS. Und die kleineren Dinge bekommst Du sehr gu mit der PTS 10 gesägt.

 

@DerMoeller: Erstmal danke für Deine Stimme.
Klarro sind die Sachen von Incra nicht billig, aber ich hatte vor auch mal ein paar Segmentschalen zu drechseln. Und beim zusägen und verleimen der Rohlinge braucht es halt eine gewisse Präzision. Klarro erreicht man die auch anders, aber halt mit mehr Aufwand. Und über die Wiederhohlgenauigkeit wollen wir mal gar nicht reden....

 

@Rainerle: Da ist der Knackpunkt: Ich habe nicht wirklich Raum dafür. Ich werde die zukünftige TKS in meinen Werktisch integrieren und ja ich habe für meine Zwecke eine gute Tauchsäge mit Schiene. Probleme bekomme ich aber immer dann wenn ich wieder Zargen oder Leisten aus einem Brett sägen will welches kleiner(schmaler) als die Führungsschiene ist.
Insbesondere möchte ich mit Hilfe eines Crosscut-Sled Fingerzinken für Schubladen, Rahmen und ähnliches anfertigen können.
Den Schiebetisch brauch ich nicht wirklich da ich noch eine Kapp-Zugsäge mein eigen nenne.

 

Die Scheppach TS 251hatte ich vor der PTS10. Bei meiner war da der Parallelanschlag sehr wabblig. Dachte das währe normal, bis ich mit einem Stahllinial bewaffnet in den Baumarkt ging und habe mir den von der PTS10 angeschaut und mal ein bisschen probiert.

Als ich nach Hause gekommen bin, habe ich die Scheppach sofort bei eBay Kleinanzeigen eingestellt und mir die PTS10 bestellt. Die Beste Entscheidung.

Besser geht immer, da brauchst du nur mal bei den Blauen schauen.

 

Zitat von derMoeller
Bei der Maffell Erika ist weder ein Absenken noch eine Demontage möglich. Deswegen ist die von meiner Wunschliste gestrichen worden.
Wo hast du das aufgeschnappt?
Bei der 70er und 85er weiss ich aus Erfahrung das es geht.
Einfach runterdrücken und wieder hochziehen.
Bei der 60er geht es laut Produktkatalog auch.
Grüße

 

Ich habe die PTS 10 nun seit ca. 2 Jahren im Einsatz. Zwischenzeitlich ist sie neben meinem Abricht und Dickenhobel und der Tauchkreissäge mit Führungsschiene das meistgenutzte motorisierte Werkzeug in meiner Werkstatt. Man soll es kaum glauben, aber ich betreibe die Säge im Originalzustand ohne jegliche Verbesserungen. Einzig eine sogenannte Bevel Box (elektonische Neigungsanzeige) habe ich mir zugelegt, da die Einstellung über die Skala nicht wirklich genau ist. Damit lassen sich 90 und 45 Grad, aber auch alles andere dazwischen sehr gut einstellen.

Für meine Ansprüche, die wie ich behaupte nicht niedrig sind, reicht mir die Säge aus. Man muss aber wissen, was mit der Säge geht und was eben nicht. Die von sugrobi beschriebenen Segmentschalen gehören definitiv nicht zum Leistungsumfang der Säge. Da muss dann ordentlich in den Umbau investiert werden, oder man spart gleich auf ein besseres Modell. Das Einstellen der Säge, egal ob Parallel- oder Zusatzanschlag braucht seine Zeit. Bringt man diese Zeit nicht mit, ist die Säge definitiv das falsche Modell. Wer sich aber die Zeit nimmt und Einstellungen mit einem Maßband überprüft, wird feststellen, dass die Säge sehr genau zu gebrauchen ist.

Sofern aber die Säge von Haus aus nicht in Ordnung ist (dazu gibt es ja genügend Threads hier im Forum), sollte auf ein einwandfreies Modell bestanden werden. Hierzu bietet Bosch in meinen Augen einen einwandfreien Service.

Wenn ich nach zwei Jahren zusammenfasse, was mich an der Säge stört, dann komme ich auf folgende Punkte:


  • Schiebeschlitten gleitet sehr schwer
  • Spaltkeil nur umständlich abzubauen. Insbesondere beim Auftrennen von Hölzern ist dies nervig
  • Die Tischverlängerung verdient ihren Namen nicht, da sie sich kaum ausziehen lässt
  • Schrägstellung über die Skala praktisch nutzlos, da zu grob. Hier sollte mit einer passenden Bevel Box eingestellt werden.
  • Sägeblattwechsel etwas pfriemelig, da die Mutter etwas schwer zugänglich ist.
  • Kabel aus PVC wird bei Kälte sehr hart

Als positiv kann ich folgende Punkte herausstellen:


  • Schnitthöhe bis 75 mm
  • leistungsstarker Motor
  • kompakte Bauweise - sicherlich bei kleinen Werkstätten ein Vorteil
  • günstiger Anschaffungspreis

Ich denke aber bei aller Kritik an der Säge muss man sehen, für welchen Preis man diese kaufen kann. Wer dabei eine high end Formatkreissäge erwartet, der wird bitter enttäuscht werden. Wer aber eine gute Säge für den Heimwerker für unterschiedliche Anwendungen sucht, der kann mit der PTS 10 nicht sehr viel falsch machen. Wenn man sich dann noch mit der Säge auseinandersetzt, dann lassen sich auch gute Möbelstücke damit bauen.

Am Ende meines doch recht langen Beitrags möchte ich aber auch anfügen, dass nicht immer das Gerät am Ergebnis Schuld hat. Es soll häufig auch am Nutzer liegen.

 

Geändert von nirosta (04.01.2016 um 16:28 Uhr)
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