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Probleme beim Fräsen mit Oberfräse

08.02.2015, 20:02
Hallo Forum,
ich wollte heute einen 20mm tiefen, 10mm breiten Falz an einer Leiste (Kiefer 30x30) fräsen.
Dabei hatte ich das Problem, dass das Fräsergebnis sehr unsauber war; nicht glatt, viele Abplatzungen bzw. Ausrisse.
Fräse: POF 1400 ACE in selbstgebautem Frästisch, Fräser: Nutfräser von Bosch (10mm), siehe Foto. Ich habe viel herumprobiert - Drehzahl von 3 bis 6, verschiedene Vorschubgeschwindigkeiten, anderer Fräser gleichen Typs, Fräsen in bis zu 5 Schritten (Tiefe) - hat alles nichts geholfen, das Endergbnis ist inakzeptabel und die Späne teilweise sehr grob und lang, siehe Foto.
Was kann ich tun?
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Oberfräser Oberfräser
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33 Antworten
Sieht ja wirklich sehr komisch aus. Das erste wa smir einfällt ist, du hast die Faserrichtung des Holzes nicht beachtet. Ansonsten tja mal sehen was die anderen so sagen.

 

Woody  
Solche Ergebnisse hab ich immer dann, wenn die Fräsrichtung = Faserrichtung des Holzes ist.

Einen Falz wie von dir oben gezeigt, mach ich auf der TKS.

 

Genau das gleiche Problem hatte ich auch schon!

Meiner Meinung nach lag es am Holz, binmir aber nicht so sicher!
Bin mal auf die Meinung der Holzexperten gespannt!!

 

Siehste schon der zweite. Es wird sich wohl zur falschen Faserrichtung hin bewegen.

 

Du sagst bei 20mm Frästiefe in 5 Schritten gefräst ergibt 4mm Tiefe. Bisschen zuviel bei der Faserrichtung. Probier es mal mit max. 2mm Tiefe

 

Lange Späne deuten daraufhin, daß sie nicht zerspant wurden,
weil vmtl.:

  1. mit der Holzmaserung gefräst wurde
  2. zu schnell geschoben wurde
  3. eine zu breite (nicht tiefe) Frästiefe vmtl auf ganzer Fräserlänge gewählt wurde.
  4. und das vmtl noch alles aufeinmal zusammen gespielt hat

 

Wenn ich mir die Späne anschaue sind sie schon verdammt dick

 

Danke an alle für die schnelle Antworten. Ja, es wird wohl an der Faserichtung liegen.
Die Leisten sind aber nun mal so wie sie sind.
Eigentlich möchte ich ein T-Profil fräsen, siehe Zeichnung. Ich hatte die Fräse eingerichtet und dann die Leiste auf beiden Seiten gefräst. Auf beiden Seiten hatte ich auch das schlechte Ergebnis. Ursache ist wohl jeweils das Fräsen in Faserrichtung.
Allerdings habe ich mit dem gleichen Fräser und dem gleichen Material vor ca. 3 Wochen auch schon Falze gefräst und hatte hier die Probleme nicht, siehe Foto. M.E. ging es hier auch in Faserrichtung.

Zitat von Cib1976
Du sagst bei 20mm Frästiefe in 5 Schritten gefräst ergibt 4mm Tiefe. Bisschen zuviel bei der Faserrichtung. Probier es mal mit max. 2mm Tiefe
Ich habe mich mit dem Revolveranschlag in die Tiefe gearbeitet. Ich werds mal mit noch mehr Schritten probieren.
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Ganz schön komplexe Sache die du da fräst. Wenn du jetzt noch verrätst was das werden soll sin d bestimmt ne menge Leute glücklich.

 

Das werden Shoji- und Fusuma-Türen (Japanische Schiebetüren). Wenn alles fertig ist (inkl. des Raums drumrum), werde ich das Projekt hier auch vorstellen.
Vorab aber gerne ein paar Zeichnungen und Fotos.
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Geändert von kaosqlco (08.02.2015 um 21:36 Uhr)
Na das hoffe ich sehr dass du das einstellst! Interessiert mich sehr. Sieht gut aus

 

Es gibt übrigens einen guten Wissenartikel zum Fräsen. Danach soll man den letzten Fräsgang im Gleichlauf fräsen.
Bei Google hatte ich u.a. noch den Tipp gefunden, die zu erwartende Fräskante mit dem Cutter / Streichmaß einzuritzen, um damit einem Ausreißen des Holzes vorzubeugen.
Werde ich beides auch mal ausprobieren.

 

Zitat von kaosqlco
Es gibt übrigens einen guten Wissenartikel zum Fräsen. Danach soll man den letzten Fräsgang im Gleichlauf fräsen.
Da steht auch das eine Oberfräse dann schwerer zu kontrolieren ist.
Jetzt stell dir das umgedreht vor. Die Fräse ist ja fest, aber das Werkstück zieht es kräftig nach vorne. Im schlimmsten Fall fliegt es weg und du greifst eventuell in den Fräser.
Lass das lieber. Ich hab einmal beim verbreitern einer Nut den Anschlag in die falsche Richtung verschoben. Die Leiste flog ein paar Meter weit, die Finger hab ich glücklicherweise noch

Zum eigentlichen Problem.
Ich nehm immer deutlich breitere Fräser wie der eigentliche Falz sein soll.
Die langen Späne könnten daher kommen. Wenn du 10,1mm eingestellt hast schaft der verwendete 10mm Fräser das ja nicht.
Was noch helfen wird ist den Falz erst einmal in mehreren Schritten auf 19x9mm zu fräsen. Erst im letzten Schritt auf 10x20 einstellen.
Auch bei schwierigem Faserverlauf sollte da was brauchbares rauskommen.

 

Zitat von Hansemann1963
Da steht auch das eine Oberfräse dann schwerer zu kontrolieren ist.
Jetzt stell dir das umgedreht vor. Die Fräse ist ja fest, aber das Werkstück zieht es kräftig nach vorne. Im schlimmsten Fall fliegt es weg und du greifst eventuell in den Fräser ...
Fräsen im Gleichlauf hatte ich ein andermal schon ausprobiert und weiß ungefähr, welche Kraft dann auf das Werkstück wirkt. - Eine Leiste ist auch mal quer durch die Werkstatt geschossen. Seitdem klemme ich meine Werkstücke mit selbst gebauten Federkämmen und -klemmen und achte darauf, dass ich mit den Fingern nicht in die Nähe des Fräsers komme.

Zitat von Hansemann1963
Ich nehm immer deutlich breitere Fräser wie der eigentliche Falz sein soll.
Ist auch ein Ansatz: Bei Fräser mit großem Durchmesser ist der Winkel mit dem das Messer auf das Holz trifft größer, was bei langsamen Vorschub zu kurzen Spänen und saubererem Schnitt führen sollte. - Ich habe einen 20mm Fräser und werde auch damit testen.

Zitat von Hansemann1963
Was noch helfen wird ist den Falz erst einmal in mehreren Schritten auf 19x9mm zu fräsen. Erst im letzten Schritt auf 10x20 einstellen.
Auch bei schwierigem Faserverlauf sollte da was brauchbares rauskommen.
Ginge vielleicht auch. - Da müßte ich allerdings ständig meinen Fräsanschlag verstellen, was ich nicht möchte, da ich für die Shoji-Türen (8 Stück) ca. 64 lfm. Falz fräsen möchte, der gleich breit sein soll.

 

Feste gegen den Anschlag klemmen und einen größeren Fräser verwenden. Der entwickelte Span sieht ja mehr wie gespalten alt gefräst aus.
der kleine Fräser bewirkt einen vorauseilenden Riss im Holz.

Alternative wäre die Breite schrittweise heraus zu arbeiten - ich würde aber einen Fräser von ca. 2×Schnittbreite.

Der Tipp von Gegen- und Gleichlauffräsen ist ja grundsätzlich richtig. Gegenlauf zum schruppen und gleichlauf für Schlichten. Das kann man leicht machen indem man auf den Parallelanschlag ein 2mm Sperrholz oder ähnliches klemmt. Dann muss der Anschlag auch nicht verstellt werden.

Viel erfolg beim weiteren Schaffen!

 

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